Warum hat Bayern die höchste Selbstmordrate aller Bundesländer?

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7 Antworten

Wie sich das zusammen reimt? Indem man die richtigen Fragen stellt und sich nicht von Oberflächlichkeiten beirren läßt.
Die Frage nach wirtschaftlichen Erfolg sagt über das "gut gehen" einer Gesellschaft nur wenig aus, und der einzige Indikator dafür ob es einem Volk gut geht, ist nun mal irrtümlicherweise das Wirtschaftsvolumen.
Das bedeutet, je mehr Krankheiten wir alle bekommen, desto mehr Ärzte und Therapeuten sind deswegen beschäftigt, desto mehr Medikamente weden verkauft, desto besser geht es der pharmazeutischen Wirtschaft, und desto besser geht es also auch uns?! Bei diesem Beispiel kommt der Widerspruch am besten zum Ausdruck. Einfach nur gesund sein oder zufrieden sein, hat nach so einer Betrachtung keinen Wert. Dabei weiß jeder, der einmal Unterricht in Volkswirtschaft genossen hat, das jede Wirtschaft erst dann aktiv werden kann, wenn ein Bedarf nach etwas besteht. Sobald also etwas fehlt, also ein sog. Mangel herrscht, kann die Wirtschaft produzierend tätig werden. Nun ist Mangel jedoch ein Negativzustand, der Positivzustand wäre die Zufriedenheit, welche für sich genommen wertfrei ist, wenn nicht zuvor etwas konsumiert wurde.
Und jetzt kommt der Clou an der ganzen Sache. Wenn also die Wirtschaft zunächst den Mangel, also den Negativzustand benötigt um tätig werden zu können, selbige Wirtschaft aber gleichzeitig den Anspruch für sich erhebt ständig wachsen zu müssen, dann kann sie faktisch nur ein Interesse haben, nämlich die Negativzustände bei der Bevölkerung müssen verstärkt werden. Und das klappt, hervorragend. "Du hast ein mangelhaftes Selbstwertgefühl, dann kauf Dir ein großes Auto, Du bist krank, dann brauchst Du Medikamente, Dir geht etwas kaputt, dann kauf Dir Ersatz, Du fühlst Dich da wo Du zuhause bist nicht mehr wohl, dann buchst Du eben mehr Urlaubsreisen usw. - aber wehe Du kannst Dir keinen Konsum leisten!"
Dann das "Reichste Bundesland", was jedoch keinerlei Auskunft darüber gibt, wie (gerecht) dieser Reichtum verteilt wird/ist. Denn Außerdem hat Bayern (angeblich) die höchsten Einkommen in ganz Deutschland, aber wieso sind dann im ländlichen Raum die Löhne und Gehälter der einfachen Beschäftigten so niedrig, wie sonst kaum irgendwo in Deutschland. In Niederbayern werden z.B. die niedrigsten Löhne/Gehälter in der ganzen BRD gezahlt, danach kommt nur noch Mecklenburg-Vorpommern. Das hängt unter anderem mit der niedrigen Zahl an Gewerkschaftsmitgliedern zusammen, denn in einem so streng katholischen Ländle ist zwangsläufig die Autoritäts- und Obrigkeitshörigkeit besonders ausgeprägt. Nach dem Prinzip "nach oben buckeln und nach unten treten", ist es natürlich nicht erlaubt gegen die Obrigkeit zu meutern. In so einer Umgebung läßt sich der Unternehmer natürlich gerne nieder, daher auch die niedrigere Arbeitslosenquote. Auch nicht selten haben viele Leute z.B. einfach Angst davor zum Amt zu gehen und um Sozialhilfe oder ähnliche Leistungen zu fragen, obwohl sie darauf Anspruch hätten - die niedrigen Zahlen bedeuten also nicht automatisch, daß es hier weniger Armut gibt als anderswo. Das geradezu exzessiv betriebene "mir san mir"-Gehabe dient dann natürlich dazu, die etwaigen Komplexe welche beim "buckeln" aufkommen zu kompensieren. Und wehe jemand ist anders, paßt sich nicht an, ordnet sich nicht unter oder stellt womöglich noch ihre bierseelige Selbstbeweihräucherung in Frage, dann aber.... wird sowas von getreten, natürlich, jedoch nur auf unterpreveligierte und/oder Minderheiten (gegen Großkopferte redet man nur hinter vorgehaltener Hand, wenn überhaupt).
Mit Klugheit hat auch ihr "bestes Abitur" nicht viel gemeinsam. Da sich die Komponente "bestes" lediglich auf die Menge an (meist völlig unnötigem) Fachwissen liegt, welches während der ganzen Schulzeit über eifrig vermittelt wird, nur um danach möglichst schnell wieder vergessen zu werden. Wer bei dieser "Wissensbullemie" nicht mithalten kann, weil er/sie aus einfacheren nichtakademischen Haushalten kommt oder sonst noch irgendwie benachteiligt ist, hat dabei oftmals leider das Nachsehen. Denn vergleicht man das Können der Abiturienten der einzelnen Bundesländer im Anschluß miteinander, dann fällt dieses eben doch auf, daß Schüler aus anderen Bundesländern vielleicht nicht so viel mit Detailwissen aufwarten können, dafür tun diese sich jedoch vielfach damit leichter, wenn es darum geht Zusammenhänge zu erkennen. Ganz einfach verbeispielt heißt das: ein Schüler aus Bayern erklärt Dir sehr genau, wann eine Person geboren wurde und wann sie gestorben ist, der Schüler aus Berlin erklärt Dir dann anschließend warum (jener gestorben ist).
Ein weiteres Beispiel dafür, wie mit Außenseitern und Verlierern umgegangen wird, sind leider auch die direkten Auswirkungen der bayerischen Drogengesetzgebung. Auch hier ist Bayern, wie schon bei den Suiziden und der Zahl an depressiven/psychischen/psychosomatischen Erkrankungen steht Bayern mit der höchsten Quote an Drogentoten in der ganzen BRD ungeschlagen an erster Stelle. Was natürlich an jener mittelalterlichen Law-and-Order Politik liegt, welche in jedem Süchtigen keinen Kranken/Patienten sieht, der dringend Hilfe braucht, sondern in erster Linie als (natürlich gaaanz gefährlichen) Straftäter sieht, dem man zuallererst mal die volle Härte des Gesetzes zuteilkommen lassen will. Deshalb gibt es im Freistaat auch keine Fixerstuben, wo den Betreffenden z.B. bei versehentlichen Überdosierungen sofort geholfen werden könnte und so weiter und so fort. Also auch hier ganz deutlich: wehe Du bist anders, und obendrein noch schwach, na dann gibt's aber was,... tja, und nicht wenige treibt sowas dann mitunter in den Selbstmord.
Daß sich unter solchen Bedingungen und diesem Klima stets braune Gruppierungen (von der NSDAP bis zu den REPs und diversen Wehrsportguppen) von jeher wohl gefühlt haben, ist nocheinmal eine andere Geschichte. Aber Ocktoberfestanschlag und eine große Zahl der NSU-Morde haben auch sicher nicht zufällig dort statt gefunden.

Dagegen Berlin: dort galt schon zu Zeiten der Monarchie die Losung "ein jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden". Sowas hat nicht nur kirchliche Protestanten seit je her angezogen, was nicht nur dazu führte, daß neben jeglichen anderen ursprünglichen Herkünften so gut wie jeder fünfte Berliner französische Vorfahren hat, sondern sich dort überhaupt seit je her ein starker Freigeist behaupten konnte. In einem solchen Klima der Aufgeschlossenheit, wo jeder (v.a.a. Außenseiter) wesentlich eher so sein kann wie er/sie ist, ohne gleich mit aggressiver Ausgrenzung und dergleichen rechnen zu müssen, gibt es logischer Weise auch weniger Gründe für so manch einen Suizid. Materieller Wohlstand alleine ist dafür wohl kaum verantwortlich und hat in der Vergangenheit ohnehin selten glücklich gemacht, oder wie hier ein nicht-gläubiger Antikatholik zitieren würde: "was nutzet es Dir selbst die ganze Welt zu besitzen, wenn Du doch Schaden nehmen würdest an Deiner Seele" (oder so ähnlich).

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Diese ganzen Kriterien,die du genannt hast sind keine Gründe dafür,dass man NICHT an Depressionen erkrankt. So was braucht manchmal keine Gründe. Der Mist kommt völlig ungebeten. Auch wenn du einen tollen Lebenspartner,super Freunde,einen großes Haus und den Porsche in der Garage stehen hast.
Depressionen haben kein Alter,kein Geschlecht,keine Hautfarbe und kein arm oder reich.
Weshalb es in "ärmeren" Gegenden besser ist,ist denke ich,weil die mehr zufriedener sind mit dem was sie haben zum Beispiel. Kann mich auch irren.

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Ich verstehe Deine Kriterien nicht. Was hat das z.B. damit zu tun, dass Bayern das reichste Bundesland ist?

Und in Berlin gibt es genug Suizide, sei froh, dass Du das noch nicht am eigenen Leib mitbekommen hast!

Irgendwie finde ich Deine Frage eigenartig, kann aber auch an mir liegen, weil ich nicht mehr so richtig aufnahmefähig bin....

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bagdader 29.08.2016, 21:29

Laut Statistik, (clicke den Link doch an!) bringen sich in Berlin am wenigsten und in Bayern die meisten um. Ich hab's nicht erfunden.

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KatzenEngel 30.08.2016, 22:18
@bagdader

Und Du scheinst meine Antwort nicht zu verstehen oder nicht verstehen zu wollen :/ weil Du Dich so an Deiner Statistik festkrallst!

Und übrigens: Preußen war einmal!

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Das müssen ja keine Bayern sein; gibt ja fast keine Ureinwohner mehr.

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bagdader 29.08.2016, 21:16

Ureinwohner, wenn meinst Du mit Ureinwohnern? Die Illyrer, die Kelten, die Römer, die Juden, die waren jedenfalls alle vor dem germanischen Stamm der Bajuwaren da, wo jetzt Bayern ist.

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huldave 29.08.2016, 21:55

Du hast die Franken vergessen und die fühlen sich nicht als Bayern

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Was hat das alles mit den anderen zu tun?

Suizid hat meist den Ursprung in starken psychischen Problemen. Diese können so viele Ursachen haben. Die haben selten was mit Kirchen, Festen, Geld oder Bildung zutun!

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Leider gehört auch Franken zu Bayern, vielleicht ist das der Grund

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huldave 29.08.2016, 22:03

Wahrscheinlich, weil die auch nicht zu Bayern gehören wollen

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Wir haben gelernt, Probleme anzugehen?

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bagdader 29.08.2016, 21:23

Das kann man behaupten.

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AmandaF 30.08.2016, 16:17
@bagdader

Ich bin von mir ausgegangen. Es ist natürlich kein Fachwissen. Diesen Eindruck wollte ich nicht machen.

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AmandaF 30.08.2016, 16:21
@AmandaF

Ich finde es ist eine sehr interessante Frage.

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