Warum hat das Plattdeutsch die 2. Lautverschiebung nicht durchgemacht und wie kann man anhand dieser Sprache die 2. Lautverschiebung erklären?

1 Antwort

Hallo,

zu fragen, warum Plattdeutsch die 2. Lautverschiebung nicht durchgemacht hat, ist eigentlich wenig sinnvoll. Plattdeutsch (auch Niederdeutsch genannt) wird vor allem im Norden Deutschlands gesprochen, die 2. Lautverschiebung ging jedoch von im Süden gesprochenen oberdeutschen Mundarten aus und hat halt einfach nicht das gesamte Sprachgebiet erfasst. Im Mittelalter war das Plattdeutsche außerdem eine viel angesehenere Sprache, zumal sie in der Hanse verwendet wurde. Der Druck, der vom auf dem Oberdeutschen basierenden Hochdeutsch heute auf die Dialektgebiete ausgeht, war damals viel weniger stark, bzw. bestand damals nicht.

Bei der Ausbreitung von Lautverschiebungen können außerdem geographische Grenzen (Flüsse, Gebirge ...) Hindernisse darstellen.

Ausgehend vom Plattdeutschen die 2.Lautverschiebung zu erklären, ist nur im Vergleich zum Hochdeutschen möglich.

VG

Oder anders gesagt: Auf dem weg richtung nordwesten breiteten sich die lautverschiebungen links und rechts nicht ganz bis an die ränder aus. Deshalb gibt es gemeinsamkeiten zwischen alemannisch (v. a. Schweiz, also links) und niederdeutsch (rechts). Beispiele: «plattdüütsch»/«schwiizertüütsch» statt «deutsch», «luut»/«luut» statt «laut».

Geschrieben gemäss kleinschreibung.ch

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@RLandolt

Natürlich haben sich auch die Vokale im Hochdeutschen verändert, doch stehen bei der 2. Lautverschiebung in der Regel die Konsonanten im Mittelpunkt. Wenn ich es gerade richtig im Kopf habe, hat die Diphthongierung langer Vokale im Hochdeutschen zeitlich erst nach den Veränderungen im Konsonantensystem stattgefunden.

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