Warum ist Deutsch keine nordische Sprache?

3 Antworten

Französisch ist gar keine germanische Sprache. (Sondern eine vom Latein abgeleitete.)

Deutsch hat mehr Ähnlichkeit mit dem Englischen (freilich hat Englisch zahlreiche französische Lehnwörter, die Grammatik ist jedoch westgermanisch).

Schwedisch (und Dänisch) sind nordgermanische Sprachen. An der Grammatik sieht man dies an folgenden Merkmalen:

1) der agglutinierte bestimmte Artikel:
eine Frau/die Frau; a woman/the woman
Schwedisch: en kvinna/kvinnan (Plural kvinnor/kvinnorna)

ein Kind/das Kind; a child/the child
Schwedisch: ett barn/barnet (Plural barn/barnen)

2) die Verneinungen sind anders; Schwedisch "inte" oder "ej" für "nicht";
"ingen/inget/inga" für "kein(e)"; "aldrig" für "niemals"; "varken/eller" für "weder/noch" (manche dieser Formen resultieren aus agglutiniertem -gi)

Früher (Altnordisch) gab es auch Formen wie mann-gi ("kein Mann" "niemand"), úlf-gi ("kein Wolf"). (agglutiniertes -gi)
(aldri-gi > aldrig; hvor-gi > varken, ei-gi > ikke (Norwegisch))
(ikke en = ingen, ikke ett = inget usw.)

3) passive Formen des Verb werden agglutiniert:
Schwedisch "dörren blockeras" (die Tür wird blockiert) (agglutiniertes -s)
Isländisch hängt -st dran (Mediopassiv).

Diese agglutinierten Elemente ähneln der Formenbildung in samischen Sprachen (dort wird wie in allen finno-ugrischen Sprachen stark agglutiniert). 

Natürlich gibt es zahlreiche lexikalische Ähnlichkeiten west-/nordgermanisch, allerdings funktioniert das nicht immer (kvinna, barn...).

Französisch gehört überhaupt nicht zu den germanischen Sprachen. Französisch ist eine romanische Sprache. 

Zu den westgermanischen Sprachen gehören nebst Deutsch und Englisch auch Niederländisch, Jiddisch, Afrikaans und einige weitere Sprachen. Wenn du die miteinander vergleichst, fällt auf, dass Englisch eigentlich die am wenigsten westgermanische Sprache von allen ist. 

Das liegt daran, dass Englisch viele Wörter aus dem Französischen übernommen hat und auch von vielen Sprachen beeinflusst wurde. 

Wer Deutsch spricht und geübt im Verstehen verschiedener Dialekte ist, kann oft auch Niederländisch oder Jiddisch bis zu einem gewissen Grad verstehen. Englisch aber nicht. Schwedisch oder Norwegisch ebenfalls nicht. 

Deine Frage sollte also eher sein, warum Englisch eine westgermanische Sprache ist. In beiden Fällen, Deutsch und Englisch, liegt die Antwort jedoch in der Grammatik. Diese unterscheidet sich von nordgermanischen Sprachen. 

So ist in nordgermanischen Sprachen bspw. die 2. und 3. Person Singular Präsens identisch, in Deutsch und Englisch jedoch nicht. In nordgermanischen Sprachen wird der bestimmte Artikel an das Ende des Nomens gehängt, in Deutsch und Englisch jedoch nicht. Des Weiteren gibt es auch bestimmte Unterschiede in der Aussprache. 

Unabhängig davon ist es natürlich so, dass alle germanischen Sprachen gewisse Ähnlichkeiten aufweisen. Deshalb zählen sie auch zur selben Sprachfamilie. 

Stimmt.

Im Schwedischen heißt es: du är / han är = du bist / er ist,
kein Unterschied im Verb bei den Personen.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Isländisch bewahrt den Unterschied in den Verbformen:

þú ert, hann er = du bist / er ist

Phonetisch gesehen gibt es deutliche Unterschiede. Schwedisch hat sogar tonale Elemente (einen steigenden oder fallenden Akzent bei manchen Vokalen, beim "a" gut zu hören).

"anden" kann heißen "die Ente" (Donald Duck heißt Anders And auf Dänisch)

"anden" kann aber auch heißen "der (heilige) Geist", "der Atem"

Der Unterschied liegt im tonalen Akzent des "a".

Schwedisch hat 17 verschiedene Vokalphoneme, und differenziert mehr Vokale als z.B. Deutsch.

Es gab mal die altnordische Sprache, davon wurden alle nordgermanischen Sprachen abgeleitet. Manche dänischen Dialekte sind friesisch/deutsch beeinflusst worden (Süd-Jütländisch - dort fehlt sogar der agglutinierte Artikel, der sonst überall in den nordgermanischen Sprachen benutzt wird).

 

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@OlliBjoern

Vielen Dank für die Ergänzung. :) 

Isländisch bewahrt den Unterschied in den Verbformen:

Isländisch bewahrt ihn nur bei den unregelmäßigen Verben. "Sein" (bzw. að vera) ist eines davon. 

Bei schwachen Verben, wie bspw. -a-Verben, sieht man das Zusammenfallen der Formen aber ganz deutlich: 

Siehe: að hjálpa (helfen): ég hjálpa (ich helfe), þú hjálpar (du hilfst), hann/hún hjálpar (er/sie hilft) etc. 

Auch auf starke Verben trifft diese Regel zu. 

Beispiel: að hlaupa (rennen): ég hleyp (ich renne), þú hleypur (du rennst), hann/hún hleypur (er/sie rennt) 

Typische phonetische Veränderungen sind beispielsweise: 

  • Der Verlust des velaren Frikativs ("ch"-Lautes): Nacht (Deutsch), nótt (Isländisch). Im Englischen wird dieser auch nicht mehr gesprochen, aber noch geschrieben ("night"). 
  • Der Verlust von -j- und -w- am Wortanfang: Jahr (Deutsch), ár (Isländisch); Wurm (Deutsch), ormur (Isländisch)  
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Gar nicht. Englisch ist für Deutsche die am leichtesten zu lernende Sprache. Französisch gehört nicht zu unserer Sprachgruppe, sonder mit spanisch und italienisch zu .... Keine Ahnung.

Um mal ein bisschen zu klugscheißen:
Für Deutsche sind Sprachen wie Niederländisch wesentlich leichter zu lernen als Englisch. Trotzdem gehören beide zum selben Zweig, den germanischen Sprachen. Französisch und Spanisch sind romanische Sprachen, die, ebenso wie die germanischen Sprachen, ein Zweig der indogermanischen Sprachen ist. Fast alle europäischen Sprachen sind miteinander mehr oder weniger nah verwandt. Die indogermanische Sprachfamilie findet man überall auf der Welt, sogar Hindi ist eine indogermanische Sprache.

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