Warum ist der Plural von Fuchs Füchse, der von Luchs aber Luchse?

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4 Antworten

Beide Tierbezeichnungen sind sehr alt und haben sich sprachlich nur langsam weiterentwickelt.

Ich denke, eine banale Erklärung zu haben, warum die Mehrzahl von Fuchs nicht Fuchse ist:

Man sagt "der Fuchs und die Füchsin", so dass das "ü" schon mal naheliegt, auch im Plural verwendet zu werden. "Fuchse" würde m.E. rasch wie "Furze" klingen oder je nach Dialekt schwerer auszuprechen sein (Fuchchchsse) als Füchse ('Fückse').

Im Plattdeutschen sagt man bei uns zu alten Kerlen, denen die Fuchsschläue ins Gesicht geschrieben steht: "Dat sünn aule Vösse." (Das sind alte Füchse.) Auch dort wird aus "Voss" im Plural "Vösse". Es hat mit der Aussprech-Bequemlichkeit zu tun, wenn Vokale moduliert werden.

Beim Luchs heißt das Weibchen "Luchsin" und damit wird wiederum die Linie zum Plural vorgegeben. Außerdem können so beide Tiere in der Mehrzahl akustisch besser auseinandergehalten werden, z.B. früher auf der Jagd:

"Wir haben drei Fuchse erledigt."

"Was? Drei Luchse? Wo?"

"Nein, hör doch zu. Drei Füchse."

"Ach so, sag das doch gleich."

Es gibt leider keine formale Regel für die Umlautbildung bei Pluralisierung von Substantiven.

Wenn ich mich nicht täusche, liegt der Grund in den alten Substantivklassen des Mittelhochdeutschen. Je nachdem, zu welcher Klasse ein Substantiv gehörte, bildete es den Plural mit oder ohne Umlaut.

Das hat sich einfach so im Sprachgebrauch entwickelt. Ich glaube nicht, daß es dafür eine konkrete Erklärung gibt.

Es gäbe da noch hunderte Beispiele.

Huhn-Hühner aber Hund-Hunde

Mein Sohn hat als er klein war immer Hünde statt Hunde gesagt.

Als ich ihm dann erklärte, das die Mehrzahl von Hund "Hunde heißt, meinte er "aber, Vati, wenn's gaaanz viele sind, heißt es doch Hünde"

An den Kleinen merkt man oft die Unzulänglichkeiten der Sprache!

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