Warum ist Afrikaans so unterschiedlich zum Niederlänischen, Amerikanisch zum Englisch aber kaum?

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Der sprachliche Unterschied kommt von einem sehr verschiedenen geschichtlichen Ablauf in den USA bzw. Südafrika.

Die USA bildeten auch nach der Unabhängigkeit von den Engländern einen Staat, der in entscheidenden Dingen, darunter der Sprache, einheitlich organisiert war. Anderssprachige eingewanderte Volksgruppen, gar die Indianer, hatten keinen Einfluss auf die Wahl des Englischen als Norm. Das Pidgin afrikanischer Sklaven hatte die allgegenwärtige Sprachnorm der Herren präsent und konnte keine neue Norm ausbilden.

In Südafrika war die Zusammensetzung der Bevölkerung ganz anders. Hier herrschte zunächst nicht ein Staat, sondern ein Unternehmen, die Ostindien-Kompanie. In dieser dienten Seefahrer aus vielen Ländern, die keineswegs ein einheitliches Niederländisch als Norm verbreiten konnten. Zum zweiten wurden enorm viele Sklaven aus anderen Ländern (Indien, Indonesien, ...) importiert, die ihre Herren an Zahl bei weitem übertrafen. Starken Einfluss hatten auch die afrikanischen einheimischen Stämme, ohne deren Arbeit die isolierten Burenfarmen, die sich in Südafrika ausbreiteten, nicht vorstellbar waren. Hinzu kam das Fehlen eines dauerhaften und einheitlichen Schulsystems.

Es gab daher lange Zeit die Theorie, dass Afrikaans ein heruntergekommenes Niederländisch darstelle, das durch den Einfluss der verschiedenen Sklavensprachen entstanden sei. Nachweise durch Einzelbeispiele sprachlicher Elemente blieben aber nicht überzeugend, da entsprechende Varianten auch in europäischen Sprachen vorkommen. Auffallend ist, dass viele Wörter täglicher Gegenstände aus der Seemannssprache stammen.

Während in den USA also eine Norm (Englisch) vorlag, der sich die übrigen Einwanderer nur anschließen konnten, musste in Südafrika eine einfache Verständigungssprache auf der Basis der niederländischen Seemannssprache entstehen, wobei sich vor allem solche Abweichungen vom Normniederländischen durchsetzten, die so oder ähnlich auch in den Sklavensprachen vorkamen.

Beispiel:

Aus den Sätzen

Wij hebben geen bijbel 'Wir haben keine Bibel' / Ons is geen bijbel 'Uns ist keine Bibel [gegeben].

wurde dann in der Umgangssprache die Mischform

Ons hebben geen bijbel 'Uns haben keine Bibel'

gemacht. So stellt man sich vor, wie "ons" (uns) das "wij" (wir) im Nominativ verdrängte.

Auch das sollte Einfluss von Sklavensprachne sein, ist es aber nicht notwendig. Denn auch die dem Niederländischen verwandten Sprachen Englisch und Plattdeutsch kennen den Fall, dass ein Personalpronomen im Akkusativ auch für den Nominativ genutzt werden kann:

It's me (nicht: It's I)

Den giegen den (anstatt: der giegen den) 'Der gegen den': Plattdeutsche Redewendung, wenn nach dem Kartenspiel die Punkte im Vergleich ausgerechnet werden.

Naja, die englischen Einwanderer haben ihr Sprache geschätzt und keine anderen zugelassen (es gab keine deutsche Übersetzung der Gesetze für deutsche Einwanderer). Eine Vermengung mit den Ureinwohnern gab es nicht. Es war bis zur Unabhängigkeit auch ein Idetifikationsmerkmal von Engländern und Abgrenzung zu den Franzosen im Norden.

Die Holländer hatten aber die Einheimischen, denen mussten sie es beibringen. Die haben natürlich ihre eigene Sprache mit eingebaut, zumindest phronetisch.

weil die amis ehemalig engländer sind, die Leute in Afrika aber auch ihre eigene sprache hatten.

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