Warum ist die FN Reitweise für euch die richtige Reitweise?

Gerade in der AR wird viel Dehnungshaltung genutzt und geritten, in den ersten Fragen klingt es so, als ob du davon nichts hälst, dabei ist es auch in der AR die Basis?

Ich meine damit, das ständige in Dehnungshaltung laufende Pferd. Bei uns ist es so, dass sich mein Pferd zwischen den kurzen Konzentrationsphasen natürlich abstrecken darf:)

8 Antworten

Wie könnt ihr sicher sein, dass beim Vorwärts Abwärts Reiten euer Pferd nicht auf die Vorhand fällt?

Das korrekte V/A bringt ein Pferd nicht auf die Vorhand. DAs, was oft als V/A bezeichnet wird, ist nur Latscherei am langen Zügel. Meine RL sagte mal: "DAs korrekte V/A ist das Schwerste in der Reiterei überhaupt."

2. Was soll euch das an den Zügel heran reiten bringen?

Wenn man es korrekt macht, macht das Pferd das von selbst. Es bringt dem Pferd die nötige positive Körperspannung, die es braucht, um den Rücken aufzuwölben.

3. In der höheren Dressur laufen die Pferde in Aufrichtung, warum reitet ihr dann eure Pferde trotzdem Vorwärts Abwärts um sie zu "dehnen" ?

Die korrekte Aufrichtung müssen die Pferde erst lernen. Und sie müssen die nötige körperliche Voraussetzung dafür mitbringen. Eine davon ist das Reiten in Dehnungshaltung. Wenn man Pferde zu früh in Aufrichtung reitet, reitet man in absoluter Aufrichtung, was sehr schädlich ist für die Pferde. Friesenpferde neigen von ihrem Körperbau z.B. zur Absoluten Aufrichtung. D.h. Hals und Kopp sind aufgerichtet, der Rücken hängt durch. Es ist schwer, einen Friesen dazu zu bringen, sich zu dehnen. Dazu braucht es schon einen sehr guten Reiter. Erst wenn sie das können, kann man sie dann aufrichten, so dass sie in Relativer Aufrichtung gehen lernen. Ich erkenne leider Friesen schon aus 1000 m Entfernung allein an ihrer Silhouette. Hoher Hals, weggedrückter Senkrücken.

4. Pferde können auch mit Kopf runter den Rücken durchdrücken... Warum sollten dann Ausbinder beim aufwölben des Rückens helfen?

Das tun Ausbinder ja auch nicht. Sie werden halt gerne von Leuten benutzt, die - wie du - die gymnastische Ausbildung nicht begriffen haben. Es ist eine schädliche Abkürzung der Reiterei, die eben nicht nach der Skala der Ausbildung geschieht.

5. Was bringt es euch wenn ihr euer Pferd 10 Runden im Kreis mit Kopf unten laufen lasst wenn ihr genauso gut kurze aber intensive gymnastizierende Einheiten reiten könntet?
niemand, der Ahnung hat, tut das. Niemand, der Ahnung hat, hat das ZIel, dass das Pferd den Kopp unten hat. Jemand, der Ahnung hat, lässt sein Pferd sehr viel in Übergängen laufen. Das sieht dann von außen für Unwissende so aus, dass die Pferde 10 Minuten und länger immer dassselbe machen.

6. Pferde gleichen ihre Tackfehler, unklares Laufen oder fehlende Balance über Geschwindigkeit aus. Warum reitet man die Pferde dann Vorwärts?

Das machen nur schlechte Reiter, die keine Ahnung von Vorwärts haben. Vorwärts hat nichts mit Schrubben zu tun. Und nichts mit Geschwindigkeit. Vorwärts heißt: vorwärts unter den Schwerpunkt treten. Man reitet daher auch vorwärts, wenn man das Pferd rückwärts richtet. Man reitet auch vorwärts, wenn man Piaffe reitet.

7. Was bringt euch das Leichtraben?

Es hilft dem Pferd, sich zu lösen. Durch das starke Untertourige Reiten der akademischen Reiterei tut es das nicht oder nur unter Meistern. Untertourig wird meistens dann geritten, wenn man den normalen freien Trab nicht sitzen

Was das korrekte V/A vom falschen Auf der Vorhand Latschen unterscheidet: s. meine Antwort weiter oben. Oder noch besser: die meiner RL. Wie man das unterscheidet. Ich unterscheide es bei meinem Pferd durch die Art, wie es läuft. Auseinandergefallen - versus - Kraftvolles, bereitwilliges Gehen in Selbsthaltung. Herrlich.

8. . Macht diese Ausbildungsskala wirklich Sinn? Sollte man nicht jedes Pferd individuell ausbilden?

Natürlich macht sie Sinn. Vom Einfachen zum Schweren. Wie in jeder guten Gymnastik. Und ein Pferd, das nach der Skala ausgebildet wird, wird individuell ausgebildet. Wozu soll ich dem Pferd eine Piaffe beibringen, wenn es nicht mal in der Lage ist, geschmeidig und gelöst zu laufen?

Was man nicht verwechseln darf, ist das korrekte Reiten mit der heutigen Sportreiterei. Die hat mit der Skala der Ausbildung leider nicht so rasend viel zu tun. Das sind leider heutzutage oft Zirkuspferde, die gut strampeln können. Das korrekte Reiten ist nicht sonderlich spektakulär. Guck dir mal alte Videos von Rainer Klimke auf Ahlerich (Weltmeister) an. Diese Videos werden von Leuten, die nur die Strampeleien kennen, für langweilig gehalten.

Für mich ist die Reitweise den FN auch nicht ganz die richtige. Ich mag korrektes Reiten. Es gibt überall Ecken und Kanten - keine Reitweise ist für jeden Reiter und jedes Pferd "perfekt".

Ich sehe gerade bei den Akademikern häufig durchhängende Rücken, dafür tolle Schulparaden. Bringt mir aber nix, wenn in der Piaffe der Rücken genauso durch hängt wie bei den Sportreitern. ;)

Allerdings hast du leider ein paar Defizite an den Punkten - teilweise provokant geschrieben. Ich beantworte es mal aus meiner Sicht. Ich selbst hatte glaub ich schon in nahezu jeder Sparte Unterricht - vom FN-Reitlehrer über Legerete, Akademiker, Western, Gangpferde, "Barock"/Portugiesisch, selbst beim "Master" der Oliveira Stables war ich bereits. Gibt eigentlich nix, was wir (mein Pony und ich) noch nicht gemacht haben.

1. Wie könnt ihr sicher sein, dass beim Vorwärts Abwärts Reiten euer Pferd nicht auf die Vorhand fällt?

Genauso wie bei den Akademikern: Dadurch, dass man es korrekt reitet. Völlig unabhängig von der Reitweise.

2. Was soll euch das an den Zügel heran reiten bringen?

Ein positiver Spannungsbogen. Die Reitlehre der FN kommt aus der Kavallerie, nicht aus den Arbeitsreitweisen. Man möchte Kontakt zum Maul haben, das ist hierbei völlig erwünscht. Es bringt dadurch eine feine Kommunikation mit dem Maul.

3. In der höheren Dressur laufen die Pferde in Aufrichtung, warum reitet ihr dann eure Pferde trotzdem Vorwärts Abwärts um sie zu "dehnen" ?

Wie ja schon in der Nachfrage von dir geklärt - auch hier wird korrekterweise nicht dauerhaft in eine Möchtegern-Dehnungshaltung geritten. Die Mischung machts - auch hier: egal, welche Reitweise. Entspannen und Anspannen sind die Punkte, die wichtig sind dafür. Und gedehnt werden sollte immer wieder. Ständig nur in einer Aufrichtung zu reiten wäre schädlich - dann lieber das Pferd in einer Dehnungshaltung halten (auch die variiert ja immer etwas!) als in einer per Hand erwirkten Aufrichtung.

4. Pferde können auch mit Kopf runter den Rücken durchdrücken... Warum sollten dann Ausbinder beim aufwölben des Rückens helfen?

Ich persönlich sehe Ausbinder/sämtliche Hilfszügel auch nicht als nötig an und bin da voll bei dir.

5. Was bringt es euch wenn ihr euer Pferd 10 Runden im Kreis mit Kopf unten laufen lasst wenn ihr genauso gut kurze aber intensive gymnastizierende Einheiten reiten könntet?

Na komm, das ist jetzt etwas sehr viel Schublade und gehört mehr in die Westernabteilung statt zur FN :D Beides kann seinen Sinn haben. Ich habe z.B. einen Allergiker - ja, der läuft dann mal 10 Runden in Dehnungshaltung im Trab. Und? Der bewegt sich zumindest und aktiviert die Lunge. Zusätzlich arbeite ich aber auch mit kurzen, knackigen Einheiten. Beides kann gymnastizierend sein, kommt halt auch drauf an, was das Pferd braucht. Bewegung, auch mal ein frisches Vorwärts traben oder galoppieren, ist enorm wichtig für die Lunge. Für jedes Pferd! Das kommt mir übrigens bei der AR viel zu kurz.

6. Pferde gleichen ihre Tackfehler, unklares Laufen oder fehlende Balance über Geschwindigkeit aus. Warum reitet man die Pferde dann Vorwärts?

Vorwärts ist nicht gleich schnell. Vorwärts ist die Bereitschaft, auf die Schenkelhilfe zu reagieren. Entsprechend kann man auch in der Versammlung vorwärts reiten. Auch hier: Die Mischung machts. NUR versammelt ist genauso Murks wie NUR im Renntempo unterwegs. ein gleichmäßiges Tempo, ruhig und entspannt, sollte als "Arbeitstempo" machbar sein. Man muss nicht nur schleichen.

7. Was bringt euch das Leichtraben? Wenn ein Reiter gut und entspannt ein Pferd sitzen kann stört er das Pferd doch nicht, warum kann man dann nicht von Anfang an aussitzen? Jungpferde werden auch ausgesessen am Anfang um sie in ihrer Balance und dem Tackt nicht zu stören, warum kann man es nicht bei "älteren Pferden" genauso machen? ( Ich selbst trabe im Gelände auch leicht, allerdings in unseren Trainingsphasen nicht oder nur ganz ganz selten um dem Pferd ein anders Tackgefühl zu geben)

Auch hier spreche ich mal wieder für mich persönlich: Ich trabe kaum leicht auf dem Platz. Wie gesagt, kommt die FN aus der Kavallerie - sitz du doch mal einige km im zügigen Trab aus. Das Leichttraben kommt aus den Langstrecken. Außerdem ist es für ungeübte Reiter einfacher als ein Aussitzen, wo man wirklich locker sein muss. So hat sich das Leichttraben etabliert bei der "FN". Wenn man nicht ausschließlich im Schleichtempo auf dem Platz unterwegs ist, kann ein Leichttraben durchaus mal hilfreich sein, da man darüber einfacher ein ruhigeres und gleichmäßigeres Tempo hinbekommt und dieses auch durch vermehrtes Einsitzen oder aufstehen (also zeitmäßig, nicht zahlmäßig) beeinflussen kann. Richtiges Leichttraben kann aber auch längst nicht jeder!

8. Wie unterscheidet ihr richtiges von falschen Vorwärts Abwärts oder gibts da kein richtig oder falsch?

Das würde Bücher füllen und den Rahmen hier eindeutig sprengen. Auch hierbei gibt es ausreichend richtig und falsch.

9. Macht diese Ausbildungsskala wirklich Sinn? Sollte man nicht jedes Pferd individuell ausbilden?

Wie gesagt, die Kavallerie. Man brauchte ein Konstrukt, an dem man sich entlang hangeln konnte. So hat jeder einen Plan bekommen. Man sieht doch sehr schön im Dressursport, wenn der Takt fehlt und die Losgelassenheit, dann werden das halt Hängebauch-Piaffen, die mehr "vorne ziehen, hinten treten" sind. Oder arbeitest du an Traversalen und Pirouetten, wenn dein Pferd nicht losgelassen ist? ;) Die Grundsteine werden also auch in anderen Sparten verwendet.

Außerdem ist es ja nicht in Sten gemeißelt, sondern auch dieser Pfad darf immer wieder verlassen werden.

10. Bodenarbeit ist für mich 80% der Reitweise. Macht ihr Bodenarbeit und zählt für euch longieren dazu? Wie longiert ihr? Was für einen Sinn hat es sein Pferd beim longieren so zu verschnüren( Ausbinder, Stretchbänder am Po un die Hinterhand angeblich zu aktivieren etc.)

Zu Ausbindern steht meine Meinung oben - die Strechbänder stammen doch gar nicht von der FN, sondern von den "Alternativen" ;) Ich selbst longiere selbstverständlich am Kappzaum ohne jegliche Hilfszügel. Hin und wieder mal joggen am Halfter, aber das ist dann reine Bewegungstherapie. Die meisten "FNler", die ich longieren sehe, genau wie die meisten Westernreiter, würde ich gerne vom Pferd weg haben. Entweder häufig genug wie ein Paket verschnürt oder diese Folter-"Longierhilfe", die das Pferd runter riegelt. Bah. Aber auch hier: das gibts in nahezu jeder Sparte.

12. Was ist der Sinn von Hilfszügel?

Aus meiner Sicht: Keiner. Kopf runter höchstens. Aber das bringt ja nicht viel.

13. 1 mal im Monat Korrektur zu reiten damit das Pferd wieder schön brav den Kopf runter nimmt... sollte nicht jede Reiteinheit das Pferd richtig gymnastizieren?

Das ist jetzt schon etwas Hetze - selbstverständlich sollte jede Einheit gymnastizierend wirken. Ich kenne auf Anhieb ein paar Leute, die in dein Gedankenkonstrukt da passen, aber das ist sicherlich nicht die große Mehrheit.

Es kann aber durchaus mal sehr erfrischend sein, den Trainer drauf zu lassen, damit dieser das Pferd mal fühlen kann. Daraus haben sich schon einige Probleme mal lösen können, die man von unten vll. gar nicht sieht.

14. Ist das Ziel nicht auch die Aufrichtung?

Das Ziel war damals das Reiten in der Gruppe in der Kavallerie. Heute? Ja, eine Aufrichtung - aber viel mehr ist es gesunderhaltendes Reiten. Und das geht mit jeder Sparte - und mit jeder Sparte kann man es auch falsch und kaputt machen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – über 20 Jahre Reiterfahrung und eigenes Pferd seit über 10J.

Je länger ich gelesen habe, desto mehr kam mir in den Sinn "beantworte das nicht, Du müsstest von Anfang an erklären, eigentlich die Richtlinien für Reiten und Fahren nicht nur abschreiben, sondern ausführlich kommentieren, denn da wurde null komma null aus der eigentlich gut erklärten Lehre verstanden."

Martin Plewa sagt immer, die Richtlinien hätten sehr hohe Verkaufszahlen, nur sieht er recht wenige, denen man beim Reiten ansieht, sie hätten sie gelesen und verstanden.

Und genauso ist es bei deinen Ausführungen:

Dinge verwechselt, z. B. kommen so Sachen wie Körperbänder überhaupt nicht aus den Reihen der FN Ausbilder, sondern aus der "alternativen" Ecke (was ich völlig wertfrei meine).

Dinge überhaupt nicht verstanden, z. B. erkennt man eine gute Bewegungsqualität noch nie in der Geschichte der FN an einem "tiefen Kopf", sondern an einer Dehnung der Oberlinie, die die Wirbelkörper in die Stellung bringt, in der sie die seitliche Biegung im Rumpf ermöglichen (viel geht da ja rein anatomisch nicht) und das Rücken-Nackenband statisch wirksam wird, damit das Pferd gesund Gewicht tragen kann.

Z. B. steht auch nirgends in den Richtlinien, dass die Ausbildungsskala streng linear zu sehen ist und das behauptet auch kein einziger guter Ausbilder. Sowas höre ich nur vom Lager derer, die urteilen ohne zu begreifen.

Z. B. bin ich nach FN ausgebildet, sehr geprägt von einem barock reitenden Lehrer, der aber gesehen hat, dass die korrekt verstandene HDV12 fast komplett dieselbe Lehre hat und habe ewig nicht gewusst, was Ausbinder sein sollen - genauso übrigens wie Schulkameraden, die aus der anderen Ecke des Landkreises kamen und bei einem Pferdewirtschaftsmeister Unterricht hatten. Auch diese unsäglichen Dinger kommen nicht "von der FN". Die Richtlinien für Longieren, die aber auch extremen Anwendungsschwerpunkt bei den Voltis finden, für die ein sehr ebener Galopp das Turnen erleichtert, nutzen welche. Ich voltigiere nicht und deshalb möchte ich definitiv die korrekte Bewegung der Pferdehüfte, die mit Ausbindern nicht möglich ist.

Bei mir galt, drauf sitzen erst, wenn man genug Theorie konnte, wenn man führen, longieren (nur Kappzaum), Sattel und Zaum so weit anpassen und die Gesundheit des Pferdes beurteilen konnte. Vom Sattel aus nur das erarbeiten, was man am Kappzaum schon gut konnte, damit einem der Unterschied zwischen guter und nicht so guter Bewegungsqualität klar war. Das ist alles in Übereinstimmung mit den Richtlinien für Reiten und Fahren.

Würde ich genauso oberflächlich argumentieren wie du, würde ich behaupten, akademische Reitweise ritten grundsätzlich nur die ganzen Showgestalten, die mit super kurzer Oberlinie Hängebauchpiaffen ohne Sinn und Verstand watscheln lassen und wenn man sie drauf anspricht, sagen "Das verstehst du nicht, das ist akademische Reitkunst".

So ein Unfug.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Durchgenend Pferdeerfahrung seit 1981

Hey. Ich habe das so geschrieben, weil es mir so in meinem alten Stall beigebracht worden ist. Mein Wissen aus dem Fn Reiten oder was auch immer ich da früher gemacht habe habe ich von irgendwelchen Leuten die da toll geritten sind so gesagt bekommen. Jetzt habe ich zum Glück eine ganz tolle Reitlehrerin. Ich kann dich voll verstehen, wenn du es als Unfug ansiehst. Die meisten Dinge habe ich auch ehrlich gesagt nur bei anderen gesehen und nicht selbst gemacht. Außerdem habe ich hier ja nur die negativen Aspekte aufgezählt. Ich finde deine Ansicht auf die Dinge super und bin dankbar dafür das du es so ausführlich erklärt hast:)

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@Stargirl478

es gibt halt sehr viele schlechte Reitlehrer, auch wenn sie Pferdewirtschaftmeister/Reiten sind. Und nur sehr wenige gute.

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@Dahika

Nachtrag: übrigens meine RL, interessiert an allem, hat mal einen kurs bei Bent Branderup mit geritten. Danach ist sie von ihm selbst eingeladen worden, ihn mit Pferd zu besuchen. Das hat sie auch gemacht, war aber von seinen Rittern so abgeschreckt - arrogante Bande -dass sie alsbald wieder weggefahren ist. Immerhin aber hat Bent sie in die Kunst des franz.Rotweins eingeführt. ;-)

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Alsoooo...

Ich habe kein eigenes Pferd und habe deswegen auch noch nicht sooo viel Erfahrung, aber ich sage trotzdem mal was ich so denke :)

  1. Indem man die Hinterhand aktiviert
  2. Das Pferd dehnt sich, man kann ihm sehr feine Zügelhilfen geben und es ist einfacher, den Rücken zu wölben
  3. Aufrichtung ist anstrengend fürs Pferd, das Pferd hat bei Vorwärts Abwärts mehr Freiraum und kann sich strecken
  4. Mit Kopf oben ist ein aufgewölbter Rücken quasi nicht möglich, sie bieten also die Grundlage dafür
  5. Finde ich auch besser, aber um mal Abwechslung reinzubringen trotzdem nicht schlecht
  6. Dadurch wird die Hinterhand aktiviert, das Pferd kann dadurch besser vorwärts Abwärts laufen und fällt nicht auf die Vorhand
  7. Es ist entspannter für den Reiter und für das Pferd bei einem harten Sitz
  8. Das Pferd füllt den Zügel aus, schiebt von hinten und ist nicht steif
  9. Schon, aber als Leitfaden ist sie nicht schlecht
  10. Ich mache jedes mal etwas Bodenarbeit vor dem Reiten, zusätzlich longiere ich ca einmal im Monat unausgebunden
  11. Sie geben zeigen dem Pferd den Weg nach unten und geben so die Grundlage zum auf wölben des Rückens
  12. Jap
  13. Ja, aber um ein Pferd aufrichten zu können muss man es auch vorwärts Abwärts reiten, als Grundlage halt

Wäre echt cool, wenn du mir auch einmal die Grundsätze der akademischen Reitweise erklären könntest, habe ehrlich gesagt kein Plan;)

Ich hoffe ich konnte dir helfen

LG

Woher ich das weiß:Hobby – Ich reite und weiß insgesamt viel über Pferde

So habe ich es verstanden:

Bei der akademischen Reitkunst geht es darum, dass sich durch die Aufrichtung die Brust anhebt und somit sich gleichzeitig der Rücken aufwölbt. Klinkt erstmal unlogisch aber versuch es mal an dir selber. Nimm mal den Kopf in den Nacken und drück deine Brust raus. Ergebnis: Holzkreuz. Wenn du jetzt allerdings deine Brust rein nimmst kannst du den Rücken gar nicht mehr durch drücken:)

Bei uns arbeiten wir in ganz kurzen Phasen. Als bsp. Ich nehme mein Pferd auf. Gehe eine halbe Runde hoch konzentriert langsamen Schritt und dann darf sie sich abschrecken und auch schneller werden.

Meine Frage an dich: wie kann das Pferd denn durch eine aktive Hinterhand das Gewicht von der Vorhand nehmen?

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@Stargirl478

Stell dir ne Wippe vor: wenns hinten runter geht, gehts vorne hoch.

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@Stargirl478

indem es nicht nur schiebt, sondern trägt. Meine RL rief nicht selten in meinem Unterricht: "du bist zu schnell. du bist nicht auf dem Feldweg. Sie schiebt nur, sie soll aber tragen." Als Viel-Ausreiterin fällt es mir schwer, beim Gymnastizieren das richtige Tempo zu erkennen. Im Zweifelsfall bin ich zu schnell. Schrubbe also vorwärts, aber reite nicht vorwärts (unter den Schwerpunkt).

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Also, so wie du jetzt darstellst, jeder "FN-Reiter" würde sein Pferd mit Ausbindern verzurren und vorne in den Boden reinreiten oder Einrollen, ist genauso wie zu behaupten, jeder Akademiker reitet nach Oliveira Stable Manier, oder jeder Westernreiter lässt sein Pferd bloß auf der Vorhand rumschlurfen.

Ich mag gutes Reiten. Die Reitweise ist mir dabei egal. Gerade "FN" oder nach HDV12 unterscheidet sich in den Zielen gar nicht großartig von der akademischen Reitkunst.

Ich hatte selber schon alles mögliche als Trainer. Mehrere Pferdewirte klassische Reitausbildung, eine Trainerin, die selbst bei Anja Beran gelernt hat (bei der reite ich übrigens immer noch, und ihre Schüler reiten großteils trotzdem auf FN-Dressurturnieren), eine Dame, die aus der Westernrichtung kam, und sich Richtung Akademischer Reitkunst umorientiert hat... Ich würde auch ohne zu zögern zu einem Westerntrainer gehen, wenn er bereit ist, auf mich und mein Pferd einzugehen.

Du machst mir trotzdem den Eindruck, als wolltest Du tatsächlich verstehen und nicht nur vorverurteilen, deshalb will ich dir deine Fragen so gut wie möglich beantworten.

1. Ich schaue in den Spiegel oder lasse mich Filmen. Wenn da die Hinterhand gut drunterkommt, ist alles gut, wenn nicht, muss mehr aktiviert werden.

2. Anlehnung und positive Grundspannung. Pferd soll sich den Kontakt zur Reiterhand selber suchen, so vermeidet man, Rückwärts einzuwirken und zu ziehen.

3. zum einen eben tatsächlich als Dehnungshaltung, nur ein an- UND entspannen eines Muskels kann trainieren. Außerdem kann man hibbelige Pferde so erstmal runterbringen. Zum anderen, um das Aufwölben des Rückens und die Bogenbrücke erstmal zu etablieren. Am Anfang ist das Pferd noch gar nicht in der Lage, die Haken entsprechend zu beugen.

4. Weiß nicht, ich nutze keine Ausbinder.

5. Machen wir auch, wenn wir so weit sind. Genauso wie Schrittpausen am hingegebenen Zügel.

6. Wir wollen nicht, dass unsere Pferde rumrasen, aber bei einem jungen Pferd kann man so tatsächlich erstmal ein bisschen Disbalance ausgleichen, und vor allem geht es beim "vorwärts" normal nicht um schnell, sondern um Schwung und Raumgriff. Die Hinterhand soll so sehr vorwärts geschickt werden, dass sie untertreten kann. Das geht, je nach Versammlungsreife, auch sehr langsam. Aber über das Vorwärts finden viele Pferde überhaupt erstmal an die Reiterhand und überwinden ihre Unsicherheit. Dabei soll natürlich der Takt erhalten bleiben.

7. Ein festes Pferd kann man nicht aussitzen. Ich sitze nur lockere Pferde aus. Dabei bringt es nichts, das Pferd einfach irgendwie so langsam laufen zu lassen, dass man eben doch sitzen kann, das ist dann ein weggedrückter Rücken.

8. Siehe 1. Hinterhand muss drunter, Aufwärtstendenz im gesamten Körper erkennbar sein.

9. Die Ausbildungsskala ist natürlich kein starres Konstrukt, aber eine Orientierung. Man macht das ja nicht nur im Verlauf der Ausbildung, sondern auch im Verlauf einer Einheit, und geht immer mal zurück, wenn es wo hapert. Aber Versammlung macht ohne Takt, Losgelassenheit oder Anlehnung eben keinen Sinn.

10. Ich mache viel Bodenarbeit, bestimmt dreimal in der Woche, bzw auch mal paar Minuten vor dem Reiten. Longieren am Kappzaum ohne Ausbinder (das ist auch das einzige, was mich an der FH-Lehre wirklich stört), Doppellonge, Handarbeit an Kappzaum oder Trense, Equikinetic, Führtraining. Mit Körperbandagen kenne ich mich nicht aus, kann mir aber vorstellen, dass sie die Muskeln kräftigen, ähnlich wie wenn du z. B. Liegestützen nicht leer machst, sondern noch ein Theraband dazunimmst.

12. Ein punktuell durch Profihände oder unter Aufsicht eine Profis einsetzbares Hilfsmittel zu sein. Ich nutze gar keine.

13. Die Frage provoziert nur. Natürlich soll jede Einheit gymnastizieren und man nimmt einen Trainer dazu, wie man meint, ihn zu brauchen.

14. Doch, aber die muss eben erarbeitet werden. Wir bereiten nicht so viel am Boden vor, da hast du recht. Akademische Pferde werden oft schon anpiaffiert, bevor sich jemand überhaupt draufsetzt, wir erarbeiten mehr parallel. Daher wird das Aufwölben des Rückens erstmal übers V/a etabliert, und dann das Pferd Stück für Stück auf die Hinterhand geholt, und kommt vorne dabei immer mehr hoch. Dabei entsteht die Aufrichtung.

Ich hoffe, ich konnte dir deine Fragen ein bisschen beantworten.

Wenn ich was falsch erklärt habe, wird sich bestimmt jemand erbarmen, mich zu korrigieren, ich bin auch kein Profi :)

Woher ich das weiß:Hobby – Umgang mit Pferden und Reitsport seit ca. 15 Jahren

Gerade "FN" oder nach HDV12 unterscheidet sich in den Zielen gar nicht großartig von der akademischen Reitkunst.

Eben. Ich habe mal einen 2 tägigen Theoriekurs bei Branderup mitgemacht. Phantastischer Redner. Er musste nie auf irgendwas Schriftliches gucken. Er steht der FN und den Richtlinien, so wie sie sein sollte!! sehr nahe. Viel näher als Ph. Karl, den er nie bei Namen nannte (eine Krähe...), aber immer verächtlich als Neobaucherist bezeichnete. Branderups Held ist Steinbrecht, und Steinbrecht war auch der Held der FN früher. Über die Goldmedaillen haben viele FN Vertreter das leider vergessen. Ein FN Funktionär sagte mal wörtlich: "Wenn wir heute so reiten würden, wie es in den Richtlinien steht, kämen wir über den 8. Platz nicht hinaus."

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