Warum ist die Gesellschaft so ausgerichtet wie ich unten beschrieben habe?

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5 Antworten

Vorab: Deine Frage ist verständlich, ich halte sie sogar für angebracht.

Wir alle leben auf dem gleichen Planeten und haben dabei alle einen Job: Einen Mehrwert zur Gesellschaft zu leisten. Nur so funktioniert eine Gemeinschaft - eine gesunde Beziehung zwischen Menschen basiert immer auf einem ausgewogenen Verhältnis aus Geben und Nehmen.
Bestenfalls läuft es so:
Wir Geben, weil wir es für selbstverständlich halten und dürfen dafür keinen größeren Verdienst erwarten als das Recht ebenfalls zu nehmen.

Nun urteilen Menschen nach Erfahrungswerten. Schau dir Politiker an: Sie reden oft das blaue vom Himmel und präsentieren sich zumindest während des Wahlkampfes als optimal.
Oft sind sie letztendlich doch korrupt, halten Versprechen nicht und hintergehen uns im schlimmsten Falle.
Wir sind es also gewohnt, von Leuten enttäuscht zu werden, die sich und ihre Handlungen als großartig darstellen und empfinden.
Bescheidenheit jedoch assoziieren wir nicht ohne Grund mit Altruismus - eine Eigenschaft die schätzenswerter, vertrauenswürdiger und liebenswerter ist als Eitelkeit.
Während altruistische Handlungen einen Sinn und Mehrwert haben, macht Eitelkeit rein gar NICHTS besser.
Bescheidenheit kann in Selbsthass ausarten, das ist immer noch besser als ignorante Eitelkeit.

Eine bescheidene Person ist zudem selbstkritisch. Nur wer selbstkritisch ist, kommt auch voran. Wer an seiner vermeintlichen Perfektion festhält hat keine Chance an sich zu arbeiten.

Ich denke dass es aber auf das gesunde Mittelmaß ankommt. Das erreicht man, indem man einfach weniger über sich selbst nachdenkt sondern sich eher überlegt, wie man seine Stärken nutzen kann um der Gesellschaft zu dienen.

Wichtig ist auch, dass ein Großteil des Selbsthasses geschauspielert ist, um sich sympathisch zu machen. Die meisten Menschen verfügen über ein gesundes Maß an Arroganz. Sie haben nur einfach gelernt sie für sich zu behalten.

So und nun ein paar konkrete Fragen:
Wenn du einen Song namens "ich bin Gott" herausbringen würdest, was würdest du den Leuten mitteilen wollen?
Es ist gesund sich selbst zu lieben, aber was interessiert das die anderen? Ist halt schön für dich :D

In Zeiten in denen die Ansprüche an Schüler und Arbeitnehmer wachsen ist es zudem normal selbstkritisch zu sein- und daran zu zerbrechen wenn man den Ansprüchen nicht entspricht. Selbsthass ist also nachvollziehbar, Selbstverliebtheit hingegen ist ungerechtfertigt und pathetisch, gerade wenn man selbst den Ansprüchen nicht genügt und keinen signifikanten Mehrwert zur Gesellschaft leistet.

("Selbstliebe ist der Beginn einer ewigen Romanze" - Oscar Wilde, übrigens ein bekannter Narziss)

Auf einer Skala von 1 - 7: Denkst du du bist ein Narziss?

(Das Witzige hierbei ist, dass Narzisten sich von selbst hoch einstufen; das haben Studien bewiesen :))

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Kommentar von OriginKnight
08.12.2015, 19:43

Das ist Balsam für meine Augen :) Was will ich mit einem Song namens "Ich bin ein Gott" implizieren? Vielleicht das man sein Leben selbst bestimmt? Oder auch das jeder in seiner Fehlerhaftigkeit in gewisser Weise Perfektion erreicht hat? Das ist mein Ding als Musiker, ich will verändern ;) Und ich würde an der Skala sagen, dass ich eine glatte 34 bin, obwohl ich bezweifle, überhaupt auf der gleichen Treppe zu sein.

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Kommentar von blessbless
08.12.2015, 19:56

Das Beispiel erinnert mich an "Wir" von K.I.Z. Diesen Song hat jeder gefeiert. Aber kommt ja auf den Text an. Wenn du Fehlerhaftigkeit gutheißt ist das doch ne freundliche Message ^^ Perfektion ist aber gleichbedeutend mit Stillstand und dieser ist wiederum nicht ganz so löblich. Selbstironie ist 20 000 Mal liebenswerter als Selbsthass, finde ich denn auch sie ist selbstreflektierend aber belastet die Mitmenschen nicht, ist insofern eine großartige Eigenschaft :)

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Kommentar von OriginKnight
08.12.2015, 20:15

Wie definierst du Perfektion?

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Kommentar von blessbless
08.12.2015, 20:45

Stimmt das muss jeder für sich definieren. Ich nehme Perfektion wörtlich, das heißt Vollkommenheit / Vollendung, Fehlerlosigkeit und Unfehlbarkeit. Ich finde Annäherungen an die Perfektion erstrebenswert, sie selbst jedoch nicht, weil gerade die Fehler den Menschen und die Natur liebenswert machen ^^

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Nun, das hat mehrere Gründe, zum ersten, der vielleicht wichtigste Faktor ist, dass Patriotismus in Europa nicht mehr gerne gesehen wird, speziell nicht in BRD. Jetzt magst du sagen, dass ist Sache der Nation aber da beginnt der Selbsthass nämlich. Die Deutschen bekommen stets im Fernseher und im Internet zu hören/sehen, wie schlimm doch die Deutsch vor 70 Jahren gewesen seien. Sowas prägt sich ein, und gelangt ins Unterbewusstsein.

Der zweite Faktor ist, wie du richtig erkannt hast, die Schule. Wir sollen das Träumen verlernen und uns "anpassen". Wir sollen uns nicht für intelligent halten, wir sollen nicht im gemeinsamen Wettbewerb nach Wissen streben. Wir sollen schön das "Wissen" aufsaugen das uns in der Schule vermittelt wird, bis zum nächsten Test alles reinstopfen, eine gute Note kriegen und dann alles wieder vergessen. Diese guten Noten haben den psychologischen Effekt, dass die Schüler sozusagen belohnt werden, auch da prägt sich wieder was ins Unterbewusstsein ein. "Aha, ich habe eine gute Note gekriegt, weil ich fleißig war. Wenn ich weiter so gut bin kriege ich später einen tollen Job. Oh, sieh mal, der hat eine 5...Was ein Dummkopf. Ich bin viel besser als er." Hier beginnt dann der negative Wettbewerb, die Schüler werden überheblich, arrogant und denken sie seien bessere Menschen. Es wird also nicht der kameradschaftliche Wettbewerb gefördert, sondern eine sehr pervertierte Form davon, die man eigentlich nur als Neid bezeichnen kann.

Der dritte Faktor sind die Medien. Du wirst sicher schon oft beobachtet haben, dass immer dann, wenn es ein brandaktuelles politisches Thema gegeben hat, die Medien verrückt gespielt haben. Blanke Maskerade. Beispiel Snowden: Wir haben uns ein Wochen darüber aufgeregt, aber als wir gesehen haben, es ändert sich nix, haben wir ganz schnell den Kopf eingezogen und uns wieder den neuesten Dreck ins Gehirn gesaugt "Wir haben ja eh nix zu bestimmen." Das ist auch so gewollt. Weil, wenn ein Volk nämlich den Mund aufmachen würde und sich gegen seine Politiker wenden würde, dann müssten die ja wieder arbeiten O= 

Alles in allem: Jeder dieser Faktoren hat einen entscheidenden Einfluss auf unsere Haltung. Wenn man genauer hinsieht, dann sieht man, dass das was du oben geschrieben hast, tatsächlich auch so geprägt wird. Selbsthass!       Aber warum werden die Menschen mit Absicht niedergemacht und wozu soll das gut sein? Nun, glaubst du, man könnte einem glücklichen Menschen davon überzeugen, dass er noch dieses und jenes kaufen muss um "sich gut zu fühlen"? Nein, das geht nur bei mental schwachen Menschen. Das kurbelt nicht nur den Konsum an, denn man muss die unglücklichen Menschen im Konsum lassen, sonst wachen sie ja auf, sondern hat auch den schönen Nebeneffekt, dass man ihnen ihre Meinung ganz einfach vorschreiben kann, da sie ja "sowieso dazu zu dumm sind. Lass uns das mal lieber machen." 

Liebe dich selbst, liebe deine Mitmenschen, hasse dich nicht dafür, wenn etwas nicht klappt, lass dich nicht unterkriegen. Niemals aufgeben, niemals kapitulieren, wenn nötig fallen, aber immer wieder aufstehen, das ist die Formel des Glücks :)

Hoffe, ich konnte dir helfen ;)

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Kommentar von OriginKnight
08.12.2015, 18:52

Wunderbare Umschreibung :) Mal ne Frage an dich aufgewecktes Individuum. Ist es nachvollziehbar, dass ich mich mit meinen Charakterzügen Menschen gegenüber entfremden will?

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Kommentar von OriginKnight
08.12.2015, 19:03

Das Ding ist, dass ich lange Zeit versucht habe meinen Mitmenschen in der Hinsicht zu helfen, Ihnen zeigen das solche Ideale Illusionen sind. Mit der Zeit verlässt einen aber die Geduld und man fängt an Menschen fast schon zu hassen

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Kommentar von OriginKnight
08.12.2015, 19:36

Wie du gesagt hast, es ist halt dieser ständige Trotz gegen die Wahrheit. Ich muss mal schauen wie ich das auf die Reihe bekommen kann. Danke dir!

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Kommentar von OriginKnight
08.12.2015, 20:13

Danke wünsch ich dir auch :)

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Ich kann dich gut verstehen. Bin eine relativ direkte Persönlichkeit und kann mit "dummen" Menschen nichts anfangen.
Selbstliebe & Selbsthass.. Das ist eine gute Frage. Ich bin dabei einfach gleichgültig. Mir ist es egal, ob ich mich jetzt "liebe" oder "hasse".
Das Leben der Menschen ist in dieser Gesellschaft kein Leben mehr, sondern ein Spiel. Es gibt verschiedene Level. Manchen wird es zu viel, und lassen das Spiel laufen, bis "Game Over" auf dem Bildschirm steht. Manche haben "kein Bock" mehr und zerstören sich absichtlich selbst: "Game Over". Und manche haben von Anfang an einen Fehler und können nichts dafür, dass sie scheitern. Menschen leben nicht, sie funktionieren. Wie Maschinen. Und wenn eine "kaputt" ist, wird sie aussortiert, so ist das nun mal.
Oft hängt das "Gute" und das "Böse" nah beieinander. Kunst (also auch die Musik) entsteht häufig in Trauer und (ich sag jetzt mal) Selbstmitleid. Künstler versuchen, ihre Gefühle auszudrücken, damit es ihnen selbst damit besser geht. Sie pushen sozusagen dadurch ihr Selbstbewusstsein auf.
Ich finde auf diese Frage keine konkrete Antwort- aber ich hoffe, ich habe was zum Nachdenken hinterlassen.

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Kommentar von OriginKnight
09.12.2015, 09:01

Ich bin also jmd, der sich selbst bemitleidet?

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Kommentar von mxxnlxght
09.12.2015, 09:24

... ich meinte... häufig! es gibt auch fröhliche lieder

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Ich finde weder Selbstliebe noch Selbsthaß ansprechend. Deine Beispiele mit den Songtiteln finde ich alle nicht gut, es sei denn sie sind ironisch gemeint. Ich kann diesen Trend, den du in der Gesellschaft zu finden glaubst, auch ehrlich gesagt nicht beobachten.  

Was nicht gut kommt ist m.E. sowohl übersteigerte Selbstliebe als auch Selbsthaß und auch Selbstbemitleidung. Was dagegen meist gut kommt ist Humor und Selbstironie. Meine Erfahrung. 

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Kommentar von OriginKnight
08.12.2015, 18:56

1. Darf ich fragen warum meine Beispiele nicht gut waren? 2. Dann hast du entweder eine ziemlich geniale Umgebung oder du bist schon derartig in diesem System drinnen, dass du das nicht mehr bemerkst

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Kommentar von D0nut4ever
08.12.2015, 18:59

Selbsthass ist Verkaufsschlager^^ Jeder hasst sich wenn er etwas nicht schafft, jeder hasst sich aufgrund seines Gewichtes, jeder hasst sich aufgrund seiner nicht vorhandenen Fähigkeiten, aber die wenigsten tun was dagegen.

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Kommentar von OriginKnight
08.12.2015, 19:00

1. Die sind zwar extrem, beschreiben die Problematik aber durchaus treffend. 2. Das kann durchaus sein, ich respektier das

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Das sind so die Ideen, die einem "originalen Ritter" durch den Kopf gehen, wenn er die Pubertät durchläuft.

Solche Grübeleien helfen weder Dir noch der Gesellschaft, in der Du lebst, und schon gar nicht der Menscheit insgesamt. Sie ziehen Dich nur runter, sonst sind sie zu nichts nützlich.

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Kommentar von OriginKnight
09.12.2015, 21:28

Was soll den bitte ein originaler Ritter sein? Und was ist falsch daran, solche Konzepte zu hinterfragen?

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