Warum ist der Glaube so anstrengend?

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Wenn Dir Dein Glaube wichtig ist, wie wäre es damit, Dich mit Dingen zu beschäftigen, die Deinem Glauben entsprechen und auch entsprechend zu handeln? 

Im Laufe meiner Mitgliedschaft in der Kirche Jesu Christi habe ich vor allem gelernt (auch durch die Entwicklung von Anderen), dass es in der Entwicklung des persönlichen Glaubens (Mormonen nennen dies ein persönliches Zeugnis) keinen Stillstand gibt. Entweder man arbeitet daran und stärkt den persönlichen Glauben dadurch oder man arbeitet nicht daran und der persönliche Glaube wird allmählich schwächer bis es irgendwann so erscheint, dass man nie geglaubt hätte.

In der Bibel gibt es verschiedene verheißene Möglichkeiten, die geistige Erfahrungen mit sich bringen sollen (und ich kann dies durch meine persönlichen Erlebnisse bestätigen), durch welche man Anlass bekommen kann, an seinem persönlichen Glauben zu arbeiten und diesen dadurch beständig zu stärken:

Anderen in Nächstenliebe uneigennützig zu helfen, bewirkt positive Gedanken und Empfindungen sowohl beim Geholfenen als auch beim Helfenden.

Ein Gebet indem es um wichtige Antworten geht, welche einem helfen, den richtigen Weg zu finden kann anfangs zu einem bestätigenden Gefühl in Bezug auf geschlossene (Ja oder Nein) Fragen führen. Bei stärkeren Glauben sogar zu Inspirationen in klaren Worten. (hier zu fällt mir unter anderem folgendes ein: https://www.google.de/search?client=opera&q=Spuren+im+Sand&sourceid=opera&ie=UTF-8&oe=UTF-8#safe=off&q=Vater+unser+unterbrich+mich+nicht)

Ein Gebet in welchem es entweder darum geht, dass man Beistand erhält, um anderen etwas Gutes zu tun, oder direkt um eine Fürbitte für andere, weil man der, dem oder den Betreffenden nicht selbst helfen kann kann entsprechend dem Glauben an das Gebet bewirken, dass zugunsten der Betreffenden entsprechend direkt der, dem oder den Betreffenden geholfen wird oder man Beistand bekommt, dass man anderen entsprechend etwas Gutes tun, also im Sinne der Nächstenliebe handeln kann. Wichtig sind hierbei, und das weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man um nichts bittet was entgegen der Nächstenliebe und/oder der Entscheidungsfreiheit anderer stünde und dass man auf den eigenen Wortlaut im Gebet achtet, denn ich habe es immer wieder erlebt, wie die erbetene Hilfe sich genau an den Wortlaut im Gebet gehalten hat. 

Während es bei dem Gebet um Antwort bzw. Erkenntnis schon bei einem relativ schwachen Glauben möglich ist, Antwort durch ein bestätigendes Gefühl zu erhalten, braucht es bei einem Gebet um Beistand oder Fürbitte schon einen stärkeren Glauben und vor allem ein Vertrauen darauf, dass es auch geschehen wird. Da anderenfalls nicht die Bitte, sondern die Erwartung (nach dem Motto dass man glaubt, dass es mit der Bitte sowieso nichts wird) erfüllt wird.

Wenn man sein Bewusstsein darauf konzentriert, was geistig erbaut, kann man durch verschiedene Dinge im Alltag Inspirationen in klaren Worten erhalten, die auf einen selbst persönlich zugeschnitten sind und einem helfen können, geistig weiter zu wachsen. Man sollte dabei sowohl darauf bedacht sein, dass diese Botschaften positiv sind und dass diese persönlichen Inspirationen für einen selbst, nicht aber für andere sind. Sie dienen daher nicht der Unterweisung von anderen, sondern allein der eigenen Entwicklung, es sei denn, man betet darum, wie man anderen helfen kann, glücklicher zu werden und hilft der, dem oder den Betreffenden dahingehend nur insoweit, wie es im Sinne der Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, der Entscheidungsfreiheit des oder der Betreffenden und der positiven Empfindung und Entwicklung derselben Person/en zuträglich ist. Geht es dabei um Zurechtweisungen sollte man entsprechend vorsichtig sein und nicht über andere urteilen, denn das ist mit der Nächstenliebe zumeist nicht vereinbar.

Man kann in der Entwicklung des persönlichen Glaubens hin und wieder eine Empfindung erhalten, dass man anderen helfen sollte. Wenn man dieser Empfindung folgt, kann man im Laufe solchen Handelns auch erkennen wie genau man anderen helfen kann. Auch dies ermöglicht, in Bezug auf geistige Eingebungen und Inspirationen einen stärkeren Glauben und dadurch auch eine bessere Wahrnehmung zu erlangen, denn wer nicht glaubt, der nimmt die "sanfte und leise Stimme des Heiligen Geistes" noch weniger wahr, als derjenige sein Gewissen, der es verdrängt.

Es gibt auch noch weitere Verheißungen in der Bibel, aber für jene, beispielsweise in Bezug auf geistige Gaben, braucht man schon ein mitunter sehr starkes Vertrauen.  

Zu guter Letzt noch ein Hinweis. Wen man glaubt, dass Gott sich von einem entfernt hat, sollte man versuchen umzukehren, denn sehr wahrscheinlich hat man selbst Gott den Rücken zugekehrt und ihn deshalb aus den (geistigen) Augen verloren hat. Wendet man sich Gott jedoch wieder zu, wird man erkennen, dass er nie weit entfernt, sondern lediglich betrübt war, dass man sich von ihm abgewendet war. In diesem Sinne fällt mir das Gedicht Spuren im Sand ein (siehe http://www.life-is-more.at/life/gedichte/spuren_im_sand.php).

Vielen Dank für das Sternchen. :)

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Hallo Halihallo21,

ich frage mich nur eines: Wenn Du Dich als Christ bezeichnest, warum sprichst Du davon, dich bekehren zu müssen? Offensichtlich meinst Du damit, wie Du es schaffen kannst, Dein Leben durch und durch christlich zu gestalten, nicht wahr?

Der christliche Glaube schließt natürlich vieles mit ein. Um jedoch aus ganzem Herzen Christ sein zu können, ist Liebe zu Gott und zu seinem Sohn, Jesus Christus, unabdingbar. Um diese Liebe zu entwickeln, ist es notwendig, sich eingehend mit der Bibel zu beschäftigen und sie zu verstehen. Warum? Einfach gesagt: Weil sie eigentlich wie ein langer Brief von Gott an uns Menschen ist. Natürlich ist die Form dieses "Briefes" eine ganz andere als bei einem normalen Brief. Gott gebrauchte über 40 Schreiber über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren, um dieses Buch zu verfassen. Gott wachte über das, was sie schrieben, damit es nicht ein menschliches, sondern ein göttliches Werk werden konnte. Warum kann man das sagen?

Nun beachte einmal eine Aussage, die die Bibel darüber macht, wie sie zustande gekommen ist:
"Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in [der] Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk" (2. Timotheus 3:16,17).

Wie hieß es am Anfang dieses Textes? Die Schrift sei "von Gott inspiriert". Was heißt das? Das heißt, dass Gott beim Verfassen der Texte der Bibel Einfluss genommen hat. Einiges von dem, was die Bibelschreiber niederschrieben, wurde ihnen direkt von Gott diktiert, bei den meisten Texten jedoch ließ Gott den Schreibern die Freiheit, eigene Gedanken und Empfindungen mit einfließen zu lassen und auch eigene Formulierungen zu verwenden. Da Gott jedoch ihr Schreiben überwachte, kann man ihre Schriften als von Gott kommend betrachten.

Jedes mal, wenn Du in der Bibel liest oder Du sie Dir vorlesen lässt, entsteht eine Verbindung zu Gott. Frage Dich vor allem immer: Was will er mir durch diesen oder jenen Gedanken sagen? Oder: Was kann ich aus dem Erzählten über Gott lernen - über seine Eigenschaften, seine Einstellung oder seine Denkweise? Wenn Du so die Bibel liest und analysierst, dann ist das Lesen in ihr ein echter Gewinn für Dich und macht Dir auch zunehmend Freude. Auch wenn das Ganze nur wenige Minuten dauert, so ist diese kurze Zeit doch gut eingesetzt, meinst Du nicht auch? Wenn Du dann irgendwann wieder mehr Zeit hast und Dein Verlangen nach dem Wort Gottes größer geworden bist, dann kannst Du ja den Zeitrahmen etwas erweitern.

Die Bibel fordert uns alle dazu auf: "Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen" (Jakobus 4:8). Jedes Mal,wenn Du Dich bemühst in der Bibel zu lesen, machst Du einen Schritt auf Gott zu. Immer mehr wird er Dir zu einem Vertrauten und zu einem Freund, mit dem Du über alles sprechen kannst, selbst über die tiefsten innersten Gedanken und Gefühle. Das wiederum bringt Dich Gott noch viel näher. Im Laufe der Zeit wirst Du merken, dass Dir die Freundschaft zu Gott zu dem Wichtigsten im Leben wird! Und Du betrachtest Dein Leben mit ganz anderen Augen. In Dir entsteht das Gefühl der Freude und des Glücks in einem Maß, das Dir durch nichts sonst gegeben werden kann.

Um dahin zu gelangen, muss man einen Anfang setzten. Du musst Dich vielleicht erst einmal dazu durchringen, anzufangen, Dich mit der Bibel zu beschäftigen. Und wie sagt man so schön: "Der Appetit kommt beim Essen". Ist erst einmal das Herz beteiligt, dann entsteht aus dem "ich muss" ein "ich will". Wie sagte es doch Jesus einmal in den Glücklichpreisungen der Bergpredigt?: "Glücklich sind die, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewußt sind" (Matthäus 5:3). Geistige Bedürfnisse hat jeder Mensch, doch die wenigsten sind sich dieser Bedürfnisse auch bewusst und unternehmen etwas.

Stell Dir einmal vor, jemand hätte plötzlich überhaupt kein Hungergefühl mehr. Stände er nicht in der Gefahr, zu verhungern oder zumindest unterernährt zu werden? Wird der "geistige Appetit" angeregt, dann beginnt man auch zu "essen". Und das Ergebnis? Jesus sagte, dass man dadurch "glücklich" werden würde. Ist das nicht auch ein guter Grund, es einmal mit dem Bibellesen zu versuchen? Mit zunehmendem Verständnis aus dem Wort Gottes wird sich auch Deine Motivation steigern, nach dem, was Du daraus erfahren hast, zu handeln. Wenn beim Lesen der Bibel Fragen auftauchen - was ganz sicher geschehen wird - so kann Dir das Buch "Was lehrt die Bibel wirklich?" eine Hilfe sein, die Lehren der Bibel richtig zu verstehen. Du kannst dieses Buch googeln und kostenlos downloaden. Alles Gute!

LG Philipp

Vielleicht kann es hilfreich sein, sich einfach auf die Verheißungen und festen Zusagen zu verlassen, die uns Gott in der Bibel gibt:

"Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Johannes 3,16

"Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes." 1. Johannes 5,13

"Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn." Römer 6,23

"Wenn wir unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. " 1. Johannes 1,9

"Ohne Glauben ist´s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt." Hebräer 11,6

"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen." Johannes 5,24

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