Warum hören die Gegner schnell auf zu Kämpfen bei Karate?

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6 Antworten

Karate besteht nicht nur aus dem Kumite (Partnerübungen, eben auch der Freikampf von Wettkämpfen), dieses macht nur ein Drittel des eigentlichen Trainings aus. Und dazu kommen noch Aufwärmtraining, Krafttraining, Kondition... und auch zwei Minuten auf der Kampffläche können sehr, sehr lang werden ;)

"Sofort" abgepfiffen wird, weil es im Karatewettkampf um Punkte geht, nicht darum, seinen Gegner K.O. zu schlagen. Um diese Punkte zu werten wird der Kampf traditionell unterbrochen. Die meisten Kämpfe sind beendet, sobald ein Kämpfer einen ganzen Punkt (Ippon) errungen hat, dieser setzt sich aus zwei Wazari (halbe Punkte) zusammen. "Normale" Angriffe geben einen Wazari, besonders effektive Aktionen (Tritt zum Kopf ohne Reaktion des Gegners etc., nicht leicht zu erklären) geben auch mal direkt einen Ippon, sodass der Kampf direkt beendet ist. Je nach Bedarf wird ab und zu aber auch um zwei, drei oder noch mehr Punkte gekämpft.

Geübte Karateka sehen, wann der perfekte Moment für einen Angriff gekommen ist und müssen nicht 6578493 Mal in der Gegend rumschlagen/hüpfen/springen wie die "Karatekämpfer" aus Hollywood, deshalb ist ein hochkarätiger Kampf für Außenstehende oftmals relativ unspektakulär und langweilig... wie dieser hier. Ich habe beide schon live erlebt und habe unter ihnen trainiert - höchst beeindruckende Karateka!

Im Prinzip ist schon alles gesagt worden. Es geht beim Karate(-Do) im Prinzip darum, den Gegner mit mit einer Technik ausser Gefecht zu setzen (Ippon-Gedanke). Im Wettkampf gibt es in dem Falle, wenn eine Technik (Schlag, Tritt) sauber platziert wurde eine entsprechende Wertung. Am Kopf wird natürlich abgestoppt, ansonsten würde es Tote geben. Für den aussenstehenden ist dies nicht so spektakulär wie eim Boxen, wo sich die Gegner minutenlang auf die Mütze hauen.

Karatekas bewegen sich viel mehr mit dem ganzen Körper und die Schläge müssen stets extrem präzise, aber trotzdem sehr stark sein. Deshalb ist es sehr anstrengend, viel anstrengender als ein Boxkampf. Deshalb sind dir Kämpfe auch viel kürzer beim Karate. Trotzdem ist der Boxkampf in der Summe viel viel anstrengender. Ich habe aber auch schon Kämpfe gesehen, in denen die Kämpfer zusammengebrochen sind...

liegt daran, das Boxen dafür da ist um die masse zu unterhalten. karate ist realistischer gestaltet. In einem realen kampf ist der gegner nach wenigen treffern (wenn nicht sogar nach dem ersten) besiegt. Bxkämpfe sind darauf ausgelegt lange zu dauern. wer würde hohe summen für eine eintrittskarte bezahlen, wenn das schauspiel gerade mal 2 minuten dauert?

Beim karate wird auch kondition trainiert, aber die ist eigentlich eher ein netter nebenenffekt^^ hoffe ich konnte helfen :)

Die meisten Vorredner haben es ja bereits gesagt, aber ich fasse es nur einmal kurz zusammen.

Ziel eines Boxers ist der Sieg durch viele starke Schläge. Am besten durch einen KO. Um dieses KO möglichst zu erhalten, existieren diese langen Kämpfe. p.s. die Handschuhe sind WAFFEN! Durch das Gewicht wird der Schaden der bei einem Kopftreffer entsteht vergrößert!

Traditionelles Ziel eines Karatekas ist es einen Angreifer idealerweise mit der ersten Aktion kampfunfähig zu machen oder gar zu töten. Diese Aktionen werden natürlich nicht im Sport ausgeführt, aber von diesem Punkt kommt der Gedanke dass der Schiedsrichter schnell einschreitet. p.s. Kondition wird nicht nur in diesem Bereich sondern auch bei der Kata benötigt.

Karateka -wie auch die meisten asiatischen Kampfsportler- zeugen ihren Gegnern stets Respekt. Dazu geht es hier um Schnelligkeit, um Treffsicherheit und entsprechenden Gegenreaktionen.

Während beim Boxkampf die Schlagkraft und Gefährlichkeit der Fäuste noch durch die Handschuhe abgemildert werden, geht es bei den Karatekas mit härteren Bandagen zur Sache. Da kann ein einzelner Schlag oder Fußtritt ungeheuer große Verletzungen anrichten, so dass, in der Regel, nach einem Treffer der Schiedsrichter erst einmal einen Stopp einlegt.

Interne Regeln, dass nach einem halben oder ganzen Punkt (Treffer) ein Stopp gesetzt wird, sind auch nur auf den obigen Umstand zurück zu führen.

Wie stark und nachhaltig Verletzungen führen können, wenn nicht nach den obigen Regeln gekämpft wird, zeigen die vielen Kampfversehrten des Thai Boxen. So schwer, wie in diesem thailändischen Nationalsport, werden sonst in keiner Sportart Menschen verletzt.

Jede Kampfsport Art hat ihre Regeln. Auch Boxer haben die und müssen erst einmal auseinander, wenn ein harter Treffer gelandet worden ist. Wenn sie umher tänzeln, so wollen sie etwa eine Schwachstelle des Gegners ausmachen. Da sich beide wohl irgendwie auch beidrehen müssen, kommt die eine oder andere Schwachstelle zum Tragen. Zwar sollen die Kämpfer- gerade wenn sie vor Publikum und Fernsehen im Ring stehen- fair und gut kämpfen. Da jeder von ihnen Angst vor eigenen Verletzungen, die womöglich noch Folgen nach sich ziehen könnten, hat, will man natürlich den Kampf gut überstehen. Auch ein schneller KO - wie etwa bei einem Klitschko Kampf mal der Fall war- wird dabei in Betracht gezogen, weil nur so jegliches Risiko vermindert wird. Jede Minute länger schwächt nicht nur den Gegner, sondern auch den Kämpfer.

Karatekas, kung Fu . Jui Jitsu oder Taek won do Kämpfer haben natrülich auch genügend Konditionen, um solche Kämpfe länger als nur drei Minuten durchstehen zu können. Aber sie halten sich an ihre Regeln, der auch den Respekt vor dem Gegner und jedem Menschen einschließt.

Wenn draußen unsere Straßenschläger nur etwas mehr Ehre und Respekt vor dem anderen haben würden, gäbe es weniger Verletzte, Schwerverletzte oder gar Tote. Einen Menschen, der auf dem Boden liegt, noch zu schlagen oder zu treten, würde keinem Kampfsportler, selbst auch keinem Boxer, einfallen. Daraus sollten wir lernen.

Auch das ein Kampfsport nur ein Sport ist und kein Wiederaufleben altrömischer Verhältnisse, wo sich die Gladiatoren bis zum Tod herumschlagen mussten, nur damit das Publikum unterhalten wird.

Karate-Kung Fu-Jui Tsu und alle anderen asiatischen Kampfsport Kenner lassen sich gerne von den Kämpfen unterhalten. Genauso, wie Latein Kenner unter sich einen Mordsspaß haben, weil sie die Sprache verstehen, ist es bei diesen Sportlern: Sie wissen, worum es geht und erfreuen sich an den Kämpfen. Niemand fühlt sich dabei gelangweilt.

Beim Boxen schauen auch jene zu, die absolut keine Ahnung von diesem Sport haben. Sie wollen nur fliegende Fäuste, blaue Augen, Blut und gerne auch einen harten KO Punch sehen, um sich unterhalten zu fühlen. Passiert das nicht, dann wird man auch über diesen Kampf nur sagen: Langweilig.

Schade!

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