Warum hat Hindenburg die Macht an Hitler überlassen?

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7 Antworten

Hitler wurde deshalb von Hindenburg ernannt, weil er sich einerseits von seinen Beratern und Vertrauten überreden ließ, dass in der Koalition von DNVP und NSDAP die DNVP und ihre Minister sowie der Hindenburgvertraute Papen als Vizekanzler den Ton angeben würden. Außerdem hatten die genannten Parteien nur 248 von 584 Stimmen im Reichstag. Hindenburg war also davon überzeugt, dass er erneut nur eine Minderheitsregierung installieren würde, die ggf. weiterhin von ihm und seinen Notverordnungen abhängig wäre. Er hatte sich verkalkuliert. Wenige Wochen später hat er sich - und das Parlament - durch seine Zustimmung zum sog. "Ermächtigungsgesetz" selbst entmachtet. Nichts hat er getan, Hitler und seiner Verbrecherbande doch noch Widerstand zu leisten, obwohl er dazu die Macht gehabt hätte. Denn er begrüßte den Wandel zu einem autoritären Regierungssystem und die Ausschaltung der Weimarer Parteiendemokratie.

MfG

Arnold

Hindenburg und seine Berater haben die NSDAP einfach unterschätzt und Hitler zum Reichskanzler ernannt. Hindenburg hat sich durch sein sog. Ermächtigungsgesetz selber entmachtet und damit war der Weg für Hitler frei.

Hindenburg hätte Zeit gehabt, die NSDAP zu beobachten und letzendlich auch zu verbieten. Das hat er versäumt und liess den verherenden Dingen eben ihren Lauf.

Da kann man sehen,wohin  politische  Fehleinschätzungen letztendlich führen können.

Hindenburg war Reichspräsident. Entsprechend der Weimarer Verfassung war er befugt, den Reichskanzler zu ernennen. Eine Wahl des Reichskanzlers durch den Reichtstag sah die Verfassung nicht vor.


Albaks 12.11.2015, 13:52

Und wieso hieß es das er Hitler nicht wirklich ernst genommen hat und deswegen zum Reichskanzler ernannt hat? oder war es einfach weil die anderen Parteien nicht genug stimmen hatten und er nicht andere wählen konnte? ich bin da immer noch verwirrt

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PatrickLassan 12.11.2015, 13:55
@Albaks

Hindenburg hat Hitler wahrscheinlich falsch eingeschätzt. Zudem hatte die NSDAP zusammen mit der DNVP auch die Mehrheit im Reichstag.

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weil Hindenburg der NSDAP nicht abgeneigt war. Wäre Thälmann Reichspräsident geworden, hätte Hitler und Komsorte keine Chance gehabt.

Weil er keine andere Wahl hatte. Aber eigentlich hat er ihn ja "nur " zum Reichskanzler ernannt, die macht hat er sich mit außerkraft setzen der Gesetze angeeignet. Natürlich war auch viel Drohen und Angst machen dabei.

earnest 12.11.2015, 15:40

 Er hätte eine andere Wahl gehabt. Aber die Einflüsterungen unter anderem von Großindustriellen und Großagrariern lenkten ihn erfolgreich in eine Richtung, die ihm im Übrigen gar nicht so fremd war.

An der NSDAP störten ihn höchstens deren schlechte Manieren und die nieder Herkunft ihrer führenden Vertreter.

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Die Frage ist erstmal im Kern falsch. Hindenburg ( & nicht nur er ) wussten, was sie von der NSDAP zu halten hatten. Daher versuchte Hindenburg, der NSDAP eine " Mitregentschaft" anzubieten. Dagegen jedoch sprach die schiere Anzahl der Wählerstimmen; somit blieb dem Reichpräsidenten Hindenburg keine andere Wahl, als nach der damaligen Rechtslage Hitler zum Reichskanzler zu ernennen.

Ein rein "demokratischer" Vorgang.


Albaks 12.11.2015, 13:58

Also zu viele Menschen hatten die NSDAP gewählt?

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Mastrodonato 12.11.2015, 17:33

Nein. Hitler hatte in der Wahl vom November 1932 nur noch 32%. Das war zwar stärkste Partei, aber man hätte ihn trotzdem nicht ernennen müssen.

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earnest 12.11.2015, 17:43

Nein, Hindenburg hätte den "böhmischen Gefreiten" NICHT zum Reichskanzler machen müssen. "Demokratisch" war diese Ernennung auch nicht. Sie war allerdings das Privileg des "Ersatzkaisers" Hindenburg und widersprach damit nicht der Weimarer Verfassung.

Auch die "schiere Anzahl der Wählerstimmen" als Grund ist problematisch, denn die NSDAP hatte in den Novemberwahlen Verluste hinnehmen müssen. So beklagte z.B. Goebbels in seinem Tagebuch, die NSDAP sei auf dem absteigenden Ast. Der Ast war mit 32% zwar immer noch recht dick, aber noch einmal: Hindenburg hätte Hitler nicht zum Reichskanzler ernennen müssen.

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