Warum ist die Liebesbeziehung zwischen Gott und Mensch eine Liebesbeziehung und nicht eine Hassbeziehung?

12 Antworten

Es geht schon damit los, dass hier der Aspekt 'Liebe' nicht ganz verstanden wird.

Liebe Gottes ist bedingungslos

so wie die Liebe einer Mutter und eines Vaters zum Neugeborenen...

Der weitere Irrtum liegt in der Vorstellung, Gott unterläge denselben dualistischen Prinzipien wie der Mensch und würde dementsprechend all die Aspekte und Begierden mit ausleben...

Doch dem ist nicht so. Gott ist keinem Dualismus mehr verfallen ud unterlegen. In Gott sind alle Möglichkeiten, alle Aspekte, alle Begierden, Triebe und Wünsche, alle Vorstellungen usw. gegeben...

Gott nimmt unsere Energien - da eine jede Seele aus Gott entstammt und somit mit der Gottes Energie (und andersherum) verbunden sind - wahr, aber durchlebt sie nicht und lebt diese nicht aus: Gott nimmt all diese menschlich gelebten Energien als gegeben wahr...

Wenn ich Gott in diesem Moment beleidige, weil er mich quält, ist das dann ein Affekt?

Da geht es doch schon los: Wie soll ein Allliebender und Allgütiger je noch in einen Aspekt des Quälens geraten? Ein bedingunsgloser Liebender käme nicht mehr auf diese Gefühlslage, irgendwen noch schädigen und schaden zu müssen...

warum ist Gott ein liebender Gott - und nicht ein Hassender, wenn er schließlich auch der Hass ist?

Auch Gott als Schöpferwesen hatte gelernt und ist in seinem Bewusstsein 'gestiegen'.

Jeder Mensch besitzt beide konträren Aspekte: Liebe - Hass, Trauer - Freude, Demut - Hochmut, Angst - Vertrauen usw. usf.

Dass man diesen Aspekt 'Hass' in sich hat und auch um diesen Aspekt weiß, bedeutet doch nicht, dass man Hass auslebt und ausleben muss...

Derjenige, der diesen Aspekt schon durchlebt hat, wird dieses nicht mehr ausleben, wenn er die dahinterstehenden destruktiven Kräfte nicht mehr durchleben möchte...

Nur bedingunslose Liebe ist die reinste Form der Liebe und zugleich die schöpferischste Kraft. Da Gott ein geistiges und energetisches Schöpferwesen ist, erschafft Gott per Bewusstsein aus dem Aspekt bedingungslose Allliebe heraus...

Wenn Gott der Affekt ist und somit auch die Liebe und der Hass, warum liebt er dann?

Aus demselben Grund wie dies ein jeder Mensch für sich feststellen kann, wenn er im Bewusstsein 'gestiegen' ist: Hass ist destruktiv, Hass ist Leben zerstörend, hass erzeugt Kälte, Hass schart keine Freunde, sondern Ängstliche und Feinde um sich...

Gott ist das Höchste Bewusstsein, aus dem heraus eine jede Seele 'entsprungen', besser 'abgehauen' ist. womit eine jede Seele dieses Bewusstsein ebenso hätte...

Es ist doch ein Phänomen an sich schon, dass jeder Mensch der Liebe mehr angetan ist, als dem Hass

auch wenn es Fanatiker gibt, die andere hassen. Doch auch sie empfinden Liebe: Für die eigenen Kinder, für die eigene Familie, für die eigene Verwandtschaft etc..

Der Unterschied ist: Diese können die Liebe nur bedingt und nur unter bestimmten Vorausssetzungen und Gegebenheiten ausleben; sie lieben also nicht all-e...

so wie Gott, der All-Liebe ist und jede einzelne Seele bedingunsglos liebt, denn jede einzelne Seele ist ein Teil von Gott

wie das Neugeborene für die Eltern...

Ein Affekt ist immer eine Kurzschlusshandlung - die Allliebe Gottes jedoch ist (ein) fortwährend(er Affekt) - ohne Zutun: Sie ist einfach nur - Sein....

Zudem ist die einzige Emotion im Jenseits, welche alle Emotionen neutrales macht und Yin und Yang: Güte...

Gott wird auch die Allgüte zugeschrieben...

womit er keinen Emotionen mehr unterliegt, sondern einzig und allein All-Güte ist...

Gruß Fantho

Im Christentum wird ja eine Dichotomie angenommen: Gott ist die Liebe, und der Diabolos ist die Gegenseite (assoziiert mit allerlei negativen Emotionen). Also der "Teufel", wenn wir das deutsche Wort nehmen.

Diese Dichotomie existiert nicht in allen Religionen. Auch das Judentum kannte den Satan nur als "Ankläger", aber nicht als Feind Gottes. Der Unterschied Judentum/Christentum ist in diesem Punkt relevant.

Durch die Theodizee entsteht natürlich ein Problem: es gibt Leid auf der Welt, und der Satan ist ja irgendwie "besiegt" (dennoch gibt es weiterhin Leid, auch wenn beteuert wird, dass Gott die Liebe ist). Der besiegte Satan und der liebende Gott erklären nun aber nicht, wo das Leid nun immer noch herrührt.

Angesichts dieses Problems sind viele Leute atheistisch heutzutage. Die Leute sagen sich, ok, man sagt, Gott sei die Liebe, aber das Leid ist ein beobachtbares Faktum. An den Satan glaube ich nicht, also, wo soll es herkommen? Auch da ist Gott "außen vor" in der atheistischen Betrachtungsweise, Leid entsteht aus Sachzusammenhängen.

Im Christentum denkt man anders. Das Leid kommt nicht von Gott, es ist halt da (wo auch immer es herrührt). Gott versucht, uns aus dieser Sache zu befreien, der Satan arbeitet irgendwie "dagegen". Die negativen Emotionen werden von Gott meist "wegdefiniert" (dazu gibt es ja den Teufel, der die negativen Teile "abbekommt").

Einige Bibelstellen, die zur Frage passen könnten:

"Darin besteht die Liebe - nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsere Sünden." (1. Johannes 4,10)

"Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat." (3. Johannes 3,16)

"Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat." (Galater 2,20)

"Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder." (Epheser 5,1)

"Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, daß ich von Gott ausgegangen bin." (Johannes 16,27)

"Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe." (1. Johannes 4,8)

"Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren." (Römer 5,8)

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