Warum ist das "Bullet-Cluster" ein Beweis für Dunkle Materie?

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2 Antworten

Hallo Leonski99,

schau mal hier in dieses Video. Ab Minute 10:50 erklärt Josef Gaßner das sehr anschaulich anhand des Bildes vom Bullett Cluster:

Dunkle Materie ist eigentlich nicht dunkel, sondern durchsichtig: Sie übt Schwerkraft auf andere Massen aus, wechselwirkt aber nicht mit Licht - deshalb können wir sie nicht sehen. Der Physiker sagt das so: "Dunkle Materie unterliegt der Gravitation, aber nicht der elektromagnetischen Wechselwirkung". 

Und die Aufnahme vom Bullett Cluster zeigt uns genau so ein Zeugs. 

Beim Bullett Cluster sehen wir zwei Galaxienhaufen, die durcheinander durch geflogen sind. Dabei wurde Material, wie zum Beispiel interstellares Gas aus den jeweiligen Galaxien gerissen und liegt jetzt in Form zweier großer Wolken in der Aufnahme. 

Der Witz an der Aufnahme ist aber, dass Gravitationslinseneffekte zeigen, dass die Massenschwerpunkte vor(!) diesen sichtbaren Gaswolken liegen. 

Beim Durchflug muss es also eine ordentliche Menge an Masse in den beiden Strukturen gegeben haben, die durch die Kollision gar nicht oder zumindest deutlich weniger gestört wurden als die sichtbaren Massenanteile. Diese Massen sind nahezu unverändert einfach weiter geflogen und eben nicht durch die elektromagnetischen Prozesse abgebremst worden wie die sichtbaren Gaswolken. Im Bild sind das die blauen Bereiche. 

Über Messung der Schwerpunkte im Bullett Cluster sehen wir dort also genau das, wonach wir suchen, wenn wir nach dunkler Materie suchen: Etwas mit Masse, das aber nicht elektromagnetisch wechselwirkt. 

Ungefähr klar?

Grüße

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