Warum ist der Amazonas Regenwald durch den Klimawandel gefährdet?

5 Antworten

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Würde man den Regenwald in Ruhe lassen, könnte er den Klimawandel durchaus überstehen. Die Pflanzen würden sich vielleicht sogar an deutlich höhere Temperaturen anpassen.

Nur ist es so dass man diese Wälder eben nicht in Ruhe lässt. Man verbrennt sie und rodet sie für Soja, was man für die Viehzucht braucht. Werden die Regenwälder immer kleiner, verändern wir damit das Klima. Es wird deutlich heißer, weil die Strahlen der Sonne bis auf den Boden vordringen können. Sie heizen den Boden so sehr auf, dass die Pflanzen bei zu großer Trockenheit eingehen und vertrocknen. Bereits heute gibt es im Nordosten von Brasilien im Sertão, ein sehr großes Gebiet in dem es nur sehr selten regnet. Die Trockenzeit wird dort seit vielen Jahren immer länger, die Flüsse führen immer weniger Wasser und der Grundwasserspiegel sinkt immer weiter. Landwirtschaft ist in diesem Gebiet nur noch in sehr eingeschränktem Maße möglich und die Gebiete in denen es gar kein Wasser mehr gibt werden immer größer. Das ist eine direkte Folge der Abholzung des Regenwaldes.

In einem Regenwald verdunstet jeder einzelne Tropfen 7 bis 9 mal bevor er in einem Fluss landet. Er regnet auf die Blätter der Bäume, verdunstet und regnet immer wieder herab. Der Wald erzeugt mit dieser ständigen Verdunstung sein eigenes Klima. Dadurch ist es am Boden feucht und kühl. Die Bäume nehmen die Energie der Sonne mit ihren Blättern auf und betreiben damit Fotosynthese. Die Energie der Sonne gelangt also gar nicht bis auf den Boden. Der liegt IMMER im Schatten.

So bald man die Bäume fällt, gelangen die Strahlen der Sonne bis auf den Boden. Sie heizen ihn auf und diese Hitze muss irgendwo hin. Wird der Wald immer großflächiger abgeholzt, kann der restliche noch stehende Wald diese gewaltige Hitze nicht mehr aufnehmen. Das Klima kippt und es regnet sehr viel seltener. Dadurch verdursten auch die noch stehenden Bereiche des Regenwaldes und die Bäume gehen in Flammen auf. Von da an ist an Landwirtschaft in dieser Region nicht mehr zu denken. Es gibt zu wenig Wasser für die Sojafelder, die Pflanzen vertrocknen und das Land wird zur Wüste, ganz ähnlich wie die Sahara.

Wenn es jetzt doch einmal regnet, dann wird der Boden nicht mehr von den Wurzen der Pflanzen zurück gehalten. Er wird sofort weg geschwemmt und landet in den Flüssen, genau wie der Regentropfen der jetzt nicht mehr 7 bis 9 mal verdunstet. Auch dieser Regentropfen kann nur noch ein einziges mal herunter regnen. Er landet sofort in einem Bach und fließt von dort in einen Fluss. Allein das zeigt schon warum es ohne die Bäume sehr viel weniger regnet.

Wenn es keine Vegetation mehr gibt und das Land zu einer riesigen Wüste geworden ist, kann dort auch später nichts mehr wachsen. Es wird jeden Tag so heiß, dass jede keimende Pflanze sofort verbrennt. Regenwasser erreicht nicht mehr den Erdboden. Die Tropfen verdunsten noch in der Luft. Die Hitze ist so gewaltig, dass sie sich neue Wege suchen muss. Sie strömt vom Äquator nach Norden und Süden. Denn das sind die einzigen Wege die der Hitze bleiben. Diese zusätzliche Wärme wird sich auf den gesamten Planeten auswirken und auch uns ordentlich einheizen. Winter ist dann nur noch ein Wort aus einer fernen Vergangenheit, das keinerlei Bedeutung mehr für uns hat.

Zitat: " Das Klima kippt und es regnet sehr viel seltener. Dadurch verdursten auch die noch stehenden Bereiche des Regenwaldes und die Bäume gehen in Flammen auf."

Zitat Nummer 2: "Wenn es keine Vegetation mehr gibt und das Land zu einer riesigen Wüste geworden ist, kann dort auch später nichts mehr wachsen. Es wird jeden Tag so heiß, dass jede keimende Pflanze sofort verbrennt. "

Dass Keime in der Wüste tagsüber nur verbrennen würden, kann ich mir noch vorstellen, aber ganze Bäume, die noch teilweise von Regenwald umgeben sind, fangen doch sicherlich nicht einfach nur durch die Sonneneinstrahlung an zu brennen? Über welche Temperaturen reden wir hier denn? Soweit ich weiß, brennt Regenwald vor Allem, wenn Menschen Waldflächen brandroden, um Ackerland zu "gewinnen".

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@Ankena

Richtig, es geht nicht um die Temperatur, sondern um die Trockenheit. Der Rest des noch stehenden Waldes ist dann kein Regenwald mehr, sondern ein vollkommen ausgedörrter Trockenwald. Da reicht dann ein Funke und alles geht in Flammen auf. Es ist dann vollkommen egal ob es eine weg geworfene Zigarette oder Absicht war. Regenwald brennt normalerweise sehr schlecht. Ein ausgetrockneter Regenwald hingegen brennt hervorragend.

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Absolut richtig und sehr gut analysiert.

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Es ist umgekehrt. Die Abholzung des Regenwaldes führt dazu dass sich der Klimawandel verschlimmert, weil dabei CO2 freigesetzt wird. Der Hauptgrund für die Abholzung des Regenwaldes ist, um neue Ackerflächen zu schaffen auf denen Tierfutter für die Massentierhaltung angebaut wird. Hier findest du Detailinformationen:

https://www.abenteuer-regenwald.de/bedrohungen/fleisch

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