Warum ist der Westen/ Europa reicher?

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10 Antworten

Entscheidend war wohl die Entwicklung von Schußwaffen in Europa sowie die Seefahrt.

Zwar waren weder die Waffen noch das Schwarzpulver europäische Erfindungen, aber hier wurden sie zur vollen Blüte entwickelt. Die Europäer setzten als erste auf Schiffsgeschütze. Im Mittelmeer wurden die Ausbreitung der osmanischen Seeherrschaft durch die Seeschlacht von Lepanto gestoppt. Nach der wichtigen Entdeckung Amerikas und des Seewegs nach Indien konnten die Europäer weite Teile der Welt dominieren und ausbeuten. Bekannt ist, dass die spanischen Conquistadoren mit nur wenigen 100 Mann (Pferd + Harnisch - Feuerwaffe) ganze indianische Reiche auslöschen konnten. Auf der anderen Seite der Erde schafften es wenige 100 Portugiesen, den Handel zwischen Ostafrika, Indien, dem heutigen Indonesien bis hin nach Japan an sich zu reissen. Und die lieferten sich dort - etwa in Äthiopien aber auch bis nach Basra - legendäre Kämpfe mit zahlenmäßig viel größeren Armeen der islamischen Welt. Mit England und den Niederlanden, sowie später Frankreich setzte sich die Tradition fort bis hin zu den Amerikanern. ABER: Unsere Zeit neigt sich dem Ende ;o)

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Vermutlich hatten die Europäer einen stärker ausgeprägten Entdeckerdrang als die anderen Völker und auch ein weiterentwickelteres Kulturbewusstsein.

Vielleicht war Europa der damaligen Zeit ein Stück voraus.

Während man sich in Zentral-Europa, Frankreich, bereits Ende des 18. Jahrhunderts vom feudalen Herrschaftssystem trennte, geschah dies beispielsweise in Russland erst über einhundert Jahre später und trug langfristig nicht dazu bei das Leben der einfachen Menschen wirklich zu verbessern. In Europa und Nordamerika hingegen ist es gelungen demokratische Systeme zu etablieren und die Bürger so an gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen aktiv teilhaben zu lassen. Die persönliche Freiheit der Bürger hat hier einen anderen Stellenwert. In Russland und China ist es bis heute nicht gelungen (und wohl auch nicht gewollt) wirkliche Reformen durchzusetzten, die die Rechte des Einzelnen stärken.

Trotz all dieser Erfolge und Errungenschaften stehen aber auch die westlichen Wertesysteme mitttlerweile vor einem großen Umbruch. Die fetten Jahre sind vorbei und zu Moral, ein wenig Solidarität und Anstand fühlen sich scheinbar auch immer weniger Menschen verpflichtet. Es ist an der Zeit mal inne zu halten und darüber nachzudenken in was für einer Welt wir zukünftig leben möchten. Tun wir das nicht verlieren wir vermutlich irgendwann den Anschluss.

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Industrielle Revolution hat da eine große Rolle gespielt. Mit der Dampfmaschine fing es an, dann kamen Motoren, Strom, etc. und das ermöglichte dann den richtig schnellen Handel, auch über weite Strecken und vor allen Dingen den Krieg im großen Stil.

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Bis ins Mittelalter war z.B. China weiter entwickelt als das christliche Abendland, die eigentliche Revolution trat in Europa durch die Erfindung des Buchdrucks und die damit verbundene Verbreitung von schriftlichen Wissen auf. Die frühen Dom- und Klosterschulen bildeten zudem recht früh tausende von Studenten aus, das alles fehlte im Kaiserreich Chinas, das sich lediglich um die Ausbildung von Staatsbeamten kümmerte, das einfache Volk aber nicht wirklich auf eine höhere Ebene hob...

Afrika gilt zwar als Wiege der Menschheit, südlich der Sahara kam es allerdings nie zur Entstehung von Kulturen, die über eine regionale Bedeutung hinwegkamen, Außnahmen sind die König-/Kaiserreiche von Saba und Abessinien. Selbst Großmächte wie Ägypten, Babylon oder die Sumerer hatten Ihre Hochphase lange vor der Entstehung des christlichen Abendlandes. In Südamerika gab es mehrere Hochkulturen, die aber - wie die Chinesen - das einfache Volk nicht ausbildeten oder förderten.

Europa wurde erst durch die Römer domestiziert, die Ihre griechisch-römische Kultur exportierten. In der Folge bildeten sich grössere Zusammenschlüsse der Stammes- und ClanStrukturen, die ab 300 n.Chr. zu den Vorformen erster Fürstentümern führte. Durch die Bildung des Heiligen Römischen Reiches einte Karl der Große weite Teile Europas unter einem Banner, dadurch gelang in der Folge eine Entwicklung, die grosse Städte und produktive Produktionsstätten nebst internationalen Handelswegen entstehen ließ. Selbst die Kreuzzüge trugen Ihren Teil zur Wissensexplosion und Einigung bei, denn erstens gelangte Antikes Wissen nach der Eroberung Jerusalems und dem südlichen Spanien nach Europa zurück, zweitens einte der gemeinsame Kampf ein Europa, dass sich in früheren Zeiten oft gegenseitig bekämpfte...

Seit der Renaissance ist Europa die führende Region dieser Erde, bis heute hat sich daran eigentlich nichts geändert, vor allem wenn man bedenkt, dass auch Nord-Amerika und Australien fast ausschliesslich von Europäern zu dem gemacht wurde, für was es heute steht. Im ausgehenden 18. Jh. führten dann die Revolutionen (vor allem England & Frankreich) zur Bildung von Nationalstaaten und dem Privilegienverlust des Adels/Klerus. In der Folge erklomm das Bürgertum die Leitern der Macht, Demokratie hielt Ihren Einzug in viele europäische Staaten und ermöglichte (auch) dadurch die Industrielle Revolution. Die nun folgende Kolonialisierung der Welt war eine logische Folge des Nationalstaatsprinzip, die technische Überlegenheit ermöglichte den europäischen Großmächten riesige Gebiete unter Ihre Kontrolle zu bringen. Die Ausbeutung der Kolonien war trotzdem weit weniger Profitabel als man denkt, der technologische Druck im Schiffsbau, Entwicklung von Maschinen und Waffen führte allerdings zu einer weiteren Verschärfung der industriellen Revolution. Die Unterlegenheit Chinas im 19. Jh. zeigte sich deutlich bei den Auseinandersetzungen mit England, Potugal und Deutschland, die mit Ihren Schiffen und Waffen innerhalb von Wochen diverse Landstriche an der Küste des Riesenreiches in Ihren Besitz nahmen...

Der Kommunismus nahm seinen Anfang in Mitteleuropa, er war das Gegenmodell zum Kapitalismus, stellte sich aber später vor allem gegen die Demokratien. Das Zarenreich Rußland und das Kaiserreich China war voll von unzufriedenen, armen Bürgern, die den Ideen der Kommunisten sehr aufgeschlossen gegenüber waren. Durch die Jahrhunderte lange Unterdrückung der Landbevölkerung schlossen sich Millionen den neuen Führern an. Osteuropa war lange unter den Habsburgern, eine ähnliche wenn auch nicht unbedingt vergleichbare Situation, die allerdings die Einführung sozialistischer Strukturen erleichterte. Der Kommunismus wäre aber ohne die Triebkräfte China und UDSSR weder in Europa noch in Asien zu so einer Größe aufgestiegen, der Krieg der Systeme verschärfte die Fronten, führte aber im 'Kalten Krieg' eher zu einem langen Frieden, der in den 90er zum Zusammenbruch des Ostblocks führte...

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Kommentar von Serhat70
08.10.2011, 11:40

Klingt plausibel sind aber nur nebensächliche Gründe, die Hauptgründe sind: Mord, Totschlag, wissensdiebstahl, Plünderung, Kolonialisierungen unterwerfung und unterdrückung anderer Völker und zu letzt Kriegstreiberrei. Ohne diese Eigenschaften würde Europa heute noch in die Gebüsche kacken, Menschenopfer in Sümpfe werfen und mit Fellkleidung von selbsterlegtem Wild herumlaufen.

Das es in Afrika zu keiner Kulturentwicklung gekommen sei grenzt schon an Rassismus. In Ätiopien gabe schon eine Kultur da wurde in Deutschland diskutiert ob man nicht endlich den Aufrechten gang einführen sollte, in China ab es schon von 3000 JAHRE Wissenschaft, Philosophie usw. da hat man in Europa noch nicht mal daran gedacht.

Der Reichtum in Europa basiert rein auf unmenschlichem verhalten(nach heutigen Maßstäben).

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Die sogenannten Hochkulturen in Süd-und Mittelamerika sind durch Klima-Probleme und Konflikte auch vor der Ankunft der Europäer wieder zusammengefallen. Man darf nicht vergessen: Ganz Südamerika kannte weder Metall noch Pferd. China war dem Westen im Mittelalter zwar in einigen voraus, hatte sich in der frühen Neuzeit aber isoliert.

Der basale Grund für das Europäische Prosperieren lag in der Vielfalt und Konkurrenz seiner Bewohner (auch bevor man Nationalstaaten kannte.

Der Mittelmeerraum war bis weit in die frühe Neuzeit wirtschaftlich stärker entwickelt war als Nord und Mitteleuropa.

Die Entdeckung Amerikas brachte Südeuropa im 16. Jahrh zunächst auch nochmal einen Schub.

Dann begann sich das Blatt zugunsten Nord und Mitteleuropas zu wenden:

  • Die Silber und Goldimporte aus Amerika führten zu einer Inflation, später stagnierten sie

• England und Holland löste Spanien als Seemacht ab (raubten auch die Kolonien)

• das Ende der "kleinen Eiszeit" bescherte Mittel u Nordeuropa bessere Erträge

• die Durchsetzung des Prostestantismus bedeutete hohe Produktivität in N u M Europa (Max Weber These)

Durch diese Entwicklungen ab 1650 oder 1700 wurde löste Nord u Mitteleuropa Südeuropa als wissenschaftliches und wirtschaftliches Zentrum ab. Denn logisch ist, ist eine Region reich, prosperiert auch die Wissenschaft. Seidem und bis ins 20 Jh. ist das so und wurde nur ergänzt, dass Nordamerika (die Ostküste) als Zentrum dazusteiß.

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Ich denke es liegt daran das in Europa die besten Geolgischen Bedingungen vorherschen, Rohstoffe, Große Küstenlänge, Mildes Klima

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Ich würde in Bezug auf Europa und Afrika nicht immer gleich von Ausbeutung sprechen. Seht euch doch das reichste schwarzafrikanische Land an: Südafrika

Dieses Land stand am längsten unter der Herrschafft von Europäern und dort herrschte sogar eine Rassentrennung. Diese "Ausbeutung" hat wohl auch gut getan.

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Es gibt zu diesem Thema meiner Meinung nach ein sehr gutes Buch. Von einem englischen Militärhistoriker (Geoffrey Parker die Militärische Revolution - meistens bekommt man das allerdings nur noch auf Englisch).

In dem vertritt er ziemlich nachvollziehbar die Meinung, dass der Vorsprung des Westens ganz einfach in seiner Waffentechnologie zu Suchen ist. Kultur hin oder her, der Westen hat es einfach geschafft Feuerwaffen effektiv zu verwenden und hält diesen militärischen Vorsprung bis heute. Und wenn an sieht wie letztenendes Politik gemacht wird und Fakten geschaffen wird, dann ist das immer das Militär.

Finde ich sehr nachvollziehbar die These.

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Das ist etwas viel auf ein Mal., was Du wissen willst. Die Entwicklung der abendländischen Kultur und Industrie ist eine Geschichte für sich. Die kann man hier nicht drei Worten beschreiben: Dichte der Bevölkerung, Infrastruktur, Religion, Kriege, Vor allem die Seefahrt angefangen mit Heinrich dem IV, dann den Engländern. Und vieles mehr ....

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Warst Du noch nie im Urlaub im Süden ? Die Leute da arbeiten halt nicht so gern

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Kommentar von CCJosh
07.10.2011, 22:58

Man kann doch nicht so einfach veralgemeinern

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Kommentar von Tobias87
08.10.2011, 12:31

Warum waren die antiken Hochkulturen ausnahmslos südlich der Alpen beheimatet?

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