Warum ist die Geburtenrate in Sachsen und generrel in den neuen Bundesländern so hoch, bzw. Stark gestiegen?

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11 Antworten

Das ist kein bißchen überraschend sondern absolut logisch.

Vor der dt. Einheit war die Geburtenrate im Osten wesentlich höher als im Westen. Das kann ja nur an der höchst unterschiedlichen Sozialpolitik Ost/ West gelegen haben. Daß im Zuge der überstürzten Währungsunion und dem daraus folgenen Wirtschaftszusammenburch und der Massenarbeitslosigkeit die Leute keine Kinder mehr kriegen wollten, muß man wohl nicht groß erklären. Kinder waren über Nacht zum Armutsrisiko geworden. Der Einbruch der Geburtenrate dort dürfte wohl der heftigste seit dem Dreißigjährigen Krieg gewesen sein.

Heute, nach dem sich die Lage in den NBL wieder einigermaßen stabilisiert hat, kann man z.B. an die deutlich besseren Infrastrukturen zur Kinderbetreung anknüpfen, die ihre Wurzeln noch in der DDR-Zeit haben.

Insgesamt hat Sachsen freilich auch eine bessere Infrastruktur und bessere Arbeitsmöglichkeiten als Vorpommern. Daß die Geburtenraten sich dann auch etwas unterscheiden, erklärt sich von selbst.

http://www.deistung.de/weltall/bilder/d-geburten.jpg


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Naja, 0,1 Kinder mehr sind jetzt auch nicht der Brüller.

Der Effekt könnte sich neben besserer Kinderbetreuung auch dadurch erklären lassen, daß Frauen die Karriere machen wollen generell weniger Kinder bekommen. Da es im Westen bessere Karrierechancen gibt, ziehen viele in diese Bundesländer. Übrig bleiben die weniger karrieregeilen Frauen, die dann eben Kinder bekommen und so den Schnitt etwas heben.


PS: Das erklärt auch die niedrige Rate für Hessen, viele zieht es nach Frankfurt. Heidelberg dasselbe, zumal Studenten eh noch keine Kinder kriegen bzw. sehr selten.

München dürfte auch einen niedrigen Schnitt haben. Falls er höher liegt, dann eben tatsächlich an den Ausländern, die tendenziell gebärfreudiger sind.

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Kommentar von GXleif
12.07.2017, 14:13

Mehr als ein viertel der Bevölkerung Sachsens lebt in den Metropolen Dresden und Leipzig. Ein Drittel der Bevölkerung lebt in Städten mit über 80.000 Einwohnern. Da wird es schon einige Karrierechancen und Karrieregeile Leute geben.

Außerdem warum ist die Rate ausgerechnet in Sachsen so hoch, und nicht in dörflicheren Bundesländern wie zb. Brandenburg oder Meck-Pomm?

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Nach wie vor ist die Geburtenrate im Osten auf einem historischen Tiefpunkt. Dass sie sich jetzt dem miserablen bundesdeutschen Schnitt annähert und nun vielleicht ein wenig darüber liegt, ist dar Tatsache geschuldet, dass nach 27 Jahren sich auch der Ossi nicht mehr schocken lässt und sich in der Misere eingerichtet hat.

Vielleicht ist für den Anstieg aber auch ein Relikt aus DDR-Zeiten mitverantwortlich, nämlich eine bessere Infrastruktur bei Kinderbetreuung.

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Kommentar von GXleif
12.07.2017, 19:28

Historischer Tiefpunkt? gut die Rate lag zwar zb. in Sachsen im Jahr 1995 unter 1,3 und liegt heute über 1,6 und ist damit über dem Bundesdurchschnitt (1,47), aber ja es ist ein historischer Tiefpunkt der sich dem Bundesdurchschnitt annähert...

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Es hört sich furchtbar an, aber ungewisse Zukunftsperspektive, hohe Arbeitslosigkeit und niedriges Bildungsniveau - das hebt die Geburtenrate. 

Zumindest in Baden-Württemberg ist das so. Da bekommen die berufs- und arbeitslosen Menschen aus der Unterschicht oft schon mit 17 Jahren Kinder. Und so geht's dann grade weiter......

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Deine Frage klingt nach Optimismuss.

Den muss ich dir gleich einmal ausbremsen, denn eine gesunde Reproduktion einer Bevoelkerung liegt immer eine Kinderzahl pro Frau ueber 2,0. Somit sind das Spielerchen, wenn Erhoehungen von 0,1 usw, als Wende angesehen werden.

Zur Zeit sterben jedenfalls 220 Tsd. Buerger mehr im Jahr, wie Kinder geboren werden.

Kriegsfluechtlinge wurden ja von der Politik als Chance in diesem Sinne gesehen. Ob diese Prognose eintreten wird, muss sich erst noch zeigen, nachdem die Rueckkehrer wieder abgezogen werden von der Statistik und es endlich einmal Ruhe gibt in Nahost.

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Kommentar von GXleif
12.07.2017, 19:34

Eine Erhöhung von 0,1 in 4 Jahren (nach Bundesdurchschnitt) ist definitiv eine kleine Wende. Aber ja du hast Recht, wirklich erhöhen könnte man die Rate nur, wenn die Politik kinderfreundlicher wird, Stichwort: Erhöhung des Kindergeldes, kostenlose Kindergartenplätze und so genannte "Kinder kriegen-Propaganda", wie man es damals in den 70ern mit "Umwelt-Propaganda" gemacht hat.

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Naja, in Heidelberg sind sehr viele Studenten, was die Rate erklaeren koennte. 

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Die Ostdeutschen haben ein anderes Temprament wie wir Westdeutsche. Auch hat die DDR jahrelang Geburtenförderne Maßnahmen und Kampagnen ergriffen, der Westen nicht. Das wirkt denke ich noch nach. Sorge habe ich nur, dass die neuen ostdeutschen Kinder extremistisch erzogen werden, ähnlich wie die Ostdeutschen auch heute schon, wie ich finde, sehr brutal abstimmen.


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Kommentar von GXleif
12.07.2017, 15:17

Wäre anhand der Zukunft der Deutschen Demographie sogar wünschenswert, da diese extremistischen Kinder wahrscheinlich rein aus Nationalstolz noch mehr Kinder zeugen werden.

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Kommentar von PeVau
12.07.2017, 15:55

... hat die DDR jahrelang Geburtenförderne Maßnahmen und Kampagnen ergriffen, ...

:-DDD

Kannst Du näher beschreiben, wie diese geburtenfördernden Kampagnen ausgesehen haben? :o)))

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Kommentar von thecheeky
12.07.2017, 16:03

Brüll!:):) Ich denke gerade an die Kampagne, dass Männer in der DDR bei Androhung von Strafe im Falle der Verweigerung verpflichtet waren, an der Wand zu schlafen,  falls sie eher als die Ehefrau aufstehen mussten...:):)

Fantasie ist gefragt. :)

Alles andere zu kommentieren ist vergebliche Mühe.

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Kommentar von Hegemon
12.07.2017, 19:48

"Die Ostdeutschen haben ein anderes Temprament wie wir Westdeutsche."

1. Du bewegst Dich auf dem gleichen "Niveau", wie Gloria von Thurn und Taxis "Der Schwarze schnackselt gerne" und Björn Höcke (Rede über Fortpflangungsverhalten von Afrikaner vs. Europäern). Im Dritten Reich wärst Du mit solchen Parolen ganz groß rausgekommen. Aber da bist Du nun zu spät dran.

An Deiner Stelle würde ich mich schämen.

Daß sich ausgerechnet Leute Deines Schlages dann auch noch Sorgen über extremistische Erziehung machen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.

2. Es heißt nicht "wie" sondern "als". Hat was mit deutscher Sprache zu tun.


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weil der Wohlstand grösser geworden ist

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Kommentar von GXleif
12.07.2017, 14:14

Als der im Westen? Schwer vorstellbar.

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Die Afd will die Geburtenrate erhöhen.
Und in dieser Region sind sie am stärksten.

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Kommentar von GXleif
12.07.2017, 19:29

Klingt plausibel

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Die Sachsen schnackseln gerne (frei nach Fürstin Gloria von Thurn und Taxis)

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