Warum hat der öffentliche Dienst bzw. Behörden so einen schlechten Ruf?

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18 Antworten

Hallo: Zum einen ist es Neid. Annehmbare Arbeitsbedingungen, anders als z.B. zur Zeit in der Lebensmittelbranche der Fall (immer mehr geringfügig beschäftigte - Lohndumping wird hier ausprobiert...)

Aber auch folgendes: Die Umsetzung von Gesetzen erfolgt über die Formulare, die die Bürger abgeben, um damit Leitungen des Staates in Anspruch zu nehmen. Dies erfolgt über die Dienstleistung, die die Verwaltung macht: Auswerten und erklären der Formulare. Also ist die Verwaltung eines "der Besten" Angriffsfläche gegen teilweise (unsinnige) Gesetze. Da bringt manch ein Bürger seinen Unmut über bestimmte Gesetze in Berlin damit zum Ausdruck, dass "ihn der Papierkram so aufregt".

Umso mehr Zeit allerdings ein Bürger mit dem "Papierkram" zu tun hat, umso weniger Zeit hat er auch, sich mit Leuten zu treffen, irgendwelche Demonstrationen zu besuchen oder zu organisieren. Dass heißt, umso mehr er sich auf die Ausfüllung der Formulare = "Negativstress" konzentrieren muss, umso weniger Zeit hat er, sich auf eben "Positivzeugs" wie Treffen mit Leuten zu konzentrieren. Das heißt, man wird durch das sich-mehr-mit-Formularen-beschäftigen gezwungen, sich weniger in Gruppen, Partei- en etc. zu organisieren, was wiederum die Wut auf "die Behörden" erhöht, weil man keine andere Möglichkeit hat, sich gegen als z.B. wenig gerecht empfundene Gesetze zu wehren. Also ein Teufelskreis. Auch weil man weiß, dass manche Gesetze von dem bzw. der einzelnen Sachbearbeiterin, je nach dessen/deren Interessen (also was er/sie sich am meisten behält von dem Gelernten) auch unterschiedlich ausgelegt werden könnte. Kein Sachbearbeiter der Welt, selbst mit 20 Jahren Berufserfahrung, kann alle Regeln, alle Formulare etc. so gut kennen, denn jeder Fall ist unterschiedlich! Dass heißt der einzelne Sachbearbeiter müsste meiner Meinung nach auf EIN oder ZWEI "Formularsätze" getrimmt werden, um alle "Querverbindungen" zu anderen "Formularsätzen" dauerhaft kennen zu lernen. Aber das wird nicht umgesetzt, im Gegenteil fängt man an, immer mehr Teilzeit- bzw. befristet Beschäftigte und nicht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einzusetzen. Die dann noch länger brauchen, glaube ich.

Bei schon 40% in einer 1-Z.-Whg.-Lebenden ist die Zeit, in der man die Formulare ausfüllen muss, als noch wertvollere Zeit anzusehen als früher, da man ja dann auch noch oft Strecken zurücklegen muss, die Zeit kosten, um seine Freunde zu treffen. Ausserdem fällt es immer mehr Leuten schwer, ihre ganzen Unterlagen über Fortbildungen etc. privat zu ordnen - da es ja immer mehr werden, man besucht ja heute viele Weiterbildungen und lässt sich über wirklich alles - auch den zweitägigen Schwimmkurs - eine übermäßig hochwertige "Bescheinigung" geben. Warum: Weil die Inflation greift und immer mehr Menschen immer mehr arbeiten müssen, um ihren Standard zu halten. Früher musste ein Familienvater arbeiten, als höherer Angestellter z.B., um ein Haus zu bauen und Kind und Kegel zu ernähren, ihnen eine gute Ausbildung zu verschaffen usw. Leider ist DE im europäischen Vergleich auch schon Billiglohnland. Heute muss Mann wie beschrieben arbeiten und noch einen 400Euro Job ausüben oder seine Frau etwas arbeiten, um dasselbe Niveau halten zu können. Auch dass es immer weniger Kinder gibt, hat damit zu tun. Und wenn man heute, wie du schon sagtest, 45-50 Std. in der Woche arbeitet, ist es natürlich auch für die nicht in der Verwaltung arbeitenden Bürger, die keine Affinität zum Ordnen und Verwalten spüren, eine ernsthafte Arbeit, diese Unterlagen, gerade auch die von vor Jahren, zu ordnen und sich mit unverständlichen Nummern und wenig Aussagekräftigen "Formblättern" (ich rede jetzt vom Beispiel BaföG) und ellenlangen Erklärungsblättern zu beschäftigen. Ist ja nett und so - aber z.B. gerade wenn man in der Familie dann nach Formularen sucht, kann das schon mal nerven.

Naja, und dann muss man sich ansehen, was in der Gesellschaft passiert: Schau mal, wie viele Zeitarbeitsfirmen entstanden sind. Habe ich schonmal beobachtet: Da kannst du hingehen, ein Formular, ganz kurz, vor Ort, an der Rezeption, ausfüllen, dir kann sofort jemand bei Fragen weiterhelfen, du musst nicht warten, das Formular ist eher eindeutig gehalten, du kannst persönliche Anmerkungen machen, z.B. eine genaue Beschreibung einer Tätigkeit in einem kurzen Satz - es gibt eben immer mehr Berufe, die nicht auf diesen normalen Formularen zu finden ist - heute ist eben nicht jeder DiplIng oder Meister oder "Berufsausbildung", sondern es gibt irgendwelche Fernabschlüsse von privaten Fernunis (asugedacht "Esoterischer Heiler", Staatl. anerkannt, kennt aber kein Mensch), irgendwelche Weiterbildungen (Business Management English, 1600 Std., Staatl. anerkannt), die auch kein Mensch kennt, die aber existieren und auf diesen Formularen nie sicher einzuordnen sind. Dass heißt, die Formulare sind altmodisch. Also ist das evtl. für manche Bearbeiter ein Problem, wenn sie nicht wissen, wie dein Abschluss zu bewerten ist, weil neu.

Naja. Und ich meine, als Studentin oder Auszubildende versucht man das schon dadurch, dass man eben den Arbeitsplatz zum Hauptzentrum der Kommuikation verkommen lässt, was den Arbeitgebern und Arbeitnehmern keine bessere Leistungsfähigkeit bringt. Das heißt, der Arbeitnehmer wird von seiner Stellung in der Gesellschaft überzeugt, ihm wird Selbstbewusstsein gegeben, indem man ihm sagt: Du bist was tolles, weil du einen Arbeitsplatz hier hast. Herzlichen Grlückwunsch. Aber in der Folge geht es dann immer mehr dahin zu sagen: Du bist ein toller Mensch, weil du hier arbeitest. Du kannst stolz auf dich sein. Aber nur, wenn du immer alles gibst und keine Pause mehr kennst. Schau, wer sich eine Pause gönnt: Die Arbeitslosen. Willst du so sein? Ich sehe da schwarz-weiß-denken, also Intoleranz befördert: Das Selbstwertgefühl wird zunehmend nicht aufgrund der Leistung alleine gesteigert, sondern immer öfter dadurch erzeugt, indem man jemandem einredet: Du bist was Besseres als die da, die Lumpen. - Okay, in gewissem Grade ist das nachvollziehbar, nur wenn dadurch dann DUMPINGlöhne und immer mehr arbeiten erzwungen werden soll, dann artet das alles aus. Dann heißt es: Andere verachten, sie bevormunden und mit sich selbst immer unzufriedener sein, um seine Arbeitswut zu befördern. Die Wut wird ausgenutzt, um noch mehr Arbeit zu erwingen. Das Selbstwertgefühl kann dadurch nur sinken, weil die arbeitende Person in dem Moment: Immer wenig Zeit für Freunde&Familie hat, also der Möglichkeiten beraubt wird, dort positive Erfahrungen zu sammeln und dadurch ihr Selbstwertgefühl zu stärken, und andererseits auf der Arbeit keine Leistung als ausreichend bewertet wird, weil die Person sich nicht von den überbordenden Anforderungen auf der Arbeit entfernen kann - weil das Selbstwertgefühl ja schon am Boden ist und Anerkennung im Job zum Lebensinhalt wird. Wie in China, nur subtiler und in abgemilderter Form. Allerdings gibt es heute ja schon die Gegentendenz: Viele neue Teilzeitmodelle mit genug Zeit für Kind und Familie, bei gleichzeitiger Erwerbstätigkeit für beide Elternteile, damit beide Elternteile außer Beruf noch eine andere "Selbstwertgefühlquelle" haben. Denn die oben beschriebenen, ausgebeuteten Personengruppen sind zunehmend labil, wenig entscheidungsfähig und zerstören nicht nur sich, sondern auch ihre Umwelt häufig. Sind privat nur noch schlaff und müde, unternehmen nichts, können nicht mehr liebevoll mit ihren Kindern umgehen.

Eben: 40% der Deutschen lebt Alleine. (Da hab ich mich vertan, nicht in 1ZiWhg, sondern Allein). Weil man diese negativen Emotionen der Arbeit erstmal selbst verarbeiten will, damit Freunde &Bekannte nicht davon genervt sind und auch Kinder nicht von diesen negativen Emotionen verletzt werden.

Gut, ich finde auch, wir sollten uns weiter ausbeuten lassen und keine Kinder mehr bekommen. Dann hat die Ausbeutung jedenfalls langfristig ein Ende - weil es nichts mehr auszubeuten gibt :-P Tut mir ja leid, aber so kann eine Konsequenz aussehen: Auswandern, keine Kinder bekommen, damit man nicht ständig andere verletzen, bevormunden und ausbeuten muss. Da kann ich nämlich auch nach China auswandern, in die Textilfabriken, dann hätte ich meine 60-80 Stunden Arbeit in der Woche, kein Geld für nichts, wäre in einer siffigen WG untergebracht und könnte außer essen und schlafen nicht viel machen. Die Illusion, dass Deutschland sich bessert, kann man zwar als haochgebildeter Mensch in einer dieser tollen Firmen, aber wenn man nicht perfekt ist, den falschen Namen hat oder anders wahrgenommen wird, als man es möchte oder seine Wahrnehmung in der Gesellschaft als befremdlich angesehen wird (wer wenig Zeit hat, kann nicht mehr andere Kulturen auf Reisen kennen lernen, die nicht All-inclusive (=freiwilliges einsperren im Essen aufgrund von geistiger Erschöpfung, um es mal negativ auszudrücken - hat natürlich auch seehr schlöne Seiten)-Reisen werden dann zur Ausnahme. Weniger andere Kulturen, andere Sitten und Menschen kennenlernen = intolerant. Sowas gabs schonmal Mitte des letzten Jahrhunderts. Aber ich will nichts gesagt haben, sind ja auch alles nur Überlegungen. Nur zum Vergleich: Ich habe ein halbes Jahr im Ausland mit den Menschen dort gelebt und sehe nur, wie man fast ausschließlich von Oberflächlichkeiten in Kategorien eingeteilt wird (auch Bevormundung!!), was meiner Meinung nach auch nur eine Anpassung an den privaten Zeitmangel ist. Wer hat denn noch die Zeit, sich näher mit dem Gegenüber, welches man zufällig trifft (Beim Bäcker z.B.), zu unterhalten.

Niemand. Ausser den Rentern etc.. Die Reg- ierung muss natürlich auch irgendwas tun, um der Liberalisierung die Tore zu öffnen, aber mit Dumpinglöhnen passen wir unsere mittlerweile "akzeptablen" Bedingungen, von Unternehmerseite gesehen, wenn man dort nicht sowieso meinungslose Menschen haben will,immer nur noch weiter einem niedrigeren Niveau an, anstatt mal unsere guten Seiten wie die sozverspflichtige Beschäftigung in andere Länder zu übersetzen. Oder aus anderen Ländern mal irgendwelche Sachen, wie das Schulmodell in Finnland, zu übernehmen. Anstattdessen lassen wir zu, das immer mehr Kinder von den Eltern in Privatschulen geschickt werden. Keine Gleichberechtigung, sondern soziale Abtrennung, Sondierung wird vorgenommen. Anstatt die Schule weiterzuentwickeln, wird alten Systemen einen neuen Namen verpasst und nur mit den alten Systemen herumexperimentiert, anstatt das neue, war nur schrittweise, zu wagen. Warum soll ich, egal ob mit Studium oder mit Ausbildung und mit Zusatzzertifikaten, noch wirklich "Lust" haben, hier zu arbeiten und mein Häuschen zu bauen? Wenn ich nur merke, wie die Ausbeutung um sich greift, Freunde immer weniger Zeit haben, nur weil die Zeichen der Zeit von "den Entscheidungsträgern" immer noch nicht erkannt wurden? Unsere gesamte Energiewirtschaft hat sehr sehr bald ausgedient, aber regenerative Energien werden immer noch zögerlich eingesetzt. Immer weniger Menschen haben auch das Geld, ihren Altbau umzurüsten oder sich diese neuen Erfindungen zu kaufen. Aber man möchte offenbar deutsche "Leistungsträger" aus Deutschland vertreiben, man denkt wohl, man könnte sich ewig in anderen Ländern bedienen, was jetzt nicht negativ gemeint ist, sie wollen ja meistens nur ihre Familie ernähren - aber auch das wird stoppen, wenn man die Generation, die unter der Ausbeutung gelitten hat, dann später teuer bezahlen muss. Was lohnt sich überhaupt noch? - Nach China gehen. Da weiß man zumindestens sicher, das die Luft verschmutzt, das Trinkwasser verseucht, die Plastiktasse mit Weichmachern und die Lebenserwartung niedrig ist. Juhu. Und man sich auf jeden Fall dumm und dusselig arbeiten darf. Spart Alkohol und sonstige Rauschmittel, da man ja jederzeit arbeiten können muss und auch jederzeit berauscht von den giftigen Mitteln in den Arbeitssäalen ist. Find ich toll. Ganz klare Verhältnisse anstatt eines Staates, der versucht, Dumpinglöhne allerorten zu vertuschen. Ganz eklig! Naja, wenn DE, bzw. die BRD das will, dann ist das ja auch in Ordnung. Gut, ich habe noch gar keinen Plan, was ich nachher insgesamt machen möchte. Aber ich werde mich nicht ausbeuten lassen. Bin ich nämlich schon. Und wenn ich ich nachher eine Weltreise mache und das dokumentiere. Ich bin mir ja meiner Möglichkeiten in vollem Ausmaße bewusst und klammere mich nicht an das, was man mir einzureden versucht: Das man arbeitslos sein kann. Ich nicht. Denn ich bin frei und mobil und habe in meinem ganzen kurzen Leben schon in sehr vielen Branchen gearbeitet, habe mich dort ausbeuten lassen, ohne Pause gearbeitet, niemand hat dazu etwas gesagt, obwohl ich ganz jung war. abe auch therapeutisch schon viel gearbeitet. Also kennt dumme Ausbeutung keine Grenzen. Freue mich schon auf das Ausland.

Also du siehst: Das mit der "Behördenwut" hat ganz vielfältige Gründe. Gut ist es, einen kühlen Kopf zu behalten, ruhig zu bleiben und sachte alles anzugehen. Hektik behindert nur.

Im Übrigen: Man kann nicht jedem Menschen therapeutisch weiterhelfen. Viele Menschen müssen einfach nur gelassener werden, weniger unter Druck gesetzt werden und mehr Sport(Am Besten Ausdauersport wie laufen, rudern, Fahrrad fahren) treiben. Aber das sagt man ihnen nicht, sondern sperrt sie weg und tut so, als könnte man ihnen dadurch weiterhelfen. Bin ich absolut dagegen. Sex gehört nicht ins Leben, sondern ist unmenschlich, habe ich gelernt. Schade, dass das so auch viele Leute, die ich kenne, meinen. Zeigt nur: Menschliche Roboter sind in unserer Gesellschaft die einzigen und optimalen Arbeitstiere. Wir brauchen keine Menschen, wenn wir Roboter haben. Toll.

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