Warum hatten die USA kein Verständnis für Deutschland?

7 Antworten

Die USA hatten schon seit Kriegsbeginn die Entente umfassend unterstützt und diese planten wiederum,mit den Reparationen,die Deutschland zahlen würde,diese massiven Schulden abzuzahlen.Wenn Deutschland aber irgendwie gewonnen oder einen Friedensvertrag ausgehandelt hätte,also GB und Frankreich keine Reparationen bekommen hätten,hätte die USA lange auf das Geld warten können.

Auch die Geographie spielt eine Rolle.Die Blockade GBs blieb nicht so ignoriert,wie oft angenommen,es bildete sich sogar eine Art Allianz der skandinavischen Staaten gegen die Blockade,da sie,ähnlich wie die deutsche,auch neutrale Staaten beeinflusste,aber mal ehrlich,was sollen die groß anrichten?
Desweiteren wurden,soweit ich weiß,neutrale Schiffe nicht einfach angegriffen wie in der deutschen Blockade,sondern angehalten und dann entweder zurück oder weiter geschickt,nachdem der Inhalt untersucht wurde.Sowas hätte die deutsche U-Boot-Flotte aber eh schwer machen können,da U-Boote an der Oberfläche nahezu schutzlos sind und es gab auch Fälle,in denen britische Schiffe,bekleidet als amerikanische Handelsschiffe mit Flagge,warteten,dass das Uboot auftauchte und es dann zerstörten.

Die deutsche U-Boot-Blockade involvierte eben aber auch vorallem die USA,einen Staat,der weit,weit mehr als z.B. Norwegen anrichten kann.Nach Lusitania konnte das amerikanische Volk zwar noch nicht zu einem Eingreifen in diesen Massenkrieg überredet werden,erst als die deutsche Heeresleitung in einem letzten va-banque Zug die Blockade radikal verschärfte und fast jeder Zugang zu GB gekappt war,um es auszuhungern und wegen starkee Unterschätzung der Mittel der USA,traten die USA nun auch offiziell in den Krieg gegen Deutschland ein.

Man sollte aber auch nie außer Acht lassen,dass Russland ebenfalls durch die Mittelmächte blockiert wurde,in der Nordsee und am Bosporus und dass es dort ebensoviele,wenn nicht noch mehr Verhungerte gab.

Allerdings bezweifele ich auch immer die Wirkung der britischen Blockade,wer hätte denn im direkten Radius der deutschen Häfen einen langanhaltenden Strom an Rohstoffen liefern können,der die immensen Bedürfnisse einer totalen Kriegswirtschaft hätte decken können.

Das kann eigentlich nur die USA,aber dazwischen liegt bekanntlich GB und die amerikanischen Schiffe wären garnicht erst das Risiko eingegangen,Handel mit Deutschland zu treiben.

Diese Darstellung stimmt aber so nicht. Hätten die U-Boote gegen die Blockade gekämpft, hätten sie Kriegsschiffe angreifen müssen. Haben sie aber nicht. Primäres Ziel waren Handelsschiffe, um die Versorgung Großbritanniens zu verschlechtern bzw. zu verhindern.

Die Seeblockade war auch keine Sache der Amerikaner, sondern der Briten. Die Amerikaner haben sogar gegen den Aufbau der Seeblockade protestiert, weil sie völkerrechtswidrig war. Insofern war es den Amerikanern keineswegs egal. Nachdem aber mit der Torpedierung der Lusitania auch viele Amerikaner den Tod fanden, dauerte es nicht mehr lange, dass auch die USA in den Ersten Weltkrieg eingetreten sind. Und ich denke, dann hat sich auch das Mitleid mit den Deutschen sehr in Grenzen gehalten.

War es schon verwerflich und unverantwortlich, dass Deutschland Österreich jedwede militärische Hilfe zusicherte, ihm also einen Art Blankoscheck ausstellte, dann auch sich nicht bemühte einen Krieg zu verhindern, hätte es nach dem "Wunder an der Marne" unbedingt kapitulieren sollen. Als dann noch die Seeblockade errichtet wurde, war es regelrecht verbrecherisch, als noch weiter kämpfen zu wollen, statt mit der Entente Frieden zu schließen.

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