Warum heißt es der Krake?

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5 Antworten

Für das Genus im Deutschen kennt man eine ganze Reihe von Regeln, die aber so viele Ausnahmen haben, dass man sie eher "Prinzipien" nennen sollte. Diese Prinzipien berücksichtigen einmal die Form des Wortes, zum anderen den Inhalt. Wenn nach Form und Inhalt mehrere Prinzipien zur Anwendung kommen könnten, ist es Zufall, welches Prinzip sich durchsetzt. In nicht wenigen Fällen gibt es auch kein erkennbares Peinzip, das in Frage käme.

Nun zu "Krake":

"Krake" kommt nach meinem etymologischen Wörterbuch aus dem Nordnorwegischen und hat dort das Genus der belebten Wesen (Genus commune), ohne also nach Maskulinum oder Femininum zu unterscheiden, aber kein Neutrum. Das Prinzip der Genusübernahme führt dann zum Maskulinum im Deutschen, das Standardgenus für belebte Wesen ("DER Mensch") ist (obwohl Feministen das leugnen).

Also "der Krake".

Nun ist das Wort "Krake" zweisilbig mit Schwa ("Murmel-E") am Ende, und da gibt es ein starkes Prinzip, welches zum Femininum führt. (Der Fragesteller findet das sogar "logisch".) Deshalb hört man auch oft falsch: "die Krake".

Um diesem Prinzip auszuweichen und das Maskulinum zu rechtfertigen, wird gelegentlich auch (fälschlicherweise) die Form "Kraken" verwendet. Siehe "der Drache" => "der Drachen", ferner "die Socke" => "der Socken" u.a.   

Hallo,

leider gibt es zum richtigen Artikel im Deutschen nur sehr wenige Regeln. Außerdem gibt es zu jeder Regel wenigstens eine Ausnahme – Ausnahmen bestätigen die Regel!

Das Geschlecht richtet sich nach dem biologischen Geschlecht:

die Frau – die Lehrerin, die Ärztin, die Fremde, aber: das Mädchen

der Mann – der Techniker, der Lehrer, der Kater, der Fremde

weiblich (= die) sind die Endungen

- heit (Freiheit, Menschheit)

- tion (Information, Kalkulation)

- keit (Heiterkeit, Einsamkeit)

- tung / ung (Zeitung, Vermutung, Meinung, Betonung)

- t (Fahrt, Naht) aber: der Bart

- e (Zunge, Reise, Freude) aber: der Junge etc.

- schaft (Mannschaft, Bekanntschaft)

- ei (Bäckerei, Schreinerei, Bücherei)

männlich (= der) sind die Endungen

- er (Finger, Fehler) aber: das Fenster, die Leiter

- ling (Frühling, Sperling)

sächlich (= das) sind wiederum die Endungen

- chen / -lein wiederum sind Mädchen, Mäuschen, Tischlein, Entlein

chen und lein machen die Wörter klein! heißt es im Deutschen.

Das Geschlecht kann an der Bedeutung erkennbar sein:

weiblich:

- Motorradmarken (von: die Maschine) – die Harley-Davidson, die Yamaha

männlich:

- Tageszeiten – der Abend, der Vormittag, der Nachmittag aber: die Nacht

- Wochentage – der Montag, der Freitag, der Samstag

- Monate – der Mai, der Dezember

- Jahreszeiten – der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter

- Himmelsrichtungen – der Norden, der Osten, der Süden, der Westen

- Wetter – der Wind, der Schnee aber: die Wolke

- alkoholische Getränke – der Wein, der Cognac aber: das Bier

- Automarken – der Audi, der BMW

sächlich:

- Farbnamen: das Blau, das Violett

(Quelle u.a.: deutschalsfremdsprache.ch)

Zusammengesetzte Hauptwörter (Nomen, Substantive, Namenwort) bekommen immer den Artikel des hinteren Wortes vorangestellt:

- der Tisch - das Tuch --------> das Tischtuch,

- das Bett - die Decke -----------> die Bettdecke

Bei ins Deutsche übernommenen Wörtern werden häufig Analogien gebildet u. ä.

Welcher Artikel richtig ist, kannst du im Duden (duden.de) nachschauen.

Auch gibt es landschaftliche Unterschiede.

Wo ich wech komm, sagt man z.B. die Fanta,

wo ich jetzt daheim bin, sagt man das Fanta.

Ein lustiger Text zum Thema Artikel im Deutschen:

spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-der-butter-die-huhn-das-teller-a-432890.html

:-) AstridDerPu

wech komm - (Sprache, Krake)

Weshalb ist "die Krake" logischer? Soweit ich weiß geht beides. Oft liest man sogar "der Kraken".

Warum wäre "die" logischer? Wo ist da eine erkennbare Logik?

xycelineyx 13.10.2015, 16:30

Weil viele Wörter, die auf e enden, feminin sind.

0

Logisch ist da gar nichts. Es ist beides richtig.

Duden.de

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