Warum hassen so viele die EU und machen Witze über sie?

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9 Antworten

Weil die tiefe der Informationen, die gesamten Hintergründe zu wenig bekannt sind.

Jeder sieht:

Die EU kostet Geld

Die EU legt zentral Dinge fest

Nur wenige kennen noch die Zeiten mit Grenzkontrollen und den Fragen, "haben sie anmeldepflichtige Waren dabei?"

Wer erinnert sich noch an die langen LKW-Schlagen vor den Schlagbäumen? Die genauen Kontrollen?

Das jeder Hersteller in jedem Land in das er liefern wollte die Zulassung brauchte.

Witze über den Zoll. Da kann man nicht nur nicht mehr drüber lachen, man versteht sie nicht mehr.

Gemeinsame Regelungen. Wenn ich Probleme mit einer Fluggesellschaft habe, ist es egal, ob die aus Frankreich, Italien, Finnland, oder Dänemark ist.

Mobilfunkgeb.? Ab nächstem Jahr kein Roaming mehr (mit Ausnahme GB).

Wenn es mit einer Zeitmaschine möglich wäre, von einem Moment zum anderen alle EU Regelungen seit 1958 (EWG) aus dem Alltagsleben heraus zu nehmen, dann würden sich viele, vermutlich so ab Jahrgang 1970, in dieser Welt kaum noch zurecht finden.

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Kommentar von Alatariel60
28.06.2016, 11:56

Ganz genau, aber dazu müsste man ja anfangen, sich damit zu beschäftigen und darüber nachzudenken. Es ist heute vieles so selbstverständlich und keiner macht sich Gedanken darüber, was für Kämpfe notwendig waren, um hierherzukommen, wo wir heute sind.

Natürlich hat auch dieses System seine Macken, wie alles was irgendwie versucht, mehr als zwei Leute unter einen Hut zu bringen. Aber vielen ist gar nicht mehr bewußt, mit was für Problemen man sich früher rumschlagen mußte, als überall noch Grenzen waren.

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Zum Beispiel:

Jean-Claude Juncker ist offenbar von allen guten Geistern verlassen. Da schlägt der Brexit weiter hohe Wellen, beklagen Kritiker die Abgehobenheit Brüssels, und was macht der EU-Kommissionschef? Er findet, das
Ceta-Freihandelsabkommen mit Kanada gehöre nur vom Europa-Parlament abgesegnet und nicht von den nationalen Volksvertretungen. Kein Zweifel, die Briten haben die EU in schweres Fahrwasser manövriert. Aber Juncker tut alles dafür, um die See noch stärker aufzuwühlen.

Ceta ist gewissermaßen die Zwillingsschwester des hochumstrittenen TTIP-Abkommen mit den USA. Zumindest wurde darüber lange Zeit genauso unter dem Mantel der Verschwiegenheit verhandelt. Weniger Zölle, mehr
Warenfreiheit, aber womöglich auch weniger soziale Standards und mehr Macht für Konzerninteressen. Wirklich Genaueres wissen nur die Wenigsten. Schon deshalb ist das allgemeine Misstrauen groß. Und die Skeptiker dürfen sich nun bestärkt fühlen. Brüssel erfüllt wieder einmal alle Vorurteile. Aus Angst vor dem möglichen Nein eines nationalen Parlaments soll Ceta von den EU-Abgeordneten durchgewinkt werden. So kann man die europäische Idee auch zu Tode reiten.

Umgekehrt muss ein Schuh daraus werden. Mehr Transparenz statt Geheimniskrämerei, viel mehr Informationen für die Bürger statt Kungeleien
im kleinen Kreis. Wenn Juncker das nicht begriffen hat, dann ist er fehl am
Platze. Man kann nur hoffen, dass Sigmar Gabriel zur Abwechslung mal bei seinem Standpunkt bleibt: Ohne einen Beschluss des Bundestages darf Ceta nicht in Kraft treten. Und ohne Ceta wäre auch TTIP mausetot. Eigentlich ist das ganz einfach. Warum ausgerechnet der EU-Kommissionschef damit ein Problem hat, bleibt ein Rätsel.

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Silverhead2010 hat gute Pro-Argumente gebracht.

Ich finde, Witze sind prinzipiell nichts Schlimmes. Das zeigt eine Auseinandersetzung mit dem Thema und man kann auch über positive Dinge Witze machen.

Ich denke, es sind eher die Menschen, die sich als Verlierer der Globalisierung sehen, gegen die EU. Sie sehen Hilfspakete für Griechenland und gleichzeitig ein niedriges Hartz4-Niveau. MMn ist es oft leicht die negativen Dinge zu sehen und das Positive als gegeben hinzunehmen.

VG

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Weil es viel leichter ist, gegen etwas zu sein, als sich für etwas zu engagieren. Die EU ist bei allem Positiven natürlich ein menschengemachtes Konstrukt und als solches fehlerbehaftet. Da ist es leicht, sich die fehlerhaften und auch die leicht ins Lächerliche zu ziehenden Dinge herauszusuchen und sich darüber zu mokieren. Sinnvoller wäre es natürlich, daran zu arbeiten, die fehlerhaften Regelungen zu verbessern, aber das kostet natürlich Mühe.

Also stellt man sich lieber hin wie Nelson aus den Simpsons, ruft "Haha!" und fühlt sich großartig.


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Weil der Mensch bequem ist. Es ist leichter eingängige Halbinformationen aus seichten Medien nachzuplappern als sich mal etwas intensiver mit der Materie zu beschäftigen und darüber nachzudenken. Das betrifft leider nicht nur die EU sondern auch alle anderen Bereiche.

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Kommentar von Alatariel60
28.06.2016, 09:23

Außerdem ist der Mensch ein Gewohnheitstier und tut sich schwer mit Veränderungen.

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Aktuelles bspw.:

Die - die jetzt aus der EU ausgetreten sind, werden in absehbarer Zukunft rein gar nix mehr zu lachen haben, weil sie sich selbst den Bein-Schuss gegeben haben. 

Nicht alles an der EU ist schlecht.

Bspw. kannst du in Spanien oder Portugal oder Polen oder Ungarn via Amazon oder Ebay einkaufen und zahlst hier günstige Preise, weil keine Einfuhrzölle und sonstigen Zölle. 

Alles was wir jetzt von Amazon aus England bestellen in der Zukunft, wird dagegen um einiges teurer. 

Dahingehend werden jedoch die Exporte von Deutschland nach England und von England nach Deutschland (jeweils Zölle) teurer werden.

So kostet dann ein Auto für sonst 40.000 Euro auf einmal 44.000 Euro.

Der Euro wird im Kurs fallen, was dann jedoch für andere Länder, die den euro nicht haben (schweiz, England, Tschechien....) wieder günstiger wird.

Nicht alles an der EU ist schlecht, vieles ist gut, vieles halt nicht.

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Kommentar von Dovahkiin11
28.06.2016, 09:18

Der Pfund wird ebenso fallen, er ist es auch schon.

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Kommentar von DonkeyDerby
28.06.2016, 09:20

Den Brexiteers geht ja jetzt schon der Popo mit Grundeis...

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Witzig ist auch, dass sie jetzt aus der EU draußen sind und wollten wirklich ein neues Referendum (Abstimmung) starten *lach*

Das könnte man so lange wiederholen, bis sie in der EU wieder drin sind.....

Das lustige an den Engländern (sind eh ein eigenartiges und eigenwilliges Volk) ist ja auch, dass die Wahlbeteiligung bei 72% lag, dann wohl 28% gar nicht gewählt haben...SElbst schuld.

Und dann haben nur 40% der 18-24 jährigen gewählt, aber weit über 85% der über 50 jährigen...denen das Wasser halt bis zum Hals steigt, der renten und kosten wegen....

Die sehen halt keine vorteile und bums war Britain Exit :-))

Klar Britain ist 3. stärkster Partner von Deutschland, aber ich fand das eh schon immer absolut unfair:

In der EU sein zu dürfen und alle Vorzüge zu genießen 

ABER

gleichzeitig, darf England sein Pfund behalten als Währung.

Wenn EURO , dann 100% EURO Und nicht so mischi maschi.

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Kommentar von DonkeyDerby
28.06.2016, 09:30

Naja, Polen hat auch noch den Zloty (kriege leider das l mit Strich nicht hin).

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Weil der kleine Mann sich wie immer von allem und jedem ausgenommen fühlt. Insbesondere in der Finanz- und migrationspolitik haben die Medien in der letzten Zeit das Bild der gierigen EU verbreitet. Flüchtlinge? Pah. Sollen die doch in ihren zerbombten Ruinen bleiben, bevor ich auf meinen nächsten BMW verzichten muss! 

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Weil die meisten Menschen negativdenker sind.

Es werden hauptsächlich die (persönlichen) Nachteile gesehen. Das positive welches im Hintergrung passiert interressiert kaum jemand.

Vor einiger Zeit gab es mal eine Nachrichtensendung die ausschließlich positive Nachrichten brachte. Leider wurde die Sendung wegen Erfolglosigkeit eingestellt.

Im Netzt gibt es zwar noch ein paar Seiten aber die kennt kaum jemand.

Außerdem! Meckern ist Volkssport Nummer Eins - noch vor Fußball. :-)

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Kommentar von JuliaHutarm
28.06.2016, 09:24

Wie hieß die Sendung?

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