Warum hassten die Nazis Juden bzw. Warum wurden Juden früher immer gehasst?

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7 Antworten

Am Anfang stand die Abspaltung der Urchristen vom Judentum, später wurde das Christentum zur römischen Staatsreligion erhoben.

Bis dahin war die römische Religionspolitik immer von Toleranz und Offenheit geprägt gewesen, aber damit war dann Schluss, denn das Christentum hat sich selbst nicht nur einem Anspruch auf Alleingültigkeit verschrieben, sondern auch den Missionierungsgedanken eingeführt.

Aus der früheren Konkurrenz heraus betrachtete die römisch-katholische Kirche den jüdischen Glauben stets als Ketzerei, die anders als das Heidentum eine schwere Sünde darstellt, die Kirche fühlte sich verpflichtet, Juden zum Übertritt in den christlichen Glauben zu zwingen oder sie notfalls auch einfach zu töten.

Dummerweise waren viele Juden belesen und gebildet, viele von ihnen waren Gelehrte oder Ärzte, dadurch waren sie wichtig. Außerdem waren sie die einzigen, die zwischen dem christlichen Abendland und dem Orient vermitteln konnten, denn in den Augen der meisten Orientalen waren zumindest die nördlichen und Mitteleuropäer völlig ungebildete Dreckschweine ohne jede Kinderstube, und sie hatten mit dieser Einschätzung recht.
Also stellten die Juden die wichtigen Handelskontakte her, dadurch und auch durch ihr großes Wissen waren sie zwar unverzichtbar, aber nicht beliebter.

Bei jeder Gelegenheit wurde ihnen jede nur erdenkliche Schlechtigkeit unterstellt, um sie zu diffamieren und auch, um sie enteignen oder gleich offen berauben zu können.

Die katholische Kirche kam dann auf einen Trick, um den Kontakt zwischen Christen und Juden im Alltag einzuschränken:
Sie verboten den Christen, Handwerksprodukte aus jüdischen Werkstätten zu kaufen und gleichzeitig den Juden, ihre Produkte Christen zu verkaufen.
denn den allermeisten "normalen" Christen war wahrscheinlich völlig egal, ob ihr Schuster, Ihr Schreiner, ihr Schneider dem Priester zuhörte oder dem Rabbi.

Seitdem blieb den Juden aber nur noch, entweder zu studieren oder Handel zu treiben. Ein Studium war aber sehr teuer, und an vielen Universitäten durften Juden nicht studieren. Also musste ein Jude zum Studieren eine der wenigen Universitäten besuchen, die ihn aufnahmen, oder er ging dafür in den Orient, was die Sache zusätzlich verteuerte, aber den Kontakt zwischen europäischen und orientalischen Juden aufrecht erhielt, zusätzlich zum Handel.

Nach einer Weile kamen Fürsten in Geldnot auf die Idee, Juden dazu zu erpressen, ihnen große Summen zu leihen, denn Juden waren ja rechtlos, sie hatten also nicht das Recht, den Gläubiger auf Rückzahlung zu verklagen.
Es gab einen großen Streit innerhalb der jüdischen Gemeinden, ob solche "Geschäfte" mit ihrem Glauben vereinbar seien, denn auch für die Juden galt das Verbot, Geld gegen Zinsen zu verleihen.
Sie einigten sich darauf, dass es irgendwie ok sei, von Christen Zinsen zu erheben als kleinen Ausgleich für die unsichere Rückzahlungsmoral.

Immer, wenn einem Fürsten die Schulden zu drückend wurden, das Volk unzufrieden über die eigene Armut wurde oder auch nur die Ernte schlecht ausfiel, wurde den rechtlosen Juden ein Strick daraus gedreht, denn sie "hatten ja zugelassen, dass der Heiland gekreuzigt wurde".
Mit schöner Regelmäßigkeit stürmte der Pöbel die jüdischen Viertel, vergewaltigte Frauen und Mädchen, brachte jeden um, der sich wehrte, steckte alles von Wert ein und zündete zum Schluss die Häuser an.
Kirche und Herrscher sahen fast immer dabei weg, nur äußerst selten stellte ein Grundherr sich schützend vor "seine" Juden.

So ging es bis zur Neuzeit, erst dann verbesserte sich die rechtliche Situation der Juden langsam. Aber von dort bis zu einem friedlichen Miteinander ist es ein langer Weg, vor allem, wenn sich Vorurteile über mehr als tausend Jahre festfressen konnten.

Und als Theodor Herzl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Wien die Idee eines eigenen jüdischen Staates aussprach, wurde das sofort mit der Frage beantwortet, ob Juden überhaupt gesellschaftstauglich sein könnten und nicht besser zur Taufe gezwungen werden müssten.
Dieser Gedanke wurde zumindest in Preußen dann auch zeitweise umgesetzt, dort wurden Juden vor die Wahl gestellt: Taufe oder Berufsverbot.

Außerdem hatte Darwin gerade seine Theorie der Evolution vorgestellt, fast zeitgleich wurde die Vererbungslehre formuliert.
Beides waren zwar rein naturwissenschaftliche Erkenntnisse, die aber sofort auf die menschliche Gesellschaft übertragen wurden, auch wenn dies wissenschaftlich gesehen reiner Unsinn ist.
Aber es war soweit, der Antisemitismus war erfunden, und nachdem er einmal in der Welt war, setzte er sich in den Köpfen vor allem gebildeter Bürger fest, die ihn für eine Art Wissenschaft hielten.

Darauf baute Hitler und vor allem Goebbels auf, indem sie diese furchtbare "Theorie" der Andersartigkeit strickten, die unbeweisbare Ideologie von verschiedenen menschlichen Rassen mit anti-jüdischen und politischen Vorurteilen mischten.
Das Ergebnis waren Äußerungen wie "Herrenrasse", "arische Rasse", "jüdische Untermenschen" usw.
in KZs und speziellen Kliniken wurden Versuche betrieben, den wissenschaftlichen Beweis für diese Ideologie zu finden.
so genannte Ärzte und Wissenschaftler ließen ihrem Sadismus freien Lauf, vermaßen Schädel, quälten Menschen mit "Medikamenten" und führten grausame Menschenversuche durch.

Parallel wurde damit begonnen, Juden zur Zwangsarbeit zu verpflichten, aber nicht nur sie, sondern auch Sinti und Roma, Kriminelle, Obdachlose, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Kommunisten, Anarchisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter.
Überhaupt jeden, der auch nur irgendwie verdächtig erschien und seine Unschuld nicht beweisen konnte.
Wer zu schwach für die Zwangsarbeit wurde, der wurde einer eigenen  Massenmordindustrie zugeführt, die bereitwillig von der deutschen Großindustrie und der Reichsbahn aufgebaut wurde.
Und von allen Gruppen, die dieses furchtbare Schicksal traf, waren die Juden mit 6 Millionen die größte.

Und natürlich wurden auch diesmal die Juden zuallererst mal enteignet und ausgeraubt, ihre Betriebe an deutsche Betreiber verramscht, das nannten die Nazis dann "in Volkseigentum überführt". Naja, wer's glaubt...
Jedenfalls war nur der geringste Teil der deutschen Juden reich oder auch nur wohlhabend, sie entsprachen in ihrer Zusammensetzung dem Durchschnitt der Bevölkerung. Die meisten waren also Arbeiter und Angestellte, viele waren Handwerker und führten Familienbetriebe.
Allerdings waren aus der jüdischen Bildungstradition heraus überdurchschnittlich viele von ihnen Akademiker: Ärzte, Lehrer, Ingenieure, Beamte im höheren Dienst, Wissenschaftler...

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Viele Juden sind großartige Händler und haben ein extravagantes Geschick für Geschäfte und Investitionen. Dadurch konnten sie sich Reichtum und Status erwirtschaften und das zog schon immer den Neid anderer auf sich.

Zusätzlich kommt noch dass zum Beispiel die orthodoxen Juden ihre Religionszugehörigkeit durch Kleidung und Haartracht öffentlich zur Schau stellen.

Dies sorgt für Ausgrenzung.

Somit hat man eine klar von anderen unterscheidbare Gruppe, die dazu noch den Anschein macht, immer wohlhabend und gut versorgt zu sein. Kein wunder also, dass sich der Neid von den einigen reichen Juden über die orthodoxen auf alle verbreitete.

In schlechten Zeiten wurde ihnen schon oft die Schuld für die schlechte Wirtschaftslage gegeben, frei nach dem Motto: "In der Hungerszeit ist der Dicke schuld daran, er hat ja alles aufgegessen."

Bei den Nazis kam noch ein weiterer Grund hinzu, welcher u.a. auch schon bei der spanischen Inquisition ausschlaggebend war. Geld. Und zwar im Sinne von "Enteignung".

Sprich (reiche) Juden wurden verhaftet, verurteilt und ihr Hab und Gut wurde ihnen weggenommen damit (im Falle der Nazis) der Krieg finanziert werden konnte.

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Kommentar von Pudelcolada
12.06.2016, 15:26

Durch die stark vereinfachte Darstellung entsteht bei mir leider der Eindruck, die Juden wären an ihrer Verfolgung irgendwie mitverantwortlich, wenn nicht sogar selber schuld.

Auch wenn im zweiten Teil Deiner Antwort klar erkennbar ist, dass Du das wahrscheinlich auf keinen Fall meinst.

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Der Antisemitismus stammt ursprünglich von Antijudaismus, welcher eine schlichte Ablehnung gegen das Judentum beschreibt. Drastischer hingegen entwickelte sich daraus der Antisemitismus. Faktoren dafür können zB Neid und Gier sein  

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Juden haben sich früher viel gewaschen mehr als die Christen und deswegn bekamen die Christen schneller Krankheiten. damals konnte man sich die Krankheiten nicht erklären oder heilen. die Christen suchten einen Sündenbock und da die Juden nie so schwer krank wurden dachten die Christen die Juden hätten sie verhexst. also haben sie alles auf die Juden geschoben

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Soweit ich weiß, weil sie mit Geld gut umgehen konnten. (Ich weiß aber nicht ob das auch stimmt.)

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ich denke weil , die an yahweh glauben . und nazis . eventuell was mit satan zu tuhen haben . sozusagen glauben die an den gott im alten testerment . und einige waren sehr reich , um ihnen den besitz weg zu nehmen , wurden sicherlich viele vergasst . 

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Hitler hatte schlecht über sie geredet bzw. hat die Deutsche Bevölkerung verblödet so, dass sie alles glaubten was hitler sagte.
Aber das hat alles mit Hitlers früheren partei zutun die NSDAP.
Und mit hitlers jugend da er an einer kunstschule nicht angenommen wurden ist und in der jury juden saßen, seitdem verspottet er sie und hat deutschland mit rein gezogen.

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Kommentar von Pudelcolada
12.06.2016, 15:29

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du das in dieser Form im Geschichtsunterricht gelernt hast.

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