Warum ist alles in der Natur unveränderlich?

16 Antworten

Deine Frage ist falsch. In der Natur ist alles veränderlich. Nur die Regeln, nach denen sich alles verändert, verändern sich nicht. Und diese nennt man Natur"gesetze", obwohl sie ganz anderer Natur sind als die von Menschen aufgestellte Gesetze. Menschliche Gesetze kann man übertreten, wenn man die Folgen ignoriert, die Naturgesetze nicht. Es sind die Spielregeln fürs ganze Universum, unabhängig von Raum und Zeit und allem, was sich im Universum verändert.

Menschliche Gesetze haben mit Naturgesetzen nur den Namen gemein und die Namensgleichheit verwirrt mehr als dass sie verstehen hülfe.

Ein menschliches Gesetz stellt ein Gebot auf, was sein soll.

Ein Naturgesetz beschreibt, was offenbar ist.

Natürlich kann man die seiende Realität nicht "überschreiten". Man kann feststellen, dass ein Mensch anderen Menschen Gewalt antut. Und daraus vielleicht schlussfolgern, dass es ein Naturgesetz gebe, nach dem biogische Organismen das tun (und vielleicht beweisen, dass es dieses Gesetz gebe).

Das ist dann aber keine Sollensaufforderung, sondern eben ein Beschreiben des Ist-Zustandes. Der muss nicht "richtig" im Sinne menschlicher Moral sein und kann daher selbstverständlich einem menschlichen positiven Recht widersprechen.

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Da hat aber jemand ein gewaltiges Problem mit Regeln. Die Naturwissenschaften versuchen die Vorgänge der Natur so allgemein wie möglich zu beschreiben, damit wir damit ''rechnen'', bereits gemachte, verifizierte Beobachtungen auf noch ungewisses übertragen können. Natürlich müssen sie dafür verallgemeinern, das ist systembedingt. Du findest es spannender wenn nicht alles berechenbar ist, wenn wie bei Parapsychologie oder Esoterik noch neue, unbekannte Faktoren dazu kämen, gut, aber mit der Aussage ''ich glaube an das Unerklärbare'', ist halt auch jeder Versuch sich die Welt erklären zu wollen gestorben.

Ich kann nur dann Modelle aufstellen und fundierte Aussagen treffen, wenn ich eben auch ein Fundament habe und dafür nehmen wir das was sich bislang beobachten lies, im 21. Jhd ist das ja auch schon eine Menge. Der Physiker möchte das also nimmt er das Fundament das soweit schon da ist. Wenn du sagst, ja aber es könnte ja noch viel mehr geben, was wir halt nur noch nicht beobachten konnten, ist das schön und gut aber damit arbeiten kann man nicht, da man es ja eben noch nicht hat. Somit es dann mal beobachtet wurde, wird es aber auch ins Fundament ein- bzw. dieses umgebaut, das war schon immer so und es gibt keinen Grund dies zu ändern. Von der Sache mit der Erde als Scheibe oder als Zentrum das Universums um die sich alles dreht sind wir ja auch wieder abgekommen.

Erhaltungssätze folgen aus dem Noetherschen Theorem. Kurz gesagt: Jede Symmetrie generiert eine Erhaltungsgröße.

Im Fall der Energie ist es die Zeitinvarianz (heute=morgen, oder anders gesagt: Es gibt kein physikalisches Experiment, mit dem Du das Datum messen kannst), weil die Energie und die Zeitentwicklung zusammenhängen.

Impulserhaltung kommt aus der Translationsinvarianz (hier=da, die Naturgesetze gelten überall, Eis schmilz bei 0°C, egal ob in Wien oder in Sydney). Sieht man u.a. daran, daß Ort und Impuls durch Fouriertransformation miteinander verbandelt sind.

Drehimpulserhaltung kommt aus der Richtungsinvarianz, daß also alle Richtungen gleichwertig sind.

Das Noethersche Theorem ist ein mathematischer Satz, der in der Formulierung der Mechnik, Elektrodynamik, Quantentheorie und Speiellen Relativitätstheorie drinsteckt und daher immer gilt. Nicht jedoch in der Allgemeinen Relativitätstheorie, da ist es komplizierter, und so etwas wie die „Gesamtenergie des Universums“ ist nicht einmal definierbar geschweige denn erhalten.

Daß es in der Kosmologie (wo die Allgemeine Relativitätstheorie die beste uns bekannte Theorie ist) ein Problem mit der Energierhaltung gibt, ist leicht zu zeigen: Die kosmologische Rotverschiebung hat jedem Photon der Hintergrundstrahlung mehr als 99.9% seiner ursprünglichen Energie geklaut. Diese Energie ist einfach weg, also nicht erhalten (dieses Argument gilt nicht für gewöhnlichen Doppler-Effekt oder die gravitative Rotverschiebung der ART).

Hochinteressant das Noethersche Theorem und interessant auch, dass man von diesem doch recht zentralem Theorem und ihrer Aufstellerin so wenig mitbekommt. Mir scheint, dass weibliche Genies mit ihren Entdeckungen doch weit weniger gerühmt werden als ihre männlichen Kollegen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Emmy_Noether

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@Machtnix53

Emmy Noether wurde finanziell ausgebeutet, als Frau diskriminiert und schließ­lich als Jüdin aus dem Land geworfen. In den USA ist sie dann am Krebs gestorben.

Ja, ein trauriges Kapitel.

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