warum ist die ein gen ein enzym hypothese fasch?

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3 Antworten

Moin,

das kommt im Grund daher, dass der Genbegriff immer wieder verändert oder erweitert wurde.

Nach Mendels Entdeckungen über die Vererbung, kam man lange gut  damit zurecht, unter einem Gen einen Erbfaktor zu verstehen, der Einfluss auf die äußerliche Ausprägung von Merkmalen hat.

Später, als man im Laufe der Erforschung der Molekulargenetik unter anderem Genwirkketten entdeckte, stellten Beadle & Tatum 1941 ihre "Ein-Gen-ein-Enzym-Hypothese" auf.

Aber was die Sache mit den Enzymen angeht, so gibt es Gene, die eben nicht zu funktionsfähigen Enzymen führen, sondern lediglich in Polypeptidketten translatiert werden. Diese Polypeptidketten ergeben erst dann eine Funktionseinheit, wenn sie mit anderen Ketten und / oder weiteren Bausteinen wie prosthetischen Gruppen zusammengesetzt werden (Insulin, Hämoglobin...) Solche Polypeptidketten werden zum Teil auf völlig verschiedenen DNA-Abschnitten codiert. Ein Gen allein ist in solchen Fällen also ziemlich nutzlos. Darum präzisierte Ingram 1957 die vorige Hypothese zur "Ein-Gen-ein-Polypeptid-Hypothese".

Doch dann wurde entdeckt, dass es auch Gene gibt, die nicht in Polypeptide übersetzt werden, sondern in RNAs. Also stimmt im Grunde auch die "Ein-Gen-ein-Polypeptid-Hypothese" nicht, wenn du den Genbegriff umfassend definieren möchtest.

Eigentlich kannst du also nur sagen, dass ein Gen ein Abschnitt von aufeinander folgenden Nukleotiden auf der DNA ist, der in eine translationsfähige mRNA transkribiert werden kann. Aber weil die allermeisten Gene danach tatsächlich zu Polypeptiden führen, wird die "Ein-Gen-ein-Polypeptid-Hypothese" gerne als Definition herangezogen, weil sie eben genauer als die "Ein-Gen-ein-Enzym-Hypothese" ist.

LG von der Waterkant

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Ich weiss es  nicht genau, aber ich denke in den meiste Fällen macht ein Gen ein Vorläuferprodukt dass dann durch ein weiteres Enzym zum Endprodukt umgebaut wird und ein weiteren Wirkstoff reguliert wird. 

Dito mit Farben: Die blonde Haarfarbe wird nicht durch ein Gen gesteuert, sonder es sind noch andere beteiligt.

Ursprünglich war man wohl der Meinung man müsste ein Gen manipulieren um die Haarfarbe zu ändern oder eine Krankheit zu heilen. Inzwischen ist klar dass das praktisch nie der Fall ist.

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Kommentar von Agronom
24.09.2016, 14:32

Im Ansatz richtig, aber es geht noch weiter, nicht alle Gene stehen in Verbindung mit Enzymen oder Peptiden, es kann z.B. auch einfach RNA das Produkt der Genexpression sein und auch muss ein Genprdoukt nicht immer in direkter Verbindung mit einem Merkmal stehen, regulatorische Funktionen sind auch möglich.

[...]als "Gen" ein Abschnitt auf dem Chromosom definiert, der für die Bildung eines bestimmten funktionellen Produkts verantwortlich ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ein-Gen-ein-Polypeptid-Hypothese

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Deine Frage wird im folgenden wiki-Artikel beantwortet:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ein-Gen-ein-Enzym-Hypothese

Allerdings ist die Ein-Gen-ein Polypeptid-Hypothese auch nicht mehr so aktuell.

Wenn du etwas nicht verstehst, kannst du gerne nachfragen.

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