Warum hat Prostitution einen schlechten Ruf, bzw. warum sind immer noch viele Menschen gegen legale Prostitution?

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7 Antworten

Beim Vergleich mit den USA sollte man bedenken, dass dieses Land auch von vielen religiösen Eiferern besiedelt wurde, die in der "alten Welt" ihre Ideale nicht verwirklichen konnten.

Wer Prostitution verurteilt bedient sich oft einer Doppelmoral, denn bei der gerne empfohlenen Alternative "Such Dir doch einen One-Night-Stand" wird oft gelogen bis sich die Balken biegen ("Natürlich bin ich Single", "Ich suche etwas Festes..." usw.) um das Opfer ins Bett zu bekommen. Warum der angeblich so verwerfliche "Sex ohne Liebe" in einem solchen Fall moralisch wertvoller ist, als bei einem fairen Geschäft, ist mir nicht klar. Auch eine Versorgungsehe, bei der der Braut die finanzielle Ausstattung des Gatten wichtiger war, als die Liebe zu einem "armen Schlucker" wird selten wirklich beanstandet.

Frauen sind Prostituierte natürlich allein schon deswegen suspekt, da die Möglichkeit jederzeit unkompliziert Sex kaufen zu können, die Damen eines beliebten Belohnungs- und Steuerungsinstruments beraubt... . 

In einem modernen Sauna- oder FKK-Club (im Amtsdeutsch "Bordellähnlicher Betrieb") findet die Begegnung zwischen Dienstleisterin und Freier quasi auf Augenhöhe statt und zwar fern der gängigen Klischees von Schmuddel und Zwang. Man sollte in Bezug auf Paysex auch nicht alle Erscheinungsformen über einen Kamm scheren - es ist ein Unterschied ob jemand unter Zwang auf dem Drogenstrich anschafft oder man eine freiwillig und selbstbestimmt arbeitende Sexworkerin in einem seriösen Bordell besucht!

Es ist ein Klischee, dass die meisten Frauen gezwungen werden als Prostituierte zu arbeiten. Allerdings behaupten einige Frauenrechtlerinnen bereits die Notwendigkeit Geld verdienen zu müssen sei "Zwang" - dann bin ich allerdings auch "Zwangsarbeiter", denn ich gehe nicht ins Büro, weil mir zuhause langweilig ist! Die meisten Dienstleisterinnen stammen aktuell aus Rumänien und Bulgarien, wo der Durchschnitts-Monatsverdienst unter 400€ liegt. Die "Generation Party" dieser Länder steht oft auf dem Standpunkt "ich bin jung - ich will mir JETZT etwas leisten können" - da kommt ein Job in Germany, wo man in einer Nacht mehr verdienen kann als eine Krankenschwester in der Heimat im ganzen Monat, gerade recht! Die allermeisten Männer gehen mit den Damen auch zärtlich und respektvoll um, weshalb diese ihre Tätigkeit auch z.B. der einer Krankenschwester usw. vorziehen, da Schwestern einen unangenehmen Patienten beim nächsten Mal nicht einfach ablehnen können! 


Eine Session ist meist erotischer, wilder, zärtlicher, verschmuster, alberner und schöner, als es sich die Theoretiker und Moralapostel überhaupt vorstellen können. Auch von der viel beschworenen Distanz zwischen Dienstleisterin und Gast ist hier wenig zu spüren, denn die meisten Frauen praktizieren den beliebten "Girlfriend-Sex" wo neben dem eigentlichen Akt auch Streicheleinheiten, Schmusen, Kuscheln, Zungenküsse, Lecken und Blasen ganz selbstverständlich dazugehört.

Daher haben laut verschiedenen Umfragen im Laufe ihres Lebens die meisten Männer schon einmal für Sex bezahlt. Laut der Zeitschrift Brigitte sogar 88%  und 47% sogar einmal jeden Monat:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/peinlich-aber-erfolgreich-und-keiner-wills-gewesen-sein-1.1782896-6 


Im Bordell finden sich daher ein Querschnitt durch die männliche Bevölkerung - und keineswegs nur "Perverse", "hässliche" und "alte" Männer, die in der "freien Wildbahn keine abbekommen".

Wer im Bordell "Liebe" sucht ist allerdings fehl am Platz - denn die Gefühle gehen selten über gegenseitigen Respekt und der Sympathie für einen guten Geschäftspartner hinaus. Wer sich bemüht kann allerdings auch im Bordell eine Menge über guten Sex hinzulernen und nicht alle Orgasmen der Dienstleisterinnen sind gespielt... . Viele Details über die verschiedenen Geschäftsmodelle und die Motivation von Gästen und Dienstleisterinnen findest Du in dem unterhaltsamen und informativen Buch "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon).

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Kommentar von Grautvornix
11.10.2016, 10:58

Das bezeichne ich mal als einen Ausflug in die Wahrheit.

Die religiösen Eiferer die in USA Prostitution verboten haben, sind durch den Vietnamkrieg, zum großen Teil dafür verantwortlich, das Bangkok, heute das ist was es ist.

Nach dem Motto es gibt schon Gründe dafür, das Männer zu Prostituirten gehen, aber nich bei uns zu Hause!

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Ich hatte eben erst gelesen, dass Michel Houellebecq (frz. Schriftsteller) sagte "ohne die Prostitution, die der Ehe als Korrektiv dient, wird die Ehe untergehen und mit ihr die Familie und die gesamte Gesellschaft"

Ich persönlich halte dies für intellektuelles Geschwätz, aus folgendem Grund: die allermeisten Männer gehen nie zu Prostituierten. Nach einer Studie sind in Deutschland 18% der Männer mind. einmal zu einer Prostituierten gegangen, in Großbritannien gerade mal 7%.

Zudem ist es bei vielen dieser Männer bei einem Mal (oder wenigen Malen) geblieben, auch bei diesen Männern ist nicht klar, dass dem Besuch eine hohe Bedeutung zukommen würde.

Daher denke ich: die Bedeutung der Prostitution wird überschätzt, für 82 % spielt sie keine Rolle, und für weitere Männer nur eine geringe.

Ich vermute, dass Houellebecq (wieder mal) in seinen eigenen "provokanten" Stil verliebt ist. Dabei ist das weitgehend uninteressant (ob er ins Bordell geht oder nicht, niemand hat was dagegen...). 

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Kommentar von Grautvornix
11.10.2016, 10:46

18 % ist nicht wenig, 2012 lebten in Deutschland  25 Millionen Männer in alter von 20 bis 60 Jahre.

Das wären also ca. 5 Mio.

Wobei es fraglich ist wer bei einer Studie zu dem Thema die Wahrheit sagt.

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Kommentar von RFahren
11.10.2016, 10:55

So so - 18% - nenne doch bitte mal die Quelle für diese Zahl, denn in anderen Untersuchungen kommen vielfach höhere Werte dabei heraus:


Laut verschiedenen Umfragen haben im Laufe ihres Lebens die meisten Männer schon einmal für Sex bezahlt. Laut der Zeitschrift Brigitte (hier zitiert in der Süddeutschen) sind es 88%  und 47% sogar einmal jeden Monat:  

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/peinlich-aber-erfolgreich-und-keiner-wills-gewesen-sein-1.1782896-6 


Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Wahrscheinlich, weil viele Leute lieber über Sexarbeiterinnen sprechen, als mit Sexarbeiterinnen zu sprechen.

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Vielleicht liegt es an der Ethik. Ich selbst halte auch nicht viel davon, seinen Körper zu verkaufen. Klar, manche machen es wohl gerne.. Aber manche nicht, da ist es schnell gezwungenermaßen freiwillig, unter welchen Umständen auch immer. Darüber kann man allerdings auch endlos diskutieren, wie über so vieles anderes eben auch. Ist halt Ansichtssache. 

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Kommentar von RFahren
10.10.2016, 16:10

KEINE Prostituierte verkauft "ihren Körper" sondern ausschließlich ihre ZEIT - genau wie Dein Masseur, Arzt, Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Kommentar von Kiyota
11.10.2016, 11:05

Wie ich bereits sagte, ist das alles Ansichtssache. Aber wo blieb denn der öffentliche Diskurs, hätte jeder die gleiche Meinung? 

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Es ist richtig, es ist NUR eine Dienstleistung. Ich persönlich halte sie aber für eine wichtige Dienstleistung ! Ohne diese dienstleistung würde es seeeeehr viel mehr Vergewaltigungen geben !! Ich sehe das zumindest so.

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Kommentar von verwirrtesmausi
10.10.2016, 19:34

danke, also sind Frauen nur für 's eine gut?!?! also, mich darf nur mein LG anfassen, jeder hat das Recht über seinen Körper selbst zu bestimmen, und ein NEIN gehört respektiert. Punkt. Für diesen Fall gibt es S. Befr., Heftchen und Filmchen, und Onenightstands...

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Kommentar von verwirrtesmausi
10.10.2016, 19:37

oder mann findet eine liebevolle Freundin und pflegt die Beziehung... echte Liebe mit tollem Sex gibt's gratis, wenn mann lieb ist zu ihr

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Wegen der Kirche, wegen den Zuhältern, wegen den Ehefrauen, wegen Geschlechtkrankheiten, wegen der Moral, wegen den Feministen, wegen den Männern, wegen den Kindern, wegen der Hunde, und überhaupt.

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Weil Kriminalität damit in verbindung gebracht wird und das teilweise nicht zu unrecht. Kenn nen puff dort gehen die leute hin um große mengen Drogen zu kaufen.

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Kommentar von RFahren
10.10.2016, 16:17

Da "Puff" ein Sammelbegriff für alle möglichen Locations ist, kann man das nicht verallgemeinern. Ein seriöses Bordell achtet stärker darauf, dass in den Räumlichkeiten keine Drogen konsumiert oder gar verkauft werden, als eine durchschnittliche Gaststätte, da sie erfahrungsgemäß wesentlich häufiger und genauer kontrolliert werden!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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