Warum hat die Welt nicht zusammen an DESERTEC gearbeitet?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eins der vielen Probleme bei Desertec war der Sand. Spiegel sind anfällig darauf und hätten a) wöchentlich geputzt und b) regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Und das kostet bei solchen Parabolrinnenspiegel die für Desertec angedacht waren. An der Spiegelbeständigkeit wird zwar geforscht, vor allem in der spanischen Wüste in der Nähe von Almeria (da wor auch die Filmkulisse von Traumschiff surprise und der Schuh des Manitu steht), Da findet derzeit die Hauptarbeit der europäischen Solarthermieforschung statt. Nur leider wurden denen vor 3- 4 Jahren die Geldmittel massiv eingestrichen.

Dann haben Wüsten auch wenig Wasser. Und das braucht es um ein Solarthermiekraftwerk effizient betreiben zu können.

Die Sache mit der Armee ist leider zu schnell gedacht. Auch die sind wieder ein Kostenfaktor. Zudem wirkt sich politische Instabilität ganz massiv auf die Investitionsmotivation der Unternehmen. Die wolleb an Ende des Jahres ja aus der Investition mehr Geld ziehen, als sie reingesteckt haben.

Als Nebenproblem gibt es noch die Wettereinflüsse. Öl in den Leitungen ist relativ ineffizient (weil wird nicht heiß genug). Natrium bzw. irgendein Flüssigsalz wäre ne Lösung. Aber das ist schwerer im Umgang.

Und so setzt

> ordentlich Milliarden im Jahr reingepumpt bekommen.

Voraus, dass die Technik ausgereift ist und seine diversen Probleme gelöst hat. Bis es soweit ist, wird kein klassisch betriebwirtschaftlich orientiertes Energieunternehmen Geld dafür investieren und Milliarden erwirtschaften. Solarthermie ist nunnal deutlich komplizierter und Pro Fläche Outputschwächer als einfach Kohle in einem zu verheizen.

Hui, danke für den Stern! :)

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ein maßgebliches teil des problems dürften die "dicken kabel" sein. strom über so weite strecken wie hier erofrderlich zu transporiteren, ist nicht ohne. klar könnte man sagen, dann produziern wir eben was mehr zum verheizen, aber auch solarstrom kostet in der produktion. neben der anschaffung und errichtung der anlagen hat man ja auch nicht unerhebliche kosten für die routinemässige wartung und oder reperaturen.

lg, Anna

Erstens ist es schwer, "die ganze Welt" für ein Projekt zu gewinnen. Sieht man ja am Beispiel der UNO. Zum zweiten geht durch die Verschickung des gewonnenen Stroms in "die ganze Welt" sicherlich auch wieder viel Energie verloren, so dass möglicherweise im Empfängerland nicht viel mehr ankommt.

Woher ich das weiß:Hobby

Den strom überall hinzubekommen, das ist ein Riesenproblem. Der strom wird ja, je länger der weg durch das Kabel ist "schwächer". Also müsste man noch effizientere Kabel verbauen/ entwickeln, die dann noch mal ein Heidengeld kosten.

Hinzu kommt mMn noch, dass sich der Sand in der Wüste durch winde bewegt und die anlagen früher oder später bedeckt wären. Dafür könnte man aber sicher noch einfacher eine lösung finden.

Man arbeitet an viel schwierigeren Techniken, wie Fusionskraft, da sind diese Probleme ja nichts dagegen.

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@NoPagadi

schaue meinen nächsten kommentar, da sind weitere Probleme.

Die sache ist immer, "wie sehr lohnt es sich" für die konzerne. Auf die Umwelt wird geschissen, wenn es sich nicht lohnt

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@fcb312

Geht ja nicht um Konzerne. Meine das das Projekt direkt von den Staaten getragen werden. USA, China, die europäischen Länder im Verbund.

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@NoPagadi

Und wer meinst du könnte sich dann in seiner Branche angegriffen fühlen? Die energiekonzerne.

Die Staaten würden sich dann ebenfalls sehr in die wirtschaft einmischen

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Was mir auch noch einfällt: Stell dir vor was das für die Arbeitsplätze in den derzeitigen Kraftwerken bedeuten würde. Die Konzerne würden hohe Summen investieren müssen, um anlagen zu schließen und die neue zu bauen usw usw usw

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Damals war es eine tolle Vision. Aber technisch sehr schwierig. Damals gab es die Gleichstromleitungen für große Entfernungen noch nicht. Diese wurden erst in den letzten Jahren vor allem für Offshore Wind entwickelt, weil dafür die großen Entfernungen überbrückt werden müssen. Wir reden aber hier von ca. 100 km! Und nicht von tausenden Kilometern! Es gab keine Gleichstrom Umspannwerke oder die Kabel. Diese Produktionen hätten dafür erst aufgebaut werden müssen. Da es aber nur für „ein“ Projekt gewesen wäre, haben sich nicht die Investoren und Unternehmen gefunden die diese gewaltigen Investitionen umgesetzt hätten. Das ganze muss sich ja auch rechnen und Profit abwerfen.

Desweiteren denke ich, dass es nicht richtig gewollt war. Es war ein pseudo Projekt der Konzerne um eigentlich zu zeigen das erneuerbare nicht funktionieren, weil sie die fossilen bzw. Atomenergie weiter betreiben wollten.

Heute ist das alles anders! Die Technik ist da. Der Klimawandel macht Druck das wir etwas verändern. Vielleicht kommt es ja noch.

Desweiteren spielen natürlich auch die unsicheren politischen Verhältnisse dort eine große Rolle. Wir benötigen Energiesicherheit und niemanden der uns dann mit der Nichtlieferung der Energie erpressen könnte. Deshalb ist es besser wir produzieren alles im Verbund in Europa selber. Das heißt nicht, dass dort Projekte nicht umgesetzt werden sollen! Werden sie ja auch. Nur eben nicht in diesen gewaltigen Dimensionen.

Ausserdem hat die Erfahrung gezeigt, wenn man zu schnell zu groß anfängt geht es schief. Weil es Unmengen an Problemen gibt. Besser ist es immer klein anzufangen Schritt für Schritt zu lernen und weiterzuentwickeln. Bei den Windenergieanlagen haben wir mit kleinen Anlagen 30kW, 300KW, 500KW begonnen. Dann kam 1000KW usw. Vor kurzem wurde von Siemens die 15000KW (15MW) Anlage vorgestellt. Das geht nur durch langsame Weiterentwicklung!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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