Warum ist der deutsche Humor so unlustig im internationalen Vergleich?

13 Antworten

Warum ist der deutsche Humor so unlustig im internationalen Vergleich?

Das ist ein Irrtum. Der Fragesteller ist begrifflich auch zu unpräzise! Denn:

Wenn ich mir zB amerikanische Comedians anschaue kann man ab und zu auch tatsächlich mal lachen, während mir die miserablen deutschen Comedians nicht mal ein müdes Lächeln entlocken können.

"Comedians" sind allenfalls eine der vielen Erscheinungen des Humors, hier: des Klamauks. Humor beschränkt sich aber keinesfalls auf Klamauk, im Gegenteil, das ist die unwichtigste Erscheinungsform des Humors.

Die US-Amerikaner mögen sich auf Klamauk beschränken, für die Deutschen aber ist kennzeichnend, dass sie Humor auf höherer Ebene bevorzugen: dem politischen Kabarett. Gewiss, die intellektuellen Anforderungen an politisches Kabarett sind deutliche höher als an Klamauk, aber die Beliebtheit des Kabaretts in Deutschland spricht mehr für deutschen als amerikanischen Humor! Es gab und gibt hervorragende Kabarettisten, die nicht nur trefflich die Zeitgeschichte analysieren, sondern dies auch noch sehr lustig! Beispiele: Die Insulaner der 1950er und 60er Jahre (Klassiker), Münchner Lach- und Schießgesellschaft der 1960er und 70er Jahre (Klassiker), Notizen aus der Provinz und später Scheibenwischer von und mit Dieter Hildebrandt (Klassiker), Wolfgang Neuss (Klassiker), Georg Schramm, Volker Pispers, Urban Priol, Christoph Sieber, das Team von "Die Anstalt" (von Wagner, Uthoff), Hagen Rether uvm.

Ich habe keinen einzigen lustigen Comedian gefunden über asoziales Unterschichten-TV wie Mario Barth ...

In der Tat ist das Beispiel Barth auch schlecht gewählt. Selbst in Bezug auf Klamauk haben die Deutschen viel zu bieten. Es liegt wohl an der geringen Auswahl, auf die sich der Fragesteller stützt, dass er zu Fehlurteilen kommt. Selbst Klamauk ist in Deutschland lustiger als amerikanische Albernheit: Heinz Erhardt, Didi Hallervorden, Otto, Klimbim oder Jürgen von Manger (als Adolf Tegtmeier, Gelsenkirchen) als Klassiker, oder aktueller: Jürgen von der Lippe, Heute-Show, Günter Grünwald, Schleichfernsehen, Jochen Malmsheimer, Horst Evers, Vince Ebert uvam.

Britische Comedians sind beispielsweise auch lustiger, nur die deutschen nicht.

Britische Comedians sind in der Tat lustiger - als amerikanische, aber nicht unbedingt als deutsche. Der britische Humor ist oft feinsinniger als der deutsche, aber nicht grundsätzlich tiefgründiger.

Fazit: Die Deutschen hatten schon immer und haben auch heute noch sehr viel Humor, sie brauchen keinen internationalen Vergleich zu scheuen! Außer den genannten Beispielen aus Rundfunk und Fernsehen erinnere ich nur noch an berühmte Literaten wie Wilhelm Busch und Kurt Tucholski!

MfG

Arnold

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.

Wen verstehst du denn unter "miserable deutsche Comedians"?
Mario Barth ist schon recht schwach, das muss ich zugeben.

Allerdings gibt es sehr gute deutsche Comedians. Zum Beispiel Thorsten Sträter (kann sein, dass man das mit 16 oder 18 Jahren noch nicht so versteht; mir gefällt das jedenfalls).

https://youtube.com/watch?v=sBr_B4KII4E

"dressiertes Frettchen mit einer Polaroid-Kamera..." :)

Anzubieten habe ich noch: Piet Klocke, Hape Kerkeling, Johann König und (auch wenn jetzt einige mit dem Kopf schütteln) Helge Schneider. Immerhin ist es ja auch im Bereich des Möglichen, dass du nicht so alles kennst in diesem Bereich.

Ich mag auch britische Comedians (ich muss z.B. oft an den Sketch von Monty Python denken, in dem es um die "Besteigung der zwei Gipfel des Kilimandscharo" geht).

Amerikanische Comedians kenne ich zu wenig, um mir da ein fundiertes Urteil bilden zu können.

 

Ich könnte natürlich auch Loriot nennen, aber den kennt auch mein 30-jähriger Kollege schon nicht mehr. (Der Fragesteller könnte noch etwas jünger sein, daher komme ich lieber mal mit etwas aktuelleren Comedians)

 

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Ich finde diesen affektierten, gestellten Humor der Amerikaner ehrlich gesagt ziemlich unlustig und nicht besonders tiefgründig - Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. 

Deutsche haben ja auch im Ausland den Ruf, eher humorlos zu sein. Der Humor ist eben trockener und wird nicht so zur Schau gestellt , sondern halt eher unterschwellig. Wobei ich viele der deutschen Comedians auch nicht witzig finde, vieles ist ziemlicher Proletenhumor , aber solche gibt es eben auch in jedem Land. 

Geschmäcker sind nunmal unterschiedlich. Ich kann mich im allgemeinen nicht sonderlich mit Comedians anfreunden - Wenn ich Clowns sehen möchte, dann gehe ich in den Zirkus.

Davon ab haben Comedians nicht sonderlich viel mit Humor im allgemeinen zu tun. Und mir fällt spontan auch kein einziger US-Comedian ein, den ich wohlwollender Weise als witzig bezeichnen könnte.

Deutscher Humor (nicht jedoch zwingend Komiker) ist mitunter subtil und trocken. In den USA ist er eher affektiert, banalisierend und sehr oft blödelig.

Ist Humor nicht so ne persönliche Kiste?
Was der eine lustig findet, ist für den einen etwas worüber man keine Witze machen sollte?
Braucht man nicht für einige Arten Humor einen gewissen Mindeststand an Ahnung (politische Witze, ...)?

Amerikanische Comidians finde ich in der Regel einfach affig und nicht lustig.
Die Briten haben einen recht schrägen Humor, finde ich, für den man wirklich erstmal Ahnung haben muss

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