Warum ist der ruf der Bundeswehr so schlecht?

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8 Antworten

Die Frage ist ob du das jetzt allgemein meist oder für den Grundwehrdienst oder die spätere Arbeit dort wenn man bleibt.

Allgemein erlebe ich in meinem Umfeld ein paar die sie sehr mögen, andere die sie nicht mögen und viele die ihr neutral gegenüber stehen. Dort kann ich keinen allgemein schlechten Ruf erkennen.

Grundwehrdienst ist immer so eine Sache. Zum einen gab es in der Umsetzung immer Probleme, weil Einzelfälle nur sehr begrenzt zugelassen wurden. An sich MUSSTE man ja nie dienen, man hätte auch Zivildienst machen können. Daher sehe ich die Abschaffung aus mehreren Gründen kritisch: Zum einen weil eben so nur wenige für den Ernstfall ausgebildet sind (egal ob Krieg oder Katastrophenhilfe) und zum anderen weil die Zivis einfach im Sozialen Bereich fehlen. Es gibt viel zu wenige FSJler die das abfangen, aber für "richtige" Angestellte mit Mindestlohn ist oft kein Geld. Zudem ist oft auch eine Hemmschwelle da als Junge ein FSJ in einer Behinderteneinrichtung oder einem Kindergarten zu machen. Das habe ich oft genug gehört, auch von Jungs die es dann doch gemacht haben. Als Zivi mussten sie es machen und viele meinten hinterher, wenn sie gewusst hätten wie es wird, hätten sie keine/kaum Bedenken gehabt. Natürlich gab es auch die sehr Unbegeisterten, aber die gibt es immer, egal bei was.   

Die Arbeitsbedingungen später sind tatsächlich recht schlecht im Vergleich was viele andere Firmen mittlerweile bieten. Ich hätte keine Lust ständig umzuziehen, damit meine Kinder ihren Vater sehen können, nur weil er alle paar 1-3 zu einem anderen Stützpunkt versetzt wird. Ok, vermutlich könnte man sich irgendwie arrangieren, aber anders geht es eben besser... Zudem wird es gefühlt immer schwerer weg zu kommen, da sie einen halten wollen. Einem werden (soweit ich weiß) keine großen Steine in den Weg gelegt, aber die Hilfen die es früher (zu Zeiten als mein Vater aktiv war) noch gab wurden wohl stark reduziert (habe da aber keine persönliche Erfahrung mit). Zudem muss man sich immer länger Verpflichten, wenn man z.B. studieren möchte. Ok, Verpflichtung finde ich nicht schlimm, hat man bei vielen Firmen z.B. bei einem dualen Studium auch (wobei man sich hier oft rausklagen kann, auch ohne das Studium zurück zu zahlen), aber 12 Jahre oder länger (je nach Studium) finde ich dann doch mit 19 einen ganz schön gewagten Schritt. Woher weiß ich jetzt, was ich in 17 Jahren machen möchte? Zumal man ja kaum Mitspracherechte hinterher hat, wo man eingesetzt wird. Ich persönlich bin froh, dass mein Freund sich letztendlich dagegen entschieden hat, obwohl ich selber überlegt hatte mich dort für ein Studium zu bewerben. 

Zudem melden die Medien oft nur negative Nachrichten über die Bundeswehr. Positives hört man fast nie. Auch nach den extremen Hochwassern wurden nur die Feuerwehren und Freiwilligen gelobt, von der Bundeswehr, die selber massenhaft im Einsatz war, habe ich nicht einen Satz gelesen. Man mag jetzt sagen, dass das deren Job sein, aber es ist ebenso der Job der Berufsfeuerwehren. Trotzdem wurden diese gelobt und die Bundeswehr nicht (zumindest nicht hier bei uns in den Medien).



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Ich würde nicht generell sagen, dass die Bundeswehr einen schlechten Ruf hat - das ist sehr stark von der Region in Deutschland und auch dem sozialen Status der äußernden Person abhängig.

Grundsätzlich wirken aber durchaus bestimmte Faktoren darauf ein, dass breite Schichten in Deutschland die Bundeswehr belächeln und/oder negativ sehen:

  • Die Berichterstattung in Deutschland über die Bundeswehr ist grundsätzlich eher kritisch-negativ. Über Positives oder grundsätzliche Entwicklungen (Umstrukturierung etc.) wird so gut wie gar nicht berichtet. Dadurch entsteht der Eindruck, dass gewisse Probleme der Bundeswehr (Ausrüstung, Personalknappheit etc.) nur in Deutschland bestünden. Dies ist aber unzutreffend - nahezu alle westlichen Länder kennen solche Schwierigkeiten, übrigens auch die USA. Wer sich also nur über die Mainstream-Medien über die Bw informiert, erhält einen unzutreffend einseitig-negativen Einblick.
  • Viele Leute erinnern sich an ihre - oft Jahrzehnte zurückliegende - Wehrpflichtzeit mit Gammeldiensten, Saufgelagen o.ä. und verbreiten das weiter als realistisches Bild von der angeblich unfähigen Bundeswehr. Dass sich diese Dinge spätestens seit Aussetzung der Wehrpflicht massiv geändert haben, sehen viele nicht bzw. wollen es nicht sehen.
  • Dass viele Bereiche der Ausrüstung (Kampfpanzer, Panzerhaubitzen, geschützte Fahrzeuge...) von der Qualität hervorragend sind, aber in (noch) zu geringen Stückzahlen vorhanden sind, ist den gewaltigen Umstrukturierungen und Einsparungen der letzten Jahre geschuldet. Das wird aber kaum gesehen - die Beschaffungsskandale der letzten Jahre (siehe Punkt 1) haben die herausragend postiven Dinge in diesem Bereich in der öffentlichen Wahrnehmung leider völlig überschattet.
  • Tatsächlich - das wurde schon in anderen Posts gesagt - ist die Mehrheit der deutschen Bevölkerung sehr militärskeptisch bis pazifistisch eingestellt. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, weil das den Einsatz militärischer Mittel in den Fokus der gesellschaftlich-politischen Beobachtung stellt, jedoch führt das im Extremfall auch zu eingeschränkter bzw. halbherziger Entschlusskraft. Der Afghanistaneinsatz war z.B. stets von der Bemühung der Politik bestimmt, möglichst nicht martialisch bzw. kämpferisch zu wirken. Das führte zum Teil dazu, dass die Soldaten vor Ort vor unklaren Bestimmungen für Gefechtssituationen standen oder nur defensiv reagieren durften, wo offensives Handeln evtl. Menschenleben gerettet hätte.


Ein Wort zum Schluss - negativ wird die Bundeswehr übrigens vor allem im eigenen Land gesehen. Die Verbündeten und andere Länder bewundern und respektieren deutsche Soldaten für ihre Professionalität, die Qualität der Ausbildung und ihre Leistungsbereitschaft. Das nur am Rande.

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Kommentar von Almalexian
21.07.2016, 18:27

"haben die herausragend postiven Dinge in diesem Bereich in der öffentlichen Wahrnehmung leider völlig überschattet."

Jetzt würd mich mal interessieren was die herausragend positiven Dinge sind.

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Weil ihre wahre Qualität nicht erkannt wird. Die Bundeswehr ist nicht nur eine Armee sie ist viel mehr: Karriere Sprungbrett, Disziplinator, Sportlich Aktiv, Vielseitigkeit, Zu Hause, Kameradschaft, Zukunft usw. usw. usw. Das Problem an dem Ruf der Bundeswehr ist nicht die Bundeswehr selbst Schuld sondern die Wehrpflicht. Niemand möchte zu etwas gezwungen werden. Das ist wie Schule, da musst du hin, ob du willst oder nicht. Deshalb reden alle auch so abfällig über die Schule. Jetzt muss die Bundeswehr erst mal sehen das sie den "negativen" Ruf einer Wehrpflichttruppe los wird und das dauert.

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Weil viele Deutsche alles ablehnen was mit Krieg zu tun hat. Ich persönlich halte rein gar nichts von dem übertriebenen Pazifismus. Denn am Ende sind wir diejenigen die sich nicht verteidigen können wenn es mal nötig wird...

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Weil sie von den Politikern gern als Prügelknabe hingestellt wird.

Ich möchte auch nicht in einem Verein dienen der nicht die volle Unterstützung und Anerkennung seines Landes und seiner Bevölkerung hat.

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Es gibt halt sehr viele organisatorische Probleme (auf 1 Soldaten kommen 40 Büromenschen, Waffen/Fahrzeuge stehen nicht ausreichend zur Verfügung, Gelder werden falsch verwendet usw), kannst du auch alles im Internet nachlesen. Zudem wächst die Ablehnung gegenüber Krieg und vor allem Auslandseinsätzen, was das Image ebenfalls beschädigt

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Kommentar von Apfelkind86
21.07.2016, 18:22

Wir haben 181000 Soldaten und ca. 60000 Zivilangestellte.

Wie kommst du da auf deine Behauptung?

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Kommentar von Hikez
22.07.2016, 17:53

Den Großteil des eigenen Wissens bekommt man aus der Schule ja...Die rhetorische Frage am Anfang hätte man sich sparen können, du kannst doch lesen oder? Das Fach nennt sich Politik und Wirtschaft und wird heutzutage am Gymnasium unterrichtet. Ich meine nicht nur die Verwaltung vor Ort, sondern den ganzen Apparat (also auch das, was die Soldaten nicht direkt betrifft, zB die Zuständigen für Investitionen und andere Führungsebenen). Du wirst dich ja aber perfekt mit der gesamten Bundeswehr auskennen, daher tut es mir leid, diesen Unsinn verbreitet zu haben. Halbes Jahr Unterricht mit falschem Zeug vergeudet, verdammt

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Kommentar von Hikez
22.07.2016, 17:54

Die Einsätze laufen ja durch alle möglichen Ebenen, bevor wirklich was passiert

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die Bundeswehr ist ok, nur die Flinten-Uschi ist fehl am Platze

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Finde ich nicht

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