Warum ist die FSK so niedrig?

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7 Antworten

Die FSK nimmt keine individuelle Wertung am einzelnen Kind vor, sondern behält ihr Augenmerk vor allem auf die Filme und da wird dann nach meiner Kenntnisnahme geschaut wie viel Gewaltanteil die Filme enthalten und falls es Szenen mit Gewalt gibt, analysiert man dort wie detailliert die Darstellung dieser Gewalt ist und wie sie hinterher moralisch vertreten wird.

Außerdem wird natürlich auf die Ausdrucksweise geachtet. Benutzt der Filme also eine Sprache, die auch eine Vorbildwirkung auf die kleineren Zuschauer hat oder wird eine sehr rohe gewalttätige Sprache verwendet, weil der Film zum Beispiel im Mafia Milieu spielt.

Am Ende sind jedenfalls die Eltern dafür verantwortlich, welchen Film sie ihren Kindern zutrauen und ob die Kinder in der Lage sind den Film zu verstehen. Nicht jeder Film, der eine Freigabe ab 0, 6 oder 12 hat, wird nämlich automatisch von Kindern in diesem Alter verstanden, denn ich glaube kaum das ein 12 Jähriger schon in der Lage ist Filme wie Schindlers Liste oder Der Untergang inhaltlich mit seiner gesamten brutalen Reichweite richtig zu verarbeiten. Oftmals entstehen bei Jungs dann auch bei Kriegsfilmen eine Art Begeisterung zur Kriegs Thematik und bestimmte Filmszenen werden dann zum Beispiel anschließend in den heimischen Kinderzimmern spielerisch nachgestellt. Hier wäre dann natürlich je nach Alter eine Aufklärung seitens der Eltern angebracht.

Genauso wenig kann zudem ein Film wie Honig im Kopf von einem 6 Jährigen vollständig verstanden werden. Außerdem rate ich ohnehin aufgrund der rasanten Schnittweise bei jüngeren Zuschauern, aufgrund der Gefahr des Brechreizes, von diesem Film vollständig ab.

Die FSK verstehe ich daher für mich eher als Skala, die versucht den Gewaltanteil eines Films nach Härtegrad mit den bekannten FSK Zahlen einzuordnen. Aber auch das funktioniert nicht immer, denn gerade bei einigen bekannten Kriegsfilmen wie eben Schindlers Liste oder Der Untergang, wäre auch eine FSK 16 gerechtfertigt.

Deshalb finde ich es jedenfalls wichtig der FSK nicht blind zu vertrauen und als Erziehungsberechtigter sich über den Film zu informieren und ihn bestenfalls auch mal vorher anzuschauen, wenn man auf Nummer sicher gehen will, denn sein eigenes Kind kennt man schließlich am besten. Und selbst wenn ein Kind bei einer Szene lacht, kann das andere bei der gleichen Szene schon das Weinen anfangen. Egal ob es bei ganz kleinen Kindern eher an der Lautstärke liegt, dem großen Bildschirm, einen bestimmten Tonfall im Film, einer bedrohlichen Atmosphäre mit spannungsgeladener Musik oder anderen Angelegenheiten.

Mit filmischen Grüßen

SANY3000

Woher ich das weiß:Hobby – Durch Videoschnitt und dem schreiben von eigenen Rezensionen
Von Experte SANY3000 bestätigt

Der Unterschied liegt bei den jeweiligen Zuschauern selbst.

Es gibt Kinder die verstehen schon recht früh Handlungsstränge, verstehen schon recht früh das das was da auf dem Bildschirm als animierter Film läuft nicht echt ist.

Und es gibt Kinder, die sich richtig reinversetzen, mitfühlen, denen einfach nicht klar ist das die Filmfigur ihnen nichts antun kann.

Und dann kommt es auch auf die Eltern (im Falle des Kinos "erwachsene Begleitperson") an. Wie reagiert derjenige auf die Reaktionen des KIndes? Wurde vorab schon erklärt das das nur ein ausgedachter Film ist, die Filmcharaktere nicht echt sind und auch nicht aus dem Film rauskönnen? Wie reagieren sie in einer brisanteren Filmszene? Vielleicht "Omg, Omg, guck da nicht hin mein Schätzchen! Das ist ja so grauuuuusam"? ... um es mal etwas übertrieben darzustellen.

Ein Kind von mir ist beinahe im gleichen Alter wie ein jüngerer Verwandter. Beide reagierten etwa Anfang des Grundschulalters völlig verschieden auf Zeichentrickfilme. Der eine verängstigt, extrem aufgeregt/ angespannt, ging sehr darin auf sich für diesen Charakter auszusprechen oder gegen jenen Charakter zu schimpfen. Der andere hibbelte (typisch Kind) einfach nur hin und wieder herum, folgte dem Handlungsverlauf, mochte den einen Charakter/ fand den anderen Charakter blöd.... aber man merkte genau das dieses Kind zwischen Film und Realität zu unterscheiden weiß.

Heutzutage gehen Eltern mit ihren Kindern eher selten ins Kino (kein Wunder, ist ja auch ziemlich teuer). Entsprechend wissen die meisten garnicht vorab einzuschätzen "Kommt mein Kind damit klar - oder ist es mit einem solchen Film/diesem Film und der ganzen Umgebungssituation überfordert".

So wird dann eben jenes Erlebnis im Kino für die betroffenen Eltern eine Lehrstunde über ihr Kind, so wie es aktuell eben ist.

Weil die von nix nen Plan haben. chihiros reise ins zauberland ist auch so ein Fall ab 0 Jahren, und das obwohl jede menge Blut zu sehen ist

Schau dir Coraline an.

Als der rausgekommen ist, bekam er erst mal ein FSK 6-Rating verpasst.

Kann dir die gleiche Frage stellen warum ist the green mile ab 12 Jahren verstehe ich auch nicht

Ist ein brutaler Film und viele Thematik wird in dem Film besprochen wo mit 12 Jahren noch nicht Sinn macht

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