Warum ist Deutschland so vom Krieg belastet?

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26 Antworten

Unter anderem hat das sicher mit der unglaublich starken medialen Rezeption dieser Zeit zu tun - auch wenn der Hype mit Dokus zum NS-Thema allmählich etwas nachzulassen beginnt, zumindest habe ich den Eindruck. Aber auch Kriegsfilme haben sich im Prinzip jahrzehntelang nahezu ausschließlich mit dem 2. Weltkrieg beschäftigt. Erst in den letzten Jahren entstand hier eine neue Richtung, auch bedingt durch die Notwendigkeit, andere Konflikte aufzuarbeiten. Das prägt in einer unglaublich stark medial geprägten Gesellschaft wie der unseren natürlich auch den Fokus, auf den sich die Aufmerksamkeit richtet.

Entscheidend sind heute v.a. die Lehren der NS-Zeit - und die sind tatsächlich sehr bedeutend. Erschreckend genug, welche Primitivität und welche rassistischen Auswüchse heutzutage in Deutschland wieder salonfähig werden: Hier muss man sich schon fragen, ob manche tatsächlich begriffen haben, was von 1933 bis 1945 bei uns passiert ist.

Auch im Ausland spielt die NS-Zeit oft eine erhebliche Rolle beim modernen Blick auf "die Deutschen" - da bestimmte preußisch-deutsche Traditionen in der NS-Zeit ins Extrem getrieben wurden, bleiben sie eben in diesem Zusammenhang am ehesten hängen.

Im Übrigen ist einer großen Mehrheit der Bevölkerung (leider) echtes Wissen (!) über z.B. die Funktionsweise, die Gesellschaftsstruktur oder die Wirtschaftspolitik der NS-Zeit mindestens genauso fremd wie die von Dir genannten Personen und Ereignisse - nur weil jeder Hitler kennt, kennt noch lange nicht jeder den entsprechenden Hintergrund. Der Geschichtsunterricht z.B. bietet an sich genügend andere Themen - nur bleibt den meisten eben das im Kopf, was sie irgendwie schon kennen. Und da ist Hitler eben ganz weit vorn.

Im Übrigen greifen Deine Beispiele nicht wirklich:

  • Das Eiserne Kreuz ist offiziell das Hoheitszeichen der Bundeswehr, genau aus dem genannten Grund. Dass es nicht als Abzeichen verliehen wird, ist historisch ebenfalls korrekt, denn es wurde grundsätzlich nur im Kriegsfall gestiftet. Die Bundesrepublik befand sich seit ihrer Gründung zum Glück noch nie im Krieg.
  • Die 1. Strophe des Deutschlandliedes hat aufgrund seiner geographischen Beschreibungen und der Forderung nach Zusammenschluss aller Deutschen schlicht keinen modernen Bezug mehr. Es ist nur logisch, dass sie nicht mehr Nationalhymne ist - sie ist aber weder unmoralisch noch verboten.
  • Der Stechschritt wurde von den Gründungsvätern der Bundeswehr selbst abgelehnt - unpassend für eine moderne Armee, dem "Bürger in Uniform" nicht entsprechend und zudem in der Tradition der historischen Jägertruppen, auf die sich die Bundeswehr bezieht, nicht vorhanden. Es waren kriegsgediente Offiziere, die diese Entscheidung trafen - keine Politiker, und auch keine alliierten Stellen.
  • Die Nummer mit der Militärmusik ist schlicht falsch - das von Dir genannte "Preußens Gloria" erklingt z.B. hochoffiziell bei jedem Einmarsch der Ehrenformation bei einem Staatsbesuch. Es gibt auch genügend andere militärische und zivile Anlässe in Deutschland, bei denen klassische Militärmusik öffentlich dargeboten wird (Platzkonzerte, Gelöbnisse, Vorbeimärsche der Bundeswehr z.B.).

Die Reichsgründung 1871 als kleindeutsche Staatsgründung unter preußischer Oberherrschaft entspricht im Übrigen ohnehin nur wenig der bewussten (und im Prinzip seit 1000 Jahren gewachsenen) föderalen Tradition in Deutschland. Dass sich die Bundesrepublik hier rein formal kaum in einer Traditionslinie sieht, ist schon nachvollziehbar. Man darf eines nämlich auch nicht übersehen: Das, dem viele nachweinen, nämlich das stark nationalistisch geprägte Deutsche Reich seit 1871, war historisch gesehen nur eine winzige Episode einer viel älteren und längeren Tradition deutscher Staatlichkeit. "Deutschland" war immer die mehr oder weniger stark verhaftete Summe einer großen Zahl einzelner Staaten, die ganz unterschiedliche Traditionen und Kulturen kannten und kennen.

Was der Machtpolitiker Bismarck da 1871 aus der Taufe hob, war für ihn in erster Linie die Absicherung preußischer Machthoheit, nicht das idealistische Schaffen eines Nationalstaates. Bismarck war konservativer Preuße, kein moderner Deutscher. Dass er dafür etwas zerstört hatte, was historisch betrachtet viel eher "deutsche" Tradition hatte, nämlich das große Mit- und Nebeneinander eines sprachlich und kulturell viel weiter reichenden und jenseits "preußischer" Tugenden gewachsenen "Deutschlands", wird in gewissen Kreisen auch gern übersehen. Insofern geht die Bundesrepublik da schon einen gewissen eigenen Weg, der historisch nicht inkonsequent ist.

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Kommentar von Majestic2000
16.08.2016, 00:30

Danke für deinen guten Kommentar!

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Dass den Menschen als erstes Hitler einfällt, ist irgendwo logisch, weil das nunmal das letzte große deutsche Thema war, von dem ein sehr großer Teil der Welt betroffen war und man z.T. die Auswirkungen noch heute direkt oder indirekt merkt.

Da stell ich mal die Gegenfrage. Was weißt du von der Vietnamesischen Geschichte außer dem Vietnamkrieg oder von Korea und beim Thema Irakischer Geschichte außer Irakkrieg und Saddam Hussein.

Außerdem ist Deutschland NICHT Preußen! Komm mal einem Bayer mit preußischer Tradition. Das deutsche Kaiserreich ging zwar von Preußen aus und Berlin ist auch immer noch die Hauptstadt, aber vom heutigen Deutschland war ca die Hälfte Preußen und der Rest eben nicht. Auch ist Deutschland nicht der Nachfolger von Preußen.

Ich weiß jetzt auch nicht, was du für einen Geschichtsunterricht hattest oder was es in deiner Gegend für Traditionen gibt, aber bei mir in der Gegend gibt es z.B. sehr viele Mittelalterfeste und auch die Reichsgründung, den 30-jährigen Krieg usw hab ich auch alles in der Schule gelernt.

Warum sollte man die Reichsgründung ganz groß ins Medienlicht stellen? Es gibt das Deutsche Reich nicht mehr und somit auch nicht Feiertage davon o.Ä., wo es sich anbieten würde, da viel Tram-Tram zu machen.

Des Weiteren ist die Wiedervereinigung ein neuer Teil der deutschen Geschichte und gehört nicht zur NS-Zeit, auch wenn diese Sache indirekt damit zusammenhängt.

Warum sollte man den tapferen Einsatz der Preußen gegen Napoleon so stark hervorheben? Preußen war seiner Zeit nicht unbedingt der Friedensbringer für Europa, sondern eine Kriegsnation. Dann müsste man den tapferen Einsatz der Österreicher gegen die preußischen Truppen hervorheben, die einen Krieg anfangen, weil sie bei einer demokratischen Entscheidung verloren haben oder dass Preußen den Deutsch-Französischen Krieg bewusst provoziert hat usw. Man sollte schon immer beide Seiten der Geschichte berücksichtigen.

Kurz gesagt, in meiner Region gibt es noch eine relativ starke Traditionserhaltung von denen einige sehr viele Jahrhundert alt sind und andere etwas moderner sind.

Aber bei was ich zustimmen muss, ist es vereinzelt Menschen gibt, die meinen, dass man nicht mehr stolz auf sein Land sein darf. (Siehe Flaggenthematik bei der WM von den Grünen usw..) Bis zu einem gesunden Maß finde ich Nationalstolz schön und gut und Traditionen auch etwas, dass erhalten bleiben sollte, wobei ich mir da in meiner Region keine Gedanken um die Traditionserhaltung machen :D

Und ich bin auch der Meinung, dass kein Land der Erde sich als Unschuldsengel hinstellen und mit dem Finger auf andere zeigen darf, weil es überall ein dunkles Zeitalter gab.

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Kommentar von Majestic2000
16.08.2016, 00:01

Danke für deine Antwort! 

Endlich etwas argumentativ überzeugend. 

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In den letzten 2.000 Jahren haben wir durchschnittlich alle 50 Jahre entweder einen Krieg vom Zaun gebrochen oder uns daran massiv beteiligt. 

Ja. Geht anderen Staaten genau so. Deshalb behindern die USA auch die Forschung über die ursprüngliche Bevölkerung des von ihnen eingenommenen Landes so sehr. Was durchaus bedauernswert ist. Für die ganze Menschheit. 

Ja. Einige Franzmänner mit ihrem für heutige Zeit absurden Traum von einem "großen Frankreich alter Tradition". Immerhin waren sie ja mindestens an unseren Kriegen oft beteiligt. Und ihre Kolonien, wo sie sich auch nicht immer ein Fleißkärtchen bezüglich sozialer Kompetenz erworben haben und erwerben. 

Nun gut. Von mir aus sind wir ein Experiment. Denn wir haben es tatsächlich schon sehr arg getrieben. Und treiben es bis heute arg. 

Die Juden wurden erst relativ spät verfolgt. Siehe Moorsoldaten, unser Umgang mit Sinti und Roma. Bis in die Jetzt-Zeit.

Möglichst ausschließlich die Juden zu thematisieren war nach meiner Kenntnis eine CDU-Idee. Sie befriedigt einige Zielsetzungen. So wird einerseits von anderen verfolgten Gruppen abgelenkt. Das ist praktisch. Denn so wurde dem Widerstand gegen Notstandsgesetze und Radikalenerlass der Stachel genommen. Womit der Kotau vor den Langfristzielen westalliierter Politik leichter zu vermitteln war und ist. Zur Bedeutung des Kotau http://www.duden.de/rechtschreibung/Kotau

Zudem lenkt diese Überthematisierung und damit Ausblendung wesentlicher anderer Aspekte dieses Teils unserer Geschichte von der schlichten Tatsache ab, dass

es Sinn macht sich mal mit der Lebensgeschichte der Gründer unserer sogenannten Volksparteien näher zu befassen. Da findest Du manche Alt-Nazis drunter. 

sich bis heute die juristischen und medizinischen Fakultäten weigern, diesen dunklen Teil ihrer Geschichte umfassend aufzuarbeiten. Mit entsprechenden Folgen. Nachrecherchierbar z.B. in den Archiven der höchsten Gerichte Deutschlands und der EU, bei der Europäischen Kommission für Menschenrechte im Archiv....

bis hin zur massiven politischen Förderung der Rüstungsindustrie inklusive ihrer weltpolitischen Folgen - deren eine die größte Flüchtlingswelle in der Menschheitsgeschichte ist

Wären sicherlich noch mehr Aspekte zu nennen. Diese fallen mir spontan ein. 

Nein. Mir persönlich gefällt die erste Strophe unserer Nationalhymne nicht. Ich bevorzuge das Kinderlied. 

Nein. Preußen ist eben NICHT GLEICH Deutschland. Da sei die Schöpfung vor. Denn Leben braucht Vielfalt. Jede Monothematik führt zum Untergang in ihrem Bereich. Und zieht eben gerne noch ihr Umfeld mit. 

Nein. Nicht jede Tradition hat ein Anrecht auf Aufrechterhaltung. Gänsereiten zum Beispiel. Da müssen schon sehr lange keine Gänse hängen. War nach meiner Kenntnis schon vor den Nazis in der Gegend Thema. Wenn auch nur bei einer Minderheit. 

Auf der anderen Seite: 

Sogenannte Preußische Traditionen würden ja dann unsere Universitäten und Hochschulen von vor allen Dingen den Interessen der USA befreien. Stelle nur mal vor!!!! 

Und stelle mal vor, manche Gedanken des Alten Fritz würden allgemein vermittelt:

Politische Aufgabe, allen Menschen im Staat ein Dach über dem Kopf und lebenswürdiges Einkommen zu schaffen. Unsere Politik verfolgt schon lange das gegenteilige Ziel. Wie aus Statistiken und anderen Quellen hervorgeht. 

Toleranz gegenüber Andersdenkenden, vermittelt von den führenden Politikern. Mache Dir mal ernsthafte Gedanken darüber!!! Folgen wären z.B.:

Wir hören mit unserer Umweltzerstörung auf, nutzen die frei gewordenen Kapazitäten zur Zukunftssicherung. Wären viele Menschen in diesem Staat sehr mit einverstanden. Nur eben unsere obersten Lobbyisten nicht. Die wir gewählt haben. Entspricht dann auch der Kultur manches Schwarzwälder-Volkes, des Niederrheinländers.... .

Was mich sehr massiv stört:

67 Jahre seit Bestehen des Grundgesetzes muss ein Normalbürger immer noch damit rechnen, massiv von einem Großteil der Bevölkerung angegriffen zu werden, wird auf diese unsere heute angebliche Verfassung im alltäglichen Umgang verwiesen. 

Es war ein deutscher Professor, der das Thema Alternative Energien der Welt schenkte. Führend auf diesen Gebieten sind heute andere Staaten. Erbärmlich. 

Alte Gewerke sterben aus, weil es an Nachwuchs fehlt. Dabei wächst z.B. in Frankreich die Hanfnutzung im wirtschaftlichen Zusammenhang immer stärker an. 

Wenige Beispiele. 

Doch. Wenn Du mal im Rheinknie auf deutscher Seite in Besenwirtschaften einkehrst, dann wirst Du erleben können, dass dort Vor-Nazi-Tradition immer noch selbstverständlich gelebt wird. Als ein Beispiel von vielen. Und wenn rau dann noch ihre Pfeife stopft, dann berichtet manche Wirtsfamilie über erlebte deutsche Geschichte. 

Ich wage auch sehr stark zu bezweifeln, dass sich Niederrheinländer ihren Flam und ihren Original Rheinischen Sauerbraten nehmen lassen wollen. Als Beispiele. Inklusive zugehöriger Geschichte. Mal fernab von zahlreichen Aktivitäten zum Erhalt echten rheinischen Karnevals. 

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Kommentar von teafferman
16.08.2016, 11:12

Vor wenigen Jahren erschienen in den kostenlosen Wochenblättern in Karlsruhe Artikel über Äußerungen des damaligen Oberbürgermeisters Fenrich. 

In einem machte er darauf aufmerksam, dass alte Kriegsteilnehmer gerne ihre Erfahrungen in Schule aus dieser Zeit vermitteln würden. Fragen seien bitte mit Vorsicht und Rücksicht zu stellen. 

Diese alten Männer haben also ihre Vergangenheit nie aufgearbeitet. Lässt sich schlussfolgern. Lässt sich auch vermuten bzw. unterstellen, dass auf diese Weise rechtsradikales Gedankengut in Schulen getragen werden soll. 

In einem anderen Artikel wurde verteidigt, dass ein die Nazis verherrlichendes Denkmal immer noch steht und gepflegt und mit Blumen versorgt wird. Auch hier lassen sich Schlussfolgerungen ziehen. 

Es sind zwei mir bekannte lokale Ereignisse die durchaus als Ursache auf Ortsebene betrachtet werden können. 

Nur wenn wir die ganze Geschichte zulassen, können wir uns immer weiter vortasten. 

Nur in NRW wird den Opfern UND Tätern entsprechende vorhandene Psychotherapie angeboten und gewährt. Diese ist notwendig. Verstehen lernst Du diese Tatsache, wenn Du mal das eine oder andere Buch Überlebender gelesen hast. 

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Diese Frage ist einfach peinlich.

Wenn du nicht verstehst, dass es Misstrauen schürt, wenn man als Nation wehrlose Nachbarländer überfällt, mit anderen Ländern einen Nichtangriffspakt schliesst und dann bricht, und sich noch besonders schlau fühlt, dass die anderen darauf reingefallen sind, die eroberten Länder systematisch ausraubt, die Zivilbevölkerung absichtlich sterben lässt und schliesslich auch noch Angehörige gewisser Bevölkerungsgruppen systematisch ermordet, dann kann ich dir auch nicht helfen.

Und wenn du jetzt findest, alle anderen sollen das nun gefälligst vergessen, Schwamm darüber, dann übersiehst du vielleicht, dass die Opfer dieser Übergriffe teilweise heute noch am Leben sind. 70 Jahre sind keine lange Zeit. Und ja, man kann sich in 12 Jahren einen Ruf vernichten, den man in Jahrhunderten davor aufgebaut hat. Und ja, man kann sich in so kurzer Zeit einen Schandfleck erwerben, der alles andere unbedeutend macht.

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Geschichte im Allgemeinen und die deutsche im Besonderen reduzieren sich nun mal nicht nur auf traditionsreiche Jubelevents. Folglich kann eine angemessene Beschäftigung mit der Geschichte auch nicht auf eine einseitige und einäugige Rosinenpickerei hinauslaufen, wie die dir das scheinbar vorschwebt.

Da mit dem Eisernen Kreuz auch widerwärtigste Verbrechen gegen die Menschlichkeit und folglich Verbrecher "dekoriert" wurden, macht es keinerlei Sinn, diese Auszeichnung zu traditionalisieren.

Der Stechschritt wurde vom preußischen Militarismus, dem Hitlerfaschismus und dem DDR-Stalinismus benutzt, also von totalitären Regimen. Wieso sollte man demokratische Institutionen wie die Bundeswehr hier wieder mit unseligen Traditionen belasten?

Für marschmusik bin ich keine Experte und noch weniger Fan.

Die Gründung des deutschen Reiches basiert auf einem Annexionskrieg gegen Frankreich. Sie wird nicht auf deutschem Boden vollzogen, sondern zur Demütigung der Franzosen in Versailles. Sie wird flankiert von der politischen Verantwortung für die Massenabschlachtung mehrerer zehntausender Pariser Kommunarden. Und schließlich gibt sie den Startschuss für ein "Deutsches Reich" auf der reaktionären Grundlage von beschränkter Meinungsfreiheit, Pressezensur, Polizeistaat und Verbot und Verfolgung der fortschrittlichen Opposition (SPD). Aus der freiheitlich-demokratischen Perspektive der Bundesrepublik gibt es da nichts zu feiern, sondern allenfalls auszuspucken...

Das problemignorante Geschichtsverständnis der Russen, die "Geschichte" oftmals durch Lügengeschichten ersetzt haben (z.B. Katyn), als nachahmenswert darzustellen, finde ich völlig abwegig.

In Frankreich, GB und den USA wiederum gibt es durchaus eine differenzierte und selbstkritische Beschäftigung mit der eigenen Geschichte - nur halt nicht ein derartiges historisches Debakel, wie es uns die deutsche Rechte mit dem Naziregime und dem 2. Weltkrieg beschert hat.

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Die NS zeit ist ja auch nicht so lange her und dort wurden sachen gemacht die in Keinem Anderen Krieg gemacht wurde und gegen alles Menschliche verstoßen haben.!Außderm wird zu keinem anderen krieg so viel Verleugnet von einigen wie zu diesen beiden.

Zu Bismark Er ist eigentlich wieder lange aktuel den fast alles was er für Die Arbeiter Eingerichtet hat haben unsere Politiker seit längeren wieder Zerstört oder extrem gelöchert was unangetastet  bleibt ist Der Kinderschutz und Die Schulpflicht..

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Die BRD schämt sich weder dafür das was es war noch ist sie belastet. 
Sie steht offen zu dem was an Verbrechen begannen wurden, verurteilt diese zurecht und sorgt dafür das die Geschichte sich nicht wiederholt. 

Ich kann jetzt nur für mich sprechen, der Geschichtsunterricht ist schon etwas her, aber wir sind dann doch noch so einiges mehr als das 3. Reich durchgegangen. Warum man das 3. Reich so "hervorhebt"?
Weil diese Gräueltaten ausgeübt auf deutschen Boden gab es bis Dato nun mal noch nicht in diesem Ausmaß.

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Weil das 3.Reich so ziemlich das Extremste war was es in der Geschichte gab. einer der seltenen Fälle dass solche radikalen Ideologien und in so einem Ausmass in die Tat umgesetzt werden. 70 Jahre reichen eben nicht zum Vergessen.

D.h. es ist eigtl. natürlich und verständlich und die deutsche Historie davor wird wirklich überschattet von den zeitlich näheren Ereignissen.

Und deine auswahl von Dingen auf die Deutsche stolz sein sollten und könnten ist auch sehr "interessant". Du schreibst nicht von Goethe, Bach und Leibniz und posaunst nur über Preussen(Deutschland? Ganz Deutschland?) und preussischen Militär-Eskapaden.

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Deutschland belastet sich nicht. Nur Menschen mit ganz bestimmten politischen Vorstellung fühlen sich belastet, dass soll aber ihr Problem sein und bleiben.

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Also ich persönlich empfinde es als keine Belastung alte Strukturen und Stolz auf ein Land niederzulegen. So sehr ich Deutschland auch mag, brauche ich keine alte Militärkulturen um mich mit dem Land verbindlich zu zeigen...

Im zweiten Weltkrieg sind ca. 6 Millionen Menschen einer Glaubensgruppe ermordet worden. Da finde ich es schon gerechtfertigt, Maßnahmen daraus zu ziehen. Und die vielen Toten des zweiten Weltkrieges sorgen natürlich dafür, dass andere geschichtlichen Aspekte überschattet werden. Ich finde das nicht schlimm!

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Kommentar von joheipo
15.08.2016, 23:16

Du hast die Frage des Fragestellers nicht kapiert, sondern folgst dem Manstream, der die Geschichte auf 1933-45 reduziert und alles, was davor war, ausblendet.

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Das sog. Dritte Reich hat bis heute seine Nachhaltigkeit nicht verloren. Noch immer leisten wir Zahlungen für Reparationen und neue Forderungen stehen uns ins Haus. Z. B. von Griechenland. Jahr für Jahr finden an bestimmten Tagen diese salbungsdvollen Reden wie "nie wieder Krieg" statt. Dennoch ist unsere Bundeswehr in 17 Staaten präsent und es werden immer neue Schauplätze akribisch gesucht. Eines darf man nicht vergessen. Es besteht nach wie vor grosses Interesse daran, das Geschehen im Dritten Reich auf die Tagesordnung zu bringen. Das wird noch viele Jahrzehnte ein Thema bleiben und auch nachfolgende Generationen als Schuldige belasten. Wir können auf das, was im Dritten Reich passierte sicher nicht stolz sein. Andere Länder verdrängen die von ihnen verursachten Greueltaten und pflegen eben ihre Traditionen. Wir hingegen werden laufend daran erinnert, ein Vergessen darf es nicht geben. Das ist wei ein Schmach der uns begleitet. Als ich das Gymnasium besuchte, endete der Geschichtsunterricht quasi in den Zeiten des Mittelalters. Entstehung und Urache des ersten Weltkrieges waren kein Thema..Kein Wort über das Dritte Reich in all den 9 Jahren bis zum Abitur. Es wäre wichtig gewesen, uns als Schüler entsprechende Informationen zu vermitteln, alleine schon deshalb, um unsere Vergangenheit so zu verstehen, wie diese war. Doch Fehlanzeige.

 

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Deutschland hat mit die schrecklichste Vergangenheit, die man sich nur vorstellen kann und sie liegt so lange noch nicht zurück, noch leben Menschen aus dieser Zeit sei es als Täter, sei es als Opfer, sei es als Täter. Hinzu kommt die Tatsache, dass Deutschland seine Vergangenheit nur mangelhaft aufgearbeitet hat. Zu wenige Strafverfolgungen, zu geringe Strafen, zu späte Prozesse, (noch imer finden welche statt!) zu viele hohe Nazis in gehobensten Staatsdiensten.

Deutschland belastet sich übrigens keinesfalls, nur weil  in der Gesellschaft diese Zeit erwähnt wird, im Gegenteil dieser Staat spielt zu viel herunter, stiefelt zusehens über diese Zeit hinweg, so als wenn nichts gar zu Schlimmes passiert wäre.


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Geschichte wird immer von Siegermächten geschrieben. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine komplett neue Ordnung in Europa und der Welt erstellt. Was meinst du wie die Welt heute aussehen würde, wenn Deutschland den zweiten Weltkrieg gewonnen hätte? Glaubst du, dass dann noch jemand wüsste von oder sich interessieren würde für beispielsweise die Weimarer Republik? Die BRD gibt es nun mal erst nach diesem verdammten Krieg. "Geschichte" ist mehr als nur Daten und Fakten. In Geschichte geht es darum, das heutige Geschehen zu verstehen. Die Geschichte erklärt das was heute passiert (oder versucht es zumindest) aber das was heutzutage in Deutschland passiert, lässt sich schlicht und ergreifend nicht erklären mit dem was war vor 1933.

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Warum die NS Zeit alles andere überschattet sollte doch klar sein, weder Bismarck noch Friedrich der Große haben Massenvernichtung von Millionen von Menschen betrieben oder den schlimmsten Krieg in der Geschichte der Menschheit angefangen.

Warum alles andere deshalb besonders in der Schule vernachlässigt wird, kann ich aber auch nicht verstehen. Ich hatte von Sachen wie dem HRR oder der Reichsgründung keine Ahnung bis ich mich selber informiert habe.

Und Dinge wie Stechschritt, Eisernes Kreuz oder bestimmte Lieder wurden nun mal von den Nazis verwendet und da diese alles andere überschatten denkt man dabei eben erst einmal daran. Und zu diesen Sachen gehört eben auch großes Getue um Deutsche Heldentaten oder Große deutsche Siege.

Wobei Preußens Gloria glaube ich noch bei der BW gespielt, ich meine ein Video gesehen zu haben wo das Lied auf dem Roten Platz vom BW Musikkorps gespielt wurde.

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Warum belastet sich die BRD so sehr? 

Deutschland belastet sich nicht.
Aber wir sind nun mal der Nachfolgestaat von diesem Greuelregime und tragen mMn Verantwortung dafür, dass dies nicht noch einmal passiert.

was vor 1933 war... und es auch schöne Dinge gab. Die Preußischen Tugenden etc.. 

Vor 1933 gab's den 1. WK - ein wahrlich schönes Ding. Ein Massenschlachten sondergleichen, aus dem rein gar nichts gelernt wurde.

Jo, die preußischen Tugenden - ohne diesen absoluten Gehorsam beispielsweise hätte dieser Krieg viel eher beendet werden können.

Die Briten, Franzosen, Amerikaner, Russen, ......... zeigen eine tolle Traditionserhaltung.

Aber hinter die Kulissen hast du auch mal geschaut? Gerade auch, was die Amis so schön ausblenden?

Man redet in der Öffentlichkeit eher über die ermordeten Juden,
zahlreichen Verbrechen während dem dritten Reich. Die Wiedervereinigung
etc.

Nette Zusammenstellung.

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Du tust ja so, als hätte es nur den Zweiten Weltkrieg gegeben. Die Geschichte Europas ist eine fortwährende Geschichte der Kriege. Wenn Du im Geschichtsunterricht nicht fest geschlafen hast, müsstest Du das selbst wissen.

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Weil es vermutlich zu viele Deppe in der Bevölkerung gibt, die sich mit den geschichtlichen Hintergründen unserer Geschichte nicht befassen wollen und auf den Zug aufsteigen -> damalige deutsche = Nazis.

Was du schreibst ist absolut wahr und ich finde es ebenfalls traurig, das unser großes Erbe komplett durch das 3. Reich überschattet wird.

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Der Begriff "Scham" trifft es in Schwarze.

In welchen anderen Land wird einem als Kind so viel Negatives über die eigene Geschichte beigebracht?Man sieht es hier auch als Selbstverständlichkeit an, dass man kritisch über die eigene Geschichte spricht und denkt.

Dass es aber keine Selbstverständlichkeit ist, merkt man erst in Gesprächen mit Ausländern über deren Geschichtsunterricht bzw. ihre Denkweise über die eigene Geschichte.Es wird das gelehrt, was der Staat für richtig hält.

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Kommentar von latricolore
16.08.2016, 00:06

Man sieht es hier auch als Selbstverständlichkeit an, dass man kritisch über die eigene Geschichte spricht und denkt.

So sollte es ja wohl auch sein, oder?
Das eigene Tun kritisch zu hinterfragen.

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Kommentar von Accountowner08
16.08.2016, 00:17

Welche Nation hat in so kurzer Zeit so viele Verbrechen begangen wie Deutschland???

Es hat einen Grund, warum man so viel Negatives lernt: weil es so viel Negatives zu lernen gibt!

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Geschichtsschreibung in Deutschland (anderswo auch, aber nicht so unverschämt tendenziös wie bei uns) ist niemals korrekt ausgewogen.

Nun die bloße Geschchtsschreibung lediglich eine leidenschaftslose und wertungsfreie Wiedergabe von Daten und Ereignissen oder sollte es zumindest sein.

Das ist bei uns nicht der Fall. Geschichte wird in Deutschland gewissermaßen "gemacht": kein Bericht über historische Ereignisse, der nicht interpretiert wird.

Die Interpretation erfolgt durch die, denen die erforderliche Kompetenz zugesprochen wird. Historiker sind kompetent und  wrden hierbei entweder verfälscht   -  aber, wenn sie z.B. der zum Glück jetzt nach und nach in Pension geschickten 68er-Generation angehören, fälschen und verfremden sie selbst.

Bis auf weiteres müssen wir uns diese Art von Geschichtsschreibung wohl noch gefallen lassen. Noch steht die Saat der 68er leider in den Schulbüchern.

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Kommentar von Sachsenbruch
16.08.2016, 00:02

"Noch steht die Saat der 68er leider in den Schulbüchern."

Wie?

Die waren das?
Also, in der Frage geht es ja um Ereignisse vor 1945. Du musst da schon aufpassen, sonst nimmt dich wieder keiner ernst.

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Kommentar von latricolore
16.08.2016, 00:04

Hast du auch Beispiele für die von dir behauptete verfälschte und unverschämt tendenziöse Geschichtsschreibung?

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Kommentar von earnest
16.08.2016, 05:57

Tendenziöse Darstellung. Verunglimpfung der Arbeit seriöser Historiker. 

Brille: Fielmann.

Pass mal lieber auf, dass die braune Saat nicht aus den Zeilen quillt.

Wer über den Holocaust "leidenschaftslos" schreibt, hat das Gemüt eines Fleischerhunds.

8

Die Deutschen neigen zu Übertreibungen. Während andere Diktatoren ihre Gegner einfach verhundern lassen, wurde in deutschem Namen mit Giftgas nachgeholfen.

Wenn ich mir die Schulzeit des Sohnes ansehen: Anne Frank auf allen Kanälen (Geschichte, Deutsch, Religion). Wer da nur gelgentlich aufpasst, wird schnell Geschichte nur mit der NS-Zeit in Verbindung bringen.

Die schlimmen 12 Jahre als Dreh- und Angelpunkt der Deutschen Geschichte zu sehen ist falsch. Die Menschen haben immer mit dem Wissen ihrer Zeit gelebt. Der Pathologe macht natürlich die bessere Diagnose.


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