Warum hat die EZB den Leitzins auf 0 gesenkt?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Hallo milamo,

diese Entscheidung der EZB soll die Wirtschaft im europäischen Raum ankurbeln und einer Deflation entgegenwirken. Durch die Senkung der Zinsen auf Null sollen die Banken davon abgehalten werden hohe Reserven bei der EZB zu lagern und gleichzeitig viel Geld dort aufzunehmen.

Diese Kredite sollen dann über die Geschäftsbanken zu niedrigen Zinsen an die Bürger weitergegeben werden und dazu führen, dass der Konsum in den Ländern ansteigt. Dadurch soll sich vor allem in den von der Wirtschaftskrise stark gebeutelten Ländern und denen mit hoher Arbeitslosigkeit eine Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage einstellen. Denn günstiges Geld führt in der Regel zu mehr Nachfrage und dadurch zu höherer Produktion und sinkender Arbeitslosigkeit.

Liebe Grüße
Sonja 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Begründungen der EZB - Geldwertstabilität und Wirtschaftskonstanz - hinkt den realen Effekten ihrer Politik immer mehr hinterher und entpuppt sich immer deutlicher als Lüge. Mit den "Flüchtlingen" hat das nur am Rande zu tun, weil einige Schuldenstaaten die "Flüchstlingsproblematik" als Ausrede nutzen, noch mehr Schulden zu machen. Selbst Wirtschaftsminister Gabriel konnte der Versuchung nicht widerstehen, weil Politiker immer nur sehr kurzfristig denken und durch die parteipolitische Machtbrille bei drohendem Wahldebakel Verstand und Vernunft verlieren. Die Hauptursachen der EZB-Geldschöpfung wie die aller führenden Zentralbanken (z.B. Japan, USA) sind die immensen Schuldenberge der Staaten und der Privaten. Die Situation scheint ausweglos. Sie wird durch die "Flüchtlingsproblematik" verschärft, aber nicht verursacht.

Der Leitzins der EZB ist eine Maßgrößte für die Entwicklung der Zinsen allgemein. Das bedeutet aber, dass eine Erhöhung des Leitzinses höhere Zinszahlungen für die Schulden der Schuldenstaaten mit sich bringt. Die Haushalte der total überschuldeten Südstaaten würde das zum Kippen bringen und niemand kann so recht sagen, ob das einen wirtschaftlichen Zusammenbruch der illusionären Schuldenwirtschaft nach sich zieht und wie sehr dieser die realen Wirtschaften in Mitleidenschaft zieht. Dabei ist der Leitzins der EZB nur eine Größe. Längst hat man verschiedene Wege geschaffen, Vermögen aus "gesunden Ländern" in die maroden Wirtschaften zu pumpen, d.h. z.B. die Sparvermögen der Deutschen und ihrer Zukunfts- und Risikosicherungen (Versicherungen, Rentenversicherung, Krankenkassen) werden zwangsenteignet und in den Schuldenländern verschleudert, wo clevere Umverteiler nur darauf warten, diese Gelder in ihre Taschen zu lenken, denn keine Wirtschaftsdaten zeigen an, dass dieses Verfahren den maroden Wirtschaften wirklich auf die Beine hilft.

Im Grunde haben wir in Europa längst eine Schmarotzerwirtschaft und die Frage ist nur, wann die Schmarotzer mit ihrem Oberorganisator EZB und Brüssel die Wirte leer gefressen haben. Da überraschen nicht so manche seltsamen Ideen der Schmarotzer wie z.B. der Italiener, die ihre milliardenfachen faulen Kredite gerne in eine europäische Bad Bank verlagern würden, damit andere die Schulden ihrer Misswirtschaft übernehmen oder das Verlangen der Staaten mit hoher Arbeitslosigkeit, ihre Arbeitslosen in die Arbeitslosenversicherung noch funktionierender Staaten einschieben zu können. Das zeigt nur, wie sehr manche Staaten am Rande der Insolvenz stehen. Bei Griechenland kann man sowieso schon seit Jahren von Insolvenzverschleppung sprechen, was innerdeutsch eine Straftat ist. Aber wenn es die Politiker selbst praktizieren??

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Senkung des Leitzinses begünstigt eine Kreditaufnahme, die wiederum ist investitonsfördernd. Außerdem animiert es dazu, dass Sparer ihre Einlagen abheben und sie so dem Konsum zuführen, was wiederum kurzfristig die Wirtschaft ankurbelt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Damit die Banken endlich Kredite vergeben, statt das Geld bei der EZB zu parken.

So zumindest die Hoffnung von Herrn Dragi. Tatsächlich haben Banken aber dennoch kein Interesse Kredite zu vergeben und somit Investitionen zu fördern. Sie spekulieren lieber mit dem Geld der Kunden, weil sich damit mehr Geld verdienen läßt.

Eine Rezession haben wir dadurch nicht zu erwarten. Auch die allgemein verbreitete Angst, die Sparer würden um ihr Vermögen gebracht ist nicht so ganz richtig . Denn nicht nur der Leitzins ist auf 0, sondern auch die Inflationsrate. Damit sind 0,25% Zinsen auf Spareinlagen bei 0% Inflation besser, als 3% Zinsen bei 3,5%-iger Inflationsrate.

http://sdw.ecb.int/browse.do?currentNodeId=2120778

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn ich mich nicht irre ist er bereits auf -0,4% ...

Das ist eine Form expansiver Geldpolitik. Das bedeutet es wird den Banken mehr Geld zur Verfügung gestellt in der Hoffnung, dass frisches Kapital dazu führt, dass die Investitionen steigen. Im Prinzip ist die Idee gut, weil Investitionen in näherer Zukunft dazu führen, dass mehr Menschen eingestellt werden und somit auch die Löhne steigen ergo die Wirtschaft angekurbelt wird.

Da die Banken aber diese niedrigzinsen dafür verwenden, ihre eigenen Spekulationen zu tätigen und Kredite zu tilgen, anstatt das Geld in die Realwirtschaft zu bringen entsteht dadurch eine noch größere Blase aus Spekulationen. Das ist keine Rezession... Das gibt eine Krise, gegen die 2009 lachhaft gewesen sein wird...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die EZB hat ein Inflationsziel - man kann über Sinn und Unsinn davon streiten - von knapp unter 2 %.

Um dieses zu erreichen muss die Inflation steigen, und dieses Ziel versucht sie über die weitere geldpolitische Lockerung zu erreichen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Eine Frage, viele Meinungen und Antworten! Meine Meinung ist dass es allen Ländern nicht unrecht ist, da "alle" total verschuldet/überschuldet sind und somit keine weitere Schulden durch Zinsen erhalten!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?