Warum ist das Ehr-Empfinden in islamisch Geprägten Kulturkreisen so ausgeprägt?

...komplette Frage anzeigen

12 Antworten

Nun, der Koran ist nunmal voll von Strafen gegen "moralische Vergehen", Mohammed selbst hat viele Menschen "Im Namen Allahs" gerichtet.

Das AT zwar auch, aber für Christen zählt nunmal eher das NT und Jesus hat sich ganz klar gegen Gewalt ausgesprochen, auch sagte er "Richtet nicht, auf das ihr nicht gerichtet werdet". Jedem wahrem Christen sollte daher klar sein, das er nicht das Recht hat, im Namen Gottes auf Erden zu richten. Auch der Buddhismus ist völlig gewaltfrei. Auch haben Jesus und auch Buddha weltliche Macht abgelehnt. Naja, und Atheisten kommen nunmal eh nicht auf die Idee, im Namen Gottes zu urteilen.

Mohammed hat nunmal auch die weltiche Macht beansprucht, der Koran ist voller weltlicher Gesetze. Und wenn Religion und weltliche Macht sich vermischen, kommt immer Gewalt und Unterdrückung dabei raus, siehe unser Mittelalter.

Dazu kommt, schwache Menschen sind am anfälligsten für Extremismus. In den islamischen Staaten herrscht viel Armut und wenn ich sonst nichts habe, auf das ich stolz sein kann, dann suche ich mir halt Sachen wie meine Religion oder meine Rasse.

Ich weiß nicht wo der Ursprung dieses Empfindends herkommt, aber bei den Muslimen ist es einfach so, dass es unglaublich wichtig ist, was alle Anderen über dich denken. Ihre Ehre ist ihnen auch teilweise bis volkommen wichtiger als das eigene Glück. Denn wenn die Ehre eines Muslimen verletzt wird, dann würden Andere darüber reden und das ist sozusagen das allerschlimmste für die. Somit würden Muslime alles dafür tun ihre "Ehre nicht zu verlieren" bzw. sie wieder "Herzustellen", wenn etwas passiert, das ihre Ehre verletzt. Aber natürlich gilt dies nicht für alle Muslime. :)

Ist "uns" dieses Ehrgefühl fremdartig?

Fangen wir mal mit den Buddhisten, oder generell den Menschen Indiens an. Mahatma Gandhi, gelernter Hindu, schrieb in seiner Autobiographie, dass er von seinem Sohn verlange, ihn, seinen Vater, zu verteidigen, wenn er angegriffen werde. Ansonsten würde er sich für seinen Sohn, der sich ehrlos verhalte, schämen. Diese Denkweise ist den Menschen Indiens, ob Hindus, oder Buddhisten oder Muslims, genau so gut vertraut wie irgendwelchen Muslimen.

Dass Du vom Ehrgefühl von Buddhisten und Hinduisten nichts weisst, führe ich mal darauf zurück dass Du Dich mit ihnen nicht befasst hast und daher Gegensätze zum gedachten Muslim nur auf sie projizierst.

Dann mal zu uns: unser Strafrecht formuliert mehrere ehrverletzende Straftatbestände. Hier ist mal eine Abhandlung darüber:

http://www.uni-marburg.de/fb01/lehrstuehle/strafrecht/safferling/safferling_vermat/safferling_archiv/ss07_exrep_strbt/ehrdelikte

Ich bin als Christ aufgewachsen und sozialisiert. Und dennoch weiss ich sehr wohl, was Ehre ist. Ich würde es bspw. als unehrenhaft und entwürdigend empfinden, mir mein Essen bei Ausgabestellen abzuholen, die den Abfall anderer Menschen ausgeben, euphemistisch "Tafel" genannt. Ich kann die Menschen nicht verstehen, die sowas mit sich machen lassen und sich so erniedrigen.

Die Menschen, die da hin gehen - ich habe es mir schon zwei mal angesehen - sind Christatheisten genauso wie Muslime. Und die, die das nicht machen, sicher genauso. Es gibt sicher genug Muslime, die verstehen, warum ich das tue.

Als entehrend und entwürdigend würde ich es auch empfinden, über Hunger und Armut zu jammern und zu heulen. Ich gehe zu keiner "Tafel", bettele und jammere nicht. Eher hungere ich stolz und aufrecht, und wenn es an der Zeit ist, bitte ich die Räuber, die Reichen, mit angemessenen Mitteln zur Kasse.

Es ist offensichtlich, dass die Länder der islamischen Kulturzone heute entwürdigt sind und in der Entwicklungstabelle ganz unten stehen. Es ist jetzt müssig, darüber zu räsonieren, wessen Schuld das ist. Es ist einfach so. Nirgends wird das offensichtlicher als in diesen Tagen mal wieder im Gaza-Streifen.

Und ich verstehe die Menschen jener Länder, die sich lieber aufrecht und mannhaft zur Wehr setzen sehr, sehr viel besser als jene, die kriechen und sich anbiedern, um Entwicklungshilfe oder sonst irgendwelche Amlosen zu erheischen. Die Männer, die von Gaza aus Raketen verschiessen, die niemanden treffen können, weil sie nichts taugen, bewirken militärisch gar nichts, aber sie müssen sich nicht vor ihrer eigenen Feigheit ekeln. Das verstehe ich sehr gut. So gut übrigens wie mancher Jude auf der anderen Seite, der seinen - ebenso sinnlosen - Warschauer-Ghetto-Aufstand verehrt.

Wenn man das nicht verstehen kann, dann liegt das m.E. daran, dass man entweder kein Würdeempfinden hat (und wahrscheinlich zu so einer Tafel gehen würde) oder sich von dem aufrechten Vertreter jener Gruppe Muslim bedroht fühlt, weil man um der eigenen Privilegierung weiss und im Anderen etwas Dämonisches konstruieren will, damit man ihn nicht verstehen kann.

Du befasst Dich auffällig kritisch und intensiv mit den Taten der Muslime und hast Du dazu ein überhaupt nicht begründetes Gegenbild des Buddhisten gemacht. Das ist nicht wenig verbreitet, aber dennoch falsch. Menschen, die in fernen Weltregionen mit fanatischen Buddhisten Erfahrungen gemacht haben, könnten ein Lied davon singen.

Wenn man will, kann man Menschen von der "anderen Seite" durchaus gut verstehen.

Es gibt nichts im Menschen irgendwo auf der Welt, das fremd ist, wenn man es nicht zum Zweck des Selbstbetrugs als fremd konstruieren will.

Schau mal hier:

http://www.buzer.de/gesetz/6165/a85253.htm

Das ist der "Notwehrparagraph" des deutschen Strafrechts. Man darf, wie bekannt, Gewalt anwenden, um sich zu verteidigen.

Eingeschlossen ist die Verteidigung der Ehre.

Das hier in diesem Lande geltende Strafrecht kennt also die Verteidigung der eigenen Ehre, sogar mit Gewalt, genau wie die der körperlichen Unversehrtheit!

Gar nichts exlusiv rückständig-islamisches. Nur fällt's einem erst bei den "Anderen" als so befremdlich auf...

0

Es geht mir mit meiner Frage weder um Selbstbetrug, noch darum, in den Muslimen irgendein Feindbild zu entwerfen.

Im Gegenteil, ich möchte diese Kultur besser verstehen. Dass deutliche Unterschiede zu unserer abendländischen Kultur vorhanden sind, insbesondere hinsichtlich der Mittel, mit denen Dinge wie persönliche Ehre, gesellschaftlicher Status, verteidigt werden, das kannst auch Du mit deinem gewollt polemischen Beitrag nicht von der Hand weisen.

Aber es ist gut, dass Du Dir schon die Interpretationsfreiheit herausnimmst, über die Motivationen meiner Frage zu mutmassen.

Die einzige Bedrohung, vor der ich mich hier fürchte, ist Dummheit und Intoleranz.

0

dass Muslime bestimmte Handlungen begehen, das sie sich in ihrer Ehre verletzt fühlen

Nun, wenn es nur darum geht wäre im nahen Osten bei den Muslimen Dauerkrach mit den Christen. Schliesslich ist es für Christen ebenfalls eine Beleidigung, wenn man in Jesus nicht Gottes Sohn sieht, das Essen von Schweinefleisch herabwürdigt, sie als Ungläubige hinstellt, ihre Frauen als Freiwild ansehen weil sie kein Kopftuch tragen, die Agressivität der Muslime ebenso als Provokation sehen und und und...

Ich denke, die Christen hätten mind. so viel Gründe zum Beleidigtsein. Warum sie dennoch damit normal umgehen können liegt in der friedlichen Grundlage ihrer Religion, der Philosophie und natürlich der Selbstverantwortung zum Selberdenken und womöglich auch der Fähigkeit zur Selbstkritik. Im islam ist nach dem was man hierzulande so hört und sieht es garzu oft so, das man auf die religiösen Führer hört, zuerst im Koran nachschlägt (und das Denken und Selbstkritik offenbar tunlichst unterlässt) und gern schnell beleidigt ist, damit seine Triebe und Aggression vermeindlich straffrei im Namen der Scharia ausleben kann.

Ich halte dies alles besonders bei Salafisten und anderen sehr extremen Gruppen für gefährlich und für kein gesundes "Ehrempfinden". Vergessen wir nicht, das Wörter wie Ehre gerade in der Menschheitsgeschichte schon öfter für Greueltaten herahlten mußten, ohne diese auch nur annähernd damit erfüllen zu können.

ganz einfach. Das Ehrempfinden ist in christlichen und muslimischen familien genau gleich, nur nehmen die meisten "christen" es nicht mehr ganz so genau mit der bibel und dem ganzen anderem veralteten Zeug als die Muslime. Unter 1000 familien die sich christlich schimpfen sind vielleicht 2 christlich und der Rest Papierchristen. Bei muslimischen Familien isses umgekehrt.

Stimmt so nicht. Christen sollen sich nach Jesus richten, der lehnte jede Gewalt ab und sagte "Richtet nicht, auf das ihr nicht gerichtet werdet". Daher ist einen wahrem Christen jegliche weltliche Bestrafung von "moralischen Vergehen" verboten. Der Koran dagegen kennt zahlreiche Bestrafungen für "moralische Vergehen"

0
@hede74

"[Jesus] aber sprach zu ihnen: [...] wer kein Schwert hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe eines." (Lk 22:36)" <

"Wenn einer zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, seine Mutter, sein Weib, seine Kinder, seine Brüder und Schwestern [...] kann er nicht mein Jünger sein." (Lk 14:26) <

Außerdem befürwortet die Bibel Gewalt...:

...zwischen Gott und Mensch: z. B. im Kult als Opfer, im sakral begründeten Recht als Herstellen von Gerechtigkeit auch durch gewaltsame Vergeltung, ...zwischen Großgruppen, z. B. als Bannkrieg ...zwischen Kleingruppen, z. B. als Blutrache, später staatlich geregelte Todesstrafe, Körperstrafen ...zwischen Individuen, z. B. als Mord, Folter, Körperverletzung, Vergewaltigung, Nötigung ...zwischen sozialen Gruppen, z. B. als Ausbeutung, Unterdrückung, Enteignung, Entrechtung.

Das ist glücklicherweise alles interpretationssache, so sagte "Jesus" ja auch „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn! Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin. Will jemand mit dir rechten und dir deinen Rock nehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Nötigt dich jemand, eine Meile weit mitzugehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib; wer von dir borgen will, den weise nicht ab.“

Das schöne und schlimme an Sachen wie Koran, Bibel, Tora etc. ist das man sie interpretieren kann wie man will. Die erfahrung zeigt das je weiter man als gesellschaft vom westlichen gesichtspunkt heraus voran schreitet, desto weniger achtet man auf die genauen Worte des Glaubensbuches und holt sich nur die positiven Bruchstücke raus und baut daraus eine Moral auf. Man kann andere Leute nicht dafür beschuldigen dass sie aus Ländern stammen, die noch nicht sachen wie wir mit dem 2. Weltkrieg erlebt haben und deswegen noch nicht den Schlag bekommen haben "Religion ist nicht alles.".

0

das ist mehr kulturell als religionsbedingt. Die Leute sind halt zufällig Moslems, aber eigentlich sind das absolute Machogesellschaften, die den Koran nicht befolgen, was die Stellung der Frauen betrifft.

Ein Wort:

Erziehung

Frag mal ältere Menschen was hier in den Nachkriegsjahren so in den Schulen gelehrt wurde. Sowas wie Nationalstolz mit Fähnchen in der Hand haben wir doch erst seit der Fußball WM im neuen Jahrtausend. Es gibt ja sogar Politiker (die auf unsere Verfassung geschworen haben) und Deutschland das Recht auf Existenz absprechen wollen.

Diese Probleme haben andere Staaten ja nie gehabt. Und wenn Du mal in die anderen europäischen Staaten schaust, die haben weitaus größere Ehrgefühle.

Reeducation war das Thema nach dem 2. Weltkrieg, das die Alliierten, federführend von den Briten, den Deutschen beigebracht haben.

Erfolgreich, wie man sieht.

0

Bei uns Kuffar (Ungläubigen oder Andersgläubigen) geht es nicht um Ehre (das war mal früher), sondern um Würde.

Diese gebietet, dass wir alles aushalten und erdulden müssen, auch Diejenigen, die ihre Ehre so aktiv verteidigen.

Es gibt immer Meschen die begreifen nicht, dass alles eine Grenze hat, und diese wird dann überschritten. Die Emotionen sind es ... das Blut und das Adrenalin das im Körper hochschießt .... leider

Aber das gibt es überall auf der Welt ....Ehrenmorde sind in westl. Welt Familiendramen

und Anschläge werden ganz offiziell von den ehrenwerten Regierungen seit Jahrzehnten als Verteidigung angesehen ....also Anschläge im grossen Stil

Wenn du dir in youtube ein paar Clips ansiehst, wo es um die Demos mit den Karikaturen geht ... was siehst du da ??

Schadenfrohes und gemeines Grinsen, Freude darüber, jemanden kränken zu können, und solange picksen, bis das Blut kocht......pfui

Schadenfrohes und gemeines Grinsen, Freude darüber, jemanden kränken zu können, und solange picksen, bis das Blut kocht......pfui

So leicht bekommt man also Blut zum kochen? Meine Güte, in meinem Leben waren schon viele Menschen gemein und schadenfroh aber ich habe noch niemandem das Genick gebrochen.

0

da diese menschen leider sehr leicht zu beeinflussen sind.

Weil den Moslems schon von klein auf die Ablehnung von Andersgläubigen (Ungläubigen) eingetrichtert wird.

Das ist auf die Kultur und weniger auf die Religion zurückzuführen.

in folgendem Artikel wird deine Frage beantwortet: http://de.wikipedia.org/wiki/Scham-_und_Schuldkultur

Was möchtest Du wissen?