Warum ist das Christentum mit der Evolutionstheorie vereinbar?

34 Antworten

Ich bin kein Naturwissenschaftler und kann nicht nachprüfen, was mir im Bezug auf Evolution erzählt wird. Ich kann nur eines tun, GLAUBEN, was man mir erzählt über Evolution. Ehrlich gesagt, kann man mir da ALLES erzählen, ich habe nicht das Hintergrundwissen, um es nachzuprüfen.

Ich las folgendes:

Der Astrophysiker Fred Hoyle berechnete, dass die Chance 1 auf 10 mit 40 000 Nullen sein muss, dass Leben spontan entstanden ist.

Er sagt "Das Leben kann nicht zufällig entstanden sein (...). Das Problem ist, dass es dafür ungefähr 2000 Enzyme braucht, und die Chance, diese alle durch einen Zufallsprozess zu bekommen, ist nur 1 auf 10 hoch 40 000. Das ist so eine unvorstellbar kleine Chance, dass sie niemals stattgefunden haben kann, auch wenn das ganze Universum aus einer (organischen) Ursuppe bestanden hätte."

Auch das kann ich unmöglich nachprüfen.

Aber wenn ich um mich schaue und allein schon die Tatsache nehme, dass wir eine Sonne haben und dass die genau nahe oder weit genug von uns entfernt ist, dass wir hier leben können, dann empfinde ich Staunen. 

Und so ist es mit allem, was ich in der Natur sehe.

Selbstverständlich ist Gott auch etwas Unerklärliches. Aber wenn es Gott gibt (wovon ich überzeugt bin), dann ist es für IHN wirklich eine Kleinigkeit, um dieses Universum zu erschaffen, den Makro- und den Mikrokosmos. 

Ja, ich könnte auch staunen, dass sich aus dem Nichts heraus diese unglaubliche Vielfalt an Leben entwickelt hat. Der menschliche Körper mit seiner Präzision. Die Zellen! Wunderwerke! Dass es Nahrung gibt, Wärme, Gefühle...ach, da kann man ja gar nicht aufhören, aufzuzählen und zu staunen...alles aus dem Nichts heraus. Ich denke, der Glaube an diese Theorie ist grösser als der Glaube an Gott :-)

Für mich geht der Glaube an Gott nicht zusammen mit der Evolutionstheorie.

Auffallend ist ja auch die Aggressivität, mit der der Glaube an den Schöpfergott  'bekämpft' wird. Ich fühle mich durch die Evolution nicht bedroht, aber kann es sein, dass die Nichtgläubigen sich durch den Glauben an Gott, den Schöpfer, bedroht fühlen?

Das Problem ist, dass es dafür ungefähr 2000 Enzyme braucht, und die Chance, diese alle durch einen Zufallsprozess zu bekommen, ist nur 1 auf 10 hoch 40 000. Das ist so eine unvorstellbar kleine Chance

Fred Hoyle ist, wie du bereits gesagt hast ein Astronom und Mathematiker, was ihn von wissenschaftlichen Thesen über biologisch-chemischee Themen disqualifiziert.

[...], dass wir eine Sonne haben und dass die genau nahe oder weit genug von uns entfernt ist, dass wir hier leben können, dann empfinde ich Staunen.

Das ist ein Fehlschluss. Steht die Sonne in perfektem Abstand weil wir uns hier entwickeln konnten oder konnten wir uns entwickeln weil sie in einem perfekten Abstand zu uns steht?

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@kalippo314

Na ja, er ist doch sicher gebildet genug um eine Wahrscheinlichkeitsrechnung zu machen?

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@Whitekliffs

Ich las vom genialen Spinnennetz. Zum Staunen!

Britische Wissenschaftler haben in der Zeitschrift 'Naturwissenschaften' darüber geschrieben, wie intelligent Spinnenweben sind. Der Leim, den die Spinnen auf den Drähten anbringen, ist elektrostatisch. Dadurch bewegt das Netz sich in richtung aller fliegenden Objekte, sogar dem von Blütenstaub. dabei ist es egal ob das Objekt positiv oder negatief geladen ist.

Es scheint,d ass alles, was sich durch die Luft bewegt, statische Energie aufbaut. Und die Spinnenweben machen davon gebrauch, um Beute zu machen. 

Es scheint auch als Vorbild zu dienen, wie man Luftverschmutzung  tracieren kann. 

Das sind doch Dinge zum Staunen. Alles durch Zufall?

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@Whitekliffs

Das sind doch Dinge zum Staunen.

Aber sicher. Je mehr ich von der Evolution verstehe, desto mehr komme ich ins Staunen. Wie logisch, schlüssig und natürlich das alles ist.

Alles durch Zufall?

Eben nicht. Durch Evolution. Der Zufall findet sich primär in Schöpfungsmythen. Da wird aus dem Nichts alles ganz zufällig geschaffen. Völlig unlogisch.

Evolution ist ein komplexes System aus weitgehend nachvollziehbaren Regeln. Da hat der Zufall kaum eine nennenswerte Bedeutung.

Dazu muss man aber z.B. den Effekt von kummulativer Selektion verstanden haben.

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@realsausi2

Nicht böse gemeint, aber die Evolution= logisch, schlüssig und natürlich...ich weiss, ich bin nicht gebildet genug, aber irgendwie muss ich doch lächeln. Aus dem Nichts hat sich alles so unglaublich staunenswert entwickelt, in dieser grandiosen Vielfalt?

Findest du das wirklich nicht sehr zufällig?

Bei der Schöpfung kann man nun wirklich nicht von 'zufällig' reden, sondern von einer intelligenten Macht, die das ganz nach Plan ganz toll entworfen hat. 

Ich freue mich, dass mein Gott so gross und mächtig ist und ich bin sicher, er lächelt auch.

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@Whitekliffs

ich weiss, ich bin nicht gebildet genug

q.e.d.

Aus dem Nichts hat sich alles so unglaublich staunenswert entwickelt

Zufall aus dem Nichts ist das leitende Element des Schöpfungsberichtes.

Da haut ein zufällig vorhandener Gott an einem beliebigen Zeitpunkt der Ewigkeit aus dem Nichts ein ganzes Universum raus. Aus dem Nichts wirft er alle Arten auf die Erde, die zufällig so sind, wie wir sie vorfinden.

Die Wissenschaft arbeitet ohne solche Zufälle. Da gibt es Gesetze, Regeln, kausale Abläufe, überprüfbare Mechanismen.

Wer glaubt, Evolution und Kosmologie würden auf Zufall basieren, hat sie nicht verstanden.

Und aus dem Nichts kommt da schon gar nichts. Wir wissen zwar nicht im Detail, wie Abiogenese abgelaufen ist, aber wir wissen, dass sie abgelaufen ist. Sonst gäbe es uns nicht. Wir wissen, dass es eine chemische Evolution gibt, die aus unbelebter Materie organische Substanzen bilden kann.

Hier geht es um klare chemische und physikalsiche Prozesse. Da kommt Nichts aus dem Nichts.

Wir wissen aber ziemlich genau, was nach der Abiogenese passiert ist. Und da spielt Zufall keine Nennenswerte Rolle.

Wer die ET nicht anerkennt, hat sie nicht verstanden.

Wenn man sie verstanden hat, erkennt man die Folgerichtigkeit. Es fügt sich alles wie bei einem riesigen Puzzle zu einem Bild zusammen. Dieses erschließt sich nicht, wenn man sich an den Tisch setzt und ein paar Puzzleteile herumschiebt oder vielleicht die gerade die Ecken oder Ränder zusammensetzt.

Um die ET zu verstehen, bedarft es, sich intensiv mit ihr zu befassen. Es gibt keinen kurzen Weg.

Die Wahrheit ist eben komplizierter als ein naives "Gott war´s"

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@realsausi2

Danke für das q.e.d. Zum Glück gibt's google :-) 

Zum Anderen: So können wir uns weiter im Kreis drehen. Hat wenig Sinn, da wir beide überzeugte Gläubige sind.

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@Whitekliffs

Da hast Du was falsch verstanden. Glauben tust allein Du. Ich weiß mit absoluter Sicherheit, dass die ET die Natur und ihre Entwicklung in ihren Kernaussagen richtig beschreibt.

Dieses Wissen ist so sicher wie das um die Kugelgestalt der Erde, wie die Plattentektonik und das Omsche Gesetz, dass die Sonne im Osten aufgeht.

Es ist ein völlig vergeblicher Versuch, die Relevanz der ET relativieren zu wollen, in dem man unterstellt, man müsse an sie glauben. Man kann im sie wissen, wenn sich denn die Mühe macht, sie zu erlernen.

Jeder, der sie nicht anerkennt, hat sie nicht verstanden. Wer gar den Zufall und das Nichts bemüht, um sie zu diskreditieren dokumentiert dieses Nichtverstehen in klarer Weise.

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@realsausi2

Entschuldige, aber es ist doch schon so, dass aus dem Nichts heraus alles, was wir heute kennen, entstanden ist, oder? Also zuerst war NICHTS, oder? Und heute haben wir diese unvorstellbare Vielfalt an Lebewesen und Pflanzen. Dazu sonne, Mond, Tag, Nacht....Wie es dazu kam, kannst du auch mit der ET nicht erklären. Also der Anfang, der Auslöser, der Kurzschluss oder wie man es heute nennt. Big Bang ist, wenn ich richtig informiert bin, ja veraltet. 

Ich meine, einfach so aus dem Nichts heraus! Da bilden sich Nieren, Augen, Gehirne, Kniee, da entwickelt sich Intelligenz, .... ohne treibende Kraft eines intelligenten Designers? Im Grunde genommen wirklich 'einfach so', von ganz allein.

Wenn es dazu keinen Glauben braucht, dann weiss ich es nicht. 

Hast du wirklich schon einmal tiefer darüber nachgedacht? Ich bin sicher, du hast extrem viel Wissen und bist hochintelligent.Ich will dich nicht beleidigen.Aber kann es sein, dass du irgendwo aufhörst zu denken? so wie ich, wenn ich hinter Gott schauen will? 

Ich meine,  ich habe eine Tochter, deren Gehirn nur sehr unvollkommen entwickelt ist. Sie hat grad mal 20% Gehirnmasse. Ich sehe, wieviel ihr fehlt an Fâhigkeiten, weil sie das nicht hat. Und gleichzeitig will man mir weismachen, dass ein menschlicher Körper langsam so wurde, wie er jetzt ist. Alles entwickelte sich praktisch gleichzeitig immer weiter, Leber, Magen, Niere, Enzyme, Hormone, Knochen, Gelenke, Gehirn, Speiseröhre, Lungen, Blutkreislauf....das ist witzig. Denn wenn eines sich halt nicht mitentwickelt, dann hast du ein grosses Problem mit deinem Körper.

Entschuldige, aber mir fehlt das was. Nämlich Glaube.

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@Whitekliffs

es ist doch schon so, dass aus dem Nichts heraus alles, was wir heute kennen, entstanden ist, oder?

Nur im Schöpfungsmythos. Wissenschaftlich wissen wir nicht genau, wie alles entstanden ist. Aber eines ist sicher: Nichts kann es nicht gewesen sein.

heute haben wir diese unvorstellbare Vielfalt an Lebewesen und Pflanzen.

Wie sich aus Einzellern komplexe Organismen entwickeln ist mit der ET hinreichend nachvollziehbar erklärt. Aber das ist eben nichit ganz so einfach zu verstehen. Das hat Jahrmilliarden gedauert. Zeiträume, die sich unserem Verständnis entziehen. Aber wenn man sich mit der Theorie beschäftigt, die dies erklärt, fällt es einem zwangsläufig irgendwann wie Schuppen von den Augen wie einleuchtend und schlüssig das alles ist.

Dazu sonne, Mond, Tag, Nacht....Wie es dazu kam, kannst du auch mit der ET nicht erklären.

Natürlich nicht. Dafür ist sie auch nicht zuständig. Diese Fragen hat die Kosmologie beantwortet. Und auch da sind die fundamentalen Prinzipien gut verstanden und nachvollziehbar. Wenn man sich damit befasst hat und mehr als die Oberfläche betrachtet hat.

Also der Anfang, der Auslöser, der Kurzschluss oder wie man es heute nennt.

Wir wissen tatsächlich über zwei initiale Ereignisse noch recht wenig. In Bezug auf den Urknall liegt es in der Natur der Sache, dass das wohl auch so bleiben wird, da man nicht hinter einen Ereignishorizont schauen kann. Das sagt Dir nichts? Das sollte es aber, wenn Du nur die Chance haben willst, etwas davon zu verstehen.

Dessen ungeachtet wissen wir recht gut ab ein paar Sekundenbruchteilen nach dem Ereignis, das ein Urknall gewesen sein könnte, wie es dann weiterging. All das ist nachzulesen und hinreichend schlüssig erforscht, um die Werdung von Sonnen, Galaxien und Planeten zu verstehen.

Der zweite weiße Fleck ist die Abiogenese. Wie ist aus Nichtleben Leben geworden. Diese Frage ist tatsächlich noch nicht beantwortet. Es gibt eine Reihe von erfolgversprechenden Ansätzen und ich hoffe, dass noch zu meinen Lebzeiten hier Klarheit geschaffen wird.

Ebenso steht aber die Beantwortung dieser Frage nicht im Zusammenhang mit der sich daraufhin abspielenden Entwicklung.

Wie aus Einzellern komplexe Organismen entstanden sind, kann die ET sehr gut darstellen.

 einfach so aus dem Nichts heraus!

Genau das behauptet aber die ET gar nicht. Natürlich kann sich sowas nicht aus dem Nichts entwickeln. Diesen Weg beschreibt aber eben auch nur der Schöpfungsmythos. Die ET hat eine völlig andere Sichtweise. Das erkennt man aber eben erst, wenn man sich damit befasst.

Da bilden sich Nieren, Augen, Gehirne, Kniee, da entwickelt sich Intelligenz, ....

Wenn man Evolution nicht verstanden hat, kommt man zu diesem Eindruck. Tatsächlich hat die ET aber ganz andere, viel detailliertere Erklärungen hierfür. Und wenn man das verstanden hat, ist es völlig einleuchtend. Dafür muss man aber eben viele Details wissen.

Die Evolution ist komplex. Das muss man sich erarbeiten. Ein schlichtes "Gott war´s" ist da natürlich eingängiger.

Gerade auch die Entwicklung komplexer Organe wie Augen oder Techniken wie Fliegen kann man sehr genau aus einfachsten Anfängen herleiten und findet in der Theorie fundierte Beschreibungen ohne Widersprüche.

Hast du wirklich schon einmal tiefer darüber nachgedacht?

Das mach ich tatsächlich seit 40 Jahren. Ca. 20 davon war ich aktiver Christ und habe die Bibel komplett gelesen und über Jahre in Gottesdienst, Konfirmandenunterricht und Kindergottesdienst gelehrt. Ich kenne also beide Seiten sehr gut.

wenn eines sich halt nicht mitentwickelt, dann hast du ein grosses Problem mit deinem Körper.

Die Erklärung hierfür nennt sich kummulative Selektion. Was uns das Verständnis dieser Entwicklungen so schwer macht, ist, dass unser Gehirn nicht dafür vorgesehen ist, die Zeiträume, in denen sich das entwickelt, zu begreifen.

Wenn man sich aber mit guten Büchern in das Thema einliest, gehen Einem irgendwann reihenweise die Lichter auf.

Fortsetzung folgt

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@realsausi2

Fortsetzung

Entschuldige, aber mir fehlt das was. Nämlich Glaube.

Den brauchst Du hierfür nicht. Nur wer nicht genug weiß, muss glauben. Wenn man aber lernt, sich Wissen zugänglich macht, Zusammenhänge versteht, Kausalitäten erkennt und Antworten auf schwierige Fragen findet, wird irgendwann klar, wie logisch das Prinzip der ET ist.

Es ist Deine Entscheidung, ob Du wegen Deines mangelnden Wissen über die ET weiter gezwungen bist zu glauben oder ob Du Dir die Chance erarbeitest zu wissen.

Für den Anfang empfehle ich Dir ein Buch von Richard Dawkins, der einer der besten Evolutionsbiologen ist, die es zur Zeit gibt.

http://www.amazon.de/Gipfel-Unwahrscheinlichen-Evolution-Richard-Dawkins/dp/3499624524/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1444140626&sr=8-1&keywords=gipfel+des+unwahrscheinlichen

In diesem Buch werden auch für Anfänger nachvollziehbare Erklärungen für die Entwicklung von komplexen Strukturen gegeben. Der Mann schreibt gut lesbar über den Stand der Erkenntnisse.

Also... ist jetzt nicht böse gemeint, aber möchtest Du "unwissend" sterben oder die Chance nutzen, hinter den Vorhang zu schauen?

Für mich war das, wie die Welt auf einmal in Farbe zu sehen statt nur in Schwarz-Weiß. Es hat meinen Horizont erweitert, mein Staunen über die Natur gemehrt und meine Ehrfurcht vor den Prinzipien des Lebens ist ein Quell äußerster Befriedigung.

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@realsausi2

Jetzt hast du aber grad den richtigen Namen erwähnt. Kennst du das Video von Ben Stein 

'Expelled – No Intelligence Allowed’ Das ist sehr unterhaltsam.

Hier ein Stück vom Interview:

Ben Stein:

What do you think is the possibility that Intelligent Design might turn out to be the answer to some issues in genetics or in Darwinian evolution?

Prof Dawkins:

Well it could come about in the following way. It could be that, eh, at some earlier time somewhere in the universe a civilization evolved by probably some kind of Darwinian means to a very, very, high level of technology and designed a form of life that they seeded onto perhaps this planet. Ehm, now, that is a possibility and an intriguing possibility and

 

I suppose it’s possible that you might find evidence for that if you look at the um detail, details, of biochemistry, molecular biology, you might find a signature of some sort of designer

Ben Stein:

(voiceover, not part of interview) Wait a second, Richard Dawkins thought Intelligent Design might be a legitimate pursuit.

Prof Dawkins:

Um.

. and that designer could well be a higher intelligence from elsewhere in the universe.

Ben Stein:

But, but

Prof Dawkins:

But that higher intelligence would itself have had to have come about by some explicable, or ultimately explicable process, he couldn’t have just jumped into existence spontaneously, that’s the point.

Ben Stein:

voiceover) So Professor Dawkins was not against Intelligent Design, just certain types of Designers, such as God.

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@realsausi2

Dawkins ist ein mittelmäßiger Wissenschaftler.

Sein einziges "wichtiges" wissenschaftliches Werk ist das vierzig Jahre alte "Egistische Gen", das ihn berühmt machte. Auch dieses beschreibt eher einen neuen (und wissenschaftlich eher seltsamen)  Blickwinkel, unter dem man die faktischen Abläufe auf genetischer Ebene betrachten kann, als neue faktische Erkenntnisse.

Seitdem hat er sich erfolgreich als "Wissenschaftsautor" und Populist betätigt, er versteht es recht gut, wissenschaftliche Inhalte einem breiten Laienpublikum zu vermitteln. Eigentliche Wissenschaft ist das aber nicht.

Wenn für Dich ein Buch, das nur einige Grundprinzipien in einfacher bildhafter Sprache für Laien erklärt, die Erleuchtung Deines Lebens war, dann bist Du kaum in der Position, anderen vorzuwerfen, sie wären aufgrund von "mangelndem Wissen über die ET weiter gezwungen, zu glauben und hätten sich noch nicht die Chance erarbeitet zu wissen". Du bist selbst noch auf dem Level des Glaubens. Und in Deinem Fall ist dieser Glaube sogar ziemlich fundamentalistisch.

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Die Evolutionstheorie ist eine "Theorie", die bislang sicher noch nicht abgesichert ist, aber eher mit den archäologischen Befunden vereinbar ist, als eine 7-Tage-Schöpfungsgeschichte.

Es gibt auch aus den Naturwissenschaften den Hinweis darauf, dass "Zeit" nicht absolut ist, sondern nur ein Konstrukt, das sich für die Verhältnisse auf der Erde als nützlich erwiesen hat.

Da Gott aber der Zeit nicht unterworfen ist (hier könnte man auch Bibelzitate anführen), musste der sich nicht an die 7 "Tage" halten. Aus seiner Sicht kann alles "gleichzeitig" geschehen, d.h. die Schöpfung ist noch im Gange.

Aus dieser Sicht der göttlichen "Gleichzeitigkeit" sind die Schöpfungsgeschichten und die Evolutionstheorie durchaus miteinander vereinbar. Es möge aber bitte schön jeder das glauben, was er möchte, ohne dieses anderen zu verwehren.

Selbst als "Wissenschaftler" hat man eigentlich nur gelernt zu erkennen, dass man beinahe nichts weiß. (Alte griechische Weisheit)

Alleine dein erster Satz zeigt schon wie wenig Ahnung du von der Materie hast. Dije Gravitation ist nämlich auch "nur" eine Theorie, ich kann mir aber sicher sein, dass du genauso wenig zur Arbeit fliegst wie ich. Die Relativitätstheorie ist ebenfalls nur eine THeorie, die Computer auf denen wir miteinander schreiben funktionieren aber einwandfrei, obwohl sie auf ebendieser THeorie beruhen.

Eine wissenschaftliche "Theorie" ist allgemeiner Stand der Wissenschaft. Sie ist logisch, nachprüfbar und widerspruchsfrei. Außerdem trifft sie Vorraussagen, anhand derer man die Richtigkeit der Theorie überprüfen kann. Sie trifft also sozusagen Prophezeiungen, welche allesamt eingetroffen sind. Das ist meines Wissens nach eine bessere Erfolgsstatistik als die der biblischen Prophezeiungen. ;)

Jeder Mikrobiologe kann dir die Evolutionstheorie beweisen. Aufgrund der extrem hohen Fortpflanzungsrate von Kleinstlebewesen kann man die Vorraussagen die die ET trifft beobachten. Wissenschaftler die die ET leugnen befinden sich in der absoluten Minderheit und werden in der wissenschaftlichen Gemeinschaft auch nicht ernst genommen, denn sie tun dies nicht aufgrund von Fehlern in der ET, sondern aufgrund ihrer eigenen und antiquierten religiösen Dogmen. Die ET ist so nahe an der Realität wie es eine wissenschaftliche THeorie nur sein kann. Sämtliche Erkenntnisse in der modernen Biologie bestätigen die ET ein ums andere mal. Deine Gerede von "Glaube" ist absolut lächerlich, denn man kann allenfalls an die Schöpfungsmärchen glauben. Die ET wird von beobachtbaren Fakten gestützt, man weis in diesem Fall also...

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@Mark1616

Gerade die Gravitation ist ein gutes Beispiel, wie wenig die Naturwissenschaftler wissen. Man weiß nur, dass diese Kraft anders ist als alle anderen bekannten, kann sie aber nicht erklären. Dass die Erde nichts "anzieht", ist klar, mehr aber auch nicht. Zuletzt hat man von Eindellungen der Raumstruktur geredet, was aber niemand so richtig versteht.

Phänomenologie nach dem Motto "Schau mal, ich kann dir zeigen, dass die Erde anzieht" erklärt also offenbar nichts. Man kann mit den Phänomen umgehen, etwa auch mit Licht und Elektrizität, ohne damit etwas beweisen zu können. Aus einem "Funktionieren" folgt kein Beweis. Sehr vieles funktioniert hier auf der Erde nur, weil irdische Verhältnisse vorherrschen, so dass die simplen Theorien (z.B. Atommodelle) "lokal" gesehen, genügende Annäherungen sind, um damit im Alltag etwas zum Laufen zu bringen. Erst Einstein und Co. haben sich von diesen Scheuklappen befreit ...

Ähnlich ist es mit der Evolutiontheorie. Ich habe ja gesagt, dass ich dei Schöpfungsgeschichten der Bibel nicht wörtlich nehme. Die Erklärungsrichtung der Evolutionstheorie scheint zu stimmen, aber es gibt noch gewaltige Wissenlücken. Dauernd werden wieder neue Knochen von Vormenschen und Menschen gefunden, so dass der Stammbaum des Menschen wieder überarbeitet werden muss. Erst wenn die Wissenschaft erklären kann, wann und wie sich das Bewusstsein entwickelt hat, ist die Theorie einigermaßen abgesichert. Bis dahin mögen sich Kleinstlebewesen wie rasend vermehren, das erklärt und beweist nichts. 

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Das Christentum ist meiner Meinung nach deshalb mit der Evolutionstheorie vereinbar, weil die Schöpfungsgeschichte in der Bibel (1. Mose 1) nur zwei Dinge feststellt:

Erstens: Gott hat die Welt erschaffen, niemand sonst. Dazu äußert sich die Evolutionstheorie nicht. Sie beschreibt nur den Ablauf der Schöpfung, nicht den Schöpfer.

Zweitens: Gott hat die Welt nicht auf einmal erschaffen, sondern schön der Reihe nach, Schritt für Schritt (in 6 "Tagen"). Die Evolutionstheorie stimmt dem "Schritt für Schritt" zu und führt aus, wie diese Schritte im Einzelnen aussehen. Diese Einzelheiten wiederum sind nicht Thema der Bibel.

So gesehen gibt es keinen Widerspruch zwischen Bibel und Evolutionstheorie und in der Folge sind Christentum und Evolutionstheorie miteinander vereinbar.

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