Warum hatte Österreich Ungarn Russland nicht im krimkrieg geholfen und war das kriegsentscheidend?

3 Antworten

  1. Russland führte nicht nur einen regulären Krieg gegen das Osmanische Reich, sondern gab sich propagandistisch alle Mühe die noch zum Osmanischen Reich selbst gehörenden Balkan-Slawen und die tributabhängigen Rumänen gegen das Osmanische Reich aufzuputschen. Wegen der rumänischen und südslawischen Minderheiten in Österreich (Österreich-Ungarn gibt es erst ab 1867) ging dass natürlich auch gegen die Interessen Österreichs, weil man in Wien befürchten musste, das die Aufstände übergreifen würden.
  2. Österreich war bestrebt um jeden Preis Frieden mit dem gegen Russland kämpfenden Frankreich zu halten, weil eine Konfrontation mit Frankreich die italienischen Teile der Donaumonarchie und die habsburgischen Kleinstaaten Mittelitaliens in Gefahr gebracht hätte (wie sich dann 1859 zeigen sollte).

Insofern hatte man in Wien ganz gute Gründe so zu handeln, wie man das tat.

Was Österreich am Ende geschadet hat, ist dass es mit seiner Neutralität sowohl Franrkeich als auch Russland gegen sich aufbrachte. Das war unklug. Aus österreichischer Perspektive wäre es sinnvoller gewesen entweder mit Frankreich oder Russland zu kooperieren.

Die Österreicher wollten die Russen schwächen, sie sahen die Russen als Gegner. Grade die Kriegsdrohung der Österreicher gegen Russland, hat Russische Truppen gebunden. Russen haben mit einem Österreichischen angriff gerechnet und haben Truppen an der Österreichischen Grenze posiert. Diese Truppen die fehlten, haben den Sieg der Briten und Franzosen wohl erst ermöglicht.

Sie waren aber verbündeten, weil Russland die ungarische Revolution niderschlug

0
@Algadi

Sie waren, zusammen mit Preußen, verbündet gegen revolutionäre Strömungen. Das heißt aber nicht, daß Österreich an einem noch mächtigeren Russland gelegen war, zumal sie einander überschneidende Interessen auf dem Balkan hatten und in Russland sich der Panslawismus zu entwickeln begann

0
@Martin6466

Der Panslawismus und Russland ist eine Legende, um den Russen den Krieg anzukreiden. Russland hat ja sogar der Annexion Bosnien-Herzogowinas durch Österreich zugestimmt. Die Panslawisten haben in allen Kongressen eine Vorherrschaft Russlands abgelehnt. Wenn dann Panrussismus. Außerdem war das eher umgekehrt und die Österreicher wollten sich auch Richtung Russland vergrößern. Panösterreichsmus auf dem Balkan gab es ja schon.

0
@Niconasbeznas

Den Panslawismus als Legende abzutun, muss ich wiedersprechen. Russland sah sich sehr wohl als Schutzmacht aller Slawn. Aber wie bei allen historischen Themen kann man hier auch streiten und eine letzte Wahrheit wird es nicht geben.

Was den Balkan anbelangt: habe ich was anderes behauptet als Sie? Sowohl Ötserreich-Ungarn als auch Russland wollten sich auf dem Balkan ausdehnen. Von daher gab es dort Konfliktpotential. Den Westmächten Großbritannien und Frankreich war ein übermächtiges Russland auf Kosten eines geschwächten Osmanischen Reiches auch ein Dorn im Auge. Von daher wurde ein Anlass gesucht und gefunden, den Status Quo durch einen Krieg zu sichern. Meines Erachtens Ursache und Verlauf des Krimkriegs gut geschildert von Orlando Figes, Krimkrieg: Der letzte Kreuzzug

0

Österreich hatte kein Interesse einem stärkeren Russland und wäre wahrscheinlich eher gegen Russland als für Russland in den Krieg gezogen.

Sie waren aber verbündeten, weil Russland die ungarische Revolution niderschlug

0
@Algadi

Auszug aus Wiki: "Österreich hat während des Krimkriegs eine konsequente Friedenspolitik geführt. Für diesen Zweck kalkulierte die österreichische Regierung das Risiko eines begrenzten kleineren Krieges (eines militärischen Zusammenstoßes mit Russland in den Donaufürstentümern) ein. Österreich geriet aber in die immer verwickelter werdenden Lage, vom Standpunkt einer abwartenden bewaffneten Neutralität her von Russland allmählich abzurücken und sich durch vielfache Bindungen den Westmächten zu nähern. Die Drohung, in den Krieg mit einzutreten, hat Österreich Russland stets fühlen lassen, um es an den Verhandlungstisch zu zwingen. Gleichzeitig machte es den Westmächten Hoffnung auf einen österreichischen Kriegseintritt, um sie auf die gemäßigten österreichischen Kriegsziele zu verpflichten, zögerte ihn aber immer wieder hinaus, um seine Existenzfrage bei einem sich ungebremst ausweitendem Krieg so lange wie möglich zu vermeiden. Österreich ging im Kriegsverlauf von einer Position Bewaffneter Neutralität ab, ließ an der Grenze zu Russland und den umkämpften Donaufürstentümern starke Truppenkontingente aufmarschieren und betrieb somit eine faktisch antirussische Politik wohlwollender Neutralität gegenüber den Alliierten."

0
@Algadi
  1. Die Heilige Allianz war KEIN Militärbündnis.
  2. Die Russen halfen den Habsburgern nicht ganz uneigennützig die Revolution nieder zu schlagen, denn der Untergang Österreichs hätte wegen Galizien die Frage eines unabhängigen Polens heraufbeschworen. Als größte der polnischen Teilungsmächte konnte Russland daran kein Interesse haben, genau so wenig daran als einziger verbliebener monarchischer Staat (denn mir Österreich wäre auch der Rest Deutschlands für die halbkonstitutionellen Monarchen nicht zu halten gewesen, diplomatisch isoliert zu werden.
0

Was möchtest Du wissen?