Warum hängen die meisten Menschen so an ihren Eltern?

15 Antworten

naja beeindrucken braucht man als erwachsener seine eltern nicht...ich muss selber für mich sorgen können und wissen, was ich will...aber ein gutes verhältnis schadet nie, weil man ihnen schließlich für vieles dankbar ist und sie einem auch im erwachsenenalter noch viel helfen können.

Wir sind auf einer sehr tiefen Ebene miteinander verbunden und da wir als kleine hilflose Kinder auf sie angewiesen sind, meinen wir, alles was wir brauchen, wie Liebe, Anerkennung, Respekt.... ist nur etwas wert, wenn es von ihnen kommt. Die wenigsten von uns haben all dies in ausreichendem Maße erhalten, was uns oft gar nicht klar ist. Das ist keine Schuldzuweisung an die Eltern, sondern entspringt einfach nur der kleinkindlichen, narzistischen Sicht. Solange uns nicht klar ist, dass es darum geht, all diese Qualitäten in uns selbst zu finden, damit unabhängig zu werden, puhlen wir auch als Erwachsene noch danach... leider auch bei unseren Partnern, die oft als Elternersatz herhalten müssen. Seit ich von meinen Eltern völlig losgelassen habe und einfach nur in Neutralität und Dankbarkeit für mein Sein, an sie denke, geht es auch mir gut.

Es liegt nicht daran, dass die Eltern "Vorbilder"sind: Sie sind es viel zu häufig eben genau nicht!

Es liegt nicht daran, dass es die ersten Menschen sind, die einem begegnen – ob nun Eltern oder Geschwister. Sondern das sind einfach jene Menschen, mit denen man sich erst einmal abfinden muss – und dieses natürlich auch tut, weil man ja als Kind erst einmal eine andere Option weder hat noch kennt.

Es ist also schließlich:

Zum einen bloß der gesellschaftliche Druck. Denn jeder und von allen Seiten bombardiert den "treulosen" Nachwuchs mit: "Aber geht doch nicht…" "Kann MAN doch nicht…" "Es sind doch immerhin die Eltern/Geschwister…" Es sind die elterlichen Sprüche, mit denen sie Dir immer wieder sagen, dass sie die Kinder aber irgendwie "doch lieben" – auch wenn sie ihren Kindern nur ständig Salz in den Kaffee tun, ihnen Steine in den Weg rollen, sie torpedieren, bremsen, ihnen ggf. auch so richtig massiv schaden.

Und also ist es zum anderen die bloße Angst, mit der Konsequenz umzugehen, ggf. vielleicht mal doch einfach allein da zu stehen. Das ist eine sehr kindliche Angst – es ist die Angst zutiefst traumatisierter Seelen, die nie erwachsen geworden sind. Denn so wie Nachwuchs sich von den ekelhaftesten Eltern nerven und malträtieren lässt, so ist es auch der Nachwuchs, der sich eben auch den Eltern immer wieder zumutet. Selbst wenn es eigentlich gar nicht geht, immer nur ein Streit oder unterdrückter Streit oder es immer nur herunter geschluckte Qual ist…

Und so ist es am Ende… die bloße Bequemlichkeit. Da wird der Spruch hervor gezückt wie ein Joker, dass Blut dicker als Wasser sei. Dabei geht es nur darum, eine Instanz in seinem Leben zu etablieren und auch zu beanspruchen, die am Ende einfach herhalten muss.

Aber schau mal ins Bürgerliche Gesetzbuch: Selbst der Staat möchte das noch immer so! Die Versorgungspflicht bricht in gerader Linie niemals ab – und das in beiden Richtungen! Das hat z. B. die üble Konsequenz, dass wenn Eltern mal ins Altenheim müssen und die Kohle reicht nicht, ggf. das Sozialamt von den Kindern (also nun: dem erwachsenen Nachwuchs) Geld holt, wenn dann da etwas zu holen ist.

Der Grundgedanke mag dabei einer sein, der schlicht dem Evolutionsprinzip folgt: Nachkommenschaft sichert den Lebensabend ab – Nachwuchs dient nicht bloß dem Arterhalt.

Es liegt nicht daran, dass die Eltern "Vorbilder"sind: Sie sind es viel zu häufig eben genau nicht!

Es liegt nicht daran, dass es die ersten Menschen sind, die einem begegnen – ob nun Eltern oder Geschwister. Sondern das sind einfach jene Menschen, mit denen man sich erst einmal abfinden muss – und dieses natürlich auch tut, weil man ja als Kind erst einmal eine andere Option weder hat noch kennt.

Es ist also schließlich:

Zum einen bloß der gesellschaftliche Druck. Denn von jedermann und von allen Seiten bombardiert man den "treulosen" Nachwuchs mit: "Aber geht doch nicht…" "Kann MAN doch nicht…" "Es sind doch immerhin die Eltern/Geschwister…" Es sind die elterlichen Sprüche, mit denen sie Dir immer wieder sagen, dass sie die Kinder aber irgendwie "doch lieben" – auch wenn sie ihren Kindern nur ständig Salz in den Kaffee tun, ihnen Steine in den Weg rollen, sie torpedieren, bremsen, ihnen ggf. auch so richtig massiv schaden.

Und also ist es zum anderen die bloße Angst, mit der Konsequenz umzugehen, ggf. mal doch einfach allein da zu stehen. Das ist eine sehr kindliche Angst – es ist die Angst zutiefst traumatisierter Seelen, die nie erwachsen geworden sind. Denn so wie Nachwuchs sich von den ekelhaftesten Eltern nerven und malträtieren lässt, so ist es auch der Nachwuchs, der sich eben auch den Eltern immer wieder zumutet. Selbst wenn es eigentlich gar nicht geht, immer nur ein Streit oder unterdrückter Streit oder es immer nur herunter geschluckte Qual ist…

Und so ist es am Ende… die bloße Bequemlichkeit. Da wird der Spruch hervor gezückt wie ein Joker, dass Blut dicker als Wasser sei. Dabei geht es nur darum, eine Instanz in seinem Leben zu etablieren und auch zu beanspruchen, die am letztlich einfach herhalten muss.

Aber schau mal ins Bürgerliche Gesetzbuch: Selbst der Staat möchte das noch immer so! Die Versorgungspflicht bricht in gerader Linie niemals ab – und das in beiden Richtungen! Das hat z. B. die üble Konsequenz, dass wenn Eltern mal ins Altenheim müssen und die Kohle nicht reicht, ggf. das Sozialamt von den Kindern (also nun: dem erwachsenen Nachwuchs) Geld holt, wenn dann da etwas zu holen ist.

Der Grundgedanke mag dabei jener sein, der schlicht dem Evolutionsprinzip folgt: Nachkommenschaft sichert den Lebensabend ab – Nachwuchs dient nicht bloß dem Arterhalt.

Aber da gibt es ein Problem, seit es so etwas wie Massengesellschaft gibt: In der Massengesellschaft haben die Eltern den Kindern gegenüber den Vertrag aufgekündigt, den sie eigentlich mit ihrem Nachwuchs schließen, wenn sie ihn zeugen. Und das ist ein einseitiger Vertrag. (Auch hier übrigens nun BGB: Kinder selbst, also ohne die Einwilligung der Erziehungsberechtigten, können nur einseitig begünstigende Verträge wirksam abschließen, niemals aber Verträge auf Gegenseitigkeit, die sie zu irgendetwas verpflichten! Hier widerspricht sich also das Zivilrecht in sich!) Dieser einseitige Vertrag mit dem Nachwuchs besagt, dass das Kind, das nach dem Leben nicht gefragt hat, mit allem versorgt wird, was es braucht (also nicht nur Ernährung, sondern auch innige Zuneigung, Nähe, Wärme, Geborgenheit, Chancen…). Dieser einseitige Vertrag besagt zwar, dass das Kind in die Gesellschaft integriert wird, aber nicht, dass es zu irgendetwas verpflichtet wird. Und schon gar nicht, dass bestimmte Rollen von ihm verlangt werden, wie z. B. eine bestimmte Berufswahl, elterliche Einflussnahme auf Eheschließung, bestimmte Erbfolgen (in Bezug auf Eigentum, Unternehmensnachfolgen, aber auch gesellschaftliche Funktionen) etc. – Die Massengesellschaft aber verlangt vom Nachwuchs derlei Einordnungen, und sie verlangt widerspruchslos die Unterordnung des Nachwuchses unter solche gesellschaftlichen Gepflogenheiten. Das KANN dann auch nur in jeder Generation wieder zu dem berüchtigten Generationenkonflikt führen.

Falls Du nun also von Dir selbst sprichst, und falls Deine Eltern Dir schaden, und falls Du nicht mehr in einem materiellen Abhängigkeitsverhältnis stehst: Reiß die Brücken hinter Dir nieder! Deine Eltern haben kein Recht, Dir zu schaden, Dir weh zu tun, Dich zu quälen. Und falls Du noch in materieller Abhängigkeit stehst: Nabele Dich trotzdem ab und hole Dir das, was Dir zusteht von ihnen – nötigenfalls mit juristischen Mitteln. Auch dann, wenn Du von ihnen noch Geld brauchst für Deinen Start ins Leben, haben Deine Eltern kein verdammtes Recht, von Dir irgendetwas dafür zu verlangen – und schon gar nicht Duldsamkeit, damit sie Dir schaden können!!!

Sie haben Dir das Leben nicht geschenkt! Denn auch ein Geschenk ist von einem gegenseitigen Vertrag abhängig, von Angebot und Annahme (Die Redensart "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul" – das kam von Maul- und Klauenseuche! - ist einfach nicht wahr!). Aber wenn Du geboren wirst, dann hast Du gar keine andere Wahl, als das Leben anzunehmen, das man Dir "schenkt".

Ein solches einseitige Geschenk also (siehe wieder: BGB – Das Zivilrecht widerspricht sich auch hier in sich selbst!) MUSS bedingungsfrei sein. Man stellt immer wieder fest, dass die Gesellschaft sich selbst Regeln schafft, die einerseits rücksichtsvoll sind, wo man es gut einsehen kann, aber andererseits rücksichtslos, wo es die Gesellschaft von einer Kollektivfürsorge befreit.

Alles, was ich hier dargelegt habe, hat rein gar NICHTS mit rücksichtslosem Egoismus zu tun – sondern damit, dass Du ein Recht darauf hast, Dich von niemandem und auch nicht von Deinen Eltern schikanieren lassen zu müssen. Kollektiven Pflichten kannst Du in der Summe auch anders nachkommen, als sie auf Gedeih und Verderb Deinen Eltern zu erbringen!

Das ist aber nur die eine Seite der Münze... zu der ich dir auch vollkommen zustimme! Die andere ist aber die, dass es für das "Seelenheil" des Kindes wichtig ist, das Verhältnis mit den Eltern aufzuarbeiten. Dazu brauchen wir die Eltern nicht in persona, aber wir finden keinen inneren Frieden alleine dadurch, dass wir den Kontakt im Außen abbrechen. Die Verletzungen und den Mangel an Liebe, Anerkennung,... die, den sie zu vermacht haben, tragen wir sonst ein Leben lang mit uns und dies wird immer unsere Beziehungen und vor allem Partnerschaften belasten. Die Trennung im Außen ist also nur der erste Schritt. Die Ablösung im Inneren sollte der nächste sein und dabei geht es einzig und allein um das Wohl von uns selbst! Was die Eltern daraus machen, ob sie irgendwann aufwachen und auch bei sich aufräumen, kann uns, ums krass zu sagen, völlig schnurz sein!

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