Warum ist die psychische Gesundheit bei vielen Menschen in Mitleidenschaft gezogen?

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4 Antworten

Das ist die Wirtschaftsordnung, die uns das beschert. Aber das ist ganz normal, da es eine logische Konsequenz ist. Würden wir alle total relaxt und glücklich sein würde das nicht passen. 

Es ist unser Schicksal, weil wir alle zu doof sind, den Fall richtig zu untersuchen, Schlüsse zu ziehen, Alternativen zu suchen, Mehrheiten zu organisieren und das Ding zu ändern. - Also viel Spaß in zukunft.

Nicht gewußt ? Jeder Mensch mit mit "Tiefgang" hat eine psychische Störung. Das ist ein Teil den mainstream...

Sorry für die Rechtschreibung. Das heisst natürlich nur einmal "mit" und "des" mainstream.

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Jeder wird seinen individuellen Grund dafür haben ^^

Weil unsere Gesellschaft immer bekloppter und hektischer wird. Wenn Du jemand vor 30 Jahren gesagt hättest, jemand hat einen Burnout, wärst Du wahrscheinlich auf vollkommenes Unverständnis gestossen. "Wat dat dann?"

Selbst in meinem Job als MPU-Vorbereiter und Suchtberater kann ich es sehen. Früher war die klassische Drogenkarriere Alkohol - THC - H, heute Alkohol - THC - Speed. Ich habe auch so gut wie niemand mehr, der Halluzinogene genommen hat. Auch hier ist die Veränderung m. E.deutlich.

Schon in der Schule geht es los, dass die Jungs/Mädels z. T. meinen (und leider hier und da wohl recht haben) dass sie nicht ohne Uppers auskommen. Die Erwartungen die andere bzw. sie selbst an sich stellen sind manchmal wirklich wahnsinnig. Für mich ist diese Entwicklung verrückt.

harobo

Ich bin in den fünfzigern großgeworden und auch das war nicht " die heile Welt " , wie wir sie heute gern hätten ....mindestens 50 % meiner Schulkameraden wurden regelmäßig geschlagen - eine damals absolut übliche Erziehungsmethode - die Väter zum Teil noch schwer vom Krieg gezeichnet , traumatisiert , suchten oft Zuflucht im Alkohol - trugen das sauer verdiente Geld ins Wirtshaus . Die  Mütter wussten oft nicht , wie sie die , oft zahlreichen Kinder , satt bekommen sollten . Es gab fast keine Möglichkeiten für Frauen auf dem Land , etwas hinzu zu verdienen ......

.....was in deiner Schilderung die Drogen sind war damals der Alkohol - Schwarzbrennerei an der Tagesordnung , jeder hatte sein eigenes Mostfass im Keller und außer Wasser oder verdünnten Saft für die Kinder war diese die einzige Möglichkeit , den Durst zu löschen . 

Ich denke einfach , dass man heute viel mehr Augenmerk auf menschliche " Auffälligkeiten " lenkt - das geht schon in der Schule los - heute sind die Lehrer schuld , wenn ein Kind nicht die erhofften Leistungen bringt , damals gab es halt doofe und g'scheite Kinder und sie gingen ihren Weg . Wenn man eine Arbeit total verkac*t hatte gab's daheim halt eine Watschn oder Fernsehverbot ( auch erst in den Sechzigern.......;o).......)

Mindestens zwei meiner engeren Freund(inn)e(n)   waren Bettnässer - das  nahm man einfach so hin ........

.....also summa summarum auch nicht gerade ein Hinweis auf die geistige Gesundheit nach heutigen Maßtäben - nur vllt ein bisschen mehr Spielraum  für individuelle Lebensentwürfe.....


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@Dirndlschneider

Du hast natürlich recht, ich wollte auch nur die, aus meiner Sicht (Jahrgang 1956) nicht positiven, Veränderungen darstellen und so die Frage beantworten.

In ihren Verhaltensweise hatten meine Eltern schon auch eine durch den Krieg verursachte Störung. Schläge haben sie als Erziehungsmittel selbst kennengelernt und es dann auch bei ihren Kindern so gemacht. Die Alkoholproblematik habe ich in der Familie nicht erlebt, was wohl z. T. auch daran lag, dass das Kaff in dem ich aufgewachsen bin damals schon 10.000 Einwohner hatte, also Saufen nicht als einzige Freizeitgestaltung existierte. Wo es existierte, bekam ich es nicht mit, da es, wie heute auch, vertuscht wurde

In der Schule war es nicht anders. In der Volksschule tat sich in in Hinsicht auf Schläge unser Religionslehrer (und Pfarrer, ich habe katholisch gelernt) sowie der Direktor hervor. Im Gymnasium hatten wir 2 Jahre lang einen Sportlehrer, der uns Exerzieren ließ. Ganz im Format eines Schinders. Bis zur etwa 7. oder 8. Klasse waren körperliche Züchtigungen normal (altsprachliches, humanistisches Gymnasium für Jungen).

Auf dieses Sche... Gymnasium kam ich eh nur, weil meine Grundschullehrerin es meinen Eltern einflüsterte. Ich wollte, und war auch schon angemeldet, auf die Realschule, wohin auch ein Teil meiner Freunde ging. Aber Lehrer waren halt eine Authorität und meine Eltern sahen mich wohl schon als den kommenden Bundeskanzler. Nun, ich bin's nicht geworden, niemand muss Angst haben^^.

Andererseits verhielten sich die Menschen im Umgang miteinander sehr viel sozialer, wohingegen ich heute häufig erlebe, dass gar kein Umgang gepflegt wird oder er sich darauf beschränkt, Konkurrenten um "was weiss ich was" aus dem Weg zu schaffen.

Als Kind hatten wir weder Telefon, warmes Wasser noch ein Auto. Trotzdem war ich jeden Tag mit Freunden unterwegs, ohne dass meine Eltern wussten, wo ich genau bin. Es hat sie auch nicht beunruhigt. ADHS war noch nicht erfunden, jedenfalls nicht in meiner Umgebung. Zu Beginn der 2. Klasse bekam ich mein erstes Buch geschenkt (Winnetou I, 400 Seiten). Wenn ich Hausarrest hatte oder aus anderem Grund mal zuhause war, wurde Lesen zum Hobby.

Die Drogenproblematik, die ich geschildert habe, bekam ich aus der Nähe mit. Das was für die "Alten" der Alkohol war, war für die Jungen THC, wenn's übel kam H.

Was auffällt ist, dass sich der damalige Drogenkonsum mehr in die dämpfende bzw. bewusstseinserweiternde Richtung bewegte. Teile-, Pilz- und Kaktusfresser gab es viel mehr als heute.

Mist ist wieder lang geworden. Was ich zum Ausdruck bringen wollte ist, dass sich das Leben, bedingt durch veränderte gesellschaftliche Normen, um ein vielfaches beschleunigt hat und ich manchmal den Eindruck habe, dass Leute Dingen hinterherrennen, wie der Esel der vorgehaltenen Karotte. Schneller, höher, weiter. Wer's nicht kann, bleibt auf der Strecke.

Klar war in unserer Jugend vieles nicht in Ordnung. Trotzdem möchte ich heute kein Kind sein.

LG

harobo

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@harobo

Danke für den Kommentar ! Vieles , was du beschreibst hab ich auch so erlebt .....meine " wilde " Zeit erlebte ich auch in den Siebzigern und wir decken den Mantel des Schweigens darüber....

Allerdings sprichst du den Zusammenhalt der damaligen Gesellschaft an - vllt liegt es daran , dass die Ziele in der Bevölkerung noch nicht so komplex waren , wie heute . Man hatte aber die Möglichkeit mit guter Arbeit noch gutes Geld zu verdienen .Ich bin dankbar für die Erfahrungen aus dieser Zeit und sie helfen mir auch heute noch im ganz normalen Wahnsinn zurechtzukommen . 

Auch dein Nachsatz stimmt mich nachdenklich ......ich möchte nicht mit meinen Enkeln tauschen - hmmmm....oder doch ?.......;o)......LG

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@Dirndlschneider

Auf den letzten Teil kam ich, weil ich vor einiger Zeit diese Frage im vollen Ernst gestellt bekam: wärst Du gerne nochmal jung?

Ich habe lange darüber nachgedacht, es gab verschiedene Szenarien. Jung, mit der Erfahrung und dem Wissen von heute - niemals, ich glaube da würde ich durchdrehen. Jung - ohne zu wissen was später kommt - kann ich nicht sagen, ich weiss es ja. Wäre das Wissen und die Erfahrung plötzlich weg, wär es mir wahrscheinlich egal, blöder Zustand. Jung aber mit ein bisschen mehr Reife und weniger Unfug im Kopf - ja, in der Zeit meiner Kindheit und Jugend, heute nein.

Bei genauer Betrachtung sollte ich jetzt zu dem Fragesteller fahren und ihm auf die Backen hauen, für so eine Frage :-))

harobo

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