Warum ist der mensch ein moralisches wesen?

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Weil  er  ohne  Moral  nicht  funktionieren  und  nicht  siegen  könnte.  Kein    Roboter,  kein  Lebewesen  funktioniert  ohne  Verhaltenssteuerung.  Die  siegbringende  Moral  (die  natürliche  Verhaltenssteuerung,  die  siegreiche  Lebensstrategie)  ist  ins  Genom  hineinprogrammiert  worden. 

Die  natürliche  Moral  ist  zum  Siegen  da.  Sie  ist  durch  einen  ˹4  Milliarden  Jahre  langen˺  Überlebenskrieg  für  die  siegreiche  Selbstvermehrung  entwickelt  worden.  Bei  sozialen  Tieren  ist  der  Sieg  des  Rudels  die  natürliche  Hauptaufgabe  der  angezüchteten  Moral.

Das  natürliche  Gewissen  verbessert  nicht  die  angeborene  Moral.  Das  Gewissen  überwacht  die  Befolgung  der  angezüchteten  Lebensstrategie,  kontrolliert  und  optimiert  das  Eigenverhalten.  Es  sorgt   für  die  siegreiche  Selbstvermehrung,  für  den  Sieg  des  Rudels,  indirekt  auch  für  den  Sieg  der  Gattung.   Es  kümmert  sich  darum,  dass  der  Spagat  zwischen  Egoismus  und  rudelsiegdienlicher  Solidarität  optimal  gelingt.  Der  Sieg  des  Rudels  hat  Vorrang  vor  Egoismus  und  vor  anderen  Vergnügungen.  Das  Gewissen  führt  grob  Buch  über  selbstsüchtige  und  rudelsiegdienliche  Taten.  Zügelt  den  Egoismus  der  Schwachen  intensiver,  als   den  der  Starken,  damit  eine  Hierarchie  ˹die  das  Rudel  zum  Siegen  befähigt˺  entstehen  kann.

Wenn  Moral  und  Gewissen  der  Gerechtigkeit,  und  nicht  dem  Rudelsieg  dienen  würden,  dann  wären  sie  gutartig.  Gerechtigkeit  ist  der  Zustand,  in  dem  alle  möglichst  gut  und  gleich  gut  leben.  Wenn  der   Mensch  eine  gutartige  Moral  und  ein  gutartiges  Gewissen  hätte,  dann  würde  er  nicht  mit  gutem  Gewissen,  gutes  Leben  den  Starken,  schlechtes  Leben  den  Schwachen,  und  Tod  den  Schwächsten  zumuten.

Das  natürliche  menschliche  Genom  ist  nicht  zukunftsfähig.  Es  wird  sich  zu  Tode  siegen.  Die Lowtech-Siegerei  überleben  Viele,  die  Hightech-Siegerei  wird  aber  niemand  überleben.  Der  Mensch  braucht  keine  nach  Sieg,  sondern  nach  Gerechtigkeit  strebenden  Verhaltensregeln.  Richtig  gute  Instinkte.  Moralische  Korrektheit.  Wozu  brauchen  denkfähige,  gutwillige  Menschen  überhaupt  noch  Instinkte,  angeborenes  Wissen?  Damit  sie  unter  allen  Umständen,  auch  wenn  sie  keine  Zeit  zum  Nachdenken  haben  (wenn  sie  sich  schnell  entscheiden  müssen),  gutartig  bleiben.  Angezüchtetes  Wissen  geht  nicht  verloren,  muss  nicht  aufgefrischt  werden,  kann  blitzschnell  abgerufen  werden,  drängt  sich  sogar  automatisch  auf.  Man  braucht  vorgefertigte  Problemlösungen,  altbewährtes  Wissen  um  sich  viel  Bedenkzeit  zu  ersparen,  um  Denkfehler  zu  vermeiden,  um  aussichtslosem  Nachdenken  (oder  herumexperimentieren)  bei  unlösbaren  Denkaufgaben  vorzubeugen.  Sehr  wichtiges  Wissen,  die  besten  Verhaltensanweisungen,  muss  man  ins  Genom  einprogrammieren.  Die  Verhaltenssteuerung  des  Menschen  muss  neu  geschrieben  werden.  Bis  die  Gentechnik  so  weit  ist,  dass  sie  das  kann,  muss  das  Großhirn  das  Kleinhirn  entmachten,  zumindest  aber  stark  zügeln. 

Der  Mensch  sollte  sich  nicht  mit  seinem  Genom,  oder  mit  seinem  Kleinhirn  identifizieren,  sondern  mit  dem  Großhirn.  Niemand  verliert  seine  Persönlichkeit,  niemand  wird  zu  einem  halben  Menschen,  weil  sein  Ichbewusstsein  alleinig  aus  dem  Großhirn  kommt.  Das  Großhirn  besitzt  eine  komplette  Persönlichkeit.  Wenn  die  Gentechnologie  so  weit  ist,  bekommt  der  Mensch  ein  perfektes  Genom  mit  einer  perfekten  Moral.  Dann  bekommt  das  Kleinhirn   einen  Teil  seiner  Macht  wieder  zurück,  dann  darf  es  sich  wieder  am  Ichbewusstsein  und   an  der  Verhaltenssteuerung  beteiligen.

Du meinst ein unmoralisches Wesen, kein Mensch ist moralisch

Weil er ein Gewissen hat.

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