Warum hat Hitler die SA nach seiner Machtergreifung nicht mehr benötigt?

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Weil er an der Macht war und zum Beispiel auf die Polizei zurückgreifen konnte. Außerdem störte seine Bürgerkriegsarmee ihn jetzt, wenn er sich als normale Regierungschef präsentieren wollte. Außerdem wollte er einen guten Eindruck machen beim Volk und besonders auch bei den Eliten. Am wichtigsten für ihn war aber die Reichswehr, die sollte keine Sorge wir haben, dass sie jetzt in Konkurrenz zur Bürgerkriegsarmeen stehen würde. Die SA Führer strebten nämlich so etwas durch aus an, Sie wollten noch mehr Revolution, Hitler wollte das normale staatliche System komplett übernehmen. Dabei störten sie nur.

Vielen Dank, was meinen sie mit : die sollte keine Sorge (wir) haben, dass... Mit was soll (wir) vertauscht werden? mehr? mir fehlt nichts ein. Ich bedanke mich nochmal💙💙💙

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Die SA war Hitlers Bürgerkriegsarmee, die nach der Machtergreifung zum einen auf schöne Posten hoffte. Die meisten von ihnen waren ja ziemlich einfache, zum Teil sogar Arbeitslose Leute. Zum anderen wollten sie den Staat noch viel mehr ändern als Hitler und selbst eine Art Volksarmee sein. Das wäre natürlich zulasten der regulären Streitkräfte, der Reichswehr gegangen. Hitler macht nun einen Deal: der opfert im so genannten Röhm Putsch seine SA und bekommt dafür im August 1934 die Zustimmung der Armee, dass er Nachfolger von Reichspräsident Hindenburg werden kann, unter einer neuen Bezeichnung, dies in der Verfassung nicht gibt: Führer und Reichskanzler.

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Seine Schlägertruppe hatte ihm auch zu Macht verholfen, sie wurde nun nicht mehr gebraucht. Polizei, Wehrmacht und Gestapo standen ihm zu Verfügung, dazu kam noch die SS, die ein ganz anderes Kaliber war als die SA. Seitens der SA war auch der Machtanspruch ständig gestiegen. Darum wurde die Truppe letztlich überflüssig und zudem unbequem.

In einem gut inszenierten Manöver wurde der Röhm-Putsch (Führer SA) Mitte 1935 inszeniert. In der sogenannten "Nacht der langen Messer" wurde die gesamte SA Spitze liquidiert. Es sollen in diesen Tagen gut 150 SA-Leute ermordet worden sein.

Wenn eine ganz neue Bewegung an die Macht kommt, dann folgt auf die grosse Einigkeit, die in der Phase der Machteroberung geherrscht hat, ein brutaler Verteilkampf: Jetzt sind wir von nichts an die Macht gekommen, jetzt will jeder so viel Macht wie möglich an sich reissen.

Das ist der Grund, warum es den populistischen Oppositionsbewegungen (siehe FPÖ, AfD, Piratenpartei, UKIP, Trump) meistens nicht besonders gut geht, wenn sie ihr Ziel erreichen und an die Schalthebel der Macht kommen: sie sind meistens viel zerstrittener und haben auch mehr Skandale als die Politiker, die sie vorher angeprangert haben.

Und die Nazis haben das Problem eben gelöst, indem sie die partei-interne Opposition umgebracht haben. Dann war Ruhe im Stall...

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