Warum ist das Wort "Weltverbesserer" heute so negativ besetzt?

9 Antworten

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Ich versuche seit Jahrzehnten, die Welt zu verbessern, würde mich selber deshalb aber nicht als Weltverbesserer bezeichnen und schon gar nicht als Gutmensch. Mir scheint, dass diese Begriffe auch früher schon eher von denjenigen benutzt wurden, die Verbesserungsvorschläge zurückweisen und lächerlich machen wollten. Es spricht daraus die konservative Haltung, dass die Macht bei denen, die sie haben, in den besten Händen sei, und dass der eigene Gehorsam vor den Mächtigen die einzige legitime und "normale" Haltung sei, weil nur er die Karriere befördert und für gute Gehälter sorgt. Es entspricht auch meiner Beobachtung, dass konservatives Denken in den letzten Jahren sehr dominant geworden ist.

Ganz genau - Auch ich kenne keinen Veggie, mich eingeschlossen, der sich selbst als Gutmensch oder Weltverbesserer bezeichnet, dieses "Kompliment" kommt stets von anderen, warum, darüber scheiden sich die Meinungen... DH ! :)

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Mittlerweile gibt es eine sehr große Ernüchterung darüber, ob in der großen Politik überhaupt der Wille vorhanden ist, etwas zur Verbesserung beizutragen, geschweige denn, ob der Einzelne durch sein Verhalten irgendetwas bewegen kann. Wer es dennoch tut, wird bestenfalls als naiv angesehen und findet kaum Mitstreiter, da in unserer liberalen Gesellschaft nur das Verfolgen persönlicher Interessen zählt.

  • Erstens verderben viele kommerzielle Pseudo-Verbesserer mit ihren angeblich tollen Produkten den echten Verbesserern den Ruf.
  • Zweitens haben viele Menschen bereits resigniert. Sie haben sich einreden lassen, dass sie isolierte Einzelpersonen wären die nichts bewirken könnten. Das globale Öko- und Wirtschaftssystem ist außerdem so wahnsinnig komplex, dass ein Mensch mit durchschnittlicher Bildung gar nicht überblicken kann, was er wo und wie bewirken könnte. Wer etwas erklären möchte, das kaum jemand verstehen kann/will, gilt schnell als Klugschei++er ... so gelten Weltverbesserer leider als Klugschei++er.
  • Drittens haben die meisten Menschen Angst vor Veränderungen, ein schlechtes Gewissen tut ihnen aber trotzdem weh. Um sowohl nötigen Veränderungen als auch Gewissensbissen aus dem Weg zu gehen, verunglimpfen sie in einer Reflexreaktion jeden der ihnen zeigt, dass eine Veränderung nötig wäre.

"Wenige Dinge auf Erden sind lästiger als die stumme Mahnung,
die von einem guten Beispiel ausgeht."

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Geniale Antwort - vielmals DH ! :)

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Weil jeder heutzutage vorgibt mit seinem Fairtrade-Kaffee aus Äthiopien die Welt zu verbessern und gleichzeitig Elektronische Geräte verwendet, in welchen seltene Erden verarbeitet werden, für die Kinder in afrikanischen Stollen in Sklavenähnlichen Zuständen arbeiten müssen.

Der Begriff Weltverbesserer ist nicht grundsätzlich negativ angehaucht - zumindest so, wie ich es sehe, das ist viel eher eine Frage des Kontext.

Darüberhinaus stellt sich häufig die Frage, ob jemand der "die Welt verbessert", indem er Lemonaid+ und Club Mate trinkt, Fairtrade + "anti-Kinderarbeit-Kleidung" trägt und das natürlich jeeeedem erzählen muss, aber gleichzeitig die Heizung auf Stufe 5, alle Fenster offen, und 'nen Kühlschrank voller Nestlé-Produkten hat, was natürlich niemand weiß tatsächlich die Welt verbessert, oder ob er damit nur sein Image aufbessern will oder so ein kaputtes Selbstbild hat, dass er das tatsächlich glaubt.

Ich finde diese Weltverbessererhaltung äußerst hypokritisch.

Und du wirfst scheinbar alle in einen Topf...

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Mit dem Verbessern kann man immer nur an einem konkreten Punkt anfangen. Das bedeutet notwendigerweise, dass andere Punkte vorläufig unverbessert bleiben. Verbesserungen wegen dieser scheinbaren Inkonsequenz abzulehnen, ist recht kurz gedacht oder schlicht konservativ.

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Weltverbesserer ist ja kein geschützter Begriff. Den kann ein Vegetarier genauso wie ein nazi oder ein Umweltschützer benutzen.

Geb ich dir prinzipiell recht. Allerding kristalisiert sich während eines anfänglichen Gesprächs ja heraus, dass es ihr ums ökologische geht.

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@Bloodyrainbow

Da kommen wir zu Punkt 2, den ich angeschnitten habe. Menschen könne wirklich nerven mit ihren Gedanken WENN sie diese zB versuchen aufzuschwatzen. (vegetarier können zB penetrant sein udn angeekelt auf den teller starren) NICHTS GEGEN VEGETARIER!! Aber ist ein gutes Bsp. Manche Menschen skzeptieren andere Meinungen danns chwerer. Probier mal zB mit einem holocaust-leugner zu diskutieren. Da ist kein durchkommen

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@suessemaus33333

Es gibt ja nicht nur weltver"besser"er die meine persönliche meinung von "verbessern" wirklich deckt. Deshalb wirkts oft penetrant.

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