Warum ist der Führerstand bei einer Dampflok immer hinten?

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Hallo, das mit dem Tender ist richtig und wurde mangels der aufwendigen weitern Entwicklung auch für die ersten Öl angetriebenen Dampfloks so übernommen. Im Dampflokzeitalters gab es noch eine Testlokomotive, wo der Führerstand vorn angeordnet war. Doch das Modell ging nie in Serie, denn auch die Diesellokomotiven kamen auf und nahmen vermehrt den Dampfloks die Arbeit ab. Das Zeitalter des Dampfes war einfach zu Ende.

Wenn ich mir alte Filem anschaue und immer sehe wie der Lokführer seitlich aus dem Fenster an der Lok vorbei schaut ist das doch eigentlich eine Fehlkonstruktion

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Es hat, das wurde schon gesagt, konstruktive Gründe. Klar, man hätte auch zwei Bedienplätze einrichten können, vorne den Lokführerplatz mit freier Sicht auf die Strecke und hinten (Zwichen Kohle und Kessel den Heizerplatz. Das wäre aber sehr unpraktisch, weil heizer und Lokführer ein Team sind, welches miteinader arbeiten muss. Der Lokführer kennt die Strecke und sagt dem Heizer, wann er richtig Dampf machen muss, und wann weniger. Ausserdem schaut der Heizer auch mit auf die Strecke, wenn das Feuer versorgt ist. Weniger problematisch ist das Ganze auf den Tenderloks. da ist die Rückwärtsfahrt einfacher, weil nur der Kohlenkasten an der Lok angesetzt ist. Daher galt für Tenderloks die gleiche Geschwindigkeit für beide Fahrrichtungen, für die Schlepptenderloks war Rückwärts 50 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der Lokführer musste von links am Tender vorbei sehen. Die Signale stehen aber rechts an der Strecke. Interessant dürfte an dieser Stelle noch die BR 65 gewesen sein. 6 Maschinen dieser Baureihe bekamen Steuerungseinrichtungen für den Wendezugbetrieb. Das bedeutete dann, das Lokführer und Heizer getrennte Arbeitsplätze hatten, wenn die Lok am hinteren Zugende fuhr. Eine ölgefeuerte Dampflok wär leichter umzudrehen gewesen. Es gab da auch einen Versuch. Die Lok wurde gewendet, der Tender an der vorderen Kesselseite angehangen und die Versorgungsleitungen für Öl und Wasser entsprechend geändert. Der Führerstand bekam eine entsprechende Verkleidung. Einfacher blieb aber der alleinige Umbau der Feuerung selbst und die Anpassung des Tenders an den Ölbetrieb. Die dicke Pampe (Schweröl) musste nämlich vorgewärmt werden, damit Sie sich pumpen ließ. Ich hab das mal bei der 01 1066 der UEF ( Ulmer eisenbahn Freunde) erlebt. Um die anzuheizen stand mehrere Stunden lang eine alte BR 215 vom Eisenbhnmuseum Bochum (Diesellok mit Dampfkessel für die frühere Zugheizung) vor der 01 und wärmte mit eben dem Heizdampf das Öl im Tender vor..

hey, ich weiß es auch nicht sicher aber ich vermute mal, wenn im Falle eines Falles Züge zusammen fahren, dann hat man eine Knautschzone. Man möchte ja nicht ganz vorne am Unfall stehen :)

Bei den heutigen Loks staht der Lokführer auch ganz vorne

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Warum das so ist kann ich dir nicht sagen. Beim Tender klingts noch logisch, aber ich denke das hat einfach mit der Motorik zu tun, die sitzt bei den meisten Autos ja auch vorne - Beschäftige doch mal mit der Konstruktion einer solchen Lok oder ruf ein Museum dafür an, die helfen sicher weiter.

Die ganze Mechanik und technik mit unzähligen Ventilen, Anzeigen, Hebeln, Stellräder, mussten über Wasserrohre doch ins Führerhaus verlegt werden. Da war es ja logisch das dann der Führerstand hinten ist in der Nähe des tender. Damals gab es keine Elektrischen kabel, mit denen man die Anzeigen, schalter, bedienelemente einfach beliebig anordnen konnte und über Kabel an den Rechner angeschlossen werden könnten. heute ist das viel "einfacher" Dafür gibt es heute andere probleme, die es früher nicht gab.

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