Warum haben wir noch über 2 Millionen arbeitslos gemeldete?

18 Antworten

Die meisten der als arbeitssuchend gemeldeten Menschen haben nicht nur eines, sondern dogar mehrere Vermittlungshemmnisse.

Eine alleinerziehende Mutter kann oft nicht zu den im Supermarkt erfordelichen Zeiten arbeiten und jenseits der 55 wird es auch für ausgebildete Kräfte oft schwer. Denn es werden ja nicht nur Fachkräfte gesucht, sondern belastbare Fachkräfte.

Wer das Arbeitstempo in vielen Bereichen der Wirtschaft und Verwaltung kennt, weiß auch, dass viele hier nicht mehr mithalten können. Menschen, die ein Drittel des Jahres tatsächlich krank sind oder blau machen, kommen einen Arbeitgeber ziemlich teuer und Menschen, die nicht vernünftig rechnen und schreiben können, die kaum zur Konzentration fähig sind der völlig falsche Vorstellungen von Arbeit und Lohn haben, sind kaum einsetzbar.

Jährlich verlassen etwa 50.000 junge Menschen die Schule ohne Schulabschluss. Dementsprechend schauen oft auch ihre Qualifikationen aus. Das mag dann vielleicht noch zum Frittenbraten bei McD ausreichen, aber wer schon in der Schule nicht gelernt hat, dass man sich etwas anstrengen muss, bleibt auch nicht lange an der Frittüre stehen.

Zunächst mal kann ich Deine Beobachtung nur bestätigen. Ich wohne in Sachsen und in Bayern, komme beruflich viel in Deutschland herum und war gerade urlaubstechnisch in Frankreich.

Tatsächlich habe ich ÜBERALL Schilder gesehen, mit denen Menschen gesucht werden - für alle möglichen Tätigkeiten und ganz sicher nicht nur für Hilfsarbeiterjobs.

In Chemnitz habe ich letzthin sogar ein Plakat gesehen, in welchem schon öffentlich das mögliche Gehalt für Fillialleiter von Supermärkten beworben wird.

Aber nun zu Deiner Frage: ICH WEISS ES NICHT WIRKLICH!!!

Bitte vergesse auf keinen Fall aber, dass die offizielle Arbeitslosenzahl nicht die reale Arbeitslosenzahl ist. Denn wenn Du kein ALG1 und kein ALG2 beziehst, fällst Du raus aus der Statistik. Wenn man sich in eienr Ausbildung, Weiterbildung oder Umschulung befindet, fällt man heraus aus der Statistik - und so weiter. Sprich: Die reale Arbeitslosenzahl ist noch um einiges höher.

Aber kein Mensch versteht tatsächlich, was geschehen ist, dass wir plötzlich soviele freie Stellen haben - und sowenig Menschen, welche diese besetzen können.

Klipp und klar: Das hat weder etwas mit Corona noch mit dem Krieg zu tuen. Das Thema gibt es schon seit mindestens 5 Jahren. Es wurde nur durch den Corona-Wahnsinn massiv verstärkt.

Aber bereits vor 5 Jahren habe ich händeringend für meine Abteilung Techniker gesucht - und keine gefunden.

ich bin gespannt auf das, was die anderen hier schreiben.

Zu den Arbeitslosen zählen auch alle Flüchtlinge!!!!

Weiterhin die früheren Sozialhilfeempfänger. Einige aus dieser Gruppe können nicht arbeiten. Sei es aus gesundheitlichen Gründen oder weil sie pflegen oder auf ihre Kinder aufpassen müssen.

Auch sind viele Arbeitslose Kräfte, die für den dt. Markt zu "alt" sind. Sie werden, trotz vieler Bewerbungen, von den Personalern nicht mehr genommen.
Ebenso Leute, bei denen einige Wissenlücken bestehen. Die Ämter zahlen zwar Lehrgänge und Umschulungen: aber oft nicht die, die benötigt werden. Und die Firmen haben heute genug Auswahl, so dass sie oft nur die Bewerber akzeptieren, die alles mitbringen.
Die, die Mental nicht vermittelbar sind. Diese Gruppe hat sich soweit ich hörte, stark vergrößert.

Es gibt somit einige Gründe warum Leute arbeitslos sind. Du kannst natürlich, wie so viele, ganz dumm sagen "sie, die von dir angesprochenen 25 %, wollen alle nicht arbeiten und ruhen sich auf unseren Kosten aus".
Ja, das Leben kann so einfach sein - wenn man es nur will. Man kann allerdings auch die Realität sehen und Hintergründe erfragen.

Moment. Lies die Frage genau. Er hat 75% ausgeschlossen. Das sind genau die Leute die Du meinst.

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Zu den Arbeitslosen zählen auch alle Flüchtlinge

Kannst du das belegen? Iwi glaube ich das nicht so ganz. Das würde doch nicht passen. Nur weil Flüchtlinge ALG 2 bekommen, sind sie nicht gleich in der Statistik drin.

Ich habe eine Umschulung gemacht. Es werden nur solche finanziert, wo hohe Vermittlungschanchen bestehen. Habe das tatsächlich selbst erlebt.

Auch fallen die meisten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten können, aus der Statistik raus.

Ich sagte ja das viele nicht können, aber iwi glaube ich nicht, das es so viele sind.

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@SirAndiusNr2

Reicht dir eine mündliche Aussage von einer JC-Mitarbeiterin? Diese Bekannte hat es mir nämlich erst vor kurzem gesagt, als ich mich über eine Sache bei ihr wunderte. Daraufhin sagte sie, dass sie jetzt mit den Vermittlungsgesprächen der Ukraine-Flüchtlinge anfangen. Alle Flüchtlinge fallen unter das SGB II Gesetz. Und SGB II Empfänger wiederum sind in der Arbeitslosenzahl enthalten.

Wenn du eine Umschulung machst, fällst du raus. Schulung nicht unbedingt, Probearbeiten nicht, Krankheit fällt nicht raus - früher vielleicht, doch heute gibt es keine Sozialhilfeempfänger mehr. Nur noch SGB II Empfänger = Statistik.

Daher diese hohen Zahlen.

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@schorle22
Reicht dir eine mündliche Aussage von einer JC-Mitarbeiterin?

Nein nicht wirklich.

Flüchtlinge zählen sofort zu den vermittelbaren Arbeitskräften? Die bekommen ALG 2 Leistungen, aber zählen nicht zur Statist.

Wer nicht arbeiten kann, fällt in die Grundsicherung.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sozialhilfe_(Deutschland)

Da Sozialhilfeempfänger gibt es doch noch.

Das was du sagst, passt einfach nicht.

Ich will auch nicht hetzen. Nur die Zahl der Arbeitslosen, kommt mir zurzeit so extrem hoch vor. Alleine in meiner Stadt haben wir fast 11%. Dabei werden überall Leute gesucht. Das kann ich einfach nicht verstehen.

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@SirAndiusNr2

Jeder darf glauben was er/sie will. Ich traue den Aussagen von Profis, Gesetzesänderungen und der Logik. M. E. bringst du einiges durcheinander. Und was sind die 11 % in deiner Stadt? Normalerweise besagen diese veröffentlichten Zahlen die Arbeitslosenrate, also ALLER arbeitssuchendgemeldeten Menschen in Stadt/Region/Staat.

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@schorle22

Okay, dann zeige mir was ich durcheinander bringe. Bitte mit einem Beleg.

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Ich weiß nicht, wie es in deiner gegen aussieht, aber bei in meiner Umgebung sehe ich auch oft schilder an Ladenwänden mit der Aufschrift Mitarbeiter gesucht für 14 Euro/h. Wenn man da näher heran tritt, sieht man aber: 20 Wochenstunden. Und das ist immer dasselbe.

Wäre ich Harz4 Bezieher, würde ich dafür auch nicht arbeiten wollen.

LG.

Dann machst Du 2 Jobs und hast auch 40 Stunden. Das machen einige.

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@Jens0048

Ja sicher machen das einige. Ich selber ja im Grunde auch. Hauptberuflich Medientechnologe und Imker nebenberuflich.

Aber so zwei mini jobs, nur um über die Runden zu kommen, würde ich mir nicht antun.

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@Jens0048

Kann ich nicht beurteilen. Ich war in meinem Leben bisher genau 2 Wochen arbeitssuchend.

Aber wie in dem anderen Kommentar erwähnt, bin ich der Meinung, dass sich Arbeit lohnen muss. Wenn ich mein Lebensstandard durch arbeiten gehen nicht steigern könnte, würde ich nicht arbeiten gehen.

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1. Ist eine Halbtagesstelle kein Grund, nichts zu tun.

2. Sind das nicht alles Halbtagesstellen. Da stand 40 Wochenstunden. Habe mich noch gewundert, dachte im Einzelhandel wären inzwischen 38,5 bis 39 üblich

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@SirAndiusNr2

Zu 1. Sorry, aber das sehe ich anders. Arbeit muss sich lohnen.

Zu 2. Ok, das ist etwas anderes. In meiner gegend, wie gesagt, meist teilzeitstellen, für die ich nicht aufstehen würde.

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@Zwitscherling

Es gibt die Möglichkeit auch noch wo anders zu arbeiten, in Vollzeit.

Man kann 2 Halbtagesstellen machen.

Erstmal ist es wichtig, aus der Arbeitslosigkeit raus zu kommen. Alleine das steigert den Lebensstandard.

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@SirAndiusNr2
Es gibt die Möglichkeit auch noch wo anders zu arbeiten, in Vollzeit.

Wenn es die Möglichkeit gibt, man die Qualifikationen für den Job hat und dieser ausreichend vergütet wird, spricht nichts dagegen, diesen Job nicht zu nehmen. Aber gerade die Vergütung ist meist das, woran es scheitert.

Man kann 2 Halbtagesstellen machen.

Sowas wie frühs bis mittags an der Kasse sitzen und nachmittags bis Abend Pizza ausliefern, nur um um die Runden zu kommen? Kann nicht für jeden sprechen, aber für mich wäre das nichts.

Erstmal ist es wichtig, aus der Arbeitslosigkeit raus zu kommen. Alleine das steigert den Lebensstandard.

Kann sein. Muss es aber nicht. Ich war, wie bereits erwähnt, noch nie in so einer Situation. Aber wenn ich mir den Unterschied vorstelle, von Harz 4 zu leben, oder mir jeden Morgen den Wecker stellen zu müssen um auf eine Arbeit zu gehen, die ich hasse um am Ende des Monats, netto 100 Euro mehr als vorher zu haben, ne. Würde ich mir nicht antun.

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  • Einige wollen nicht arbeiten
  • Einige können nicht arbeiten
  • Einige wollen nicht unter ihrer Würde arbeiten
  • Einige wollen nicht so unbequeme Jobs, finden so eine Arbeit zu belastend
  • Einige trauen sich die Arbeit nicht zu
  • Einige wissen gar nichts von solchen Jobs
  • Einige sind zu unflexibel um immer wieder neue Jobs anzunehmen
  • Einige wollen nicht um ihre Existenz fürchten durch Teilzeitjobs

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