Warum haben wir ein Bewusstsein? Ist das wissenschaftlich erklärbar?

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8 Antworten

Zu den Bewusstseinsinhalten gehören die unmittelbare Wahrnehmungswelt, inneres Sprechen und visuelle Vorstellungen, die flüchtige Gegenwart und ihre verblassenden Spuren im unmittelbaren Gedächtnis, Körperempfindungen wie Lust, Schmerz und Erregung, Gefühls-wallungen, autobiographische Erinnerungen, sobald sie abgerufen werden, klare und unmittelbare bsichten, Erwartungen und Handlungen, explizite Ansichten über die eigene Person und die Welt, ferner Begriffe, die abstrakt, aber von zentraler Bedeutung sind.“ [1278]

Anders herum betrachtet: „Ohne Bewusstsein verlieren wir alle adaptiven Vorteile, die uns als Menschen auszeichnen – Sprache, Lernfähigkeit, Intelligenz, die Verwendung der Hände zur Handhabung der Welt, Sozialisation, die Fähigkeit, kulturelle Entdeckungen an die folgenden Generationen weiterzugeben.“ [1279]

Am treffendsten hat meiner Meinung nach Peter Fuchs den Prozess des Bewusstsein beschrieben – denn man sollte beachten, dass das Bewusstsein keinen Zustand manifestiert, sondern eine reentrante, adaptive und operative Prozessdynamik:
Nach Fuchs ist das Bewusstsein eine „Zettelbewirtschaftungsmaschine“ – da die Zeichen (oder Zettel) „….systemintern als Informationen dem Lärm der Umwelt abgewonnen [werden] oder besser: Sie reduzieren diesen Lärm hoch asketisch auf bezeichnungsfähige Komponenten, eben auf das, was wir Zettel und das be-deutende Arrangement dieser Zettel genannt haben. Wir wollen sagen, daß diese besondere Verzettelung, dieses sich unaufhörtlich ereignende Verzetteln exakt das ist, was die Tradition Bewußtsein genannt hat. Das Bewußtsein ist der Prozeß des Verzettelns, nicht mehr, nicht weniger, und auch dann, wenn es sich selbst verzettelt, sich auf sich selbst bezieht, benötigt es einen Zettel ›Ich‹ oder ›Selbst‹ oder entsprechende Äquivalente. Es kann nicht sich finden, sondern immer nur: weitere Zettel.(….) Umgekehrt wirft das Zettelbewirtschaftungs-system Zettel aus, oder wieder genauer: Es produziert Zettellärm, der von anderen Systemen (Bewußtseinen, Sozialsystemen) wiederum zettelförmig geordnet wird. Auch hier kein Austausch, kein Export, kein Import, sondern Lärmausnutzung in Zettelform.“ [1320]


[1279] Baars, Schauspiel, S.187
[1280] Beckermann, Philosophie, S.434,435
[1320]  Fuchs, Psyche, S.70

Anm.: die konkreten Zitatstellen reiche ich bei Interesse gern nach.


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Ja, inzwischen ist das Bewusstsein naturgesetzlich erklärbar. Es emergiert aus der Hirntätigkeit, wobei das Gehirn eine Dissipative Struktur darstellt.

Es lässt sich inzwischen sogar mathematisch berechnen und mit Messgeräten messen.

Insgesamt steht die Forschung dazu noch ganz am Anfang.

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Kommentar von grtgrt
03.11.2016, 14:00

Bewusstein lässt sich weder mathematisch berechnen, noch irgendwie messen.

Messen und beobachten lässt sich nur, in welcher Situation welche Bereiche des Gehirns weit mehr als andere aktiv sind.

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Das Bewusstsein ist eine logische Folge unserer Gehirnfunktionen und Gehirnaktivitäten. Das Bewusstsein ist inzwischen sogar Messbar und wissenschaftlich nachweisbar.

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Kommentar von grtgrt
03.11.2016, 14:03

Messen und beobachten lässt sich nur, in welcher Situation welche Bereiche des Gehirns weit mehr als andere aktiv sind.

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Nein.
Die "Funktionalität" im Gehirn ist teilweise nachvollziehbar, das Bewußtsein an sich nicht.
Wie komplex das Ganze ist kannst du etwa hier erahnen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bewusstsein
Wer "Bewußtsein" auf nur ein Aspekt reduziert liegt mit Sicherheit daneben.
Wer also hier fröhlich mit "JA" geantwortet hat, weiß garnichts.

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Die Doku darüber war kürzlich im TV. Entweder nicht ganz zu Ende geguggt oder versäumt. ;)

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Wir haben ein Bewußtsein, weil unser genialer Schöpfer JHWH uns dieses geschenkt hat.

Er ist ein liebevoller Vater, der nur unseren Vorteil im Sinn hat. Ich persönlich empfinde es als maßlose Beleidigung und Herabwürdigung unseres Schöpfers, solche Wunderwerke einer blinden Evolution zuzuschreiben, nur, weil man nicht wahrhaben will, daß wir unserem Schöpfer gegenüber für unser Verhalten verantwortlich sind.

Daß man irgendwelche Phänomene (z. B. auch die Elektrizität) wissenschaftlich erklären kann, heißt doch noch lange nicht, daß sie per Zufall entstanden sind. Dahinter steckt ein allmächtiger "Wissenschaftler", der die Naturgesetze erdacht und programmiert hat. Und vor allem: es paßt alles so wunderbar in das Ganze. Die Feinabstimmung aller naturgesetzlichen Abläufe fasziniert und sollte auch den größten Skeptiker überzeugen, daß ein hochintelligenter Geist mit Liebe und Fürsorge am Werk war.

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Kommentar von RadicalGarrus
03.11.2016, 13:50

Nicht dass ich etwas gegen theologische Theorien hätte, aber das was du da schreibst ist eine reine Behauptung, die sich in keinster Weise nachweisen lässt. Nicht mal Indizien gibt es dafür.

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