Warum haten so viele Russland, aber wenige die USA?

16 Antworten

Ich weiß nicht in welchem Sandhügel dein Kopf steckte als Bush Jr. Präsident war aber der Krieg gegen Irak wurde nicht nur von einer breiten Masse der europäischen Öffentlichkeit abgelehnt, sondern auch von den meisten Staatsoberhäuptern. Du kannst dir ja mal die Reden von Schröder oder Chirac am Vorabend des Krieges anhören. Auch die Abkehr von den Genfer Konventionen in Bezug auf Folter wurde stark kritisiert, ich kann mich erinnern,das der Spon von einer 'Rückkehr zur Barbarei' schrieb. Auch in Staaten, die an der Invasion teilnahmen (UK, Polen & Spanien im wesentlichen, wenn ich mich recht erinnere) gab es massive Proteste von Seiten der Bevölkerung. In London gingen damals Millionen auf die Straße. Und Guantanamo Bay oder Abu Ghreib wurden zum Inbegriff von Amerikanischen Unrecht. Man vergisst vielleicht nach Trump wieder schnell, wie schlecht das transatlantisch Verhältnis damals tatsächlich war.

Für Afghanistan existierte eine UN Resolution und das ganze geschah kurz nach 9/11. Es war kein Angriffskrieg...

Falls die Reaktion von China oder Nordkorea gegen Russland heute nur halb so harsch ausgefallen wären wie einige der Reaktion in europäischen Länder bei der amerikanischen Invasion im Irak, würde ich das mehr als begrüßen.

Sein Kopf steckte da wohl noch in Muttis Bauch.

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Von Experte Hamburger02 bestätigt

Was du hier präsentierst, nennt sich "Whataboutism". Das ist eine bekannte "Ablenkungsstrategie" um von den Verfehlungen einer Seite abzulenken. "Aber die andere Seite hat auch ..." Ein rhetorischer "Kunstgriff" um die eigenen Fehler zu überspielen.

Wir müssen uns nicht darüber unterhalten, dass die USA nicht mehr das "Land of the Free" ist. Die USA sind im Niedergang, sowohl moralisch, als auch wirtschaftlich. Ihr System wartet darauf, gewaltsam zu implodieren. Irak und Afghanistan, nun man könnte jetzt behaupten, sie wollten nur das Beste für diese Länder - und dafür eben Öl, Macht und Geld verdienen. Ich glaube tatsächlich, dass viele einfache Soldaten genau das geglaubt haben - sie helfen den Menschen, gegen Saddam oder die Taliban. Die Wahrheit ist, dass vor allem der MIlitärisch-Industrielle Komplex verdient hat und dafür hat man mit dem Leben von tausenden Amerikanern bezahlt. Und ja, einigen Millionen von "denen da" die den USA halt sehr egal sind.

Russland hingegen, nun das ist eine andere Sache. Den USA kann man zugutehalten, dass sie immer noch, im Idealfall natürlich, etwas Gutes getan und sich gut dafür haben bezahlen lassen. Sie wollten nie "bleiben". Die Russen hingegen, die haben andere Pläne. Die "wollen" bleiben und dafür ist ihnen praktisch jedes Mittel recht. Russland will nicht nur "Geld machen" sondern ein neues Imperium errichten: Eines aus den "Drei Russen", den "Großrussen" den "Belarussen" und den "Kleinrussen", d.h. den Ukrainern. Quasi eine Sowjetunion 2.0. Dabei beschießen sie gezielt Zivilisten, Krankenhäuser und ähnliches, was die Amerikaner zb nicht tun. Ja, auch hier gab es Kriegsverbrechen, die aber meistens auch hart bestraft und verfolgt wurden. Nicht immer, aber meistens. Die Russen haben von "oben" gezielte Anweisung, Kriegsverbrechen zu begehen, sie nutzen zb Vergewaltigung und Folter ganz normal als "Kriegsmittel".

Und zu glauben, dass Russland "aufhört", wenn es die Ukraine erobert hätte, ist eben sehr, sehr naiv. Russland weiß jetzt, dass es sehr viel stärker werden muss, um sich gegen den Westen zu behaupten - aber das braucht halt mehr Menschen, mehr Rohstoffe, mehr Industrie. Ein "Langzeitziel" sozusagen, denn die aktuelle russische Armee ist ein lächerlicher Sauhaufen aus Inkompetenz und Korruption. Aber das kann sich in 10,20,30 Jahren ändern Und ehrlich, wer möchte eine neue, stärkere russische Armee irgendwann an der Grenze zu Polen stehen sehen? Ich nicht. Deswegen MUSS Russland jetzt, wo es schwach und verwundbar ist, in seine Schranken verwiesen werden.

Was du hier präsentierst, nennt sich "Whataboutism". 

Nein, das nennt sich sachliche und gerechte Kritik.

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@Safi2

Nein, das ist lupenreiner whataboutism, denn der FS fragt explizit danach warum soviel Menschen Russland 'haten' würden.

Ist es angebracht darüber zu diskutieren, ob der Irakkrieg Unrecht war? Oder die Drohnenangriffe in Pakistan, Afghanistan, Jemen...? Sicherlich. Das ist völlig berechtigt.

Sobald du aber versuchst eigene Taten (oder die Taten eines Staates/ Menschen/ Gruppe mit der/ dem du sympathisierst) zu relativieren, indem du den morlischen Tiefpunkt eines gefühlten oder tatsächlichen Gegenüber anführst betreibst du whataboutism. Das traurige an dieser Taktik ist ja nicht nur, dass sie effektiv ist, sondern v.a. keine Lösungsansätz vorsieht. Misst man jedes eignen Vergehen an den potentiell schlimmsten Vergehen Anderer, muss man sich für nichts mehr rechtfertigen, kann man nichts mehr verurteilen. Moralisch ist das eine Bankrotterklärung.

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@Safi2

Nein. Du sagst "Ihr kritisiert Russland aber nicht die USA!" Das bedeutet bei Kindern: "Du schimpfst mich, aber XY hat doch viel schlimmres / mindestens genauso schlimmes... getan!" Das ist keine sachliche Kritik.

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@KolnFC

Der Fragesteller wollte aber wissen, wieso viele gegen Russland sind, aber niemand gegen Amerika. Obwohl Amerika genauso Terrorismus fördert und viel Gewalt verbreitet hat. Er hat weder Russland verteidigt, noch eine Rechtfertigung gesucht.

Wenn du und ich Mörder wären und du ins Gefängnis kommst, während ich frei rumlaufe, ist eine Kritik mehr als verständlich und berechtigt.

Und nein, ich unterstütze nicht Russland und meiner Meinung nach ist Putin ein Kriegsverbrecher (Siehe meine Antwort), aber Amerika hat eben auch Blut an den Händen.

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@Safi2

Natürlich hat er das, wenn du fragst warum verurteilst du xy aber nicht yx, implizierst du (1) eine Gleichheit der Taten und (2) verlangst eine Relativierung der Taten.

Das ist die Verteidung. Das ist die Rechtfertigung

Du hast bei dem Unrecht geschwiegen, warum schweigst du jetzt nicht... Das ist die Konnotation.

Es ist für die Einordnung (und Reaktion) der russischen Kriegsverbrechen nicht relevant, ob und welche Verbechen von den USA beganngen worden sind.

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Die USA hat genauso Krankenhäuser und zivile Einrichtungen gezielt beschossen.. wer mit Schwere atelerie und Fluggeräten gegen milizähnlichen Gruppierungen kämpft, ist so wie wenn man mit einer Kaliber 50 auf Taubenjagd geht..

Ja die Kriegsverbrechen der USA würden hart bestraft?.. schon im Vietnamkrieg gibt es ein anschaulicher Beweis, dass ersten: durch Lügen der Geheimdienste, der USA, erst Gründe für eine militärische Intervention ersichtlich sind ( die später als unwahr deklariert werden).. nordvietnam hat angeblich ein militärisches Wasserfahrzeug der USA angegriffen..

Zweitens wurden Verbrechen an die Nordvietnamesichen Zivilbevölkerung vertuscht oder nur geringfügig beschraft..

Selbst der Präsident vor Biden hat mehrere Kriegsverbrecher begnadigt, wobei die meisten nicht einmal vor Gericht gekommen sind.. würde die USA sich strikt an ihre eigenen Werte halten, dann hätte man alle Personen die im Folterskandal beteiligt waren vor Gericht stellen müssen.. genauso wie jeden Soldaten der eine Drohne abgefeuert hat und Zivilisten getötet hat müsste mit dem Vorgesetzten vor ein Militärgericht gestellt werden, da es rechtswidrig ist so einen Befehl zu stellen und auf der anderen Seite ein Verbrechen diesen auch auszuführen..

Ich will nicht wissen wie viele unschuldige, durch die USA, getötet entführt und gefoltert wurden.. es bleibt ja auch bei einer hellfire nicht mehr viel übrig..

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Hai,

Warum haten so viele Russland, aber wenige die USA?

Hast du dir schonmal Studien und Umfragen zu Antiamerikanismus angeschaut? Irgendwas?

Ich sag nur Irak und Afghanistan.

Und was genau soll mir das jetzt sagen?

Allen voran Afghanistan - schonmal über das Jahr 1979 informiert?

Bei mir: Weil mir der amerikanische Lifestyle mit etwas Pseudodemokratie (Zwei-Partiensystem ist nicht wirklich demokratisch) ein klein wenig näher ist, als das bolschewistische System mit einem machtgeilen AL-Diktator an der Spitze.

Weil Russland ein menschenrechtlicher Schweinestall ist, dumm und asozial, den Menschen die bürgerlichen Grundrechte verwehrt, sie wegen Demonstrationen und die Nennung eines Krieges als Krieg wegsperrt, eben einen verbrecherischen Angriffskrieg aus neokolonialistischen Gründen führt, um sich persönlich zu bereichern.

Der Irak und Afghanistan waren ebenfalls menschenrechtliche Schweineställe wie Russland. So what?

3/4 der welt ist ein menschenrechtlicher "schweinestall"... kannst dich 24/7 auskotzen :D

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@34892753

Das macht den russischen aber auch nicht "liebenswerter".

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@Atzej

würde aber trotzdem lieber in russland anstatt in jemen oder afghanistan leben

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@34892753

Bitteschön. Hier hält dich doch keiner auf!

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@Atzej

Also würdest du lieber in Afghanistan leben? Jetzt mal ehrlich antworten.

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