Warum hat mir das homöopathische Mittel nicht geholfen?

27 Antworten

Hallo Alexander1188,

Nach dem ich hier etliche Antworten von Homöopathiebefürwortern gelesen habe,

Die Bezeichnungen "Homöopathiebefürworter" und "Homöopathiegegner" sind eigentlich nichts anderes als ein Versuch der Homöopathieanbieter und - anwender, die Diskussion um die Homöopathie wie eine Meinungsfrage klingen zu lassen.

Richtiger verwendet man die Bezeichnungen Anbieter und Anwender für die eine Gruppe... sowie Wissenschaftler und wissenschaftlich informierte Personen auf der Seite der Kritik. Nur weil man sich über die Datenlage aus seriösen wissenschaftlichen Quellen informiert hat und den Placebocharakter homöopathischer Arzneien als Tatsache akzeptiert hat, ist man kein "Gegner".

und er hat mir dieses Mal ein leichtes Antidepressivum verschrieben, was er mir übergangsweise empfohlen hat, zumindest in Prüfungsphasen, die mir schlaflose Nächte bereiten. Nicht weil ich ernsthaft depressiv bin,...

Es besteht auch medizinisch ein Unterschied zwischen einer "depressiven Verstimmung" und einer echten, ausgewachsenen Depression.

Du solltest Dich hier in dem Zusammenhang aber selbstkritisch beobachten. Es ist langfristig eben keine gute Stressbewältigungsstrategie, jedesmal zu Tabletten zu greifen.... egal, ob wirksames Medikament oder Placebo.

Das Problem ist, das auch der Dauergriff zum Placebo letztlich schon in eine Abhängigkeit in Form von Gewohnheiten führt. Du trainierst den Körper als einzige Lösungsstrategie bei Stress an, dass Du etwas einnehmen musst. Weil sich Placeboeffekte aber abnützen, besteht die Gefahr, dass Du da über die Jahre immer stärkere Mittel brauchst.

Insofern wäre der Rat, ab dem nächsten Mal mit dem Arzt nach anderen Lösungsstrategien zu suchen, am besten rechtzeitig, wenn der Druck grade nicht so groß ist. Man kann da über Verhaltenstraining oder bestimmte Entspannungsübungen sehr viel erreichen.

Das erscheint mir hier ganz allgemein ein Weg, über den Du mal nachdenken solltest.

Und jetzt zu Deiner Hauptfrage:

Warum hat mir das homöopathische Mittel nicht geholfen?

Homöopathika sind Placebos. Also Scheinmedikamente ohne eigene Wirksamkeit.

Auch zugelassene Homöopathika wie das von Dir erwähnte Neurexan haben in keiner Weise die Wirksamkeitsnachweise vorgelegt, wie sie von anderen Mitteln verlangt werden. Das liegt an 1978 eingeführten gesetzlichen Sonderregelungen für die Homöopathie (und 2 andere "besondere" Therapierichtungen). Solche Mittel müssen, wenn die Verdünnungen hinreichend hoch sind, nur angemeldet werden ("registrierte Homöopathike") oder einige wenige Unterlagen vorlegen, wenn sie eine Zulassung wollen: Auch in der Komission, die über die Zulassung entscheidet, sitzen Homöopathen drin. Man muss die Zulassung also nur bei den "eigenen Leuten" durchkriegen...

Entsprechend dünn ist also auch hier die Beleglage.

Realistisch betrachtet, hast Du es also mit einem Scheinmedikament, einem Placebo probiert. Und Placeboeffekte sind nicht planbar.

Während Placeboeffekte zwar praktisch bei jedem und bei jeder Behandlung auftreten können, treten sie eben auch bei keiner Behandlung zwingend auf. Das ist sowohl von Person zu Person als auch von Fall zu Fall verschieden.

Wenn Du beim Arzt warst und gezielt nach einem Homöopathikum gefragt hast und er es Dir dann verschreibt, dann kann das durchaus heißen, dass er damals der Ansicht warst, dass Du eigentlich nichts "richtiges" brauchst. Das wäre dann sogar einer der Fälle, in denen die Richtlinie für Ärzte "Placebo in der Medizin" den Einsatz eines Placebos gutheißt. (Schlecht dagegen wäre, wenn Du bei einem Arzt bist, der Dir __immer__ einfach aufschreibt, was Du von ihm haben willst... so wie jetzt das Antidepressivum.)

Es kann auch sein, dass der Arzt eben jetzt gemerkt hat, dass Deine prüfungsbedingte Angst doch zu stark ist für ein Placebo. Denn dem Placeboeffekt sind eben Grenzen gesetzt.

Du wirst im Internet oder auch im Bekanntenkreis immer "Erfolgsgeschichten" auch zu an sich völlig wirkungslosen Mitteln finden. Denn wo viele Menschen Beschwerden, die irgendwie von selber besser werden, mit wirkungslosen Mitteln behandeln, sind solche Erfolgsgeschichten unvermeidbar: Deswegen können wir im Alltag ein wirkungsloses Mittel auch nicht als solches entlarven.

Die Leute wollen Dir da auch keinen Bären aufbinden, sondern erzählen einfach ihre Erfahrungen. Leider weiß eben der medizinische Laie nicht, wie wenig solche Erfahrungen über ein Mittel aussagen.

Sie haben bei Alltagsbeschwerden Homöopathika genommen und wiederholt danach Besserungen erlebt. Sehr viele Menschen ziehen da den Schluss, dass die erlebten Besserungen __wegen__ der Homöopathika eingetreten wären... und hier läuft man eben in einen logischen Trugschluss: Ohne Vergleiche, wie es Leuten ergangen ist, die in vergleichbarer Situation eben KEIN Homöopathikum genommen haben, kann man gar nichts darüber sagen, ob die Einnahme etwas mit den Besserungen zu tun gehabt haben könnte. Das ist aber leider sehr vielen Menschen nur schwer zu erklären, weil die erlebten Besserungen so einen starken emotionalen Eindruck hinterlassen.

Es ist aber verständlich, wenn wir das kurz durchdenken:

In Bezug auf bestimmte Beschwerden und ein Mittel gibt es 4 Fälle/Gruppen:

1) der Patient nimmt das Mittel und danach geht es ihm besser

2) der Patient nimmt das Mittel und danach geht es ihm nicht besser

3) der Patient nimmt das Mittel nicht und danach geht es ihm besser

4) der Patient nimmt das Mittel nicht und danach geht es ihm nicht besser

Du bist mit Deinem Erlebnis in Gruppe 2). Personen, die Dir das Mittel empfohlen hatten, waren in Gruppe 1).

Der Punkt ist, dass weder Deine Geschichte belegt, dass das Mittel nur ein Placebo ist, noch die der anderen, dass es wirksam ist. Ihr seid alle nur einzelne Messpunkte einer größeren Statistik.

Um zu beurteilen, ob das Mittel etwas mit den Besserungen in Gruppe 1) zu tun hatte... oder auch mit dem Ausbleiben der Besserung bei Dir... muss man wissen, wie sich vergleichbare Beschwerden entwickeln, wenn man sie NICHT mit dem Mittel behandelt. Wenn Du es so betrachtest, belegen also einzelne Erfolgsgeschichten nicht einmal, dass das eingenommene Mittel die Situation nicht verschlechtert, denn das Zahlenverhältnis Gruppe 1/ Gruppe 2 könnte schlechter sein als bei Gruppe 3/Gruppe 4.

Ungefähr klar?

Also: Fazit:

Das Homöopathikum hat Dir nicht geholfen, weil es ein Placebo ohne gezielte Wirksamkeit ist. Entweder hattest Du Pech und es hat sich zufällig kein doller Placeboeffekt eingestellt oder Deine Ängste waren dafür zu stark. Bei anderen Personen kann das anders gewesen sein. Erfolgsgeschichten sagen weniger als der Laie meint.

Wenn Du in Zukunft werbefreie Informationen zur Homöopathie suchst, würde ich Dir die Webseite des INH empfehlen: https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/

Grüße

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Die verlinkte Seite ist eine Anti-Homöopathie-Kampagne ohne jeglichen Nutzen, da dort keine sachliche Diskussion stattfindet.

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@Schlafberater

Die verlinkte Seite geht zum INH, einem wie ich geschrieben habe, werbefreiem Informationsportal, das mit wissenschaftlichen Quellen fundiert absolut sachlich zur Homöopathie informiert. Betreiber sind Wissenschaftler und Ärzte, die das in ihrer Freizeit machen.

Als Qualitätsreferenz sei hier als Beispiel die Empfehlung des Deutschen Krebsinformationsdienstes genannt:

https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2017/fk1-linktipp-netzwerk-homoeopathie.php

Dein Kommentar ist sehr viel eher ein Beispiel für unsachliche Kritik als Du sie dort irgendwo findest. (https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_hominem)

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Das homöopatische Mittel bei ernsthaften medizinischen Beschwerden nicht helfen ist nicht verwunderlich. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit der Homöopatie, allerdings darf man den Placebo-Effekt dieser "Medikamente" nicht unterschätzen. Wenn man daran glaubt, können diese Mittel bis zu einem gewissen Grad sehr hilfreich sein, schwierig wirds allerdings bei ernsten medizinischen Problemen.

Was dich betrifft: Schlaf ist ein chemischer Prozess im Gehirn. Homöopatie greift nicht in den Botenstoffhaushalt des Gehirns ein, chemische Mittel (wie z.B. Antidepressiva) hingegen schon.

Das war ein homöopathisches Komplexmittel. Diese Mittel sind bei bestimmten Erkrankungen sehr hilfreich.

Schlafstörungen haben aber meistens multifaktorelle Ursachen.

Entweder versuchst Du es mit der klass. Homöpathie, oder Du schmeißt Dir die Hammer rein, die dich auf Zeit ausschalten. Fraglich ist da natürlich, ob Du dann auf lange Sicht ohne die bekannten Nebenwirkungen normal leben kannst.

Hier hat auch niemand die Homöopathie über sämtliche anderen Behandlungen gestellt. Jede Therapie hat irgendwo ihre Grenzen.

Außerdem ist die Homöopathie oft eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin, genauso wie auch die Phytotherapie.

Denke vielleicht auch einmal über Deinen Lebenstil nach. Der Mensch braucht für sein Wohlbefinden regelmäßig Pausen zum Abschalten, und damit meine ich nicht, das man dann in denselbigen mit dem Handy rumdaddelt.

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