Warum hassen Rechtsideologen ihr eigenes Land und wollen es zugrunde richten wie ab 1914 und dann im zweiten Anlauf ab 1933?

16 Antworten

Sie hassen ihr Land nicht.

Sie haben jedoch eine pervertierte, rücksichtslose "Liebe" in Form von einem übersteuerten völkischen Nationalismus, der Menschen und Dinge, die ihnen als "nicht zugehörig" erscheinen ihrer Ideologie entsprechend, beseitigt werden sollen. Und mit dieser verzerrten Wahrnehmung wurde Deutschland in zwei Weltkriegen wirtschaftlich und später auch tatsächlich zerstört.

Der Nationalsozialismus/Faschismus war in seiner Form historisch besonders. Doch viele Motive finden sich auch in der heutigen rechtspopulistischen bis rechtsextremen politischen Sphäre, auch wenn z.B der "biologische" Rassismus der Nazis in vielen rechten Parteien wie die Goldene Morgenröte, die Front National, Lega Nord, FPÖ, die wahren Finnen oder die AfD durch einen Kulturchauvinismus ersetzt wurde.

LG

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium der Politikwissenschaften

Die extrem Rechten wollen autoritäre Führung, die Stärke und den Rückhalt einer Volksgemeinschaft. Veränderungen irritieren sie. Vom Liberalismus und der Gleichberechtigung der Menschen halten sie nichts.

Seit der Aufklärung wissen wir, dass es unterschiedliche Interessen und Lebensstile gibt. Eine moderne Gesellschaft lässt viele Lebensmöglichkeiten und politische Haltungen zu. Sie strebt den Ausgleich zwischen den Gruppen an und nicht die Dominanz einer bestimmten Gruppe über die anderen Menschen.

Da die Rechten eine Minderheit in unserem Land, sie spüren dies und lehne unsere Gesellschaft ab. Deutschland lehnen sie nicht ab, sie haben nur eine sehr verklärte Sicht davon, was Deutschland sein sollte.

Warum hassen Rechtsideologen ihr eigenes Land und wollen es zugrunde richten wie ab 1914 und dann im zweiten Anlauf ab 1933?

Eigentlich hassen sie ihr Land nicht.sie wollen es nur mit aller Macht ueber alles in der Welt sehen und ueberschaetzen somit ihre Moeglichkeiten, die ihnen erst nach einer massiven Gegenwehr bewiesen werden muss.

Es sind dumpfe Typen, zwar nicht durch die Bank, allerdings ihr Rassenwahn und andere Sachen die sie drauf haben, haben DE tatsaechlich zweimal in die Bredouille gebracht.

Das es in unserer jetzt aufgeklaerten Zeit immer noch solche Ostlandreiter gibt, ist nicht nur bedauerlich, es ist bedenklich. Schon am Aufbau von Feindbildern da kann man sie erkennen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Moin,

ich würde den 1.WK nicht den Rechtsideologen zuschreiben! Ich habe aber auch bis heute nicht verstanden, warum Deutschland am 1. WK Schuld sein soll!

(Ich sehe den 1.WK als Schuld vieler europäischer Mächte!)

Es war meiner Meinung nach eher Blinde Vertragstreue, Kriegslust; Machtstreben; Übermachtfantasien; Machtspiele; Clusterbildung ohne das große ganzen zu sehen; Hochpeitschen des Vorfalls und auch ein kleiner Teil Nationalismus!

Grüße

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@Fleischtester

Der Mord in Sarajewo und nach der Kriegserklaerung Oesterreichsan Serbien, hatte Das Kaiserreich nichts eiligeres zu tun, als durch das neutrale Belgien, gegen Frankreich zu marschieren.Das waere schon ein Grund der Kriegslust von DE?

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@zetra

Moin,

die 2 WKs sind ein sehr heißes Eisen bei Diskussionen! Ich möchte auch nicht die Deutsche Rolle herunterspielen ... Wenn die Serben sagen, wir wollen die Mörder an eurem Staatschef nicht ermitteln und Frankreich und Russland gewähren daraufhin Militärische Unterstützung unermessliche Ausmaßes, ist das auch nicht die feine englische Art ... Das könnte sich auch heutzutage kein Land leisten, den Mord an einem westlichen Präsidenten nicht aufklären zu wollen! Da würden wir wieder vor einem Krieg dieser Art stehen! (Es würde vielleicht getrickst werden, aber offen behaupten, "Ist egal" würde man nicht!)

Die entsetzlichen Verbrechen der 2WKs sind nicht sühnbar. Im Falle des 1.WKs würde ich die 100% Schuld auf alle Kriegsbeteiligten z.B. nach verursachten Todesopfern mit der Komponente Mäßigung, Vernunft, Voraussicht; Paranoia; Deeskalationsstrategie etc.verteilen!

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Ich versuche mal ein Beispiel, was diesem Krieg zwar nie gerecht werden kann, aber nichts in der Weltgeschichte kann diesem Krieg gerecht werden!

Eine Kneipenschlägerei mit Zerstörung der Inneneinrichtung! Einer schlägt zu! Statt das die anderen die Polizei rufen, oder die Streithähne auseinander bringen, begeben sich alle (sagen wir 40) Gäste auf die eine oder andere Seite und prügeln "locker" auf einander ein!

Die Polizei kommt! (alle werden verhaftet) Wer wird gesucht! Der der den ersten Schlag gemacht hat! Danach wird gefragt warum der erste Schlag erfolgt ist! Antwort: "Sehr Vulgäre Beleidigung! und Bier verschüttet"

Wer wird bestraft ? Die gegen die eine Schuld ermittelt werden kann! (Wir nehmen mal die unwahrscheinliche Aussage an, das der Wirt jeden genau aufzeigen kann, der seine Einrichtung und die entsprechenden Teile zerstört hat!) Dann bezahlt Hugo den tisch, Horst Stuhl eins und Hugo Stuhl 2 etc.

Dann sind alle sicherlich nochmal wegen Körperverletzung dran, je nach schwere der Wunden! (Was eine Anzeige wegen Beleidigung nach so einem Fall noch bringt kann ich nicht einschätzen!)

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Übertragen heißt das: Man hätte beide (Östereich-Ungarn und Serbien) zur Mäßigung anhalten müssen, keine uneingeschränkten Bündnisse und Kriegszusagen schmieden sollen und die Machtspiele um die Vorherrschaft in Europa keinesfalls militärisch austragen dürfen!

anderer Punkt:

Damals waren Frankreich und Deutschland auch erbitterte Rivalen! Es wäre gar nicht möglich gewesen, das sie beide auf der gleichen Seite, oder im gleichen Bündnis gewesen wären! https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-französische_Erbfeindschaft

Ich glaube ich habe alles geschrieben, was ich dazu schreiben möchte! Ich hoffe du schreibst eine gute Gegenposition, dann würde ich sie gern auf meiner Webseite veröffentlichen! ... (Über alle Punkte könnte man sicherlich noch viel ausführlicher diskutieren ... Ich lasse es mal!)

Grüße

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@Fleischtester

Sich um die Geschichte Gedanken machen, kann nicht verkehrt sein, allerdings die Verhaeltnisse, welche zum Ersten Weltkrieg fuehrten, neu zu bewerten, das klappt und bringt allerdings im nachhinein nichts mehr. Die Sieger haben den Verlierer bestimmt und der war DE und wurde somit mit dem Versailler Vertrag belastet.

Jetzt festzustellen, das alle Laender kriegsbereit waren, weil es einmal um neue Kolonien ging, z. a. das da nichts geaendert werden sollte.

Das vereinigte Koenigreich schickte eiligst suedafrikanische Einheiten um Suedwest zu besetzen usw. Dieser Mord an das oesterreiische Prinzenpaar, war nur ein Ausloeser fuer diesen Krieg, er waere auch bei jedem geringsten Anlass ausgebrochen.

Die Ueberschaetzung der DE Truppenfuehrung ihrer eigenen Staerke, kommt von dem schnellen Sieg 1871 her und somit dachten sie, Frankreich auch wieder in einer Art Blitzkrieg zu schlagen. Das sollte mit dem Schlieffenplan passieren, der allerdings im Ansatz vor den neuen franzoesischen Verteidigungsanlagen, zum erliegen kam. Somit war der Traum vom schnellen Sieg vorbei und DE ging im laufe der Stellungskriege langsam in die Knie, denn nicht nur die Front hungerte, auch die Bevoelkerung musste den Guertel sehr eng schnallen.

Der Gipfel der Frechheit von Ludendorf und Co. war ja die Dolchstosslegende, welche auf den Weg gebracht wurde, um die Schuld der Niederlage von sich zu schieben.2 Millionen Kriegskrueppel belagerten danach die Strassen in DE und Kaiser Wilhelm II hackte in seinen Exil in Doorn Holz.

Gruss, zetra.

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@zetra

Moin,

bringt allerdings im nachhinein nichts mehr.

Sehe ich anders! Man muss die Geschichte insbesondere solche Extremsituationen auswerten, um sie in der Zukunft vermeiden zu können! Ich sehe in den westlichen Länder teilweise "wieder" eine Politik der gegenseitigen Rivalität, die Politisch schwierig zu meistern ist! Odre anders ausgedrückt Johnson, Trump, Orban, Erdogan; Putin und einige andere kümmern sich nur um Ihre Eigenen Interessen und versuchen diese mit allen Mitteln durchzusetzen, ohne die Position des anderen zu bedenken und die Gesamtkonsequenzen im Blick zu haben! (Ich meine natürlich die Länder und weniger die Staat/Regierungschefs!) Das war vor 20/30 Jahren noch anders!

Die Sieger haben den Verlierer bestimmt und der war DE und wurde somit mit dem Versailler Vertrag belastet.

( Österreich-Ungarn wurde auch belastet! ...)

  • Ich unterscheide zwischen eine Verlierer einer Gewaltauseiandersetzung.
  • Dem Verursacher
  • Und dem Schuldigen

Ich sehe nicht automatisch das der Verlierer auch der Verursacher bzw. der Schuldige ist! ... Beispiel habe ich genannt! Dafür gibt es einen Spruch! "Die Sieger machen die Geschichte!"

Jetzt festzustellen, das alle Laender kriegsbereit waren, weil es einmal um neue Kolonien ging, z. a. das da nichts geaendert werden sollte

genau da liegt der Hase im Pfeffer...

Dieser Mord an das oesterreiische Prinzenpaar, war nur ein Ausloeser fuer diesen Krieg, er waere auch bei jedem geringsten Anlass ausgebrochen.

Leider ist das Spekulation und in Russland und Frankreich etc. wird es wahrscheinlich genau anders herum erzählt!

 Kaiser Wilhelm II hackte in seinen Exil in Doorn Holz.

Er ist für meine Betrachtung auch weniger relevant! Er hätte schlimmeres Verdient, als in Frieden in seinem letzten Exil zu sterben!

Der Standpunkt, das sich Deutschland militärisch überschätzt hat, ist für mich ein Standpunkt der sagt: "Wenn wir doch nur gewonnen hätten!" Mein Standpunkt ist eher: "Die vielen entsetzlichen Toten und die vielen entsetzlichen Kriegsverbrechen, auch die die keiner kennt! Hätte das irgendwie verhindert werden können! Wer hätte etwas machen können ?"

Andererseits hätte Das Deutsche Reich 2 Jahre länger durchgehalten, hätte die Spanische Grippe für einen kurzen Moment "für uns gekämpft"

Zitat von Scobel:

Man muss immer bedenken: "Was ist wenn ich mich irre ?" Wie kann ich diesen Irrtum durch mein handeln vermeiden oder abfedern! Die Weisheit wurde sowohl bei den Weltkriegen als auch bei einigen der Corona-Entscheidungen (Deswegen hat Scobel dazu etwas gesagt!) missachtet! ...

Ich habe jetzt noch einen Schusssatz:

Gesellschaft ist die Gesamtheit aller Menschen! Man kann die Verbrechen von Teilen der Gesellschaft nicht nur auf diesen Teil projizieren, sondern muss sie im Kontext der ganzen Gesellschaft betrachten!

(Oder als Beispiel: Man kann nicht Hitler allein schuldig machen für den 2.WK und den Holocaust! Viele Menschen und Institutionen waren beteiligt!)

Grüße und Danke. Ich mache hier endgültig Schluss!

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Die meisten Reichsidologen, zumindest die Mitläufer geraten durch persönliche Schicksalsschläge, meistens Schulden in diese Kreise. Man weiß nicht mehr weiter und stößt auf diesen pseudo-juristischen Nonsens nimmt aber nicht automatisch gleich die komplette Ideologie an. Über soziale Medien trifft man auf Gleichgesinnte. Die bringen dann die in der "Szene" vorherrschenden politischen Vorstellungen näher. Ehe man sich's versieht macht man diese zum Teil der eigenen Identität, was durch die eigene Krisensituation noch beschleunigt wird. Dann wird letztlich alles dafür getan das eigene Weltbild aufrechtzuerhalten.

Ich realisiere grade, dass der FS von "Rechtsidologen" und nicht Reichsideologen sprach. Sich also auf Menschen mit stark rechtem Gedankengut im allgemeinen bezieht. Ich beziehe mich in der Antwort allerdings auf Menschen die Reichsbürgerideen anhängen im spezifischen. Allerdings gibt es da sicherlich viele Überschneidungen, also war die Antwort wohl nicht ganz unsinnig.

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Rechte Ideologie sind auf Angst aufgebaut. Man kann nicht gleichzeitig Angst haben und klar denken. Das funktioniert nicht. Wenn man dann noch nicht genung Wissen z. B. in Geschichte mitbringt, wirds eng und man kommt auf dumme Ideen. Mangels eigener Perspektiven plappert man dann den rechten Jargon nach und fühlt sich wieder stark. Hauptsache man kann noch auf einen runtergucken, dann ist alles wieder gut.

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