Warum ist der Leistungsdruck auf dem Gymnasium so groß, wenn es doch noch Kinder sind?

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo!

Ja, da gebe ich dir schon recht.

Aber hier ist alles auf Leistung getrimmt.
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft.
Durch die Einnahme von verschiedenen Substanzen wird versucht, den Menschen noch leistungsfähiger zu machen. In den USA wird gerade versucht, LSD wieder salonfähig zu machen, sodass es legal wird, ihn in kleinsten Mengen nehmen zu dürfen, eben, um die Leistung und die Kreativität steigern zu können, obwohl LSD sehr vielfältige Wirkungen hat und bei vielen anders wirkt.

Tja, die Menschen glauben wohl daran, dass es überlebenswichtig für sie sei, Leistung zu bringen.
Manche steigen aus und werden glücklich. ;-))

Für Staat und Führungsmenschen ist dies gut, sie haben uns so unter Kontrolle und wir dienen ihnen gut. Zudem sind wir zu beschäftigt, um nachdenken zu können und zu müde, um zu rebellieren. ;-))
Deine Seele ist denen völlig piepschnurzegal.
Da müsste dann schon jeder eigenverantwortlich darauf achten.

hallo :) ja die leistungsgesellschaft...ich denke die leistung sollte mit dem alter zunehmen...und nicht so früh schon nach der 4.... burnout unter schülern nimmt zu, das ist schlimm, unser system macht die kinder krank...ob jetzt die eltern die schuld tragen oder die schulart, jedenfalls die leidtragenden sind letzendlich die kinder und das muss ernst genommen werden. ein kind sollte vom prinzip her schon gerne zur schule gehen. hier zählt nur funktionieren funktionieren funktionieren, und wenn du das nicht mehr kannst, dann bist du auch egal...nur solange man funktioniert ist man etwas wert in der gesellschaft... man darf gar keine schwächen zeigen...

1
@xokolatl

Ja, so wird man oft behandelt.
Es ist gut, dies zu durchschauen und zu erkennen, dass man sehr wohl Fehler und Schwächen haben darf, dass in Wirklichkeit diese sowieso jeder Mensch hat, und dass dies völlig ok so ist.
Wichtig und entscheidend bei allem ist, wie man selbst damit umgeht, wie man selbst darüber denkt.

Vermutlich ist es sehr weiterführend und gut, wenn man sehen kann, dass auch ohne Abitur das Leben gut weitergehen kann, dass Abitur und Studium nicht zwingend für das eigene Lebensglück erforderlich sind, was ja viele Menschen und Geschichten zeigen.

Einen Schuldigen für alles zu finden ist üblich, womöglich auch interessant, aber wenig hilfreich für einen selbst nur.

Es gibt schon auch einige Menschen, die nicht nach Vorstellungen Anderer funktionieren und (vielleicht gerade deshalb) sehr glücklich und zufrieden mit ihrem Leben sind.
Das entscheidet jeder für sich selbst, wie sehr er sich auf alles einlässt bzw. auf was er sich einlässt.
Aber viele haben nun mal Angst davor, nicht zu funktionieren, Schwächen zu haben (die ja vielleicht gar keine sind - nur für diese Gesellschaft oder so) und diese zu zeigen ..... und setzen sich aufgrund ihrer eigenen Angst unter Druck.

1

Früher haben die Grundschullehrer entschieden, wer fürs Gymnasium "geeignet" ist und wer nicht. Heute entscheiden die Eltern, und wer WILL, dass sein Kind Abi macht, zwingt sein Kind dazu.

Die Schule kann nichts dafür, dass gefühlt 50% der Gymnasiasten an anderen Schulen besser aufgehoben wären und der Unterricht auch für alle anderen unter ihrer Überforderung leidet.

Dazu kommt die moderne Weltsicht: "Jeder kann alles erreichen, und wenn es nicht klappt, läuft irgendwas schief!"

Dummerweise waren Gleichberechtigung und entsprechende Gesetze aber nie so gemeint. Jeder darf alles versuchen - aber jeder muss auch damit klarkommen, dass er in vielen Bereichen scheitern wird. Es ist so verdammt einfach, immer irgendeinen Schuldigen auszugraben, wenn wieder ein Traum zerplatzt - aber auf Dauer schwächt man sich nur selbst, wenn man sich zum hilflosen Opfer erklärt und sein Dauerversagen zum grausamen Schhicksal.

Jedes Kind, das auf dem Gymnasium leidet, könnte problemlos auf eine Gesamt-, Real- oder Hauptschule wechseln. Jeder Mensch kann nach einem "niedrigeren" Abschluss das Abitur nachholen - direkt im Anschluss, oder auf einem zweiten, dritten, siebzehnten Bildungsweg.

Man braucht immer noch kein Abitur, um einen Beruf zu erlernen, von dem man vernünftig leben kann. Wenn man sich von der Vorstellung verabschiedet, dass jeder einen Anspruch auf Villa, Sportwagen und Segelyacht hat.

Auch hier gilt wieder: jeder darf darauf sparen, bei vielen reicht es am Ende aber nur zu Mietwohnung, Gebrauchtwagen und Gummiboot. Aber auch damit kann man zufireden sein...

Ich empfand das Gymnasium nicht als stressig... und ich habe öfter Vieren geschrieben als Einsen.

Vielleicht ist aber die Schülerschaft heute doch etwas verweichlichter als vor zehn Jahren. Zu meiner Zeit hätte ein Schüler nicht gefragt "darf der Lehrer mir eigentlich ne Strafarbeit geben oder ist das schon Mobbing", sondern hätte einfach entweder die Strafarbeit gemacht oder sich noch mehr Stress abgeholt.

Es gab auch kein "aber wenn jemand nen Kuchen mitbringt, muss der auf jeden Fall lactosefrei sein" oder "das Essen meines Tischnachbarn ist nicht vegan, ich beschwere mich".

Sondern Schüler konnten noch akzeptieren, dass etwas so ist, wie es ist.

Ach ja: Es gab noch eine verbindliche Schulempfehlung. Wenn Lehrer nach der Grundschule sagten, das Kind wäre am Gymnasium überfordert, dann kam es nicht aufs Gymnasium.

Heutzutage scheinen Eltern so etwas als persönlichen Angriff zu verstehen und aus Prinzip ihr Kind aufs Gymi zu stecken, egal obs damit zurecht kommt.

Zum letzten Satz will ich feststellen, dass die Aussage vom Grundsatz zwar stimmt, viele Eltern haben aber auch einfach realisiert, dass die Zustände auf sehr vielen Schulen niedrigerer Schulfomen einfach miserabel sind. Halbwegs akzeptable Zustände gibt es oft nur noch an Gymnasien. Ich glaube zwar auch, dass viele Eltern heute seltsame Vorstellungen haben, dennoch ist unser Schulsystem einfach schlecht.

0
@DerJoergi

Ich weiß jetzt nicht, was du unter miserablen Zuständen verstehst...

Aber von den jugen Menschen, die in meiner Verwandtschaft aktuell auf Haupt- und Realschule gehen, höre ich nichts das mich großartig schockieren würde. Jedenfalls nichts, das bei uns am Gymi wesentlich besser gewesen wäre.

0
@RedPanther

Regional ist das auch durchaus mal möglich- die ein oder andere gute Schule gibt es durchaus. Leider ist das aber absolute Glückssache geworden- wenn man wie ich beruflich viele Schulen kennenlernt kann man leider nur feststellen- dass das System eben noch schlechter ist, wie man es aus der Presse aber auch schon entnehmen kann. Aktuell gab es die Untersuchung zum Sicherheitsempfinden / Gewalterfahrungen der deutschen Schüler- hier schneiden wir teilweise schlechter ab wie afrikanische Länder. Schüler mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Verhältnissen haben nachweislich kaum Aufstiegschancen. Kinder mit besonderem Förderbedarf fallen oft auch völlig durchs Raster. Es gibt kein Qualitätsmanagement an Schulen- Lehrer können weitestgehend frei agieren- viele unmotivierte Lehrer erzeugen viele unmotivierte und überforderte Schüler. Die Lehrerausbildung ist fachbezogen zwar gut, pädagisch aber absolut unzureichend- es gibt keine Eignungsprüfungen für Lehrer. Diese Liste könnte ich noch deutlich weiter führen.

1

Was möchtest Du wissen?