Warum ist Deutschland nicht so kinderfreundlich im Vergleich zu anderen Ländern, z.B. Marokko, die Türkei, Jordanien, Palästina?

23 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es mag hart klingen, aber es liegt viel daran, dass sich Eltern (jedenfalls kenne ich da ein paar "tolle" Beispiele) einfach eine Menge einbilden und mit dem besten schlicht nicht zufrieden sind, obwohl es in Deutschland nicht nur viel für Kinder (gratis) gibt, sondern auch viel für sie getan wird: kostenlose medizinische Versorgung und Bildung, Rabatte, Nachlässe etc (haben hier etliche schon aufgezählt), was in vielen Ländern eben nicht selbstverständlich ist, aber das sehen manche Eltern einfach nicht. Sie sehen ihr Kind immer benachteiligt gegenüber anderen, nicht genug gefördert oder gegängelt von Menschen, sie "so gar keine Ahnung von Erziehung und Kindern überhaupt haben"("Du hast ja keine Kinder" - kenne ich übrigens auch zur Genüge mit Tieren und deren Besitzern).

Auf der anderen Seite sind Deutsche permanent von Kindern (oder Lärm allgemein) genervt: Ein Kind soll in Deutschland am besten 24 Stunden den Mund halten und still sich in einer Ecke selbst beschäftigen, nicht weinen, quengeln oder gar herumlaufen und Unsinn machen. Gegen Kindergärten und Spielplätze ("Dieser Lärm!") wird strikt vorgegangen und wenn nötig gegen sie geklagt, weil der Deutsche am liebsten 24 Stunden seine Ruhe - vor allem - möchte.

Deutschland ist mMn nicht kinderunfreundlich - sondern die Einstellung zum Thema Kind in Deutschland ist unfreundlich.

Danke für die Antwort!

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"Kinderfreundlichkeit" kann man nicht an der durchschnittlichen Anzahl der Kinder pro Familie messen.

Deutschland ist äußerst kinderfreundlich. Die meisten Erwachsenen überlegen es sich gut, ob sie es sich leisten können, Kinder in die Welt zu setzen; denn wenn sie Kinder bekommen, wird für diese alles, aber auch alles getan.

In anderen Ländern setzt man vielfach aus Prestige, religiöser Überzeugung oder Gleichgültigkeit viel mehr Kinder in die Welt, als man ernähren und erziehen kann. Am Ende kommt ein großer Teil von ihnen auf der Straße um oder landet als "unbegleitete Minderjährige" in Europa. Das ist jedenfalls nicht kinderfreundlich.

Palästina ist soweit ich weiß kein Land. Aber das ist ein anderes Thema.

Ja, im Ausland werden Kinder auf Händen getragen. Das haben wir mit drei kleinen Kindern in der Türkei gemerkt. Superfreundlich und keine Spur von Gemecker.

Ist einfach eine Frage der Mentalität.

Aber man darf die Fakten auch nicht unterschlagen, von denen die anderen Antworter sprechen, von Gesundheit bis Kindergeld und Schulpflicht.

Die Anzahl der Kinder pro Frau sagt nichts über die Qualität von egal was aus.

Die genannten Länder sind nicht kinderfreundlicher als Deutschland, in diesen Ländern ist die Gleichberechtigung noch ein Schimpfwort. Deshalb werden Frauen kaum (aus)gebildet aber frauentypisch erzogen. Der Mann hat das Sagen, die Frau muss sich unterordnen und bekommt daher öfter Kinder.

Man mag in diesen Ländern Kinder auch sehr gern haben, ohne Zweifel. Aber die besseren Chancen und die größeren Freiheiten für ihre Entwicklung haben Kinder in unserem angeblich so kinderfeindlichen Land.

Das erklärt auch ziemlich gut, warum so wenige Menschen von Deutschland aus in diese Länder auswandern, von dort aber sehr viele Menschen - auch mit Kindern - zu uns kommen.

Vielleicht ist ja für manche Menschen schon ein gutes Argument, dass bei uns sauberes Wasser aus dem Wasserhahn kommt und in jedem Haus auch ein Wasserhahn ist, aus dem 24/7 Wasser kommt.

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