Warum hacken sich bestimmte Pflegeberufsgruppen untereinander?

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Hallo Silberblick,

Jeder dieser Berufe hat einen anderen Tätigkeitsschwerpunkt, aus diesem Grund sind auch die Ausbildungsinhalte und Ziele verschieden und werden es wahrscheinlich auch immer bleiben. Krankenpfleger haben z.B. die relativ schwierige Aufgabe, einen Patienten in seiner kurzen Zeit des Aufenthaltes medizinisch und menschlich zu versorgen. Da es aber in einem Krankenhaus eine sehr hohe Durchgangsrate an Patienten gibt, kann ein Krankenpfleger nie seine volle Aufmerksamkeit auf persönliche/private Belange oder Probleme seiner Patienten eingehen, weil er eben immer auf dem Sprung zum nächsten ist. Das zum Beispiel ist etwas, was der Altenpfleger dem Krankenpfleger vorwirft: "er kann nicht Pflegen sondern nur versorgen"

Altenpfleger haben im Gegenzug keine Patienten sondern Bewohner, die Sie auf einem mehr oder weniger langem Weg bis zum Tod begleiten. Da sind auf der einen Seite die Dinge, die der Krankenpfleger je nach Schwere der Verletzungen seines Patienten tun muss, auch zu tun: Waschen, Medizin geben, Betten machen u.s.w. . Aber dazu kommt noch, dass man es dem alten Menschen ja auch in seinem Lebensraum so angenehm wie möglich machen sollte, die Persönliche Betreuung des Bewohners ist immens wichtig, die Kenntniss seiner Biografischen Daten (von der Geburt bis zum aktuellen Zeitraum, um irgendwelche Aktionen oder Reaktionen des Bewohners verstehen zu können). Der Bewohner wird ja nicht nach der Heilung oder nach einer bestimmten Zeit entlassen, sondern bekommt auch immer wieder verschiedene Krankheiten oder Gebrechen, die erkannt werden müssen, so wie eine Mutter zum Beispiel bei Ihrem Kind eine Krankheit in Anfangsstadium erkennen sollte. Dazu ist es notwendig, sich sehr intensiv mit dem Menschen und seinem Verhalten auseinanderzusetzen. Diese Bewohner sind oft eine sehr lange Zeit in der Einrichtung (20 - 30 Jahre sind keine Seltenheit) und wechseln in der Regel nicht so häufig wie in einem Krankenhaus.

Krankenpfleger haben in der regel nur wenig Ahnung von Pflege, weil sie vor lauter Wundversorgung, Medikamentenversorgung und Neuaufnahmen mit häufigen bettenwechseln nur wenig Zeit haben, bzw. sich nehmen.

Du schreibst, das sich alle Berufszweige um alte Menschen kümmern können, genauso können sich auch Altenpfleger um normale Patienten kümmern. Als Helfer kann ich natürlich alle Tätigkeiten lernen und anwenden, aber das tiefe verständniss für die spezifischen Probleme des Berufes hat nur der jenige in seinem Fach.

Ich hoffe, deine Frage zumindest ein klein wenig beantwortet zu haben, man wir diese kleinen Hackereien nie wegbekommen, weil jeder denkt, er ist der bessere Pfleger, aber alle haben in Ihrem Beruf ein Ziel, den Patienten, Klienten oder Bewohner so optimaL wie möglich zu versorgen.

Grüße Eisguru

Sehe ich genauso. Ganz ehrlich: Ich kenne Pflegehelfer, die kompetenter sind als manche Fachkräfte. Du scheinst eine davon zu sein, da du das Problem siehst!
Danke für die Antwort.

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Willst Du eine ehrliche Antwort hören? Weil der Großteil des Personals Frauen sind. Die kommen nie miteinander aus.

Da steckt Wahrheit drin und da hast du nicht Unrecht mit. Sag ich, obwohl ich auch eine Frau bin, aber es ist so-es gibt ja so gewisse "Zicken".

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noch eins : in allen pflegeberufen ist "satt und sauber" das fundament...darauf bauen sich alle anderen funktionen auf ....... jeder - jede in seiner professionalität...und alle sind wichtig......sehr wichtig .....so sind wir geboren in dieser welt als "gemeinwesen" und brauchen den ANDEREN.... und wenn dann eifersucht aufkommt ...es ist keiner daran gehindert den beruf des ANDEREN zu ergreigen - studieren - und dann auszuüben...denkt daran..... und es wird alles ein wenig besser.... allles gute

Wo ist ind allen Pflegeberufen "satt und sauber" das Fundament? Das Problem, dass für die Menschen, die Hilfebedarf bzw. pflegebedarf ist keine ausreichende Zeit zur Verfügung steht liegt nicht in den Händen der einzelnden Pflegeberufe. Das fundament der Pflegeberufe ist dies sicherlich nicht. Unter optimaler Pflege ist etwas anderes zu verstehen. "satt und sauber" ist gefährliche Pflege- Routinepflege ist dies auch nicht mehr. Pflegepersonal tut aber in ihrer Macht das bestmögliche! Pflegekräfte, die so denken würden, sind in ihren Beruf fehl an Platz! In meiner ersten Ausbildung gab es im Leitbild der Einrichtung folgenden Satz: Was du nicht willst was man dir tu, das füg auch keinen anderen zu! Den Satz fand ich sehr gut. Obwohl unserer Wille, ja auch nicht immer den Willen der einzelnen Bewohner entsprechen muss! Eine optimale Pflege geht halt nicht nur von den Behandlungspflegebedarf aus (medizinische Notewendigkeiten usw. ), sondern wird bestimmt von den Bewohner selbst in seiner Individualität und muss mit diesen gemeinsam besprochen werden. Ich war manchmal als Pflegekraft mit 45 Leuten alleine im Frühdienst (neben mir war noch eine Auszubildene und eine Hilfskraft). Die Situationen sucht sich sicherlich keine Pflegekraft aus. Der Staat muss hier agieren! Problem ist, wenn Pfleger dann selbst irgendwann "pflegebedürftig " sind, weil sie sich kaputt gebuckelt haben und der Rücken usw. und auch die Psyche leidet. Hier ist das Eingreifen von ganz wo anders her, denn hier leiden die Bewohner und auch die Pflegekräfte!

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