Warum hat die Evolution die Fortpflanzung indiziert, und das Leben terminiert?

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13 Antworten

So sinnlos ist die Platzmangel-Antwort gar nicht. Evolution findet nur statt, wo auch der Raum dazu gegeben ist. Bevölkern wir die Welt bis auf den kleinsten Fleck, gibt es keine Nischen mehr zu füllen, die wiederum nur enstehen können, wenn etwas anderes dafür Platz macht, im wahrsten Sinne des Wortes. Gibt es keinen Platz, können auch keine evolutionären Experimente durchgeführt werden.

Evolution heißt nicht immer Erfolg (wir Menschen waren wohl auch nicht die beste Idee). Es entstehen immer Mutationen, die sich als nicht sinnvoll herausstellen. Existieren diese trotzdem weiter und vermehren sich sogar, bleibt kein Platz mehr für positive Neuerungen.

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Also der Tod ist die Folge der Abnutzung des Körpers...wenn man jetzt Unfall oder schwere Krankheiten mal aussen vor lässt.

Wir altern, weil wir heutzutage eben deutlich älter werden als zu der Zeit, als unsere Art entstand. Eine Antwort auf diese Frage findest Du bei den Forschern, die dem Altersprozess aufhalten wollen, der Artikel hier trifft es recht gut

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,713327,00.html

Die Evolution hat den Homo Sapiens geschaffen, seit dem hat sich unser genetischer Code praktisch nicht verändert. Damals wurden wir höchstens 30 Jahre alt, nur durch moderne Medizin, bessere Ernährung und unseren selbst gestalteten Lebensraum, hat sich unser Durchschnittsalter in den letzten 150 Jahren so enorm gesteigert, also ist der Altersprozess, der Verfall der äusseren Erscheinung und der inneren Prozesse ein Effekt, der uns am Anfang kaum betraf.

Man kann der Evolution nicht unterstellen, dass man da ein Verfallsdatum eingerichtet hat, denn auch der Mensch ist nur eine konsequente Weiterentwicklung der Säugetiere und unter denen haben wir die mit Abstand höchste Lebenserwartung. Lange Lebenszeiten von Fischen, Reptilien oder Wirbellosen Tiefseebewohnern ist auf den sparsamen Umgang mit den Ressourcen zurückzuführen, beim Krokodil sind die langen Ruheperioden sicher ein Faktor und die langsame Verdauung ein weiterer. Wenn ein Krokodil ständig unterwegs wäre, dann würde es sicher früher sterben...

Wir sind die einzigen Lebewesen, die Ihre Umwelt und Ihren Körper aktiv verändern, also ist es nur natürlich, dass wir lebensverlängernde Methoden erforschen und anwenden, sterben müssen wir trotzdem und das ist mit allen Lebensformen so, denn im Endeffekt ist es wie mit einer Kerze, man zündet sie an, sie verströmt Licht und brennt irgendwann herunter...geht aus...:-)

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Kommentar von BlackDracula
18.06.2011, 18:24

jedes lebewesen verändert seine umwelt oder seinen körper, sonst wäre es keins.

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Kommentar von strandparty
28.06.2011, 13:11

Wir altern, weil wir heutzutage eben deutlich älter werden als zu der Zeit, als unsere Art entstand. Eine Antwort auf diese Frage findest Du bei den Forschern, die dem Altersprozess aufhalten wollen, der Artikel hier trifft es recht gut

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,713327,00.html

Im Jahr 2010 einen Artikel über Seneszenz zu schreiben - ganz gleich ob aus biologischer oder soziologischer Sicht - ohne auf die Rolle der Telomere und Telomerase einzugehen, grenzt an vorsätzliche Faktenverweigerung.

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Kommentar von strandparty
28.06.2011, 13:17

Also der Tod ist die Folge der Abnutzung des Körpers...wenn man jetzt Unfall oder schwere Krankheiten mal aussen vor lässt.

Stimmt so nicht wirklich, denn dem Phänomen der Abnutzung sollten auch Einzeller unterliegen, die sind aber potentiell unsterblich. Es liegt vor allem daran, dass die Zellen mit zunehmenden Alter immer teilungsfauler werden und so Fehler ansammeln, dass sich immer mehr Müll ansammelt, der vom Immunsystem einfach nicht als solcher erkannt und entfernt wird und erst an letzter Stelle, dass manche Materialien altern (z.B. die Augenlinsen) und eine Neusynthese für den Körper sehr schwierig wäre. Dagegen werden wir eine Neusynthese von alten Zähnen sicherlich in einigen Jahrzehnten noch erleben.

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Der Tod ist für Vielzeller - wie wir - gewissermaßen ein evolutionärer Vorteil. Der Grund dafür ist unter anderem, dass jede Zelle eines Vielzellers den gleichen genetischen Code in sich trägt. Wollte sich eine Vielzeller-Art - sagen wir mal ein Dinosaurier - genetisch (und nicht nur auf kulturelle Weise - was aber in der Evolution erst viel später kam) - an sich verändernde Lebensverhältnisse anpassen (Temperaturveränderung der Erde, Veränderung der Luftzusammensetzung, die potenzielle Nahrung hat schnellere Beine oder schlagkräftigere Schwänze bekommen usw.), dann müsste er den genetischen Code in allen seinen ggf. Billionen Zellen gegen einen "besseren" austauschen. Da die Zellen eines Organismus konstruktionsbedingt nicht unterschiedliche genetische Codes besitzen können, geht das folglich nur schlagartig, und zwar über die Fortpflanzung. Mit anderen Worten: Der Organismus erstellt einen neuen genetischen Code einer einzelnen Zelle (entweder per Sexualität oder asexuell), und auf Basis dieser Erstzelle entsteht dann ein neuer Organismus. Wie gesagt: Bei Vielzellern geht das konstruktionsbedingt nicht anders. Die Natur hat hier leider nur begrenzte Möglichkeiten.

Nun könntest du fragen, warum der alte Organismus dann trotzdem sterben muss. Er könnte doch noch immer versuchen, solange wie möglich zu leben. Dann würde er zwar Nachkommen produzieren, aber neben den Nachkommen weiter existieren. Zu der Frage hat man diverse Simulationen durchgeführt, die übereinstimmend zum Ergebnis gekommen sind, dass eine Spezies, bei der die Älteren nach einiger Zeit automatisch für die Jüngeren Platz machen (sie also sterben), sich schneller an verändernde Lebensbedingungen anpassen kann.

Noch anderes sieht es bei den sogenannten Superorganismen aus, also beispielsweise den Bienenkolonien, die viele Bienenforscher gewissermaßen für Lebewesen halten. Die "Zellen" der Bienenkolonien sind die einzelnen Bienen. Eine Bienenkolonie kann jede einzelne Biene separat austauschen. Es findet auch regelmäßig ein Wechsel der Königin statt: Die alte Königin verlässt das Nest mit ca. 70 % der Arbeiterinnen, um sich einen neuen Nistplatz zu suchen und einer Jungkönigin Platz zu machen. Dabei findet ein Wechsel des genetischen Codes statt: Alle zukünftigen Bienen der Kolonie werden über andere Gene verfügen als zur Zeit der Altkönigin.

Der Bienenforscher Jürgen Tautz spricht deshalb in seinem Buch "Phänomen Honigbiene" auch ausdrücklich von der "potenziellen Unsterblichkeit" der Honigbienenkolonien (die er als Superorganismen bezeichnet).

Kurz: Gäbe es für Vielzeller (wie dem Menschen) ein Verfahren, den eigenen genetischen Code gegen einen anderen Zelle für Zelle auszutauschen, könnten wir uns quasi ewig genetisch anpassen und somit potenziell unsterblich sein, mit den vorhandenen Konstruktionsbeschränkungen der Natur geht das aber leider nicht. Aber es ist ja nicht auszuschließen, dass die Gen-Forschung das irgendwann einmal zustande bringt. Es fragt sich dann allerdings, was mit dem "Ich-Gefühl" dabei passiert. Würde man sich noch immer als die gleiche Person wie vorher empfinden?

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Die Alternative wäre ein einziges Lebewesen gewesen, das die Erde ganz überzieht. Wie sollte das wohl aussehen bei den vielen sehr unterschiedlichen Bedingungen, die die Erde bietet. Das mag so eine Art Urschleim gewesen sein, der sich in verschiedenen Gegenden halten konnte, mehr aber auch nicht. Terminiert hat die Evolution indes nicht das Leben, sondern die Existenzdauer von vielzelligen Organismen. Entscheidend dafür war der Erfolg der Methode, durch Neugründung von Organismen aus einzelnen Zellen die Vermehrung und Ausbreitung von Erfolgsmodellen zu beschleunigen und gleichzeitig weniger durchsetzungsfähige Ansätze zurückzudrängen. So konnte die DNA immer wieder in ihrer optimierten Form Neuanfänge machen. Schließlich unterliegt auch sie zerstörerischen Einflüssen (Chemie, Strahlung). Durch die Reduktion des Startpunktes eines Individuums auf einen einzigen Chromosomensatz - bei gleichzeitiger Produktion zahlloser (leicht variierter) Ausgaben desselben - konnte "schlechte" DNA immer wieder aussortiert werden. Als weitere Methode zur "Auffrischung" und Variierung der DNA hat die Evolution dann noch die Sexualität erfunden.

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Kommentar von andisazi
19.06.2011, 18:08

Quasi die Erschaffung des Erfolgsdruckes innerhalb derselben Spezies ...

Klingt sehr schlüssig - DH. Übrigens, die eingangs angeführte Alternative hat Lem in seinem SF-Roman "Solaris" mal bis in die Einzelheiten durchgespielt. Wir haben uns darüber nächtelang die Köpfe heißgeredet ...

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Kommentar von evaness
19.06.2011, 21:17

Das ist eine wirklich interessante Antwort. So ein einiziges Lebewesen, das die ganze Erde überzieht, kann es einst gegeben haben in Form der präkambrischen Ur-Biosphäre, die ein lebender Planetenembryo war. Den kann man googeln. Ja, noch heute ist jedes Lebewesen, das aus einer befruchteten Eizelle entsteht, ein Neuanfang.

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Die Naturwissenschaft weiß bis heute nicht, was der Sinn vom Tod ist. Man weiß auch nicht einmal, warum wir eigentlich altern und welche Prozesse da mit einspielen.Theorien wie "Platzmangel" sind natürlich logisch, aber wenn man dem Leben und dem Sterben eine Logik beimisst, muss man fast auch eine höhere Macht zugeben, die diesen Ablauf geplant hat. Man könnte natürlich auch sagen, dass es reiner Zufall ist. Von der Entstehung des Lebens selbst her bis heute würde das evolutionär gesehen auch erklärbar sein. Dann wäre wiederum der Tod an sich ein Rätsel und der Mensch würde wieder zu Theorien greifen, die nicht wissenschaftlich erklärbar/beweisbar sind...Eine Zwickmühle also^^ Samuel Butler hat gesagt: "A hen is only an egg's way for making another egg". Übersinnliche Macht oder Zufall vorneweggelassen, macht dieser Spruch ziemlich Sinn, denke ich.

Die Fortpflanzung wird durch den drohenden Tod bzw. das Altern angetrieben, so wird das Leben also auf lange Zeit gesichert. Der natürliche Tod macht also schon irgendwo Sinn. Andererseits sind höhere Pflanzen unsterblich, sie sterben nur aufgrund von Umwelteinflüssen und ihr Fortpflanzen ist trotzdem gesichert...Jetzt macht der Tod doch wieder keinen Sinn, oder? :P

Ich könnte jetzt noch viel schreiben und das meiste wäre nur unprofessionelles Philosophieren, aber im Endeffekt weiß weder ich noch jemand anderes die Antwort darauf...

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Weil das Leben gehäuft werden muss, neues Leben, frisches und vor allem reines Leben muss geneuert werden :)

Das Leben wurde "terminiert" um jedem Leben seine Zeit auf Erden zu geben, es ist die Zeit die man genießen soll auch wenn es nicht gerade schön ist^^

Ohne dieses "terminieren" würden wir immer das gleiche haben und würden das Recht das Leben zu genießen nicht richtig wahrnehemen...es soll uns einfach eine Wertschätzung vermitteln und uns die Chance geben neues Leben zu schaffen, dass dann wieder die Welt neu schafft^^

Naja is jetzt die Philosophische Löung, ernst genug :)

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Kommentar von nabucco123
18.06.2011, 01:37

"es soll uns einfach eine Wertschätzung vermitteln"... das halte ich für vollkommen abwegig und allenfalls in einem religiösen/spirituellen Kontext für eine brauchbare Aussage. Sie ist im übrigen sehr egozentrisch. Ich bin mir sehr sicher, dass die weitaus meisten Tiere (mit Ausnahme von uns Menschen) und alle Pflanzen keine Vorstellung einer "Wertschätzung ihres Lebens" haben. Allenfalls einen Selbsterhaltungs- und natürlich Fortpflanzungstrieb.

Ah... da ist ja der Nachtrag "Philosophische Löung" :D

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Kommentar von MyNameIsEarl
18.06.2011, 01:41

jap^^ aber "religiös" meinte ichs net xD

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Wäre das Leben endlos hätte keine Evolution stattgefunden. Erst die Vermischung genetischen Materials, die Mutation und Selektion haben zu solch vielfältigen Formen geführt wie man sie heute sehen kann. Im Grunde folgt das Eine aus dem Anderen. Sprich: Tod und Fortpflanzung sind Voraussetzung für die Evolution.

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Kommentar von Brigitta270755
18.06.2011, 01:54

Das ist wohl die logischste und auch die nachvollziehbarste Antwort, - Daumen hoch.

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Kommentar von alexxxy
21.06.2011, 20:18

Das ist genau die Voraussetzung, damit überhaupt eine Evolution "bis jetzt bin ich nur von der Evolution unter einer Art überzeugt also ein Bakterium wird sich überlebensfähiger machen, aber ein Maus wird auch im laufe von 10000000000 und hoch so viel Jahren nicht zu einem Hund entwickeln" in Gange kommt kann, die Frage nun ist wie ist das gezielt passiert, mit welcher Bewusstsein ist das ganze genau so gelaufen??

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Man soll es aus unterschiedlichen Perspektiven aus betrachten. Eine begrenzte Lebensdauer bringt scheinbar Nachteile für ein Individuum. Aber was ist mit der Art?

Ich mache mal ein einfaches Beispiel ohne direkt auf die Evolution einzugehen: Die Honigbiene. Ihr Giftstachel hat kleine Widerhacken, und wenn sie einen Menschen stecht, bleibt der Giftstachel wahrscheinlich in der Haut stechen. Die Biene verliert den Stachel und stirbt an der Verletzung. Die Frage ist jetzt: Warum diese Widerhacken? Wespen haben sie z.B. nicht, sie sind nicht notwendig für einen Stachel. Warum sind die Bienen denn nicht längst ausgestorben?

Wenn der Giftstachel in der Haut stecken bleibt, bleibt auch die Giftdrüse dran, und sie pumpt weiter Gift. Somit ist es eine effiziente Attacke. Für die einzelnen gestorbenen Bienen ist es natürlich blöd, aber für den Schwarm ist es vom Vorteil.

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Neubauen ist einfacher als Restaurieren. Biologische Systeme können nur Material aufbauen, was selber mehr oder weniger schnell altert. Außerdem sammelt sich Müll an. Es gibt meines Wissens keine Tierart, die eine Augenlinse entwickelt hat, die nicht altert. Heutzutage können wir die Linse (Grauer Altersstar) durch eine Kunststofflinse austauschen. Früher sind ALLE alten Leute blind gewesen. Da hätte die Evolution also schon ein System entwickeln müssen, das Auge beizeiten abzustoßen und ein neues Auge nachwachsen zu lassen.

Aber ich denke, mit der Entdeckung der Bedeutung der Telomere und Telomerase wird der Menschheit künftig ein mächtiges Seneszenzmedikament zur Verfügung stehen. Wird das dann noch mit pluri- und ominipotenten Stammzellen kombiniert, und wird das Immunsystem trainiert bestimmte Ablagerungen zu beseitigen, und steht ein Medikament gegen Krebs zur Verfügung, dann ... hmm, noch ca. 50 Jahre, manche von uns werden es erleben!

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Der TOD ist die Nagelprüfung wie erfolgreich diese oder jene Spielart der Evolution ist.

Kurze Leben wenig Nachkommen, weniger erfolgreich.

Langes Leben, viele Nachkommen, mehr erfolgreich.

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Kommentar von norelig
18.06.2011, 09:41

Die Lebenszeit spielt weniger eine Rolle , siehe Insekten . Sie sind sehr erfolgreich auf Grund der hohen Anzahl von Nachkommen . Sehr lange leben Insekten nicht , manche als voll entwickeltes Insekt nur ein paar Stunden .

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Kommentar von Konservativ
18.06.2011, 21:08

Viren sind sogar überaus erfolgreich, wahrscheinlich das Erfolgreichste Konzept überhaupt und die Leben noch nicht mal.

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Neue Mischungen führen zu neuen evtl. erfolgreicheren Modellen. Das Erfolgreichere Modell pflanzt sich wieder fort und mischt dadurch wieder was neues. ... ... ...

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Stell dir vor die ersten Lebewesen wären unsterblich gewesen! Tja, dann wäre nichts aus den Menschen geworden.

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Kommentar von Gronkor
18.06.2011, 11:12

Entschuldige, aber Einzeller sind potentiell unsterblich.

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weil sie die lebewesen perfektionieren will.

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Kommentar von alexxxy
18.06.2011, 01:41

und wenn wir perfekt sind hört es auf??

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Kommentar von Konservativ
18.06.2011, 21:06

Die Evolution will gar nichts, Gravitation sehnst sich ja auch nicht nach Nähe.

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