Warum ist die Schule als Leistungskonkurrenz organisiert?

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5 Antworten

Um das System zu erhalten, das sich auf dem Gegeneinander begründet.

"Teile und Herrsche". Die Vereinzelung ist die Grundlage jeder Macht. Wenn die Menschen miteinander und füreinander leben würden, wären sie eine Gefahr für die Macht der Privilegierten.

Ohne die Noten, die sagen "Du bist besser als die anderen" oder "Darin bist du aber schlecht", würden die Schüler sich wohl eher fragen, warum sie den ganzen fremdbestimmten Leerplanstoff pauken müssen.

Vordergründig geht es um Lernerfolg, um das Erlangen guter Noten, die ohnehin KOMPLETT UNSINNIG sind, da ohne jeden (prognostischen) Aussagewert.

Hintergründig geht es darum, "die Jugend" der Wirtschaft zuzuführen - und das so früh wie möglich ---> siehe G 8 !!

Ein Mini-Rädchen im Getriebe des Spätkapitalismus zu werden - das ist vorrangiges Ziel der Schule (das noch nicht einmal von Lehrern erkannt wird !!).

pk

codnap89111 06.11.2015, 14:55

Das klingt plausibel. Aber schon irgendwie brutal... wenn man sich die ganzen Absurditäten in der Schule anschaut woher das alles kommt. Vor etwa einem Jahr haben sich zwei meiner Mitschüler das Leben genommen weil sie mitunter auch in der Schule Probleme hatten

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paulklaus 06.11.2015, 15:00
@codnap89111

Gerade SO wirkt sich ja die menschenverachtende Brutalität des Spätkapitalismus aus !

pk

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Die Schule hat heute die gleiche Aufgabe wie vor 100 Jahren. Sie dient den Mächtigen. Die Mächtigen sind heute in der Wirtschaft zu finden. Was ist ein wesentliches Merkmal unseres Wirtschaftssystems? Konkurrenz!

"Und noch ein weiteres Element des heimlichen Lehrplans dient der Schule zur Rechtfertigung. Die Annahme nämlich, dass in der Bildung wie andernorts Konkurrenz der entscheidende Motor ist, um die schüttere Lernbegeisterung aufzumöbeln. Die Schule lehrt, dass mein Lernerfolg umso größer ist, je mehr andere ich hinter mir lasse oder drastischer noch, zur Strecke bringe. Schulisches Lernen ist ein Nullsummenspiel, bei dem es nicht darauf ankommt, Einsicht und Erkenntnis zu gewinnen, sondern Sieger zu sein. Siegen wollen erfordert aber eine gänzlich andere Bemühung und Haltung als erkennen wollen. Und tatsächlich sind beim Siegen-Wollen so viel wahrheits- und erkenntniswidrige Motive im Spiel, dass dabei jede Einsicht – außer der in die Spielregeln des Siegens – auf der Strecke bleibt. Kurzum unter Konkurrenzbedingungen hat Bildung keine Chance."

Quelle: www.streifzuege.org/2013/bildung-braucht-gastlichkeit

Gruß Matti

Nun ja, die ganze Gesellschaft basiert auf Leistung und Vergleich.
Und schon die Kleinen im Kindergarten ziehen Vergleiche.

Somit wäre es unklug, die Schule als lustig kleinen Ponyhof zu konzipieren.


codnap89111 05.11.2015, 20:09

Naja, aber dann geht es in der Schule doch nur sekundär ums lernen

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Undsonstso 05.11.2015, 20:22
@codnap89111

Sehe ich anders. Wenn man sich die geleisteten Schulstunden eines Faches anguckt und die Zeit für Tests und Klassenarbeiten gegenrechnet, sieht man sehr gut, wo die Priorität liegt.

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codnap89111 05.11.2015, 20:59
@Undsonstso

Aber man lernt doch nur für die Tests, was danach passiert ist für die Note völlig unerheblich. Da sperren sich Schüler gegen das Abschreiben, weil die gute Note des Mitschülers die eigene relativiert.Die Leistungskonkurrenz soll immerhin die Schüler ermitteln, denen der Weg auf Gymnasium versperrt oder erschwert wird. Und da die Proportionen, in der die Schüler nach Hauptschule und weiterführendem Schulwesen durchsortiert werden, gerade nicht durch individuell erbrachten Leistungen bestimmt sind, sondern im Prinzip vorher behördlich festgelegt werden, steht für alle Schüler längst fest, dass die Konkurrenz viele Verlierer und weniger Sieger hervorbringt.

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Ansporn und Motivation. Vorbereitung auf den Wettbewerb in der Arbeitswelt und Wirtschaft.

codnap89111 05.11.2015, 20:06

Ehrlich gesagt ist die Erkenntnis, dass der Schulstoff schon so angelegt ist, dass ihn ein großer Teil nicht begreift alles andere als motivierend...

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