Warum ist Bayern vergleichweise reich?

14 Antworten

Schloss Chiemsee hast du dir aber nicht wirklich angesehen? Nur von außen, oder? Das Schloss würde nie fertig gestellt. Ludwig der Zweite hat zwar angefangen zu bauen, könnte es aber aus finanziellen Gründen nie fertig stellen.

Dann sehen wir uns doch mal an, wofür Bayern sein Geld ausgibt. Gut, München ist gepflegt und sauber. Hatte aber beispielsweise nicht den Eindruck, dass Hamburg dreckig ist. Junge Polizisten sind sowieso günstiger als ältere.

Aber dann? (Aus)Bau wichtiger Verkehrsstrecken gehen nur schleppend voran. Unsere Straßen sind in einem schlechten Zustand. Internetanbindung ist teilweise katastrophal. Für so manche Firma hier kann die Digitalisierung hier bedeuten, dass sie sich umsiedeln muss.

Und dass generell mehr verdient wird, heißt noch lange nicht, dass mehr im Beutel bleibt. Schon mal versucht mit dem Gehalt einer Krankenschwester in München aktuell eine Wohnung zu mieten? Selbst im Supermarkt zahlen wir mehr. Überall, wo es mehr Gehalt gibt, sind die Lebenserhaltungskosten höher.

dann könnte ein Schelm auf die Idee kommen hierzulande wirklich zu prüfen, ob es Korruption gibt.

Firmen siedeln sich hierzulande allerdings immer noch gerne in München an. GF sitzt doch auch in München. Aber München ist eben nicht Bayern.

Erstmal muss man sagen: Die diversen Mythen, die hier wieder verbreitet werden, sind falsch. Vor allem war Bayern nie vergleichsweise arm, und es war auch nicht bis in die 60er, 70er oder 80er Jahre ein Agrarland. Die Realität sieht ganz anders aus: https://www.merkur.de/bayern/wirtschaftskraft-darum-steht-bayern-mm-1537522.html

Bayern ist deshalb so wohlhabend, weil es schon sehr früh, nämlich Anfang des 19.Jahrhunderts, industrialisiert wurde. Verantwortlich war hier Maximilian Graf zu Montgelas. Montgelas ließ außerdem die bayerische Verwaltung, Infrastruktur und das Wirtschaftsrecht deutlich modernisieren und verbessern.

Seine Politik wurde auch später fortgesetzt; so ließ u.a. Ludwig I Gelehrte aus ganz Deutschland nach Bayern holen. Im Ergebnis war Bayern bereits im 19.Jahrhundert deutlich wohlhabender als die meisten anderen Teile Deutschlands.

Außerdem war Bayern entgegen dem Klischee auch viel weniger agrarisch geprägt als andere Bundesländer. Entsprechend sahen die Amerikaner nach dem 2.Weltkrieg davon ab, in Bayern irgendetwas an Industrie zu demontieren. Die Bayern hatten nämlich (was auch der Wahrheit entsprach) darauf hingewiesen, dass sie sich ohne Industrie nicht würden ernähren können. Bayern war nämlich schon lange vor dem Krieg stark von Nahrungsmittelimporten abhängig gewesen, weil einfach nicht mehr genügend Landwirtschaft vorhanden war.

Dadurch und durch den historisch gewachsenen Wohlstand hatte Bayern natürlich einen "Startvorteil" gegenüber dem Rest der BRD. Der ermöglichte es Bayern auch, sich durch hohe Investitionen in z.B. Bildung und Infrastruktur an die Erfordernisse einer modernen, globalisierten Wirtschaft anzupassen. In anderen Ländern funktioniert das bis heute nicht so gut, weil einfach nicht die selben finanziellen Mittel vorhanden sind(und wenn man sich z.B. mal bei der Bildung die Länder im Vergleich ansieht merkt man, dass die Unterschiede vor allem auf Unterschiede in den finanziellen Mitteln zurückzuführen sind).

Insgesamt ist also Bayern so wohlhabend, weil

  • das Land schon Anfang des 19.Jahrhunderts industrialisiert und modernisiert wurde und daher schon im 19.Jahrhundert sehr wohlhabend war
  • es in Bayern nach 1945 nicht zu einer Demontage der Industrie kam, was Bayern einen "Startvorteil" gegenüber den anderen Bundesländern verschaffte
  • Bayern aufgrund seines historisch gewachsenen Wohlstands und des "Startvorteils" nach 1945 viel mehr Mittel für Investitionen in z.B. Bildung und Infrastruktur hat als andere Bundesländer

Das klingt endlich mal plausibel!

Danke für die ausführliche Antwort!

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Der König war nicht "Ludwig 14", der war ein Jahrhundert vorher in Frankreich. Die Schlösser hatten Bayern in den Staatsbankrott getrieben, zeugen also gerade nicht von Bayerns damaligem Reichtum. Sie erfüllen nur bei Dir bestens den Zweck, den Prachtbauten schon immer hatten: blenden.

Bayern ist erst seit etwa den 60er Jahren nach dem 2. Weltkrieg wohlhabend. Vorher war es eine der rückständigen unterindustrialisierten Regionen und Länder Deutschlands. Vor 100 Jahren waren Westfalen-Rheinland, Schlesien und Sachsen die Kraftzentren, aus denen die Schwerindustrie Bruttosozialprodukt scheffelte, von dem auch Bayern profitierte.

Es gibt nur einfach ein relativ logisches Geschehen. Wenn eine Region "arm" ist, also wenig bis keine Industrie hat, dann macht sie Anstrengungen, neue Industrien zu sich zu holen.

Später könnten dann die Regionen mit den alten Industrien verarmen, weil die weniger oder gar nicht mehr gebraucht werden, und die mit den neuen aufsteigen.

So hat Bayern eben das Ruhrgebiet überflügelt. Aber in 50 Jahren könnte genausogut Ruhrgebiet oder Sachen wieder moderner als Bayern sein.

Sind die Leute in anderen Städten Deutschlands wirklich "netter" (als in Stuttgart)?

Ich komme aus Stuttgart und wohne hier.Meine Mutter ist auch hier geboren,aber trotzdem hasst sie Stuttgart und schimpft täglich darüber...das nervt richtig.Sie sagt Stuttgart hat kein Flair im Gegensatz zu wie anderen Städte in Deutschland und die Leute hier wären nicht aufgeschlossen genug.Andere Städte in Deutschland sind angeblich vieeel lebenswerter und schöner.Ich war schon in zweimal in London,Paris und anderen Städten der Welt,aber eigentlich nie in Städten hier (in Deutschland war ich nur mal in München und natürlich Konstanz-ist ja bei uns in der Nähe)...aber ansonsten kam ich innerhalb Deutschlands nicht weit.Also ich hab nie die Städte im Norden und Osten gesehen.Also die Leute in München waren so...ähm..naja..ich sag mal z.T. gewöhnungsbedürftig bis arrogant(Bayern ist reich und sie meinen oft,sie wären was Besseres).München an sich ist schon schön,schöner als Stuttgart.Aber die restlichen deutschen Städte und ihre Umgebung?Stuttgart ist nicht so langweilig flach.Man hat von überall (Kessellage) Blick auf die Innenstadt und ganz im Hintergurnd Blick auf die Alb...was ist daran hässlich?Sowas gibts ja wohl in Berlin Marzahn kaum,oder ?Oder in Hamburg usw...Aber wie gesagt,ich kann es nicht beurteilen! Und die Leute?Mir persönlich wären glaub ich Berliner zu "frech" und ,Kölner zu verrückt,Münchner zu arrogant und Hamburger zu rau,aber keine Ahnung.Ich kann es natürlich nicht einfach so beurteilen,ohne jemals dort gewesen zu sein!!(das sind nur die Erfahrungen von anderen).

Aber was findet ihr Außenstehenden?Ist Stuttgart+Umgebung im Vergleich zu anderen Städten wirklich so hässlich(warum?)?Und sind die Leute woanders wirklich "netter"?Wird uns zurecht nachgesagt,wir wären zu verschlossen?

(bitte nur Nicht-Stuttgarter)

Danke :)

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