Warum hat Gott den Baum der verbotenen Frucht gepflanzt, wenn er allwissend ist?

Das Ergebnis basiert auf 10 Abstimmungen

Niemand durchschaut Gottes Plan 50%
Gott darf sich halt auch mal einen Spaß erlauben 20%
Die Schlange verführte Adam und Eva 20%
Adam und Eva sind selbst schuld 10%
Gott handelte grob fahrlässig 0%

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Gottes wahlweiser Gebrauch seines Vorherwissens bedeutet, daß er beschließen kann, nicht alle künftigen Taten seiner Geschöpfe vorherzuwissen. Somit konnte Gott dem ersten Menschenpaar in aller Aufrichtigkeit ewiges Leben auf einer von Bosheit freien Erde in Aussicht stellen, weil alles, was sich nach der Schöpfung abspielte, nicht lediglich der Ablauf von Dingen war, die er bereits vorhergesehen und vorherbestimmt hatte. Als er Adam und Eva, die vollkommen und frei von Sünde waren, gebot, die Erde mit Nachkommen zu füllen, sie zu einem Paradies zu machen und sich die Tierwelt zu unterwerfen, gab er ihnen nicht einen Auftrag, dessen Ausführung von vornherein zum Scheitern verurteilt war, sondern er gewährte ihnen dadurch ein Vorrecht, das seine Liebe und sein aufrichtiges Interesse an ihnen bewies. Das Vorhandensein des „Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse“, den Gott als Mittel zur Prüfung benutzte, und des „Baumes des Lebens“, den er im Garten Eden wachsen ließ, wäre übrigens sinnlos und ein Ausdruck von Zynismus gewesen, wenn Gott vorhergewußt hätte, daß das Menschenpaar sündigen würde und es deshalb nie vom „Baum des Lebens“ hätte essen können. Ihre Entscheidung war ein Ausdruck ihres freien Willens, sie waren also keinesfalls chancenlos.

Jemanden zu bestrafen, der nicht zwischen gut und böse unterscheiden kann, kann man schon als sehr zynisch bezeichnen.

Wie schon weiter unten gesagt, wenn ich eine geladene Waffe in ein Kinderzimmer werfe und dann den Kindern, die nicht zwischen gut und böse unterscheiden können, sage, spielt bitte nicht damit... Dann handelt es sich zumindest um grobe Fahrlässigkeit. Sie später dafür auch noch zu bestrafen zeugt nicht gerade von einem liebenden Gott.

Übrigens wurde Eva das Verbot gar nicht ausgesprochen, da sie erst nachdem Adam im Garten Eden war, erschaffen wurde. Zwar wusste sie davon, aber Gott sprach das Verbot nur gegenüber Adam aus.

Da Gott den Menschen als "Gärtner" in den Garten Eden setzte ("setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewarte") ist es doch geradezu wahnwitzig zu glauben, Gott hätte seine Allwissenheit nicht verwendet. Gerade weil ihm der Garten wohl viel mehr am Herzen lag als der Mensch.

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@AMUNO

Nachdem Adam und Eva von der verbotenen Frucht gegessen hatten, sagte Gott zu seinem Mitarbeiter bei der Schöpfung: „Siehe, der Mensch ist im Erkennen von Gut und Böse wie einer von uns geworden“ (1. Mo Kapitel 3, Vers 22). Das bedeutete wohl kaum, daß Adam und Eva lediglich wußten, was für sie gut und was für sie böse war, denn das wußten sie schon aufgrund der Gebote, die Gott ihnen gegeben hatte. Außerdem konnte mit den in 1. Mose 3:22 aufgezeichneten göttlichen Worten nicht gemeint sein, daß sie nun durch Erfahrung wußten, was böse war, denn Gott sagte, sie seien wie er geworden, und er lernte das Böse nicht kennen, indem er etwas Böses tat (Ps 92, Verse 14, 15). Offenbar erkannten Adam und Eva, was gut und was böse war, in dem besonderen Sinne, daß sie nun für sich selbst entschieden, was gut und was böse war. Sie machten sich sozusagen selbst zu Göttern, indem sie ihre eigene Entscheidung über Gottes Entscheidung stellten und für sich selbst das Gesetz festlegten, statt daß sie Gott gehorchten, der sowohl das Recht als auch die nötige Weisheit hat, zu entscheiden, was gut und was böse ist. Ihre eigene Erkenntnis oder ihr unabhängiger Maßstab in bezug auf das, was gut und böse ist, war nicht mit Gottes Erkenntnis und Maßstab identisch. Vielmehr war es ein Maßstab, der sie ins Elend führte.

Nun nochmal zur Frage:

Wußte Gott bei der Erschaffung Adams, daß dieser sündigen würde?

Der Bericht zeigt, was Gott Adam und Eva gebot: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch, und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt.“ „Und Gott erlegte dem Menschen auch dieses Gebot auf: ‚Von jedem Baum des Gartens darfst du bis zur Sättigung essen. Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon ißt, wirst du bestimmt sterben‘ “ (1. Mo. Kapitel 1, Vers 28; Kapitel 2, Verse 16, 17). Würdest du deine Kinder ermutigen, sich für ein Projekt mit einer herrlichen Zukunft einzusetzen, wenn du von Anfang an wüßtest, daß es zum Scheitern verurteilt ist? Würdest du sie vor Unheil warnen, obwohl du alles so geplant hast, daß sie unweigerlich Schaden erleiden würden? Ist es dann vernünftig, Gott so etwas zuzuschreiben? Matthäusevangelium Kapitel 7, Vers 11: „Darum, wenn ihr, obwohl ihr böse seid [oder: „So schlecht ihr auch seid“, GN 82], euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, denen gute Dinge geben, die ihn bitten?“ Wenn Gott Adams Sünde und alles, was sich daraus ergeben hat, vorherbestimmt und vorhergesehen hätte, würde das bedeuten, daß Gott bei der Erschaffung Adams absichtlich all die Bosheit, von der die Geschichte berichtet, in Bewegung gesetzt hätte. Dann wären auch Kriege, Kriminalität, Unsittlichkeit, Bedrückung, Lügen, Heuchelei und Krankheit auf ihn zurückzuführen. Aber die Bibel sagt klar und deutlich: „Du bist nicht ein Gott, der an Bosheit gefallen hat“ (Psalm 5, Vers 4). „Jeden, der Gewalttat liebt, haßt SEINE Seele gewiß“ (Psalm 11, Vers 5). „Gott [kann] . . . nicht lügen“ (Titus Kapitel 1, Vers 2). „Von Bedrückung und von Gewalttat wird er [derjenige, den Gott zum messianischen König bestimmt hat] ihre Seele erlösen, und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen“ (Psalm 72:14). „Gott [ist] Liebe“ (1. Johannes Kapitel 4, Vers 8). „Er liebt Gerechtigkeit und Recht“ (Psalm 33, Vers 5).

Daher glaube ich nicht an einen zynischen Gott, sondern an den freien Ge- oder Mißbrauch des gottgegebenen freien Willens. Gott zwingt niemanden, ihm zu folgen. Dadurch ist aber auch niemand chancenlos, sich für das Gute entscheiden zu können, siehe auch 1. Korinther Kapitel 10, Vers 13: " Keine Versuchung hat euch ergriffen, ausgenommen eine allgemein menschliche. Gott aber ist treu, und er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen, damit ihr sie ertragen könnt."

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@alwaysserious

Sehr interessante Antwort und trotzdem bleibt die Frage, warum sollte Gott etwas wie den Menschen erschaffen, der einen freien Willen hat und sich somit nicht seinem Allwissen unterwirft, dass dann gleichzeitig dadurch den Status des Allwissens verliert? Zudem gibt es das Paradoxon, dass Gott im AT eben nicht der liebende Gott ist, sondern auch durchaus ein sehr strafender Gott, während er im NT als pure Liebe dargestellt wird.

Selbst wenn man sich eingesteht, dass Gott das Böse danach wieder aus der Welt schaffen wollte, mittels einer Sinnflut, fragt man sich, wie das Böse wieder erneut Einzug in die Welt hielt.

Bleibt grundsätzlich die exegetische Betrachtungsweise des Sündenfalls, bei dem der Mensch durch die Baalreligion verführt worden wäre. Diese Religionswissenschaftliche Betrachtungsweise wirft aber wieder neue Fragen auf, wie es zum Beispiel sein kann, dass überhaupt eine andere Religion neben der des wahren Gottesglaubens aufkommen konnte.

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@AMUNO

Gott hat ihnen gesagt sie sollten nicht davon essen. Doch sie taten es und deshalb hat er sie bestraft.

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@alwaysserious

"denn Gott sagte, sie seien wie er geworden, und er lernte das Böse nicht kennen, indem er etwas Böses tat (Ps 92, Verse 14, 15)."

@alwaysserious: Wo steht das in Psalm 92? An dieser Stelle steht (Ebf, LU12, KJV) vielmehr

Noch im Greisenalter treiben sie, sind saftvoll und grün, um zu verkünden, daß JHWH gerecht ist. ER ist MEIN FELS, und kein Unrecht ist in IHM.

Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, daß sie verkündigen, daß der HERR so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm.

They shall still bring forth fruit in old age; they shall be fat and flourishing; {flourishing: Heb. green} To shew that the LORD [is] upright: [he is] my rock, and [there is] no unrighteousness in him.

Kannst Du mir Deine Übersetzung nennen? Das hebr. Wort für Böses kommt nämlich in Ps92 garnicht vor.

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Um den Gehorsam der Menschen zu testen.

Denn ewiges Leben dürfen nur Wesen erhalten, die "Liebe" als Lebensgrund haben (Jes.45,22), denn Satan will nur zerstören (Lk.13,16; 2.Kor.11,14; Offb.12,9).

Diesen wird der Sohn Gottes in Bälde festnehmen (Offb.20,2).

Im "Gericht" Gottes (Jes.65,20) haben dann "alle anderen" auch die Chance auf ewiges Leben (Offb.20,5).

Die Geschichte der Schöpfung und des Gartens ist ein Mythos, der so ähnlich auch in anderen Religionen erzählt wird. Die Bibel ist KEIN Geschichtsbuch! Die Schöpfungs- und Paradieserzählung ist ein Menschheitsmythos, den die Bibel im Sinn des jüdischen Glaubens erzählt. Diese Geschichte wie einen Polizeibericht zu behandeln, bedeutet, die Bibel zu vergewaltigen. Lies diese Erzählung wie ein mythologisches Bild, das keine Tatsachen überliefert, sondern in eine Geschichte kleidet, warum die Welt da ist, daß sie eigentlich gut ist, warum der Mensch begann, Gut und Böse zu unterscheiden und wie es dazu kam, daß Menschen sich dafür entscheiden, Dinge zu tun, von denen sie wissen, daß sie sie eigentlich nicht tun sollen, sprich sündigen. Wenn Du das erkennst, hast Du mehr gewonnen für Dein Leben als wenn Du an einem Paradoxon scheiterst, das nur scheinbar existiert.

Symbolisch gesprochen - in der Bildersprache der Bibel eben - pflanzte Gott den Baum, DAMIT Menschen sich die Freiheit nehmen können, selbst zu entscheiden, ob sie gut oder böse sein wollen. Gott schuf den Menschen nicht als abhängiges und niedliches Haustier für seinen Garten, sondern für die Freiheit, als sein Gegenüber. Die Fähigkeit, selbst über unsere Handlungen zu entscheiden und dabei Kriterien wie Gut oder Böse anzulegen, ist eine der Eigenschaften, die uns Gott ebenbildlich machen. So sind wir geschaffen. Das ist es, was Dir die Bibel erklärt. Das kannst Du verstehen, wenn Du die Bibel nicht gegen den Strich bürstest. Diese Erkenntnis - nämlich zu dieser absoluten Freiheit nicht nur berufen sondern auch geschaffen zu sein - wird Dir im Leben weiterhelfen. Dich an den Detailfragen aufzureiben, wird Dir gar nichts nütze sein. Entscheide selbst, gemäß Deiner Freiheit. Gruß, q.

Die Frau von Kain

Hallo

Also ich bin absolut nicht bibelfest, aber über eins hab ich mich immer gewundert. In der Bibel steht, dass Gott Adam aus Lehm oder Erde erschuf. Und er machte den Menschen ihm von Angesicht gleich. Dann nahm er eine Rippe von Adam und schuf Eva als seine Gefährtin. So, das waren die ersten und einzigen Menschen. Nachdem dann beide vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, wurden sie aus dem Paradies verbannt. Eva gebar Adam zwei Söhne. Kain und Abel. Kain erschlug Abel auf dem Feld. So, bis dahin alles klar. Aber dann nahm sich Kain auch eine Frau. Aber wen? Seine Mutter? Sie waren doch nur zu dritt auf der Erde. Oder irre ich mich? Erklärt mir das mal bitte.

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also mich interessiert, wozu es diesen Baum im Garten Eden neben dem Baum der Erkenntnis gab?

Aus dem Wikipediaaritkel und anderen Werken konnte ich nicht ganz eine besondere Frage klären:

Lebten Adam und Eva als vollkommene nun ewig oder mussten die dafür irgednwie die frucht des Baumes essen?

und was soll man sich unter der Kraft des "Baum des Lebens" vorstellen? Adam oder Eva konnten doch trotzdem aus Dummheit sterben oder? (wenn ein Baum auf sie krachte, springen von einer hohen Klippe, wenn ein Meteorit auf sie gefallen wäre ...) oder machte der Baum irgendwie gegen ALLE Todesarten unsterblich (wie in irgend einem Videospiel oder sowas), oder nur gegen Krankheit und Altersschwäche?

Ihr alle da draußen, egal ob Mormone, Katholik, Zeuge Jehovas oder "Gründer einer eigenen Religion" könnt mich nun gerne aufklären wie das aus euerer sicht mit diesen 2 Bäumen war, denn erstichtlich aus der Bibel ist nur, das Adam und Eva aus dem Garten vertrieben wurden, damit sie nicht auch noch von der Frucht des Baumes des Lebens essen.
(das ist an und für sich irgendwie ein widerspruch, als wären sie doch mal von alleine gestorben, hätten sie von keinem der 2 Bäume gegessen, denn wozu gabs diesen Baum des Lebens nun?)

Die Erkenntnis die wir zusammenkriegen können wir ja dann im Wikipedia Artikel "Baum des Lebens" zusammentragen..

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